Der Duft des Teufels

von Birgit Jasmund 
4,4 Sterne bei32 Bewertungen
Der Duft des Teufels
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (30):
HEIDIZs avatar

Sehr schön wird das Leben damaliger Zeiten lebendig, Kathrina, die ihren Lebensunterhalt als Schneiderin und Hebamme verdient

Kritisch (1):
Engel1974s avatar

ein historischer Roman ohne Tiefgang mit langatmigen Einstig und Protagonisten in die man sich kaum hineinzuversetzen mag

Alle 32 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Der Duft des Teufels"

Die dunkle Seite des Kölnisch Wasser

Köln 1695: Ein Duftwasser versetzt die Stadt in Hysterie. Die enthemmende Wirkung seines Aromas wird dem Teufel zugeschrieben. Und die junge Witwe Kathrina gerät unter Verdacht, als dessen Handlangerin unschuldige Jungfrauen in seine Arme zu treiben. Um sie zu retten, ruft ihr Geliebter, der Kaufmannssohn Daniel, den Parfümeur Giovanni Paolo Feminis zu Hilfe. Aber gelingt es dem Erfinder des Aqua mirabilis, Kathrinas Unschuld zu beweisen und Köln von dem Fluch zu befreien?

Die packende Geschichte über die Entstehung des Eau de Cologne.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746632957
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:14.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne17
  • 4 Sterne13
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Siko71s avatar
    Siko71vor 15 Tagen
    Der lange Weg zur Entstehung des "Kölnisch Wasser"

    Die junge Wittwe Katharina gerät in Verdacht mit dem Teufel im Packt zu stehen und wird als "Hexe" verfolgt. Ihr Geliebter Daniel glaubt an ihre Unschuld und versucht sie aus den Fängen des herrschsüchtigen Domenikaner Mönchs Martin und dessen Gehilfen den Weber Fritz Haan zu befreien. Daniel bekommt Hilfe vom Kramer und Parfümeur Giovanni Paolo Feminis, der nach dem perfekten Aqua mirabilis forscht.

    Ein spannender und zugleich interessanter historischer Roman über die Erfindung des "Kölnisch Wasser". Man liest in diesem Roman wieder, wie schnell sich die Menschen beeinflussen lassen ohne die Hinergründe zu erfragen. In diesem Buch ist es die Kirche, die den Menschen den Teufel und seine Machenschaften näher bringt.
    Mir hat dieses ein sehr schönes Lesevergnügen bereitet und daher volle Punkte.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr schön wird das Leben damaliger Zeiten lebendig, Kathrina, die ihren Lebensunterhalt als Schneiderin und Hebamme verdient
    Spannender historischer Roman um das Kölnisch Wasser

    Wir befinden uns im Jahr 1695 in Köln. Es geht um das Duftwasser aus dieser Stadt - Kölnisch Wasser genannt und allseits bekannt. Seine enthemmende Wirkung, die ihm nachgesagt wird, soll dem Aroma zu schulden sein und wird dem Teufel zugeschrieben.

    Kathrina ist Witwe. Die junge Frau gerät unter Verdacht, junge Frauen zu holen - alla Das Parfüm -  um als Handlangerin des Teufels tätig zu werden. Daniel liebt Katharina - er möchte ihr helfen und bittet Giovanni Paolo Feminis um Hilfe. Der ist Parfümeur. Nun ist die Frage, ob der Erfindes des  Wunderwassers ihr helfen kann.

    Liebe und Intrigen passen perfekt zusammen, besser gesagt ergänzen sich zu einem spannenden Ganzen.

    Leseprobe:
    ========

    Eine Kerze anzuzünden kam nicht in Frage, im Dunkeln tastete sie sich in ihre Schlafkammer, taffte die Decken vom Bett und rollte sie zusammen. Einen Augenblick ließ sie sich auf die Matratze sinken. ...

