Birgit Rabisch Wir kennen uns nicht

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Inhaltsangabe zu „Wir kennen uns nicht“ von Birgit Rabisch

Mutter und Tochter – eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen. Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlte sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über »Lügen und Tricksen unter Raben«. Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischeren Erben wird. Dabei vermengen sich gelebtes Leben und literarische Fiktion, während in der Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerlöchert wird.

Das Buch zeigt deutlich, welche Konsequenzen fehlende Kommunikation in Beziehungen haben kann. Lesenswert!

— Sweetybeanie
Sweetybeanie

Sehr gut nachzuempfindende Mutter-Tochter-Geschichte in er es um Verletzungen und eine nicht stattfindende Kommunikation geht ...

— 19angelika63
19angelika63

Faszinierende Mutter-Tochter-Beziehung, die von beiden Seiten aus nachvollziehbar wirkt.

— Rabentochter
Rabentochter

Eine tiefenpsychologische Hommage an die Verletzlichkeit menschlicher Bindungen.

— louella2209
louella2209

Eine emotionale Mutter und Tochter Beziehung

— Lesezeichen16
Lesezeichen16

Eine Mutter-Tochter-Beziehung, die an ihren Kommunikationsproblemen scheitert. Sehr bedrückend, aber absolut empfehlenswert!

— Marion2505
Marion2505

Konfliktreiche Mutter-Tochter-Beziehung: Lena und Ariane sind sich fremd, eine Annäherung findet bis zum Schluss nicht statt.

— schnaeppchenjaegerin
schnaeppchenjaegerin

Ein Buch über eine sehr spezielle Mutter-Tochter-Beziehung, die berührt und nachdenklich macht.

— Mahebe
Mahebe

Ein Buch welches jedem die Augen öffnet!

— Monice
Monice

Roman einer Mutter-Tochter Beziehung voller unterkühlter Distanz, dass man als Leser fast erfriert .

— Waschbaerin
Waschbaerin

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  • Wir kennen uns nicht

    Wir kennen uns nicht
    Sweetybeanie

    Sweetybeanie

    30. March 2017 um 21:27

    Zum Inhalt: Lena Löper ist eine erfolgreiche Schriftstellerin gewesen. Und Feministin. Sie veränderte mit ihren Büchern die Welt der Frauen und das allgemeingültige Frauenbild. Zeigte, dass man nicht so sein muss, wie einen das Patriachat haben möchte. Sondern Erfolgreich. Unabhängig. Ihre Meinung und ihre Empfindungen verarbeitete sie in ihrem fiktiven Charakter Lara und wurde damit berühmt. Anderes blieb dabei auf der Strecke. Die Beziehung zu ihrer Tochter Ariane zum Beispiel. Doch nun ist sie alt und ihre Karriere ist längst vorbei. Einsam ist es in ihrem großen Haus geworden. Verhaltensforscherin Ariane Löper fühlt sich unverstanden. Schon seit ihrer Kindheit hat sie das Gefühl für ihre Mutter, die erfolgreiche Schriftstellerin Lena Löper, niemals gut genug zu sein. Immer nur Klotz am Bein. Ungeliebt. Doch nun bekommt sie selbst ein Kind und immer wieder blitzt die Erinnerung an ihre Mutter auf… Meine Meinung: „Wir kennen uns nicht“ – der Titel passt definitiv zu dieser Erzählung. Ariane und Lena – zwei starke Frauen. Eigentlich untrennbar miteinander verbunden und doch durch so viel getrennt. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus der Sicht Lenas, die von jeher das Gefühl hat, keinen Zugang zu ihrer Tochter zu bekommen. Und aus der Sicht Arianes, die als Kind um die Liebe ihrer Mutter kämpfte, bis sie irgendwann beschlossen hat, sich nicht mehr vergeblich abzumühen. Das Buch hat mich sehr berührt. Jede der beiden Frauen ist so gefangen in ihrer Annahme, dass sie der anderen nichts bedeutet. Und beide interpretieren in jedwede Aussage (die eigentlich nur aus Eigenschutz so schroff und abweisend geäußert werden) sofort eine Ablehnung hinein. Dabei würde eigentlich jede der beiden Frauen sich über ein Zeichen der Zuneigung freuen. Doch keine der Beiden ist bereit, das Risiko einzugehen und mit einer möglichen Zurückweisung zu leben. Das Buch zeigt deutlich, welche dramatischen Konsequenzen fehlende Kommunikation in Beziehungen haben kann. Und das sich daraus ein Teufelskreis entwickelt, aus dem man nur sehr schwer wieder herausfindet. Zu tief sitzen die Verletzungen und zu weit haben sich der Groll und die Wut entwickelt. Zu groß ist die Angst davor, zurückgewiesen zu werden. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, so ein Verhältnis zu einem meiner Kinder zu haben. Oder zu meiner Mutter. Das Buch ist mir nahegegangen, ich konnte es nach den ersten Seiten kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist offen, ehrlich und direkt. Die Autorin versteht es, die verschiedenen Orte und die Erinnerungen der Protagonisten auf eine anschauliche und lebendige Weise dem Leser nahezubringen. Meine Rezension findet Ihr auch unter www.buchspinat.wordpress.com

