Birgit Lutz

 4.3 Sterne bei 13 Bewertungen
Autorin von Unterwegs mit wilden Kerlen, Quer durch Grönland und weiteren Büchern.
Birgit Lutz

Lebenslauf von Birgit Lutz

Birgit Lutz, geboren 1974, ist als Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung tätig. Zu ihrem Fachgebiet zählt Extremes aller Art. Sie ist die einzige Deutsche, die acht Mal am Nordpol war. Erstmals reiste sie im August 2007 mit dem russischen Eisbrecher Yamal zum Pol. Fasziniert und ergriffen von ihren Erlebnissen, wurde sie sofort mit dem arktischen Virus infiziert und reiste immer wieder dorthin. Mittlerweile hat sie 15 Reisen in die Arktis und eine in die Antarktis unternommen. Sie befasst sich auch wissenschaftlich mit der Arktis, studiert derzeit an der in Kanada angesiedelten University of the Arctic, hält an Bord von Expeditionsschiffen Vorträge über Abenteuer und das empfindliche Ökosystem und bewahrt Passagiere davor, von Eisbären gefressen zu werden. 2010 wurde sie mit dem Journalistenpreis der Unionhilfswerk Stiftung ausgezeichnet, 2011 mit dem Karl-Buchrucker-Preis und dem Dr. Georg Schreiber Medienpreis. Als nächstes plant sie eine Grönland-Durchquerung. Birgit Lutz lebt am Schliersee und ist Mitglied der deutschen Gesellschaft für Polarforschung.

Alle Bücher von Birgit Lutz

Unterwegs mit wilden Kerlen

Unterwegs mit wilden Kerlen

 (5)
Erschienen am 16.01.2012
Grenzerfahrung Grönland

Grenzerfahrung Grönland

 (2)
Erschienen am 03.03.2014
Heute gehen wir Wale fangen

Heute gehen wir Wale fangen

 (2)
Erschienen am 30.10.2017
Quer durch Grönland

Quer durch Grönland

 (3)
Erschienen am 09.11.2015
Schwarzes Wasser (DuMont True Tales)

Schwarzes Wasser (DuMont True Tales)

 (1)
Erschienen am 05.04.2017
Eine Frau erobert die Arktis

Eine Frau erobert die Arktis

 (0)
Erschienen am 09.09.2013

Neue Rezensionen zu Birgit Lutz

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Rezension zu "Heute gehen wir Wale fangen" von Birgit Lutz

Zieht den Leser in einen Sog
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Zieht den Leser in einen Sog

Da ist dieser Polizist. Däne. Während der Arbeit am Buch seit anderthalb Jahren in Tasiilaq, Grönland. Und im Angesicht des Endes seiner Dienstzeit mit späterem Rückgang nach Dänemark.

„Der Winter ist magisch. Alles wird ruhig, es liegt viel Schnee und es passieren weniger Straftaten“.

Sicher eine eher nüchterne, polizeiliche Sicht auf das Leben an einer der Küsten Grönlands, und dennoch, selbst in den Worten dieses nüchternen „Kurzeitbewohners“ beginnt nach einer Weile, die ganze Magie dieses andersartigen, im wahrsten Sinne des Wortes exotischen Lebens zwischen Steinzeit (es ist noch nicht allzu lange her, dass native Einwohner Grönlands in „Erdhäusern“ und als Jäger und Fallensteller ihr Leben verbrachten) und Moderne. Einer er wenigen Orte der Welt, in der das Leben noch lange, bis vor Kurzem, nach uralten Traditionen und Regeln funktioniert. Eine geographische Landschaft, die ob der schweren Zugänglichkeit und der rauen Lebensbedingungen weder von Touristenströmen überflutet wurde und wird, noch sind „Immigranten“ in so großer Zahl vorhanden, dass das gewohnte Leben sich schnell hätte „modernisieren“ müssen.

„Das Leben hier ist reich. Vieles hat ich berührt. Sie süßen Kinder, die dir immer zuwinken und lachen….Wir sind nicht so viele, deswegen sind wir uns so nah….alles ist anders hier. Es ist einzigartig“.

Und Brigit Lutz hat dieses Grönland intensiv bereist. Sich tief eingelassen auf Kontakte, Lebensformen, auf diese Einzigartigkeit. Ein Einlassen, dass Lutz bestens in mitreißende Passagen in Worte zu fassen versteht und in Text und vielen Fotografien dem Leser einen Eindruck aus erster Hand vermitteln kann, der die Faszination dieses „Ortes am Rande der Welt“ auch emotional hervorragend vermittelt.

Denn, auch das arbeitet die Autorin präzise heraus, was dort im „Biotop“ aufeinandertrifft, die beiden Welten eines „alten Lebens“ und der „digitalen Moderne“ ist am Ende des Tages ja eine tatsächliche „Weltfrage“ zu einer Zeit, in der immer mehr Menschen an dem „größer, weiter, schneller“ der westlichen Zivilisationen starke und stärkere Zweifel befällt.