    Vom Lesen her hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie liest sich flüssig, durchweg spannend und kurzweilig und die Charaktere und Szenen sind ausführlich beschrieben, wie man es sich als Leser/In wünscht. Der durchweg vorhandene Spannungsbogen wird am Beginn aufgebaut und ständig gehalten und noch weiter ausgebaut, die Handlung ist durchweg fesselnd - sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

    Sehr schön wird das Leben damaliger Zeiten lebendig, Kathrina, die ihren Lebensunterhalt als Schneiderin und Hebamme verdient

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Gartenkobolds avatar
    Gartenkoboldvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: unterhaltsam mit Schwächen
    konnte mich nicht so überzeugen

    Der Roman spielt in Köln des Jahres 1695 wo der Protagonist Paola Feminis mit seiner Familie lebt und als Karrenhändler sein Geld verdient, abends versucht er, ein altes Rezept seines Großvaters für ein Duftwasser zusammenzumischen, was schwierig ist, da das Rezept in einer für ihn fremden Sprache geschrieben ist, Paola gibt nicht auf, er ist überzeugt von diesem Rezept für sein „Aqua mirabilis“. Die Protagonistin des Romans Kathrina, eine junge Witwe eines Protestanten und Hebamme lebt mehr schlecht als recht von Näharbeiten, da sie durch den Glauben ihres verstorbenen Mannes ausgegrenzt wird. Als sie einen Verehrer abweist, schmiedet der Rachepläne und findet auch schnell einen geeigneten Weg, als in Köln ein Duftwasser verkauft wird, dass eine sexuelle Wirkung entfaltet und nur verzaubert sein kann. Er findet in dem fanatischen Martin, einem Dominikanerbruder schnell einen Verbündeten, denn es ist von Teufelswasser und Hexenzauber die Rede…wer ist der wahre Hersteller und Verkäufer des Duftwassers… Fragen über Fragen…
    „Der Duft des Teufels“ ist der erste Roman, den ich von Birigt Jasmund gelesen habe und er ist flüssig und leicht geschrieben, doch dauert es etwas, bis sich so ganz langsam Spannung aufbaut. Die Charaktere sind schlicht, einzig der fanatische Bruder Martin konnte mich restlos überzeugen. Die eingebaute Liebesgeschichte zwischen dem Kaufmannssohn Daniel aus einer wohlhabenden Familie und Kathrina entsprach nicht den damals geltenden strengen Gesellschaftsnormen, erschien mir ein wenig unglaubwürdig und zu fiktiv.
    Insgesamt war der Roman gut zu lesen, hat mir ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert, konnte mich allerdings nicht restlos überzeugen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    TanjaJahnkes avatar
    TanjaJahnkevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn Extremismus auf offene Ohren stößt....
    Der Duft des Teufels

    Köln 1695. Eine Zeit der Gottesfurcht und Aberglauben gegen Ende der Hexenverbrennung und -prozesse, wo jedes Leid - sei es Krankheit, beruflicher Misserfolg oder gar ein Splitter im Finger - dem Bösen, dem Teufel und seinen Hexen angelastet wurde.

    Nimmt man diese Zeit und wirft sie mit verletzten Männerstolz, einer Ansammlung merkwürdiger Ereignisse, wilden (böswiligen) Gerüchten und zwei mehr als wahnsinnigen Menschen (deren jeweiliges Ansinnen unterschiedlicher und zugleich nicht gleicher sein könnte) in einen Kessel, dann bekommt man eine explosive, spannungsgeladene Mischung, die Grundstein für eine ebenso fesselnde Geschichte ist.
    Eine Geschichte, die mich mehr als einmal am gesunden Menschenverstand jener Zeit hat zweifeln lassen.

    Birgit Jasmund entführt uns in eine frühe Zeit der Entstehung des Eau de Cologne oder auch kölnisch Wassers nach Köln. Hier treffen wir auf Giovanni Paolo Feminis. Ein Kramhändler, der sich und seine junge Familie mit dem Verkauf von Zierrat (Bändern, Tüchern, Knöpfen, u. ä.) über Wasser hält. Doch sein großer Traum ist die Herstellung eines grandiosen Duftwassers, an dess Entwicklung er nächtelang werkelt.
    Wird es ihm gelingen?

    Zeitgleich treffen wir auf die Hebamme und Witwe Kathrina. Ihr Leben ist eher bescheiden, da sie bedingt durch ihre Ehe mit einem Protestanten von den Katholiken für eine ebenjene gehalten und nicht mehr beauftragt wird, während sie zeitgleich für die Protestanten "die Katholische" ist und hier ebenfalls keine Aufträge erhält. Fazit: sie verdingt sich als Flickerin und hält sich mit kleineren Flick- und Näharbeiten über Wasser.