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  • Abenteuer Kind

    Wir kennen uns nicht
    19angelika63

    19angelika63

    06. March 2017 um 13:07

    RückentextMutter und Tochter - eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen.Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlt sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über "Lügen und Tricksen unter Raben".Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischen Erben wird. Dabei vermengen sich gelebte Leben und literarische Fiktion, während die Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerstört wird.Lena ist eine bekannte Bestseller Autorin.  Unter einem Pseudonym schreibt sie die ersten Bücher als Feministin und Frauenrechtlerin. Ihre Protagonistin lebt ein Leben ohne Mann. Sie will jedoch Kinder und entschließt sich für eine künstliche Befruchtung ohne den Namen des Samenspenders zu kennen. Im wahren Leben sieht es bei Lena ähnlich aus. Sie liebt ihr Leben ohne Mann. Und um authentisch über eine Schwangerschaft, Geburt und Leben mit einem Kind zu schreiben, bekommt sie Ariane. Ariane spürt schnell, dass es der Mutter immer in erster Linie um ihre Protagonistin geht. Daher fühlt sich Ariane ungeliebt und ungewollt. Immer öfter flieht sie in der Jugend zu ihrem "Onkel". Über den Namen ihres Vaters erfährt sie nichts. Mutter und Tochter entfremden sich immer mehr.Diese Geschichte geht unter die Haut. An vielen Stellen hat es mich ganz schön wütend gemacht, wie verantwortungslos Lena handelt. So zum Bespiel, als sie beschließt ein Kind zu bekommen, nur damit sie weiß, wie es sich für ihre Protagonistin anfühlt, ein Kind zu bekommen. Als dann Ariane da ist, merkt Lena schnell, dass Ariane nicht so "bequem" zu handhaben ist wie die Tochter der Protagonistin. Aber auch andere Stellen machen mich einfach sauer. Für mich ist und blieb Lena eine egoistische Person, die sich wenig Gedanken um ihr Kind gemacht hat. Erst als sie alt und der Erfolg nicht mehr da ist, merkt sie plötzlich wie einsam sie ist und sucht die Nähe zur Tochter. Doch der Zug ist abgefahren. Die beiden haben sich nichts mehr zu sagen.Ariane versucht von Kindesbeinen an ein selbstständiges Leben zu führen. Holt sich ihre Liebe bei den Tieren, vorzugsweise den Raben. Sie hat sich der Wissenschaft verschrieben. Für Ariane ist es klar, dass sie anders als ihre Mutter sein möchte. Und so heiratet sie ihre Liebe und bekommt ein Kind. Sie startet einen letzten Versuch, sich doch noch ihrer Mutter anzunähern. Doch auch dieser misslingt.Dieses Buch von Birgit Rabisch ist genauso so, wie ich es von ihr erwartet habe.  Klar, sachlich ohne große Schnörkel erzählt sie eine Mutter-Tochter- Beziehung wie es sie zu tausenden gibt. Voller Konflikte und Missverständnisse, die allerdings in dieser Geschichte kein gutes Ende findet. Die beiden sind nicht fähig ihre Konflikte zu kommunizieren. Manchmal hätte ich die beiden am liebsten geschüttelt und ihnen gesagt sie sollten endlich mal reden. Aber nein, das schaffen sie nicht. Jede hat ihrer eigenen Sicht auf die Dinge und denkt sie sei im Recht bzw. ihre Sicht sei die richtige.Ein offenes und ehrliches Buch über  die Konflikte zwischen Müttern und Töchtern. Ein Buch, das unter die Haut geht und der Botschaft ... redet miteinander!

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    • 7
  • Wer kennt sich wirklich???

    Wir kennen uns nicht
    Solengelen

    Solengelen

    28. January 2017 um 20:05

    Klappentext:Mutter und Tochter – eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen. Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlte sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über »Lügen und Tricksen unter Raben«. Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischeren Erben wird. Dabei vermengen sich gelebtes Leben und literarische Fiktion, während in der Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerlöchert wird.Fazit: Das Cover hat meinen Blick sofort auf sich gezogen. Eine ungewöhnliche Einteilung, ein bisschen wie Yin und Yang. In schwarzweiß gehalten, nur die Schrift sticht farblich hervor. Da ich Birgit Rabisch lesenswert bereits kennen lernen durfte, müsste ich dies einfach lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht.Eine Mutter-Tochter Beziehung, die an sich gar keine ist. Eine Mutter, die nicht nur aus beruflichen Gründen ihre Tochter anderen überlässt, nein sie verarbeitet sie sozusagen auch noch in ihrer Projekten. Lena, sie Mutter, hat das für sie mögliche gegeben, Ariane, die Tochter, die keine wirkliche Mutter hatte.Beide verharren in ihrer Welt, in ihrer Sicht auf die Dinge. Die Autorin versteht es durch einen leichten und doch eindringlichen Schreibstil den Leser in die Beziehung zu ziehen. Beide Seiten werden glaubhaft dargestellt. Man bekommt einen Einblick in die Gefühlswelten, in die Gedanken der beiden Generationen. Auch wenn man vom Gefühl eher auf der Seite der Tochter stehen würde, schafft es Birgit Rabisch dem Leser beide Seiten näher zu bringen.Mütter - Töchter - Beziehungen sind oft ein heikles Thema. Mit "Ich kenne dich nicht" hat Birgit Rabisch ein besonderes, sensibles Werk geschaffen. 

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  • Eine Hommage an die Fragilität zwischenmenschlicher Bindungen