„Sie alle Leben auf eine bestimmte Art und Weise zwischen den Welten, zwischen dem alten Jäger- und dem neuen modernen Leben, zwischen Europa und Grönland, zwischen Stadt und Natur, zwischen dem Leben in den Jagdgründen und in einem Haus mit Internetanschluss“.

Das „Grönland viele Europäer verwirrt, weil man hier frei ist“ lässt Lutz als Quintessenz einer Geburtstagsfeier im Raum stehen, Ob Trommeltanz oder Waljagd, ob „Immigrant“ aus Dänemark mit endlich dem Gefühl, nicht „nutzlos“ zu sein in der „Masse Mensch“, ob Schlittenhund-Rennen oder immer wieder die Hinweise auf die sehr dünne Besiedelung, den immensen Platz für die Menschen und die raue Natur, die das Leben viel deutlicher bestimmt, als an anderen Orten der Welt, viele Geschichten und Einsichten sind es, die Kurz dem Leser vermitteln kann eben durch ihre ausgiebige Nähe zu den Menschen Grönlands und der ausgedehnten Zeiträume, die sie dort mit offenen Augen und Neugier verbracht hat.

„Das Dasein zwischen den Welten macht die Erzählungen dieser Menschen so spannend und das Buch am Ende nicht zu einem Buch über Ostgrönland, sondern über Menschen, die nach einer Identität suchen in einer Welt, die sich schnell verändert und sehr komplex geworden ist“.

Nun wird das konkrete Leben in Grönland nicht als Blaupause für eine Lebensveränderung in Europa dienen können. Dennoch aber sind die Anfragen, die durch das Buch sich dem Leser stellen nicht zu unterschätzen und die Einblicke in eine ganz besondere Form von Alltagsleben, wie sie Lutz so hochwertig in ihr bannt, allemal die Lektüre wert.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Schwarzes Wasser (DuMont True Tales)" von Birgit Lutz

„Mit dem Gedanken, dass einmal etwas nicht gut geht, habe ich mich nie beschäftigen müssen“
R_Mantheyvor einem Jahr

Viele Menschen schreiben in Gedanken alles, was bisher gewesen ist, linear fort: Wenn etwas immer gut gegangen ist, wird es auch weiter gut gehen. Diese Denkweise verblüfft schon etwas, weil sie Demut offenbar nicht kennt. Besonders heikel wird sie allerdings, wenn jemand, der ein tödliches Risiko eingeht, dieses Schema tief in seinem Unterbewusstsein verankert hat.

Thomas Ulrich gehört zu den Menschen, die vom Abenteurertum leben. Die innere Logik dieses Geschäftsmodells zwingt zu immer waghalsigeren Unternehmungen, denn ansonsten fällt man kaum auf. Und wer nicht im Mittelpunkt des Interesses steht, verdient eben auch nicht viel. Ulrich kam also irgendwann auf die Idee, vom nördlichsten Punkt Russlands übers Eis viele hundert Kilometer allein und ohne jegliche Hilfe (von einem Satellitentelefon abgesehen) über den Nordpol bis in den Norden Kanadas zu ziehen. Damit wollte er einfach beweisen, dass so etwas möglich ist.

 Nun kann man sich schon fragen, wen das eigentlich interessieren soll und was ein solcher Beweis eigentlich wert ist. Die Besiedlung Kanadas oder Russlands von der jeweils anderen Seite hat so mit Sicherheit nicht stattgefunden. Mehr noch: Wenn man bei diesem aberwitzigen Versuch seine Frau und drei kleine Mädchen zu Hause in der Schweiz lässt, kann man schon auch noch andere Fragen stellen. Wer sich zwangsweise in die Öffentlichkeit begeben muss, um die fürs Geschäft nötige Aufmerksamkeit zu erlangen, zieht auch Moralisten an, die ihrerseits die Öffentlichkeit suchen, um ihre scheinbare Überlegenheit über andere demonstrieren zu können. So lange das Abenteuer gut ausgeht, kann man das vielleicht verkraften. Schwierig wird es hingegen beim Scheitern.

 Und Ulrich ist krachend gescheitert. Liest man diesen Bericht, dann muss man sich darüber hinaus auch noch über sein Verhalten während dieser Katastrophe wundern, denn es zeigt, dass er mental überhaupt nicht auf das Risiko eines Scheiterns vorbereitet war und die körperlichen Anstrengungen völlig unterschätzte. Er kam nur wenige Kilometer weit, war dann auf einer abdriftenden und sich auflösenden Scholle gefangen. Übrigens offenbart sich hier auch eine unfreiwillige Komik bei den Machern dieses Büchleins, heißt doch der Untertitel „Vier Tage gefangen im ewigen Eis“. Ulrich hätte sich über ewiges Eis sicher nicht beschwert, nur leider hat sich das Eis auf dem er festsaß, mit zunehmender Geschwindigkeit aufgelöst.

