Birgit Lahann Am Todespunkt

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Inhaltsangabe zu „Am Todespunkt“ von Birgit Lahann

Selbstmord ist ein gesellschaftliches Tabu, obwohl sich weltweit jedes Jahr Millionen Menschen das Leben nehmen. In 18 biografischen Porträts berühmter Selbstmörderinnen und Selbstmörder hat Birgit Lahann den Weg in das unaufhaltbare Ende ergründet und nachgezeichnet. Es sind geheimnisvolle, spannende und spektakuläre Geschichten, die von Ängsten, Liebe, Todessehnsucht, aber auch von den oft grausamen politischen Zeitumständen des 20. Jahrhunderts handeln. Schlagzeilen und öffentliche Diskussionen gibt es immer nur dann, wenn Prominente sich töten. Ernest Hemingway, Kurt Tucholsky, Sylvia Plath, Ernst Toller, Primo Levi, Virginia Woolf, Vincent van Gogh, die Manns – das sind einige der Personen, deren Leben und Sterben Birgit Lahann aufgezeichnet hat. In ihrem Vorwort skizziert die Autorin Gründe für einen Freitod und gibt Beispiele davon, wie Schriftsteller und Maler den Suizid in ihrer Literatur und Kunst zu einem großen Thema gemacht haben.

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    Am Todespunkt

    WinfriedStanzick

    05. March 2015 um 10:11

    Über „18 berühmte Dichter und Maler, die sich das Leben nahmen“ schreibt die Journalistin Birgit Lahann in sehr lesenswerten Essays, die sie in einem Buch zusammengefasst hat, dem sie den Titel „Am Todespunkt“ gegeben hat. Ernest Hemingway, Kurt Tucholsky, Sylvia Plath, Ernst Toller, Primo Levi, Virginia Woolf, Vincent van Gogh, die Manns – das sind einige der Personen, deren Leben und Sterben Birgit Lahann aufgezeichnet hat. Als Todespunkt bezeichnen viele der beschriebenen Suizidanten jenen Moment im Leben, wo die oft jahrelange Auseinandersetzung mit der Frage, ob man weiter leben will oder nicht, plötzlich ihr klares und unwiderrufliches Ende gefunden hat. Bis sie dann ihrem Leben ein Ende setzten, war dann oft nur eine Frage von wenigen Tagen  oder Stunden. Alle haben sich zuvor oft sehr lange mit den Befindlichkeiten auseinandergesetzt, die zu ihrem Selbstmord führten. In Erzählungen, Romanen, Briefen, Bildern, Tagebüchern und Gedichten kann man das auch lange nach ihrem Ableben nachverfolgen. Sigmund Freud schrieb: „Dichter verfügen über die Feinfühligkeit für die Wahrnehmung verborgener Seelenregungen und den Mut, eigenes Unbewusstes laut werden zu lassen.“  In ihren Werken, aus denen Birgit Lahann in ihren Essays ausgiebig zitiert. „werden Antworten auf die Frage nach dem Warum sichtbar. Weil es Schriftstellern gelingt, über ihre Lust und ihre Angst, ihre Zärtlichkeit und ihren Zorn, ihre Liebe und ihre Verzweiflung, ihre Verletzung und ihre Scham, ihren Witz und ihren Hass zu schreiben, auch wenn wir ihre letzten Gedanken nicht kennen und der Augenblick der Wahrheit ihr Geheimnis bleibt.“ Das Buch bietet in der Debatte um die Sterbehilfe und den Suizid wichtige Anregungen. Hier hat ja vor wenigen Wochen der Philosoph Robert Spaemann geschrieben, wer Sterbehilfe und Suizid enttabuisiere oder ausdrücklich erlaube, mache über kurz oder lang die Selbsttötung pflegebedürftiger Menschen zur Pflicht.  Aber auch literaturwissenschaftlich interessierte Leser werden mit diesem Buch auf Informationen und Aspekte aus dem Leben ihnen wichtiger Dichter stoßen, die sie so aus den Biographien vielleicht nicht kennen.

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