    Wir kennen uns nicht
    louella2209

    louella2209

    26. December 2016 um 14:52

    Inhalt und Charaktere:Die Lektüre beginnt mit einer anklagenden Ansprache der Protagonistin Ariane, die direkt an den Leser gerichtet ist. Nur ein paar Zeilen, die mit einer geballten Ladung, die gesamte Wucht negativer Empfindungen gegenüber ihrer Mutter Lena, zum Ausdruck bringt, das es beim Lesen, fast wehtut. Ariane fühlt sich vernachlässigt, ungeliebt und ihrer Wurzeln beraubt. Die Anonymität ihres leiblichen Vaters begleitet sie ihr ganzes Leben und sie wird, von ihrer Mutter, mit nebulösen Andeutungen einer künstlichen Befruchtung abgespeist. Ihre Zuneigung holt sich Ariane stets woanders und vorsichtige Annäherungen, seitens der Mutter, weist sie vehement ab. Die Verletzungen in ihrer Seele sind einfach zu tief verankert. Ariane wird eine angesehene Verhaltensforscherin und sie geht in ihrem Beruf auf. Die Momente, bei der man als Leser, ihren Versuchen mit ihren geliebten Raben, beiwohnen darf, lassen Ariane in einem ganz anderen Licht erscheinen. Sie blüht auf und sprüht vor Enthusiasmus. Mit Nommen, findet Ariane einen Partner, der auf ihre Bedürfnisse eingeht und bei dem sie endlich das erhält, wonach sie ihr ganzes Leben suchte, Liebe und Geborgenheit. Mutter Lena steht, seit ihrer Jugend, für Frauenrechte ein. Sie wollte sich nie in die Abhängigkeit eines Mannes begeben, weshalb sie sich für eine Schwangerschaft ohne Vater entschlossen hat. Aus ihrer Sicht hat Lena alles richtig gemacht und von außen betrachtet, fehlte es Ariane auch an nichts. Lena verdiente ein kleines Vermögen mit ihren Romanen, in denen sie ihr eigenes Leben und das ihrer Tochter, fiktiv verarbeitet. Ein weiterer Aspekt, den Ariane nie verstand. Sie fühlte sich durch die Romane öffentlich bloß gestellt und dennoch fand sie nie einen Weg, ihrer Mutter, ihren Standpunkt unmissverständlich klar zu machen. Ein großer Fehler von beiden Seiten. Lena wollte ihre Tochter stets zur Selbstständigkeit erziehen, wollte mehr Freundin als Mutter sein und Ariane eine Alternative zum traditionellen Familienleben bieten, jedoch fragte sie Ariane nie nach ihren Wünschen. Beide leben in ihrer eigenen Welt und in ihrer Anschauung ohne die Perspektive des anderen zu reflektieren. Und wie auch Ariane, zu Beginn des Romans, schon richtigerweise feststellt „Wir kennen uns nicht“ Meine Meinung: In gewohnter Manier, bringt Autorin Birgit Rabisch Empfindungen und Emotionen, mit feinen und tiefsinnigen Formulierungen, auf den Punkt, ohne diese zu werten. Das bleibt dem Leser selbst überlassen und somit befindet man sich, nach kurzer Zeit, in einem Wechselbad der Gefühle. Beide Protagonistinnen gestatten, nach und nach, einen tiefen Blick in ihre Seele und es fällt schwer, sich auf eine Seite zu schlagen. Beide sind in ihren Ansichten gleichermaßen festgefahren und zu sehr damit beschäftigt, die Fehler beim jeweils anderen anstatt das Gespräch zu suchen. Der Roman offenbart die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen. Egal ob als Partner, als Elternteil oder als Kind, Liebe und Vertrauen ist ein Prozess, der mühevoll erarbeitet sein will, egal in welchem Alter, egal in welcher Gesellschaftsschicht. Was zu Beginn einer Beziehung versäumt wird, ist nur noch schwer zu kitten. Mich hat dieses Buch, als Mutter zweier Töchter, sehr bewegt, berührt und nachdenklich gemacht und es hat mich gelehrt, nicht nur für meine Kinder, sondern auch für meinen Partner und wichtigen Menschen in meinem Leben, immer ein offenes Ohr zu haben, die eigene Perspektive auszublenden und die Sichtweise des anderen zuzulassen. Ein weiteres Mal hat mich, die sensible und unverwechselbare Art der Erzählkunst von Birgit Rabisch tief beeindruckt. Ihre Stärke liegt darin, mit leisen Tönen eine Komposition zu schaffen, deren Höhepunkte, zwischen den Zeilen liegen. 5 Sterne für diesen wundervollen Roman, mit einer Thematik, die einfach jeden berühren sollte.

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  • Eine Kluft so groß wie der Grand Canyon

    Wir kennen uns nicht
    Rabentochter

    Rabentochter

    19. December 2016 um 15:20

    Lena und Ariane sind zwar Mutter und Tochter, dennoch leben sie mehr nebeneinander her und kennen sich nicht wirklich. Die Thematik ist sehr gut und authentisch dargestellt. Beide Frauen wollen nicht von ihren Denkmustern abweichen, sind jeweils in ihren Absichten und Meinungen zu festgefahren um sich in die anderen hineinversetzen zu können. Die Verhaltensweisen der beiden werden sehr verständlich dargelegt und mit der Geschichte der Figur begründet. Auch wenn man sich selbst nicht immer in die Figuren hineinversetzen kann, weil man einer anderen Generation angehört, so findet man die Handlungen doch in gewisser Weise nachvollziehbar und verständlich. DIe (nicht vorhandene) Beziehung der beiden wirkt absolut glaubwürdig! Das Ende fügt sich darin perfekt ein und hat mich auch vollständig überzeugt, mehr möchte ich dazu nicht sagen, da ich nicht zu viel verraten will.Der Schreibstil ist toll. Er schafft es, die Gedanken der Protagonistinnen klar und deutlich aufzuzeigen und dabei aber dennoch nicht zu subjektiv zu werden. Die Erzählerfigur nimmt nicht vollständig die Rolle einer der Protagonistinnen ein.Fazit: Ein tolles Buch, mit starken weiblichen Figuren, die unabhängig voneinander ihr Leben bestreiten und versuchen ihr persönliches Glück zu finden. Sehr interessant, spannend und absolut lesenswert!

