Nach einer psychotischen Episode und einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik ziehen Nancy und ihr Freund Felix notgedrungen innerhalb Londons in eine kleinere Wohnung in den Stadtteil Harlesdon. Nancy arbeitet dort remote, um sich zu erholen und mit Hilfe von Medikamenten und therapeutischer Unterstützung neu anzufangen.
Nancy und Felix haben noch nicht einmal alle Umzugskisten ausgepackt, als eine Nachbarin in dem Mehrparteienhaus tot aufgefunden wird. Die Polizei stuft die Tat als Suizid ein und ermittelt nicht weiter. Nancy hatte Kira jedoch am Tag zuvor kurz gesprochen und kann sich nicht vorstellen, dass die junge Frau, die von allen als nett und fröhlich beschrieben wird, Selbstmord begangen haben soll. Da Felix die neuen Nachbarn und auch die Polizei über Nancys Krankheitszustand informiert hatte, glaubt Nancy niemand, dass sich ein Verbrechen in der Wohnung ereignet haben könnte - bis die Polizistin Maud O'Connor auf den Fall aufmerksam wird, den ein unliebsamer Kollege (voreilig) zu den Akten legen möchte.
"Finstere Schatten" ist Band 2 einer Buchreihe um Detective Maud O’Connor, wobei es auch ohne Vorwissen aus Band 1 keine Verständnisprobleme gibt. Anders als in klassischen Ermittler-Krimis hat DI O'Connor in diesem Thriller nicht die Hauptrolle. Bevor ihr Einsatz beginnt, liegt der Fokus klar auf Nancy, die "finstere Schatten" sieht.
Kann Nancy ihrer Wahrnehmung glauben? Kann der/ die LeserIn Nancy trauen? Ist sie von den Stimmen in ihrem Kopf gesteuert, noch nicht genesen und leidet unter Wahnvorstellungen? Kann sich die Polizei bei ihrer Einschätzung den Suizid betreffend derart getäuscht haben?
Unabhängig davon, ob sich Nancy in Verschwörungstheorien verliert, ist es grausam, was ihr im weiteren Verlauf der Handlung widerfährt. Als psychisch kranke Frau wird sie stigmatisiert und als unzurechnungsfähig und unmündig eingestuft. Schnell befindet sie sich einer Spirale, in der sie vollkommen hilflos ist und der Fürsorge ihres Freundes und des Gesundheitssystems unterworfen wird.
Obschon die Frage im Raum steht, was sich hinter dem (inszenierten) Selbstmord verbirgt, steht Nancy als Hauptfigur im Vordergrund, deren Leben ihr entgleitet. Die Aufklärung des möglichen Mordfalls schreitet erst im letzten Drittel voran, als Maud, die sich auf dem Polizeirevier mit Misogynie konfrontiert sieht und als Alleinkämpferin auftritt, Nancy Gehör schenkt. Maud folgt selbstbewusst ihrem Instinkt und versucht durch geschickte Fragen den Täter unter all den undurchsichtigen Hausbewohnern und Nachbarn zu enttarnen.
"Finstere Schatten" ist ein unblutiger Thriller, der sich von einem psychologischen Spannungsroman zu einem spannenden Krimi mit einer smarten Ermittlerin entwickelt, die in ihrem Umfeld völlig zu unrecht unterschätzt wird. Das Tatmotiv ist am Ende nachvollziehbar, jedoch enttäuscht die Präsentation des Täters, die vor Auswertung von Beweisen auf einem reinen Bauchgefühl basiert. Auch fällt die einseitig negative Darstellung der männlichen Figuren unangenehm auf.