    Doch als der Weber Fritz Haan ihr eines Tages einen Heiratsantrag unterbreitet, den sie ablehnt, wird ihr Leben zum absoluten Desaster. Denn sagen wir es so, der verletzte Stolz eines mäßig intelligenten Mannes kann durchaus gefährliche Früchte tragen.

    Ein verrückter Alchemist und ein Mönch auf "heiliger Mission" verleihen diesen Drama eine extragroßes Sahnehäubchen.
    Da bleibt nur zu sagen "Lasst die Spiele....ähn pardon Hexejagd beginnen".

    Alles in allem eine gelungene Unterhaltung, die fesselt und in vergangene Zeiten eintführt. Die Atmosphäre ist düster und erdrückend. Die allgemeine Angst vor dem Teufel groß. Man erhält authentische Eindrücke über das Leben der einfachen, aber auch der reichen Bewohner Kölns. Die Anfänge des Speditionsgewerbes und der Parfümerie werden anschaulich wiedergegeben und und und...

    Kurzum eine Unterhaltung mit Lerneffekt der Superlative.

    Wer also Lust auf eine Zeitreise und einen Blick in die menschlichen Abgründe werfen möchten. Hereinspaziert!

    Ich persönlich empfand manche Alltagsszenen etwas langatmig und den einen oder anderen Handlungsstrang abschweifend. Doch in Summe wähnte ich mich gut unterhalten.

    4 von 5 Duftwasserflakons.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    abetterways avatar
    abetterwayvor einem Jahr
    Der duft des Teufels

    Inhalt:
    "Köln 1695: Ein Duftwasser versetzt die Stadt in Hysterie. Die enthemmende Wirkung seines Aromas wird dem Teufel zugeschrieben. Und die junge Witwe Kathrina gerät unter Verdacht, als dessen Handlangerin unschuldige Jungfrauen in seine Arme zu treiben. Um sie zu retten, ruft ihr Geliebter, der Kaufmannssohn Daniel, den Parfümeur Giovanni Paolo Feminis zu Hilfe. Aber gelingt es dem Erfinder des Aqua mirabilis, Kathrinas Unschuld zu beweisen und Köln von dem Fluch zu befreien?"

    Meinung:
    Das Buch ist sehr spannend geschreiben und spielt im Mittelalter. Durch die gute Recherche kann man sich gut in die Personen hineinversetzten. Die Charkatere und die Beschreibungen der Orte sind sehr anschaulich und das Leben zur damaligen Zeit wird einem näher gebracht.

    Die handlung ista uch sehr interessant und spannend und der Leser kann dieser gut folgen.
    Alles in allem ein sehr gut geschriebenes Buch.

    Fazit:
    Wer gerne historische Romane mag wird dieses Buch auch mögen.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    Ariettas avatar
    Ariettavor einem Jahr
    Aqua mirabilis " Ein Deufelszeug"

    Meine Meinung :

    Zum Inhalt:

    Sehr Schön hat die Autorin das Leben Anno 1695 in Köln beschrieben. Eine Stadt die in Hysterie verfällt wegen eines Duftwassers , des Aqua mirablils ,“ Ein Deufelszeug“ wie es die Kölner nennen, das die Leidenschaft des Mannes zu seiner Frau erweckt. Das die Menschen Hemmungslos machen soll. Man eine Frau kauft es heimlich, um ihren Mann zu verführen. Auch der Parfümeur und Straßenhändler verkauft es. Aber es ziehen dunkle Wolken auf, plötzlich wird dieses Wasser verteufelt, der Aberglaube der Menschen gewinnt wieder an Oberhand. Den nur der Teufel kann hier die Hand im Spiel haben, ist man plötzlich überzeugt. Besonders die Frauen geraten mal wieder in verdacht und werden als Hexen und Buhlen des Teufels gejagt. Darunter auch die junge unschuldige Witwe und Hebamme Katharina, erstens war die Katholikin mit einem Protestanten verheiratet, und dann stirbt da noch eine junge Frau . Schuld hat natürlich die Arme Katharina, und da geht bei ihr noch der junge Kaufmannssohn Daniel bei ihr ein und aus. Zwischen den beiden wächst das zarte Pflänzchen der Liebe. Das alles ist dem abgewiesenen Weber Fritz Hahn ein Dorn im Auge. In seinem Hass, Eifersucht und verletzten Stolz, bezichtigt er sie als Hexe, eine schlimme Zeit beginnt für Katharina. Auch Giovanni Paolo Femis gerät in Gefahr, er experimentiert in seinem kleine Labor an seinem Duftwasser nach einem Uralten Familienrezept, sehr zum Leidwesen von seiner Frau Sophia die ihre Familie in Gefahr sieht. Um Katharinas Unschuld zu beweisen, bittet Daniel, Giovanni um Hilfe, ob es den beiden gelingen wird die unschuldige zu befreien, scheint sehr erfolglos, den der Aberglaube an Hexen und Teufel sitzt zu tief in den Gedanken der Menschen. Hoffen wir das es ihnen gelingt.


