Birgit Schwarz

 3.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Geniewahn: Hitler und die Kunst, Otto Dix, Großstadt und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Birgit Schwarz

Geniewahn: Hitler und die Kunst

Geniewahn: Hitler und die Kunst

 (1)
Erschienen am 19.08.2009
Auf Befehl des Führers

Auf Befehl des Führers

 (0)
Erschienen am 01.08.2014
Otto Dix, Großstadt

Otto Dix, Großstadt

 (1)
Erschienen am 01.11.1998

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Rezension zu "Geniewahn: Hitler und die Kunst" von Birgit Schwarz

Rezension zu "Geniewahn: Hitler und die Kunst" von Birgit Schwarz
ChiefCvor 6 Jahren

Immer mal wieder taucht in der Flutwelle der Bücher über Hitler und das Dritte Reich ein Werk auf, das tatsächlich neue Erkenntnisse vermittelt. Birgit Schwarz’ „Geniewahn: Hitler und die Kunst“ gehört dazu. Zwar weiß jeder, dass Hitler gerne Maler geworden wäre, jedoch zweimal in Wien an der Aufnahmeprüfung scheiterte. Doch wie sehr dieser Wunsch sowie Hitlers Kunstverständnis sein Wesen und seine Politik prägten, hatte bis dato noch niemand so heraus gearbeitet. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der Geniekult, der sich im 18. Jahrhundert entwickelte und dem Hitler bis zuletzt anhing. Er sah sich selbst als „verkanntes Genie“ und fokussierte unter anderem auch seine eigene Sammlertätigkeit teilweise auf Künstler, die, ebenso wie er selbst, von den Akademien verschmäht worden waren. Letzteren galt Hitlers unversöhnlicher Hass.
Selbst in der Schlussphase des Krieges nahm sich Hitler immer noch reichlich Zeit, über die von ihm in Auftrag gegebenen Sammlungen und geplanten Museen, etwa in Linz, wo er seinen Lebensabend verbringen wollte, zu brüten. Auch in dieser Beschäftigung mit musischen Dingen neben allem Militärischen eiferte er seinem großen Vorbild Friedrich dem Großen nach.
Viele Biografen haben Hitlers Kunstinteresse als reines Hobby abgetan und/oder Hitler als kompletten Dilettanten abgestempelt. Beides ist so nicht richtig, wie Schwarz akribisch nachweist. Oft beruhen solche Auffassungen auch auf Zeitzeugenberichten, die manchmal sogar bewusst falsch sind, wie im Falle Albert Speers, der, wie man heute weiß, über viele Dinge gelogen hat, um seine eigene Rolle besser darzustellen.
Schwarz’ Buch gibt einen hervorragenden Überblick über Hitlers künstlerische Interessen. So gut es ging hat sie auch die Ausstattung mit Kunstwerken seiner privaten und offiziellen Räume rekonstruiert und illustriert. Einziger Kritikpunkt an dem doch so aufwändig ausgestatteten Buch: Das Lektorat hätte besser sein können. Es finden sich etliche Flüchtigkeitsfehler, manchmal auch falsche Bildzuordnungen. Dafür aber kann die Autorin, die übrigens brillant schreibt, jedoch nichts. Deshalb: fünf Punkte.

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