Rezension
Der Roman „Die schwarze Rosa“ von Birgit Rabisch ist 2019 im Verlag duotincta erschienen.
Nach dem Tod ihrer Großmutter erfährt Birgit Rabisch von deren Vergangenheit zur Zeit der Weimarer Republik und hat die Aufarbeitung ihrer eigenen Familiengeschichte, für uns alle festgehalten und ein lesenswertes Buch geschaffen. 1923 plant die paramilitärische Schwarze Reichswehr den Marsch auf Berlin. Und die Großmutter von Birgit Rabisch, Rosa, befindet sich mitten in den Ereignissen, denn sie ist den nationalsozialistischen Welterklärungen ihres Verlobten verfallen und rechtfertigt sogar die Fememorde ihres Bruders.
Ich finde Birgit Rabisch mutig, denn sie hat mit uns LeserInnen ihre eigene Familiengeschichte geteilt. Schonungslos schreibt sie über den Weg ihrer Großmutter und ihres Großonkels als Teil der verbotenen Schwarzen Reichswehr, die in der Weimarer Republik aber zumindest geduldet war. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin neben ihrer Erzählung auch viele historische Fakten ins Buch einfließen hat lassen, so dass ich noch viel über die geschichtlichen Hintergründe und die Zeit der Weimarer Republik lernen konnte. Besonders hervorzuheben ist die Dokumentation am Ende des Buches, in welcher man erfährt, was aus den Personen geworden ist. So war das Buch nicht plötzlich zu Ende, sondern wir haben noch viel über den weiteren Werdegang der einzelnen Charaktere erfahren.
„Die schwarze Rosa“ ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern ein Buch das eindringlich beschreibt, dass die Zeit der Nationalsozialisten nicht erst in den 30er Jahren begonnen hat, sondern die Saat für das Böse schon viel vorher gestreut wurde.