    Zur Autorin:

    Birgit Jasmund hat einen sehr mitreißenden Erzähl und Bildhaften Schreibstil, sie zieht einem beim Lesen in einen Strudel, aus dem man sich schlecht befreien kann. Auch hat sie sehr schön die damalige Sprache und das typisch Kölsche Dialekt wiedergegeben. Eine Geschichte die beim Lesen begeistert. Die Handlung ist sehr stimmig aufgebaut, das geschehen passt zur damaligen Zeit, auch verknüpft sie alle Lose Fäden, so dass am Ende keine Fragen offen bleiben. Die Spannung war von Anfang an sehr hoch und steigerte sich zum Schluss, das es bald unerträglich war und man mitfieberte. Ihre Figuren wirkten sehr real , wie aus Fleisch und Blut, man sah sie förmlich vor sich. Sehr gut hat sie die einzelnen Charaktere heraus gearbeitet. Die Boshaftigkeit und Falschheit des einen und die Figuren die liebenswert sind und nur das Gute im Menschen sehen, die Kompromisslos helfen. Das Misstrauen, der Neid, die Eifersucht und die Intrigen waren sehr gut nachvollziehbar. Sehr gut hat sie diesen Fritz Haan dargestellt, ein Mensch der vom Hass zerfressen ist und seine Rache an Katharina ausüben will. Das Zeitgeschehen und das Leben damals ist sehr gut geschildert. Der Stand der Frau, die Tugend- und Gehorsamkeit, ihren Eltern und Mann gegenüber. Der Aberglaube der viel Raum im Denken in den Köpfen der Menschen einnahm. Auch das man nur in seinen Kreisen heiratete, und die Ehen von den Eltern arrangiert wurden. Ein Roman der überzeugt.

    Kommentieren0
    55
    Teilen
    Klusis avatar
    Klusivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wie eine junge Hebamme und ein feines Duftwasser in den Verdacht geraten, des Teufels zu sein - sehr spannend!
    Der Duft des Teufels

    Birgit Jasmunds aktueller Roman führt die Leser nach Köln zum Ende des 17. Jahrhunderts. Man befindet sich im Zeitalter der Aufklärung. Die Hexenverfolgung liegt lange zurück. Ein mysteriöses Duftwasser, das ein Werk des Teufels sein soll, macht von sich reden, und vernünftige Zeitgenossen befürchten eine erneute Massenhysterie. Als die junge, verwitwete Hebamme Katharina einen Verehrer abweist, sinnt dieser auf Rache, und schnell gerät Katharina in den Fokus des Interesses der selbst ernannten Hexenjäger. Mit Katharina hat der Roman eine starke weibliche Heldin, die Unterstützung durch ihren Geliebten, den Kaufmannssohn Daniel und durch den Parfümeur Giovanni Paolo Feminis erhält. Feminis, der an einem geheimen Rezept für ein neues Duftwasser arbeitet, befürchtet, ebenfalls in den Verdacht zu geraten, im Dienst des Bösen zu stehen.