 Dieses kleine Büchlein liest sich schnell und gut. Neben der eigentlichen Geschichte schildert es auch, was nach Ulrichs Scheitern passierte und diskutiert ethische Fragen, die man sich angesichts dieses Vorhabens stellen kann, wenn man den Abenteurer nicht gleich als Spinner abtut, was sicher auch eine gewisse Berechtigung besitzt. Dem Format dieser Reihe ist offenbar auch die Kürze der Geschichte geschuldet, die andere Rezensenten kritisieren. Da Ulrich als Autor aufgeführt wird, muss man die Darstellung, so wie sie ist, akzeptieren. Niemand wird aus einem Scheitern, das das nachfolgende Leben schwerwiegend beeinflusst hat, besonders gerne eine Veröffentlichung bis in alle Einzelheiten machen, zumal er sich auf seiner Scholle nicht mit Ruhm bekleckert hat.  

 Immerhin kann man auch dankbar dafür sein, dass man überhaupt Einblicke in die vielleicht doch etwas sonderbare Denkweise eines solchen Menschen bekommt.


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Elkes avatar

Rezension zu "Quer durch Grönland" von Birgit Lutz

Spannender Expeditionsbericht!
Elkevor 3 Jahren

560km weit über eine riesige Eisfläche quer durch Grönland. Mit Skiern, einen 75kg schweren Schlitten hinter sich herziehend. Warum tut man sich das an?
Birgit Lutz meint vor ihrem Aufbruch,  gute Gründe dafür zu haben.  Sie liebt die Schönheit des ewigen Eises. Das Abenteuer in Gebiete zu kommen, die nur wenige Menschen je erreichen werden. Das Gefühl von absoluter Freiheit. Und die Freude am gemeinsamen Erleben - Den Teamgeist.
Doch Birgit und ihre beiden Kameraden waren vor ihrer Expedition nie gemeinsam unterwegs.....

Der Einstieg ins Buch beginnt an Tag 15 der Expedition. Birgit befindet sich im Streitgespräch mit der Sonne.  Ihre Gedanke sind wirr. Als Leser wird man mitten ins Geschehen, in die Wüste des ewigen Eises, hineingeworfen. 

 Und so findet er sich im ersten Kapitel genauso verwirrt wieder, wie Birgit wirkt. Doch in Kapitel zwei finden wir uns am Anfang - bei der Ankunft in Grönland - und von nun an wird chronologisch erzählt.


Neben jeder Kapitelüberschrift findet man die Angabe um den wievielten Expeditionstag es sich handelt, die zurückgelegten Tageskilometer und Gesamtdistanz, sowie die noch verbleibenden Kilometer bis ans Ziel. Das hilft dem Leser sehr die Orientierung zu behalten.


Gleich zu Beginn der Durchquerung stellt sich heraus, dass die drei Kameraden unterschiedliche Taktiken verfolgen, um ans Ziel zu gelangen. Und es gelingt ihnen nicht einen Kompromiss zu finden. So stauen sich die Meinungsverschiedenheiten immer weiter auf, und die Stimmung wird genauso eisig wie die Umgebung.  Darunter leidet auch die Psyche.


Genau dieser psychische Kampf steht im Mittelpunkt der Erzählung. Der Leser bekommt Einblick in Birgits Gedanken und Gefühle. Der Schreibstill passt sich Birgits Gemütszustand an. Er wechselt von klar  strukturiert u. sachlich, über wirr und verzweifelt, zu mitreisend begeistert. Gespannt verfolgt man das auf und ab der Gefühle, bangt und zweifelt mit Birgit.


Jeder Hobbysportler der schon an seine Grenzen gegangen ist, weiß welch wichtige Rolle der Kopf in extremen Situationen spielt. Und so kommt auch für Birgit der Moment, an dem der große Zusammenbruch kommt. Und plötzlich weiß sie keinen einzigen Grund mehr für ihr Tun.                

Doch der einzige Ausweg aus dieser Eishölle ist ein 25.000 Euro teurer Rettungsflug. Oder die eigene Kraft. Aber wird Birgit diese Aufbringen können?


Ergänzt wird dieser Expeditionsbericht von einem hilfreichen Glossar mit Wissenswertem über Grönland, den Polarkreis, die Kultur der Inuit und vielem mehr. Ebenso finden wir im Anhang  Birgits Gepäckliste, eine Tabelle mit den wichtigsten Infos zu jedem Tag und zwei hilfreiche Karten.  Abgerundet wird das Ganze mit tollen Fotos im Mittelteil des Buches.


Mein Fazit: Ein spannender Expeditionsbericht der sich hauptsächlich mit der menschlichen Psyche in Ausnahmesituationen beschäftigt, aber auch tolle Einblicke in die Schönheit Grönlands gewährt!

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