Birgit Vanderbeke

 3,5 Sterne bei 492 Bewertungen
Autorin von Das Muschelessen, Das lässt sich ändern und weiteren Büchern.
Autorenbild von Birgit Vanderbeke (© Julian Vanderbeke)

Lebenslauf

Etabliert und Gut: Birgit Vanderbeke wurde am 8. August 1956 im brandenburgischen Dahme geboren. Sie wuchs nach der Übersiedlung ihrer Familie in Frankfurt am Main auf, wo sie später Jura, Germanistik und Romanistik studierte. Seit 1993 lebt Vanderbeke lebt im Süden Frankreichs. Für ihr Debüt "Das Muschelessen" wurde sie mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, nur eine ihrer vielen Auszeichnungen. Bis heute hat Vanderbeke eine Vielzahl erfolgreicher Bücher veröffentlicht, sodass sie sich als Schriftstellerin in Deutschland einen Namen gemacht hat.

Alle Bücher von Birgit Vanderbeke

Cover des Buches Das Muschelessen (ISBN: 9783867891806)

Das Muschelessen

(170)
Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches Das lässt sich ändern (ISBN: 9783492274760)

Das lässt sich ändern

(45)
Erschienen am 14.05.2012
Cover des Buches Alberta empfängt einen Liebhaber (ISBN: 9783492303880)

Alberta empfängt einen Liebhaber

(43)
Erschienen am 12.11.2013
Cover des Buches Ich sehe was, was du nicht siehst (ISBN: 9783492304498)

Ich sehe was, was du nicht siehst

(38)
Erschienen am 13.10.2014
Cover des Buches Sweet Sixteen (ISBN: 9783596171057)

Sweet Sixteen

(42)
Erschienen am 01.03.2007
Cover des Buches Die sonderbare Karriere der Frau Choi (ISBN: 9783492304481)

Die sonderbare Karriere der Frau Choi

(22)
Erschienen am 14.07.2014
Cover des Buches Geld oder Leben (ISBN: 9783596158003)

Geld oder Leben

(22)
Erschienen am 13.04.2011
Cover des Buches Die Frau mit dem Hund (ISBN: 9783492304047)

Die Frau mit dem Hund

(18)
Erschienen am 17.02.2014

Neue Rezensionen zu Birgit Vanderbeke

Cover des Buches Alle, die vor uns da waren (ISBN: 9783492314602)
Sanne54s avatar

Rezension zu "Alle, die vor uns da waren" von Birgit Vanderbeke

Sanne54
Zu viele Themen auf zu wenigen Seiten

Ich erinnere mich an das "Muschelessen" von Vanderbeke, das ich in der Schule gelesen habe. Ob mir dieser Roman dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird, weiß ich nicht.

Die Ich-Erzählerin und ihr Mann verbringen eine Zeit in einem Ferienhaus auf einer irischen Insel, das ehemals der Familie des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Heinrich Bölls gehörte. Abgeschnitten von der Welt (kein Internet, kaum Einkaufsmöglichkeiten usw.) schweift sie in Gedanken ab, zu verstorbenen Familienangehörigen, der eigenen Vergangenheit (z.B. mit dem Sohn, der nun selbst Vater ist) und beschäftigt sich auch intensiv mit gefühlt allen Problemen, an denen die Welt krankt. Bei knapp 200 Seiten ist klar, dass vieles nur angesprochen werden kann.
Dennoch ist gerade mit der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und in Referenz auf Böll auch angesprochen, dass man sich an die Vergangenheit nicht nur erinnern darf, sondern man sich mit ihr auseinandersetzen muss. Wie der Titel sagt: "Alle, die vor uns da waren".
In vielen Stellen fand ich den Roman auch ironisch, klug, gut beobachtet und auch witzig, aber leider stört mich dass so viel angesprochen wird und dann einfach stehen bleibt. Klar, regt das auch zum Nachdenken an, aber wenn es zu viel ist, dann bin ich irgendwann zu satt an Themen um weiter denken zu wollen.
Auch mit dem Schreibstil wurde ich lange nicht warm. Es dominieren kurze Sätze und wirkt irgendwie abgehakt. Auch mit dem sehr kleinen Kreis der Figuren (dem Ehepaar) wird man nicht wirklich warm. 

Cover des Buches Das Muschelessen (ISBN: 9783867891806)
L

Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

Lassmallesen_chris
Tolle Geschichte, Erzählweise ein Kampf

orab muss ich jeden warnen, der diese Erzählung lesen möchte. Sie lässt sich wirklich ganz schwer lesen. Die Tochter, die als Ich-Erzählerin fungiert, ist zwar (vermutlich) etwa 18 Jahre alt. Doch abgesehen vom Vokabular erzählt sie wie eine Fünfjährige. Fast ohne Punkt und Komma, in ewig-lang verschachtelten Sätzen und mit vielen Wiederholungen und ohne Absätze. Das war anstrengend und ich musste mich durch jede einzelne Seite kämpfen.