    Mich hat Birgid Jasmunds fiktive Geschichte zur Entstehung des Eau de Cologne, die jedoch mit vielen Tatsachen verknüpft ist, von der ersten Seite an gefesselt.
    Sie hat alles, was ich mir von einem guten, unterhaltsamen Roman erwarte:
    Da sind ein packender Erzählstil,
    starke Charaktere, die sich nicht einschüchtern lassen,
    ein Duft, der die Gemüter in Aufruhr versetzt,
    Fanatismus, der großen Schaden anrichtet,
    beunruhigende, dunkle Machenschaften
    und eine Liebe, die sich nicht nach Konventionen richtet.

    Aus diesen Komponenten, mit viel Lokalkolorit verpackt, hat die Autorin einen spannenden und äußerst temporeichen Roman kreiert, in dem so viel passiert, dass man darüber beim Lesen leicht die Welt um sich vergisst. Mir ging das zumindest so. 

    Kommentieren0
    14
    Teilen
    mabuereles avatar
    mabuerelevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Klasse erzählt -Leseempfehlung!
    Fesselnder historischer Roman

    „...Eigensinn hebt eine Frau aus der Masse ihrer Geschlechtsgenossinnen heraus. Ich schätze das als Zeichen von Geist und Witz...“


    Wir schreiben das Jahr 1695. In der Freien Reichsstadt Köln scheinen dunkle Zeiten zurückzukehren. Nach der Schändung einer Kirche gehen Gerüchte um, dass jemand Teufelswasser verkauft, das für besondere Erlebnisse im Bett sorgt. Plötzlich gelangen junge Frauen wieder in den Verdacht, Hexen zu sein. Das betrifft auch die Hebamme Kathrina Obladen. Die junge Witwe hat sich erlaubt, den Heiratsantrag des Webers Fritz Haan abzulehnen und sich damit einen Feind fürs Leben geschaffen.

    Die Autorin hat einen fesselnden historischen Roman geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen.

    Das liegt auch an den gut charakterisierten Personen. Kathrina ist eine selbstbewusste junge Frau. Doch ihr verstorbener Mann war Protestant. Das nimmt ihr die mehrheitlich katholische Bevölkerung Kölns übel. Deshalb muss sie sich ihren Unterhalt mit Näharbeiten verdienen, denn zu Geburten wird sie nicht mehr gerufen.

    Auch der italienische Kramhändler und Parfümeur Giovanni Paolo Femini muss sich seinen Stand in Köln hart erarbeiten. Er versucht, nach alten Rezepten seines Großvaters ein besonderes Aqua mirabilis zu kreieren. Doch nun kann das in Köln lebensgefährlich werden. Die Angst seiner Frau vor den Konsequenzen ist mit Händen greifbar.

    Bruder Martin, Dominikaner und selbst im Kloster Außenseiter wegen seines Fanatismus, sieht seine Stunde gekommen.

    Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Sehr genau werden die Verhältnisse in Köln zur damaligen Zeit beschrieben. Die Zeit der Hexenverfolgung ist eigentlich vorüber. Selbst der Abt des Klosters fällt durch seine fortschrittliche Haltung auf. Liebevoll versucht er, Bruder Martin von seinen Vorstellungen abzubringen. Doch gegen Fanatismus ist kein Kraut gewachsen.

    Gekonnt gelingt es der Autorin aufzuzeigen, wie durch das geschickte Streuen von Gerüchten Meinungen beeinflusst und Massen manipuliert werden. Das geht bis in die gehobenen Kaufmannsfamilien. Dort prallen unterschiedliche Meinungen aufeinander. Ab und an durchdringt allerdings ein feiner Humor die Geschichte, wie das folgende Zitat zeigt.

    „...Dass sie nie wieder mit ihm sprechen würde, könnte sich als Segen erweisen, aber keine Kalbsniere in Weinsoße mehr zu servieren war eine ernstzunehmende Drohung...“

    Plötzlich werden wieder unbescholtene Nachbarinnen angeklagt. Der Rat der Stadt stemmt sich anfangs dem entgegen, doch bald siegt die Gewalt der Straße. Bruder Martin lässt sich im Kloster nichts mehr sagen und bekommt Zulauf von frustrierten Kölnern. Wieder macht die Idee des Scheiterhaufens die Runde. Der Mob auf der Straße nimmt zu.

    Daniel, ein junger Kaufmann, der Kathrina vor Fritz beschützt hat, und von dem obiges Zitat stammt, will den Hersteller des eigenartigen Wassers finden. Paolo steht ihm dabei zur Seite.

