Wenn nichts mehr ist, wie es war…
von irismaria
Rezension
Birgit Rabisch geht in ihrem Roman „Blind Copy - Das bin nicht ich!“ der Frage nach, ob unsere Gene oder unsere Umwelt uns stärker prägen. Hauptperson ist die Hirnforscherin Sabine Benckendorf, die sich selbst mit diesem Thema befasste, vielleicht weil sie selbst adoptiert wurde und seit früher Kindheit durch ihren Wahlonkel und Mentor Karl Färber von Wissenschaft begeistert wurde. Nach seinem Tod fährt sie in ihre Heimatstadt und erhält dort einen Brief von ihm, der ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellt.
Die Autorin schreibt aus der Sicht von Sabine, deren oft widersprüchliche Gedanken in einem inneren Monolog dargestellt werden. Ihre Zerrissenheit und ihr Nachdenken über verschiedene Themen (von banal bis existentiell) kommen für mich gut rüber. Sabine selbst konnte mir hingegen nicht ans Herz wachsen, dafür war sie zu grob im Umgang mit ihren Mitmenschen. In diesem Buch hat mich die Thematik angesprochen, was passiert, wenn jemand plötzlich Dinge erfährt, die seine Vergangenheit in einem anderen Licht darstellen. Allerdings hätte ich mir noch weitere Informationen über die Arbeit der Hauptperson erwartet, was gut zum Thema gepasst hätte.