Birgit Moosmüller
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Fernab vom Trubel ihres alten Lebens wollen Nancy und ihr Freund Felix in einer Wohnung in Harlesden noch einmal neu anfangen. Denn mittlerweile geht es Nancy zwar wieder gut, doch das war lange Zeit nicht so. Immer wieder hat sie mit psychischen Problemen gekämpft und litt unter Wahnvorstellungen. Hier will sie nun endlich wieder zur Ruhe kommen. Doch dann wird ihre Nachbarin Kira tot aufgefunden und die Polizei geht sofort von einem Selbstmord aus. Aber Nancy will einfach nicht daran glauben, schließlich hat sie Kira noch am Tag vor ihrem Tod getroffen und sie kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich die junge Frau das Leben genommen hat. Nancy gerät immer weiter in den Strudel ihrer Zweifel und weiß dabei immer weniger, ob die Stimmen, die sie in jener Nacht gehört hat, die des Möders waren oder nur in ihrem Kopf existieren.
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Das Buch ist in 4 große Teile eingeteilt, welche nochmal in etwas längere Kapitel eingeteilt sind. Es wird die ganze Zeit über in der Erzähl-Perspektive erzählt aus der Sicht von 2 verschiedenen Personen. Nancy und Maud. Zwei wirklich starke und authentische Charaktere, was die Geschichte auch aus macht. Vor dem Nancy mochte ich sehr. Mir ist sie schnell mit ihrer Art ans Herz gewachsen. Am liebsten möchte man sie in den Arm nehmen und vor der Welt beschützen. Das Autorenpaar hat hier sehr authentische Protagonisten geschaffen. Auch die unsympathischen Charaktere wurden hier extrem gut dargestellt, dass man sie hassen muss.
Der Schreibstil ist ein typischer French! Angenehm, leicht und gut verständlich. Ich flog nur so durch die Seiten, da ich so gefesselt war von dieser Geschichte. Das einzige was mich etwas störte, war dass sich der Fokus von Nancy verlegte ab der Mitte. Dies fande ich persönlich etwas schade. Dennoch war die Spannung durch gehend auf aller höchstem Niveau und zog sich bis zum Ende durch! Absolut zu keinem Zeitpunkt kam für mich Langeweile auf.
Mauds Ende fande ich hier deutlich besser ausgeschrieben. Dies gefiel mir deutlich besser als Nancys. Bei ihrem Ende empfand ich es als einfach schnell niedergeschrieben. Für einen so wichtigen Charakter hätte es gern ein bisschen mehr sein dürfen.
Das Cover gefiel mir sehr. Es war zwar einfach und nicht viel aussagend, aber es passte generell auch zum Gesamtkonzept.
Eine klare Leseempfehlung!
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Fazit: Ein absolut großartiger Thriller. Ich vergebe 5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐️⭐️
Frieda Klein ist noch dabei, sich von den Vorfällen am Ende des letzten Bandes zu erholen, als sie unfreiwillig wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Gleichzeitig versucht der unsympathische Polizei-Psychologe, sie mit einem gefakten Psychopathen hereinzulegen, der sie im Endeffekt aber auf die Spur zahlreicher verschwundener Mädchen bringt. In ihrem gewohnten Stil macht Frieda sich natürlich auf, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Dieser Band las sich für mich leider mühsamer als die bisherigen. Mit über 500 Seiten ist es recht lang und streckenweise auch (zu) langatmig geschrieben. Die Stimmung ist durchgehend düster und regnerisch, gleichzeitig ist es irgendwie überall, wo Frieda hinkommt – durch die Umstände auch in ihrem eigenen Zuhause – chaotisch, laut und dreckig.
Ganz London, so bekommt man den Eindruck, ist eigentlich ein dreckiges Loch, voller unfertiger Baustellen, Müll und ungewaschener Menschen. Da Frieda immer zu Fuß geht und dabei ausführlich beschrieben wird, was sie sieht, wird dieser Eindruck auch stetig aufrecht erhalten.
Auch DCI Karlsson und Yvette sind natürlich wieder dabei, diesmal ermitteln die Protagonist:innen aber parallel an zwei unterschiedlichen Fällen, sodass man teilweise den Eindruck hat, zwei Bücher gleichzeitig zu lesen. Für mich hätte es insgesamt temporeicher erzählt werden können, das Ende war gewohnt tragisch und irgendwie hoffnungslos.
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