    Sehr ausführlich wird dargestellt, wie viel Geduld und Fingerspitzengefühl dazu gehört, ein neues Parfüm zu entwickeln. Ein Tropfen der falschen Zutat zu viel und die ganze Arbeit war umsonst. Fachliche Begriffe wie Kopfnote und Herznote werden anschaulich erläutert.

    Worterklärungen und ein informatives Nachwort über die Entstehung des Kölnisch Wassers ergänzen die Geschichte.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Das Thema Massenmanipulation und der Kampf um die persönliche Freiheit wurde in einer spannenden Handlung verpackt. Viele wissenswerte Fakten, die im Roman enthalten sind, zeugen von der ausführlichen und exakten Recherche der Autorin. Außerdem bin ich der Meinung, das der Grundtenor der Handlung nichts von seiner Aktualität verloren hat.

    Kommentare: 6
    61
    Teilen
    tardys avatar
    tardyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: So wünscht man sich Geschichte!
    Der Duft des Teufels

    In Köln im Jahre 1695. Die Jagd nach Hexen ist eigentlich schon lange vorbei. Doch als ein Duftwasser dem Teufel zugeschrieben wird, weil es angeblich enthemmende Wirkung zeigt, beginnt der Alptraum von neuem. Katharina, eine junge Witwe, die als Hebamme ihr Geld verdient, gerät schnell in Verdacht und muss nun ihre Unschuld beweisen. Mit Hilfe ihres heimlichen Geliebten, dem Kaufmannssohn Daniel und dem Kramhändler, Giovanni Paolo Femini, der sich als Parfumeur versucht, versucht sie sich zu retten und Köln vom Fluch des "Teufelswassers" zu befreien.

    So wünsche ich mir Geschichte. Spannend, packend, detailliert. Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen, so gefangen war ich. Die Autorin weiß wirklich, wie sie ihre Leser fesselt. Mit einer leicht zu lesenden Schreibweise führt sie uns mitten hinein in das Geschehen. Man ist als Leser sofort fasziniert und bekommt einen sehr guten Eindruck vom Leben im Mittelalter. Vom schrecklichen, unvorstellbaren Aberglauben, der damals noch herrschte, davon, wie leicht man als Frau denunziert werden konnte und fast keine Chance hatte, sich wieder zu rehabilitieren, von der scheinbar grenzenlosen Macht der Kirche, die oft schamlos ausgenutzt wurde. Die Autorin hat sehr gut recherchiert, langweilt uns aber nicht mit nüchternen Geschichtsexkursen, sondern hat das Ganze in einer sehr lebendigen, lesenswerten Geschichte verpackt. Die Charaktere sind authentisch dargestellt und man liebt sie oder man hasst sie. Katharina habe ich gleich in mein Herz geschlossen und auch wenn sie sich nicht immer logisch verhalten hat, konnte ich sie verstehen. Franz Haan, der von Katharina zurückgewiesen wurde, oder auch der fanatische Mönch Markus, beide dermaßen hasserfüllt, konnte ich dagegen gar nicht ertragen. Sie sind so gut beschrieben, dass ich meinen Unmut ihnen gegenüber noch jetzt, beim Schreiben der Rezension, spüre. Sehr interessant war auch das Leben des Parfumeurs dargestellt. Auch hier spürt man deutlich die Angst und die Ohnmacht, die man als einfacher Mensch zu dieser Zeit wohl hatte. Umso mehr muss ich den Mut bewundern den man haben musste, um sich den herrschenden Konventionen entgegen zu stellen.

    Wer gerne solche Zeitreisen unternimmt, Wert auf gute Recherche legt, aber nicht auf seichte Unterhaltung, der ist hier genau richtig!

    Kommentieren0
    38
    Teilen
    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein toller Roman, der die Sinne benebelt.
    Mein Leseeindruck

    Das Böse geht um (Seite 6)

    Nachdem ich die Vorgeschichte gelesen hatte, war ich sehr gespannt, was mich nun erwarten würde. Klar, es würde wieder um dem Teufel gehen, soviel stand fest, zumal der Titel ja auch darauf schließen ließ.