Zugleich war das, was die Tochter berichtet, auf der einen Seite inhaltlich schockierend, aber zugleich so witzig geschrieben, dass ich ganz oft zumindest grinsen musste, etwa bei allem um das Thema „Umstellerei“.

So wie die Tochter über ihren (abwesenden) Vater schreibt, bekommt man regelrecht Hass auf ihn: Gewalttätig, wenig liebevoll, besserwisserisch, überheblich, beleidigend. Alle leiden unter diesem Tyrannen, trauen sich aber nicht gegen ihn aufzubegehren. Vermutlich war ein solches Verhalten in den 1970er-Jahren – in dieser Zeit soll die Handlung angeblich spielen - gar nicht so ungewöhnlich. Aber auch heutzutage gibt es sicherlich noch Familien, in denen es so abläuft. Man kann jedem nur wünschen, nicht in einer solchen Familie aufzuwachsen.

Den Schluss fand ich gut gewählt und regt zum Nachdenken an. Inhaltlich ein wirklich tolles Buch, das schwere Kost mit einer humorvollen Schreibe transportiert. Wäre doch nur nicht die Satzgestaltung…die hat einiges in der Bewertung gekostet.

Cover des Buches Das Muschelessen (ISBN: 9783867891806)
N

Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

Norell
Noch immer aktuell: "Das Muschelessen" als Spiegel unserer Emanzipation

Birgit Vanderbekes Das Muschelessen ist ein eindringliches literarisches Kammerspiel, das auf nur wenigen Seiten erschütternd klar die Mechamimen des familiären Patriachats offenlegt - und dabei erschreckend zeitlos bleibt. 

Schon nach wenigen Seiten war ich tief in der Geschichte versunken. Ich konnte mich unmittelbar in die Atmosphäre hineinfühlen, in das beklemmende Warten der Familie auf den Vater, der von einer Geschäftsreise zurückkehren soll. Diese scheinbar banale Ausgangssituation entfaltet sich mit jeder Zeile zu einer stillen, aber umso gewaltigeren Anklage gegen ein patriachales Familiensystem, das auf Kontrolle, Angst und Schweigen gründet.

Was mich besonders bewegt hat: Wie sehr ich mich in den Gefühlen der Familie - besonders der Mutter und Tochter - wiedergefunden habe. Die Ohnmacht, das ewige Anpassen, das vorsichtige Austarieren jeder Geste, jedes Wort, um den väterlichen Zorn nicht zu wecken - das alles hat mich an Strukturen erinnert, die mir selbst nur zu gut bekannt sind. Es ist erschreckend, wie vertraut sich vieles anfühlt, obwohl die Geschichte aus einer anderen Zeit zu stammen scheint.

Denn auch heute, wo wir glauben, als Frauen längst emanzipiert zu sein, zeigen sich diese patriachalen Muster in Familien oft noch immer - subtil, aber wirkungsmächtig. Das Muschelessen hält uns diesen Spiegel auf kluge und fast beiläufige Weise vor. Man meint, man habe sich längst befreit und merkt doch beim Lesen, wie sehr man noch in alten Rollenerwartungen gefangen ist. Das Buch macht deutlich: Emanzipation ist kein abgeschlossener Prozess, sondern tägliche Anstrengung - auch im Kleinen, auch im Privaten. 

Ein kleiner Wermutstropfen für mich war das Ende, das mir zu abrupt kam. Nach der dichten und spannungsvollen Entwicklung hätte ich mir ein stärker ausgearbeitetes, vielleicht klareres Finale gewünscht. Es fühlte sich an, als würde etwas in der Luft hängen bleiben - vielleicht beabsichtigt, aber für mich nicht ganz stimmig aufgelöst.

Trotzdem ist Das Muschelessen ein literarisches Meisterwerk, weil es mit so wenigen Mitteln so viel erzählt. Es ist ein Buch, das nachwirkt - ein leises Aufbegehren gegen die Macht der Väter, das in seiner Klarheit und Ehrlichkeit bis heute nicht an Relevanz verloren hat. Wer sich mit Familienstrukturen, Geschlechterrollen und der bleibenden Kraft des Patriachats auseinandersetzen will, findet in diesem schmalen Band eine überraschend vielschichtige, kluge und berührende Lektüre. 

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Zusätzliche Informationen

Birgit Vanderbeke wurde am 08. August 1956 in Dahme (Deutschland) geboren.

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