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  • Wir kennen uns nicht

    Wir kennen uns nicht
    Pixibuch

    Pixibuch

    14. December 2016 um 19:49

    Und wieder ein ausdrucksstarker Roman von Birgit Rabisch, der zum Nachdenken und Innehalten anregt. Die Autorin versteht es gekonnt, die Seele des Lesers aufzuwühlen und sich selbst zu hinterfragen. Hier wird gekonnt eine Mutter-Tochter Beziehung dargestellt mit tiefen psychologischen Hintergründen. Lena ist eine Frau, die die 68iger Bewegung mitgemacht hat, für das Recht und die Befreiung der damaligen Frauengeneration gekämpft hat. Sie ist nun erfolgreiche Schriftstellerin, hat praktisch ihr Leben in Romanen verpackt unter anderen Pseudonymen dargestellt. Diese Bücher wurden ein Renner, so dass sie sich zwischenzeitlich eine Villa mit Angestellten leisten konnte. Ihre Tochter Ariane hat sie alleine großgezogen bzw. durch Kindermädchen großziehen lassen. Dies hat Mutter und Tochter total entfremdet. In einer der Bücher der Mutter liest Ariane, dass sie künstlich gezeugt wurde. Mutter und Tochter driften immer mehr auseinander. Inzwischen lebt die Tochter als erfolgreiche Biologin in einer anderen Stadt. Die Telefonate enden stets mit Streit. Doch hinter der männerlosen Fassade der Mutter ist nicht alles Gold was glänzt. Auch die Tochter hat mit den Männern Bindungsschwierigkeiten, was sie aber dann doch überwinden kann. Hier werden die Dialoge zwischen Mutter und Tochter gezeigt, die beiden reden jedoch aneinander vorbei,, sie können sich nicht auf einer Ebene unterhalten. Ein wirklich sehr gut durchdachtes Buch, das auch auf die verschrobene Kindheit von Lena hinweist, wo ein Mädchen doch keine Ausbildung braucht. Das schwarzweiße Cover mit den Raben weist auf den Beruf der Tochter hin, die ein wissenschaftliches Projekt mit Raben durchgeführt hat. Das Buch läßt sich gut lesen. Besonders für die Frauen, die so jetzt über 60 sind, eine Hommage an ihre Jugend. Ich kann das Buch nur jedem weiterempfehlen. Ein wirklich ernstzunehmende Geschichte.

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  • Leserunde zu "Wir kennen uns nicht" von Birgit Rabisch

    Wir kennen uns nicht
    LesenLeben

    LesenLeben

    Herzlich willkommen bei dieser Leserunde mit Buchverlosung! Ich lade Euch ein, über meinen neuen Roman "Wir kennen uns nicht“ zu diskutieren. Er ist im Oktober 2016 im Verlag duotincta erschienen. Zu dem Buch gibt es auch einen Buchtrailer! Inhalt des Romans: Mutter und Tochter - eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen. Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlte sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über »Lügen und Tricksen unter Raben«. Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischeren Erben wird. Dabei vermengen sich gelebtes Leben und literarische Fiktion, während in der Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerlöchert wird. Wer Lust hat, bei dieser Leserunde  mitzumachen, kann sich um eins von 15 Leseexemplaren bewerben, die der Verlag duotincta freundlicherweise zur Verfügung stellt. Die 15 GewinnerInnen der Leseexemplare werde ich am 21.11 auslosen und bekannt geben. Besonders freuen würde ich mich natürlich, wenn ihr nach der Lektüre des Buches eure Eindrücke in einer Rezension wiedergebt, sei es hier bei Lovelybooks, auf der duotincta-Verlagsseite, bei amazon usw. oder in Bücherblogs und Leserforen. Informationen zu dem Buch und zu meinen anderen Büchern findet ihr auf meiner Homepage www.birgitrabisch.de. Aktuelles zum Buch findet ihr jederzeit auf Facebook. Ich freue mich auf die Diskussion mit euch. Ich werde regelmäßig anwesend sein und bin schon sehr gespannt!

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    • 290
  • Berührend

    Wir kennen uns nicht
    Goch9

    Goch9

    08. December 2016 um 17:07

    Wir kennen uns nichtDas ist für mich der aussagekräftigste Satz im Beziehungsroman von Brigit Rabisch. In abgewandelter Form las man diese Aussage fast auf jeder Seite.Es geht um die Beziehung von Mutter und Tochter. Im Fall von Lena und Ariane hat sich die Mutter-Tochter-Beziehung von Anfang an nicht aufbauen lassen. Lena, die selbst eine unglückliche und demütigende Kindheit erlebt hat, kann ihre Tochter nicht annehmen und ihr mütterliche Gefühle entgegen bringen. Ariane wird von Kindermädchen versorgt und fühlt sich beiseite geschoben. Außerdem veröffentlicht ihre Mutter in ihren Bestsellern ihre Vorstellung vom Familienleben als alleinerziehende Mutter mit einer Supertochter.Lena schreibt schon seit ihren frühen emanzipatorischen Anfängen Bücher über eine fiktive Lara, die ihr Leben so meistert, wie Lena es gerne meistern würde. „Sie hat bisher ihr ganzes Leben in Schrift verwandelt. Wenn sie ihren Tod nicht in Schrift verwandeln kann, wozu soll er gut sein“In ihren Büchern hat sie ein wundervolles Verhältnis zu ihrer Tochter. Im wahren Leben empfindet sie keine Liebe für Ihre Tochter, kann ihre keine Zärtlichkeit und Geborgenheit schenken. Sie bemerkt zwar, dass das Verhältnis zu ihrer Tochter nicht gut ist, aber sie ist sich sicher, ihrer Tochter ein Leben ermöglicht zu haben, von dem sie immer geträumt hat.Ariane entwickelt eine immer größer werdende Wut ob der Enttäuschungen, Vernachlässigungen und Instrumentalisierung für Lenas Bücher. Sie gibt ihre Mutter auf und versucht eine eigene Familie aufzubauen.Birgit Rabisch lässt, nach einer paukenschlagähnlichen aufrüttelnden Anklage von Ariane an die Leser, Mutter Lena und Tochter Ariane im Wechsel zu Wort kommen. Beide reflektieren über ihre Kindheit und über ihr Verhältnis zueinander. Aber miteinander zu reden gelingt ihnen nicht und somit sind Verständnis und Vergebung in weiter Ferne.Das offene Ende stimmt mich etwas versöhnlich und hoffnungsvoll. Das war ein sehr aufwühlendes Buch, da es von tiefen Gefühlen und Verletzungen eines Kindes erzählte und einer Mutter, die nicht in der Lage war ihre Demütigungen und Verletzung aus ihrer Kindheit zu verarbeiten

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  • Wir kennen uns nicht....

    Wir kennen uns nicht
    Lesezeichen16

    Lesezeichen16

    05. December 2016 um 18:03

    Inhaltsangabe Mutter und Tochter – eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen. Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlte sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über »Lügen und Tricksen unter Raben«. Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischeren Erben wird. Dabei vermengen sich gelebtes Leben und literarische Fiktion, während in der Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerlöchert wird. Wir kennen uns nicht ist der neuste Roman von Birgit Rabisch. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen und ab der ersten Seite findet der Leser sich in der Geschichte von Lena und Ariane wieder. Obwohl ich den Anfang der Geschichte etwas verwirrend fand, merkt man recht schnell, wie emotional und bewegend dieses Buch werden wird. In vierzehn Kapitel erfährt der Leser alles über die schwierige Beziehung zwischen Mutter Lena und deren Tochter Ariane, die jeweils aus ihrer Sicht erzählen dürfen. Dadurch kann der Leser sich perfekt in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden einlassen und abtauchen. Angst, Wut, Enttäuschung oder Hoffnung wurden brillant eingefangen und wieder gespiegelt und der Leser schwimmt auf einer Emotionswelle durch Buch. Immer wieder spürt man, wie man hin und her gerissen wird. Am liebsten würde man Mutter und Tochter zur Seite nehmen und ihnen sagen: Redet miteinander, denn das allein bringt euch weiter! Leider geht es nicht so einfach. Während des Lesens wird immer mehr klar, warum Lena sich so ihrer Tochter so gegenüber verhält und nach und nach versteht man sie immer besser. Arianes Verhalten ihrer Mutter gegenüber ist zwar auch nicht besser, aber sie versucht etwas zu bewegen und hier wird auch sehr schnell deutlich woher ihre Wut und Verhalten kommt. Ob es für die beiden eine gemeinsame Zukunft geben wird, werde ich nicht verraten Das Ende fand ich passend gewählt und es bleibt sehr viel Raum für die Fantasie für den Leser. Nicht nur die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung besticht dieses Buch, sondern auch die wunderbare Kulisse und der nordfriesische Dialekt, der hier und da eingeflossen ist. Die Autorin Birgit Rabisch versteht es, sehr gefühlvolle und nachdenkliche Themen in eine wunderbare Geschichte zu packen, die den Leser nicht so schnell loslassen werden. 5 von 5 Sternen und sehr lesenswert!

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  • Bewegende Mutter-Tochter-Beziehung

    Wir kennen uns nicht
    Marion2505

    Marion2505

    04. December 2016 um 16:25

    "Wir kennen uns nicht" von Birgit Rabisch ist ein Roman, der sich mit der oft problematischen Beziehung zwischen Mutter und Tochter befasst. Es geht um Lena, die Mutter, und Ariane, die Tochter. Lena ist eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, die mittlerweile einsam in ihrer Villa lebt. Ihre Tochter Ariane fühlt sich von Lena benutzt und bloßgestellt. Sie versteht sich als leicht erkennbare Figur aus Lenas Romanen, worunter sie in ihrer Jugend oft leiden musste. Ansonsten fühlt sie sich von ihrer Mutter schmerzlich vernachlässigt. Sie arbeitet als Verhaltensforscherin und studiert das Verhalten von Raben, was ihr großer Lebensinhalt ist. Aber auch Lena fehlt ein Mensch, der sie bewundert und nicht verachtet. Sowohl Lena als auch Ariane erzählen ihre Sicht der Dinge und es wird schnell klar, dass jede von ihnen ihre (gemeinsame) Vergangenheit komplett anders erlebt hat. Meine Meinung: Das Buch beginnt etwas überraschend und auch verwirrend, indem Ariane erstmal ihren ganzen Frust von der Seele redet. Da ich mit so einem Einstieg ins Buch nicht gerechnet habe, musste ich mich erst einmal zurecht finden. Doch schnell war ich mitten im Buch gefangen. Es wird abwechselnd aus Lenas und aus Arianes Sicht erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Denn so konnte ich versuchen, beide Perspektiven zu verstehen. Und je weiter ich gelesen habe, umso besser konnte ich die beiden Frauen verstehen. Waren die Argumente erst noch nicht ganz nachvollziehbar für mich, so konnte ich doch bald besser verstehen, warum - vor allem - Lena so geworden ist, wie sie nunmal ist. Da ich ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter habe und auch ein großer Befürworter von Aussprachen bin, war es für mich nicht immer leicht, das Buch weiterzulesen. Denn oft ist offensichtlich, dass aus Angst vor Zurückweisung oder einem nicht vorhersehbaren Verhalten, lieber nicht mit dem anderen gesprochen wird. Daher bleibt es beim Stillstand oder halbherzigen Kontaktversuchen. Dies ist aber so wunderbar geschrieben, dass ich als Leser oft innegehalten habe und dachte, dass es so doch nicht weitergehen kann. Ich war mitten im Konflikt zwischen Mutter und Tochter und hätte so gerne geholfen.  Das Ende des Buches hat mir sehr gut gefallen, denn es ist klar, dass so ein Buch nicht mit Friede, Freude, Eierkuchen enden kann. Die Autorin hat es dem Leser überlassen, sich zu überlegen, wie es wohl weitergehen könnte. Und ich muss sagen: ich habe eine ganz klare Vorstellung davon, wie das Buch für mich zu Ende gehen würde. Somit hat das Buch mich zwar sehr nachdenklich, aber auch nicht wirklich unglücklich zurückgelassen. Mir hat die Lektüre des Buches zumindest wieder ganz deutlich vor Augen geführt, wie wichtig eine intakte Familie und auch Kindheit für das weitere Leben sind. Und vor allem, dass das Miteinanderreden absolut wichtig ist.  Mein Fazit: Ein wunderbarer Roman, der mich oft hilflos und nachdenklich gemacht hat. Trotzdem hinterlässt er einen besonderen Eindruck in meinem Herzen. Somit waren es nicht nur nachdenkliche Lesestunden, sondern ganz besondere Lesemomente.

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  • Mutter und Tochter, verbunden in einer Hass-Liebe.

    Wir kennen uns nicht
    Waschbaerin

    Waschbaerin

    04. December 2016 um 01:17

    Bereits auf den ersten Seiten hält man als Leser mal kurz die Luft an, weil einem diese geballten Ladung Wut von Ariane entgegen schlägt, als diese an ihre Mutter Lena denkt und versucht sie zu beschreiben. Die Autorin Birgit Rabisch lässt wechselweise Mutter und Tochter zur Sprache kommen und dieses seltsame "Familienleben" aus der jeweiligen Sicht darlegen. Die persönlichen Wahrnehmungen dieses Zusammenlebens könnten nicht unterschiedlicher ausfallen. Mutter und Tochter sind in einer Art Hass-Liebe verbunden. Lena, auf einer einengenden Nordseehallig aufgewachsen, wird in jungen Jahren zur Feministin und kostet diesen Lebensstil voll aus. Sie will frei sein, von niemandem abhängig und Männer sind für sie nur kurzweiliger Zeitvertreib ohne weitere Verpflichtungen. Als erfolgreiche Schriftstellerin glaubt sie ein Recht darauf zu haben, denn Rücksichtnahme ist nicht ihre starke Seite. Doch es meldet sich auch das Weibliche in ihr und sie wünscht sich unbedingt ein Kind - aber keinen Vater dazu. Damit beginnt das Verhängnis - was im Mittelpunkt dieses Romans steht. Kaum ist dieses Kind - Ariane - auf der Welt, da weiß Lena auch schon, dass sie dieser Anforderung nicht gewachsen ist, es auch nicht sein will. Plötzlich spürt sie die Verantwortung und noch schlimmer, ihre Unabhängigkeit ist in Gefahr. Dem entzieht sie sich, indem sie ihre Tochter einer Kinderfrau anvertraut und ihr altes Leben wieder weiterführt. Sie ist viel auf Reisen und somit für ihre Tochter nicht erreichbar. Zum Glück für Ariane gibt es Ingrid, die beste Freundin ihrer Mutter, mit deren Ehemann Helmut, einem Gynäkologen, die keine eigenen Kinder haben. Was Lena ihrer Tochter Ariane nicht geben kann, bekommt diese von Ingrid und Helmut. Doch das kann nicht ersetzen, wonach sich Ariane sich am meisten sehnt, die Anerkennung und bedingungslose Liebe ihrer Mutter. Lena führt ein extrovertiertes Leben zwischen Buchdeckel. In ihren Bestsellerromanen lässt sie eine ganze Fangemeinde an dem teilhaben, was man ansonsten privat nennt. Ariane fühlt sich bloßgestellt, wird von ihren Mitschülern gehänselt. Was aber am meisten an ihr nagt, so wie Lena ihre Tochter in den Romanen beschreibt, hat nichts mit ihr zu tun. Es ist lediglich die Imagination Lenas, wie sie sich "ihre" Tochter vorstellt. Dass ein solches Zusammenleben nicht funktioniert, versteht sich von selbst. Die Wege von Mutter und Tochter trennen sich sehr früh und der Kontakt beschränkt sich auf gelegentliche, banale Anrufe. Ariane wird eine anerkannte Wissenschaftlerin und erforscht das Verhalten von Raben. (Sehr faszinierendes Kapitel.) Von allen Seiten bekommt sie Anerkennung, nur ihre Mutter verhält sich reserviert, kann mit ihrer Forschung nichts anfangen. Als Lena ihrer Tochter am Telefon zum Geburtstag gratuliert, eröffnet sie ihr, dass diese nicht einer unbekannten Samenspende entstammt, sondern dass es einen Vater gab. Schlimmer ging nicht mehr für Ariane. Doch dann ändert sich das Blatt. Ariane ist schwanger und ihr Freund Nommen hält zu ihr, freut sich, will Verantwortung übernehmen. Als Mitglied seiner einfachen und unkomplizierten Familie beginnt Ariane heil zu werden. Lena, auf die Hallig ihrer Kindheit geflüchtet, zieht Bilanz ihres Lebens. Plötzlich wird der Leser mit einer anderen Lena konfrontiert, der jungen, zu kurz gekommenen Frau. Als Leser fängt man an zu verstehen, warum sie so ist, wie sie ist. Die Erkenntnisse aus dieser Bilanz sind für Lena ernüchternd: Das Leben hat sie schon vor einigen Jahren zurückgelassen und außer dem Gärtner den sie bezahlt, gibt es niemanden der sie fragt, wie es ihr geht. Sie ist allein. Dies schmerzt besonders. Schon denkt sie an Selbstmord, doch sie wäre nicht Lena, bliebe sie auch da ihrem alten ICH nicht treu. Seite 159 "... Wieso denkt sie nicht darüber nach, ob und warum sie aus dem Leben scheiden will, sondern über die angemessene Art, es zu beschreiben? .... Sie kann sich vorstellen, nicht mehr zu sein. Aber sie kann sich nicht vorstellen, über ihr Nichtsein nicht schreiben zu können. Sie hat bisher ihr ganzes Leben in Schrift verwandelt. Wenn sie ihren Tod nicht in Schrift verwandeln kann, wozu soll er gut sein?..." Allerdings, in Lenas Gedanken hat sich während des Aufenthaltes auf der Hallig doch einiges verändert und das will sie zu Papier bringen. Wir lernen eine dritte Lena kennen und ich war davon angetan, welch ein Elan sie plötzlich entwickelt, dieser dritten Lena Genüge zu tun. Der Roman endet (Lena) mit dem selben Satz, mit dem er beginnt (Ariane): "Sie kennen mich nicht". In diesem Satz treffen sich Mutter und Tochter.

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  • Konfliktreiche Mutter-Tochter-Beziehung: Lena und Ariane sind sich fremd

    Wir kennen uns nicht
    schnaeppchenjaegerin

    schnaeppchenjaegerin

    02. December 2016 um 18:01

    "Wir kennen uns nicht" beschreibt die Mutter-Tochter-Beziehung von Lena und Ariane ziemlich genau, Mutter und Tochter sind sich völlig fremd. Schon in dem ersten, auf mich verstörend wirkenden Kapitel, wird deutlich, dass zwischen den Frauen weder Liebe, noch Gleichgültigkeit, sondern blanke Wut besteht. Die Mutter Lena, bekennende Feministin und Bestsellerautorin, hat ihrer Tochter den Vater ihr Leben lang vorenthalten. Sie selbst war mit der Erziehung eines kleinen Kindes überfordert und überließ die Aufgabe einer Kinderfrau. Lena entwickelte nie Muttergefühle für Ariane, die sich dementsprechend ungeliebt fühlte und auf Distanz zu ihrer Mutter ging. Sie wuchs freiwillig lieber im Haushalt von Freunden der Mutter auf, die selbst keine Kinder bekommen konnten. Die Veröffentlichung von Büchern mit offensichtlich autobiographischen Bezügen von Lena ist Ariane zu Schulzeiten peinlich, als Teenager fühlt sie sich durch die Offenbarungen der Mutter regelrecht bloßgestellt. Unmittelbar nach dem Abitur zieht sie aus und weit weg nach München. Es besteht lediglich ein sporadischer telefonischer Kontakt zwischen Mutter und Tochter. Lena lernte in ihrem reiferen Alter doch noch die Liebe kennen, verliert ihren Lebensgefährten aber bereits nach drei Jahren an den Krebs. Sie zieht sich zurück in ihre Villa in Norddeutschland und ist nicht mehr in der Lage, ein Buch zu veröffentlichen.  Auch wenn es hin und wieder beidseitige Versuche zwischen Lena und Ariane gibt, einen Kontakt wiederaufleben zu lassen, scheitern die beiden an ihrem seit jeher bestehendem Kommunikationsproblem. Lena verschwindet mit den Zeilen "Ich bin dann mal weg", die sie ihrer Tochter grußlos hinterlässt. Ariane macht sich keine Mühe herauszufinden, wo ihre Mutter ist oder wie es ihr geht, obwohl sie ihr von ihrer Schwangerschaft hätte berichten wollen. Als Lena dann aus der Zeitung erfährt, dass Ariane geheiratet hat und Mutter einer Tochter ist, ist Lena in Rage und setzt sich engergiegeladen an einen neuen Roman. Das Buch ist mit knapp 200 Seiten kurz, aber dennoch (oder gerade deshalb?) gehaltvoll. Es ist eine Charakterstudie zweier unterschiedlicher Frauen, die nur durch ihre Gene verbunden sind. Auf der emotionalen Ebene besteht nur Misstrauen, Wut und Hass. Die Mutter, selbst geprägt von einem Elternhaus, in welchem sie als Mädchen im Vergleich zum großen Bruder minderwertig war, schafft es nicht, ihre Tochter zu lieben und ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. Die Tochter distanziert sich und sucht sich automatisch andere Vertrauenspersonen, wünscht sich als Erwachsene sogar, ihre Mutter wäre tot, um diese nicht immer verleugnen zu müssen. Beide machen sich zwar immer wieder Gedanken um die andere und brechen den Kontakt nie ganz ab, schaffen es aber trotzdem nie, ein offenes Gespräch miteinander zu führen, da eine von beiden dieses immer blockiert. Kommunikation, Offenheit und der Mut, Gefühle zu zeigen, auch auf die Gefahr hin (wieder) verletzt zu werden, sind die Dinge, die der Mutter-Tochter-Beziehung von Lena und Ariane von Grund auf gefehlt haben. "Wir kennen uns nicht" ist definitiv keine leichte Kost und kein Roman, den man einfach mal so zwischendurch liest. Der Roman, der in seiner Knappheit so präzise und treffend formuliert ist, muss nachwirken und am besten liest man das erste Kapitel (http://www.birgitrabisch.de/leseprobe.html) am Ende erneut, um sich das Dilemma von Lena und Ariane begreifbar zu machen.

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  • Wenn man nicht miteinander spricht ...

    Wir kennen uns nicht
    Mahebe

    Mahebe

    02. December 2016 um 14:20

    Birgit Rabisch spürt in ihrem Roman "Wir kennen uns nicht" den Gedanken und Gefühlen zweier Frauen nach, die als Mutter und Tochter untrennbar miteinander verbunden sind und dennoch keinen Weg zueinander finden können. Die eine, Lena, die erfolgreiche Schriftstellerin, lebt in ihren und durch ihre Bücher, in denen sie ihr tatsächliches Leben mit seinen facettenreichen Erfahrungen literarisch verarbeitet. Auch die Zeugung, Geburt und Kindheit ihrer Tochter werden von ihr als Inspiration benutzt. Sie bemerkt nicht, wie sehr sie dadurch die Person ihrer Tochter missachtet und verletzt, ohne es zu wollen. Die andere, Ariane, zürnt ihrer Mutter wegen dieser Instrumentalisierung, fühlt sich verkannt und missbraucht und kommt auch als erwachsene, selbst erfolgreiche Frau nicht über ihre Verbitterung hinweg. Birgit Rabisch führt den Leser/die Leserin durch den ständigen Wechsel der Erzählperspektive in die tiefste Gedankenwelt der beiden Frauen, mit all ihren Zweifeln, gegenseitigen Anklagen und Vorwürfen, aber auch, zumindest was die Mutter angeht, kritischen Selbstreflektionen. Die inneren Monologe sind überzeugend und ergreifend geschrieben; einzig die gedanklichen Zwischenrufe stören m. M. n. den Lesefluss. Fazit: Ein lesenswertes Buch, das die Tiefen weiblicher Seelen versucht auszuloten, um so der Problematik mancher Mutter-Tochter-Beziehung auf die Spur zu kommen.

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  • Oder besser als wir denken.

    Wir kennen uns nicht
    Monice

    Monice

    02. December 2016 um 11:29

    "Wir kennen uns nicht" von Birgit Rabisch, ist ein sehr ehrliches und wenig schonungsloses Buch über die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Für mich war der Anfang ein schwerer Einstieg, da der Leser direkt angesprochen wurde, auf eine ehr aggressive weiße. Allerdings kam dann nach dem ersten Kapitel die Wendung und der Leser darf sich die Sichtweisen von Mutter und Tochter anhören. Immer wieder entdeckt man Situationen aus dem Leben, meldest du dich nicht tue ich es auch nicht. Ich kann dieses Buch nur Müttern, Töchtern, Vätern oder auch Söhnen empfehlen, denn es zeigt wie diene solche Beziehung nicht laufen sollte und darf. Vielleicht erkennt der Leser so einige eigene Fehler und kann es dann besser machen. In diesem Sinne Buch in die Hand und lernen! Zum Inhalt:Ariane wächst als Tochter der Autorin Lena Löperts mit unterschiedlichen Kindermädchen und wenig mit ihrer eigenen Mutter auf. Der Name des Vaters ist unbekannt und nur aus den Büchern ihrer Mutter erfährt sie etwas aus deren Vergangenheit, denn Lena verarbeitet ihr Leben in Büchern und verändert die Hauptrollen nur sehr wenig. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter wird durch Geheimnisse und Lügen nicht wirklich besser, sie entfernen sich nicht nur räumlich immer weiter von einander. In einer neuen Beziehung mit Nommen Nommensen erklärt Ariane ihre Mutter sogar erst für Tot. Doch als ihre Mutter eines der größten Geheimnisse lüftet, gesteht sie Nommen die Wahrheit. Noch einige Ereignisse verändern die Leben der beiden Frauen und sie sind sich näher als sie es glauben. Doch mehr möchte ich nicht vorweg nehmen.

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  • Schwierige Mutter-Tochter-Beziehung

    Wir kennen uns nicht
    mabuerele

    mabuerele

    01. December 2016 um 20:58

    „...Denn nichts schenkt der Literatur so viel Lebendigkeit wie das Leben. So wurde ich zum Glanz in den Augen meiner Mutter, der Glanz der guten Hoffnung auf höhere Auflagenzahlen...“ Der Roman beginnt mit heftigen Worten einer Tochter an die Leser. Dabei rechnet sie mit ihrer Mutter, der Schriftstellerin Lena Löpersen, ab. Sie stellt Fiktion und Wirklichkeit gegenüber, die Fiktion ihrer Mutter gegen ihre eigene Wirklichkeit. Obiges Zitat stammt aus diesem Teil. Die Autorin hat einen bewegende Roman über eine Mutter-Tochter-Beziehung geschrieben. Das Buch lässt sich zügig lesen und zwingt zum Nachdenken, nachdenken darüber, was eigentlich schief gelaufen ist. War es nur die fehlende Kommunikation? War es der Widerstreit zwischen der geliebten Buchtochter und den alltäglichen Forderungen des lebenden Kindes? Ab wann lebte man nebeneinander statt miteinander? Das Besondere am Buch ist, dass ich als Leser beide Sichten auf das Leben und seine Probleme höre, denn mal kommt die tochter, mal die Mutter zu Wort. Lisa, die Mutter, gehört zu der Generation, die hart um die Rechte der Frauen gekämpft haben. Aufgewachsen auf einer Hallig mit einem älteren Bruder an ihrer Seite ist sie schon früh aus den alten Verhältnissen ausgebrochen. Ihre Lebensgeschichte hat sie in mehreren Büchern verarbeitet. Ariane, die Tochter, bekam viel Freiheit, ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten. Doch es fehlte die emotionale Zuwendung. Der Schriftstil des Buches ist ausgefeilt. Geschickt integriert die Autorin Arianes berufliche Aufgaben in die Beziehungsproblematik. Ariane ist Doktor der Biologie und arbeitet in der Verhaltensforschung mit Raben. Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung der Experimente. Sie zeigen, das sich in mancher Situation das Agieren und Reagieren der Vögel gar nicht so sehr von der menschlichen Spezis unterscheidet. Tricksen und Täuschen können beide hervorragend. Selbst der Einfluss von Zuneigung und Abneigung spielt im tierischen Nebeneinander eine Rolle. Tricksen und Täuschen hat Ariane auch erleben müssen. Erst spät erfährt sie, welche Rolle die Menschen in ihrer Umgebung wirklich in ihrem Leben gespielt haben. Erschütternd sind die Dialoge von Mutter und Tochter wegen ihrer inneren Leere. Gut dargestellt wird Lisas Rückblick auf ihr Leben. Neben den Schattenseiten gab es auch Zeiten der Liebe. Doch was bleibt? Es ist eine gewisse Verbitterung zu spüren. Dazu trägt ebenfalls bei, dass die Generation ihrer Tochter eine anderes Frauenbild hat. Das offene Ende lässt Raum für eigene Gedanken. Das eher schlichte Cover zeigt, dass Schwarz und Weiß zwei Seiten des Lebens symbolisieren. Beides gehört zum Alltag. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Geschichte wird emotional dicht erzählt.

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