    Sehr schön beschreibt die Autorin die aufblühende Liebe zwischen Daniel und der jungen Witwe Katharina. Durch den ausgeprägten Schreibstil werden die Gefühle so detailliert beschrieben, dass man beim Lesen stellenweise fast schon seufzt oder auch die Luft anhält. Was anfänglich sehr leicht dargestellt wird, wird nachher zur Zerreißprobe. Kann die Liebe dem Teufel standhalten?

    Aber auch der italienische Familienvater Giovanni Paolo Feminis wurde sehr detailliert charakterisiert. Sein Denken und Handeln waren für mich stets nachvollziehbar und er hatte sich auch im Laufe des Romans zu einem Nebenprotagonisten entwickelt, dessen Geschichte ich sehr gerne verfolgte. Etwas zögerlich, aber doch auch zielstrebig setzt er seinen Weg als Parfümeur fort, trotz all der Widersacher und Schwierigkeiten. Für mich war er einer der beeindruckendsten Figuren dieses Romans.

    Die Kulisse Kölns zu damaliger Zeit hat mir auch sehr gut gefallen. Die kleinen Gassen und Winkel, wurden durch den Schreibstil der Autorin, vor meinem geistigen Auge, mit Leben gefüllt, so dass ich das Kopfsteinpflaster, das Klappern der Absätze beim Überschreiten der Wege sowie auch das Marktgeschrei sehr gut empfinden konnte. Ja, man könnte fast schon sagen, dass ich mich in die Zeit habe fallen lassen - Dank der Autorin!

    Allerdings gab es auch einen kleinen Wehmutstropfen. Ab und zu gab es so kleine Hänger oder Wiederholungen in der Geschichte, die den Lesefluss bzw. Lesegenuss etwas getrübt haben.

    Der Schluss war klar und ohne grosse Überraschung, aber nun ja, welche Überraschung sollte es auch geben?! Jeder von uns kennt ja das Produkt, und sei es auch nur von den Taschentüchern der Großmutter.

    Am Ende des Buch gibt es dann noch ein paar Worterklärungen der kölschen und italienischen Ausdrücke, die sich aber meiner Meinung nach in der Geschichte gut erklärt haben.

    Und wer es bis zum Schluss immer noch nicht weiß, für den wurde im Nachwort nochmals das Kölnische Wasser erklärt.

    Ob dieses Buch nun auch zur Verkaufssteigerung des Duftwässerchen beiträgt? Ich werde bei meinem nächsten Besuch in der Parfümerie auf jeden Fall die neuen Produkte des echt Kölnisch Wassers in Augenschein nehmen.

    Kommentieren0
    16
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    aufbauverlags avatar

    Die dunkle Seite des Kölnisch Wasser


    Köln 1695: Ein Duftwasser versetzt die Stadt in Hysterie. Die enthemmende Wirkung seines Aromas wird dem Teufel zugeschrieben. Und die junge Witwe Kathrina gerät unter Verdacht, als dessen Handlangerin unschuldige Jungfrauen in seine Arme zu treiben. Um sie zu retten, ruft ihr Geliebter, der Kaufmannssohn Daniel, den Parfümeur Giovanni Paolo Feminis zu Hilfe. Aber gelingt es dem Erfinder des Aqua mirabilis, Kathrinas Unschuld zu beweisen und Köln von dem Fluch zu befreien?

    Die packende Geschichte über die Entstehung des Eau de Cologne.

    Zur Leseprobe

    Über Birgit Jasmund

    Birgit Jasmund, geboren 1967, stammt aus der Nähe von Hamburg. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Kiel hat das Leben sie nach Dresden verschlagen. Wenn einem dort der Wind so richtig um die Nase weht, hält sie nichts im Haus. Im Aufbau Taschenbuch Verlag sind von ihr bereits der historische Roman „Die Tochter von Rungholt“ und „Luther und der Pesttote“ sowie bei Rütten & Loening die Liebesgeschichte „Krabbenfang“ erschienen.

    Jetzt bewerben!
    Bewerbt euch bitte mit Klick auf den "Bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?

    Viele Grüße
    euer Team vom Aufbau Verlag

    * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

    ** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben
    abetterways avatar
    Letzter Beitrag von  abetterwayvor einem Jahr
    Zur Buchverlosung

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks