Birgit Rieger Ein kleines Stück vom Leben nur

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Inhaltsangabe zu „Ein kleines Stück vom Leben nur“ von Birgit Rieger

Ich komm aus fremdem, weit entleg’nem Lande. Dort wollte ich vor Heimweh fast vergeh’n. Ich eile zu dem obren Saalestrande, die alte Heimat noch einmal zu seh’n. Ich kann es nicht begreifen, kann’s nicht fassen, daß unser Ort dem Untergang geweiht, daß ihr die alte Heimat müßt verlassen, die ihr bewohnt seit altersgrauer Zeit. Nehmt Abschied von den waldbedeckten Höhen, von Gärten, Wiesen, Feldern, Bach und Hain. bald werden Fluten ausgedehnter Seen in diesem stillen Tal zu finden sein. Hanna hat sich ihren Traum von ihrem eigenen Buchcafé erfüllt. Sie lebt mit ihrem Mann und Sohn glücklich dahin, wenn nicht noch dieser eine Wunsch wäre. Ein Ferienhaus am Hohenwartestausee. Ihr Mann und sie lieben die fjordenähnliche Landschaft und sie verbringen oft ihre Urlaube dort. Erst die Freundschaft zu der sehr viel älteren Louisa und ihre Lebensgeschichte, die eng mit dem Bau des Stausees verbunden ist, bringt sie ihrem Traum ein Stück näher.

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    Ein kleines Stück vom Leben nur
    Livi

    Livi

    16. August 2013 um 14:59

    "Schöner kann es auch kein Drehbuchautor schreiben, wie es manchmal im wahren Leben zugeht." ("Ein kleines Stück vom Leben nur"| Birgit Rieger | Seite 296f.) *** Es kommt wahrlich nicht oft vor, dass ich mit einer gehörigen Portion Skepsis und einer solch großen Unvoreingenommenheit an ein Buch herangehe, wie es bei diesem Titel der Fall war. Als mir Birgit Riegers Erstlingswerk jedoch angeboten wurde, entschied ich mich kurzerhand, dieser Geschichte - worüber auch immer sie auf welche Weise auch immer erzählen mochte - eine Chance zu geben. So kam es, dass ich völlig erwartungslos und ohne jegliche Vorstellung davon, wohin mich diese Geschichte entführen würde, "Ein kleines Stück vom Leben nur" aufschlug. Der erste Eindruck ist ja bekanntlich der gewichtigste. Das, was diesen ersten Eindruck meiner Meinung nach bei einem Roman am maßgeblichsten beeinflusst, kann nur eines sein: Der Schreibstil. Charaktere, in deren Umgebung oder Gedankenwelt man urplötzlich geworfen wird, sind für den Leser zu Anfang fremd, unberechenbar und ein kleines Mysterium, das es während den kommenden Seiten zu erkunden gibt. Von der Handlung ganz zu schweigen, die ohnehin zumeist erst nach einigen gelesenen Seiten beurteilt werden kann. Aus diesem Grund lässt sich mein erster, subjektiver Eindruck auf Birgit Riegers Schreibstil zurückführen, welcher als ziemlich schlicht, einfach, schmucklos und - zu meinem Leidwesen - an einigen Stellen auch als etwas zu umgangssprachlich und salopp beschrieben werden könnte. Ich bin kein Feind von lockeren Erzählweisen, vor allem nicht, sofern diese zum Alter und Charakter des Ich-Erzählers passen. Doch nicht nur die Tatsache, dass man es in diesem Werk hingegen mit einem personalen Erzähler zutun hat, sondern auch mein Empfinden, dass Worte wie "tut" vor dem eigentlichen Verb oder "total" in einem Roman eher unpassend sind, führten dazu, dass mich der Schreibstil gleich zu Beginn nicht wirklich gefangen nehmen konnte. Glücklicherweise handelt es sich bei genannten Beispielen jedoch nur um Ausnahmen, die mich demnach nicht allzu oft das Gesicht verziehen ließen. Überraschenderweise hatte ich sogar das Gefühl, dass ich mich mit dem Schreibstil von Seite zu Seite besser anfreunden konnte, was meiner Meinung nach nicht nur daran lag, dass ich mich an ihn gewöhnte - Ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass sich dieser gegen Ende des Buches hin verbesserte, mich mit schöneren Umschreibungen in die Situation hineinversetzte oder greifbarere Bilder vor mein inneres Leserauge malen konnte. Hanna, die 45-jährige Protagonistin dieses Romans, war mir nicht von Anfang an sympathisch. Es dauerte, bis ich mich einigermaßen in sie einfühlen, ihre Beweggründe verstehen und mich mit ihrer Art anfreunden konnte. Leider blieb sie bis zum Schluss ein wenig unnahbar für mich - sie und auch die anderen Charaktere schienen mir oftmals etwas flach und ohne die menschlichen Ecken und Kanten, die nötig sind, um Charaktere als authentisch zu empfinden. Egal, ob Hannas Mann, ihr Sohn, ihre Freundin Claudia oder sämtliche andere Charaktere - Irgendetwas hinderte mich daran, sie als authentisch zu empfinden und ins Herz zu schließen. Je mehr ich jedoch über Hanna und ihre Vergangenheit in Erfahrung bringen konnte, desto greifbarer wurde sie. Ich hätte zwar gerne mehr über ihre Lebensgeschichte, die wohl auch sehr viele Schattenseiten und Zeiten der Unruhe aufweist, erfahren, jedoch eignete sich ihre persönliche schwierige Vergangenheit gut, um sie mir ein wenig menschlicher und fehlerhaft erscheinen zu lassen. Mit den zwei wichtigen älteren Damen, Alice und Louisa, deren vergangenen Geheimnisse Hanna während des gesamten Buches über versucht, zu lüften, konnte ich schon mehr anfangen. Sowohl die altersdemente Louisa als auch die unberechenbare, vor menschlichen Schwächen geradezu strotzende Alice wurden mir immer sympathischer. Umso erfreulicher war es, bald schon herauszufinden, dass es sich bei den beiden um wichtige Schlüsselfiguren der Geschichte handelt. Insgesamt lässt sich die Handlung als sehr ruhig einstufen. Es gibt keine großen Spannungsmomente, die ich allerdings bei dieser Art von Geschichte auch nicht erwartet hätte. Vielmehr begleitet der Leser Hanna auf ihrem Weg, der mit ihrem harmlosen Wunsch, eine Hütte am Stausee, die sie schon jahrelang bewundert, zu besitzen, beginnt und in der vergangenen Geschichte eines vergessenen Örtchens namens Preßwitz, welches Wassermassen zum Wohle der Allgemeinheit weichen musste, mündet. Inmitten dieses Vergangenheitsrätsels, das Hanna durch Recherchen immer weiter zu lüften versucht, wird sie auch mit zwischenmenschlichen Geschichten konfrontiert und ihr Herz von der Geschichte der beiden Freundinnen Louisa und Alice mitgenommen. Mithilfe von Internetartikeln, die Hanna zur Geschichte des Stausees recherchiert, Tagebucheinträgen oder Aussagen von Zeitgenossen erfährt der Leser immer mehr über die wahre Geschichte des einstigen Preßwitz und seiner Bewohner. Im Mittelpunkt, welcher auch im Ende des Buches erfreulicherweise herausgestellt wird, steht jedoch die Lebensgeschichte der Preßwitzer und die Lehre, die Hanna aus ihr zieht und mitnimmt. FAZIT: In ruhigen Tönen erzählt "Ein kleines Stück vom Leben nur" nicht nur die wahre Geschichte eines verschwundenen Ortes, sondern parallel auch die Lebensgeschichten einiger Betroffenen, die zeigen, welche Auswirkungen frühere Handlungsweise und Fehler auf die Gegenwart haben können. Zwischen all diesen Themen eingeflochten findet der Leser eine Geschichte, die von Träumen, Freundschaft, Überwindung und - vor allem - Verzeihung erzählt. Was sehr vielversprechend klingt, hätte meiner Meinung nach noch Potenzial gehabt, denn teilweise ungreifbare Charaktere und einige Längen in der Handlung ließen diese Geschichte für mich zu einem durchschnittlichen Leseerlebnis werden.

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