Ich erinnere mich an das "Muschelessen" von Vanderbeke, das ich in der Schule gelesen habe. Ob mir dieser Roman dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird, weiß ich nicht.
Die Ich-Erzählerin und ihr Mann verbringen eine Zeit in einem Ferienhaus auf einer irischen Insel, das ehemals der Familie des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Heinrich Bölls gehörte. Abgeschnitten von der Welt (kein Internet, kaum Einkaufsmöglichkeiten usw.) schweift sie in Gedanken ab, zu verstorbenen Familienangehörigen, der eigenen Vergangenheit (z.B. mit dem Sohn, der nun selbst Vater ist) und beschäftigt sich auch intensiv mit gefühlt allen Problemen, an denen die Welt krankt. Bei knapp 200 Seiten ist klar, dass vieles nur angesprochen werden kann.
Dennoch ist gerade mit der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und in Referenz auf Böll auch angesprochen, dass man sich an die Vergangenheit nicht nur erinnern darf, sondern man sich mit ihr auseinandersetzen muss. Wie der Titel sagt: "Alle, die vor uns da waren".
In vielen Stellen fand ich den Roman auch ironisch, klug, gut beobachtet und auch witzig, aber leider stört mich dass so viel angesprochen wird und dann einfach stehen bleibt. Klar, regt das auch zum Nachdenken an, aber wenn es zu viel ist, dann bin ich irgendwann zu satt an Themen um weiter denken zu wollen.
Auch mit dem Schreibstil wurde ich lange nicht warm. Es dominieren kurze Sätze und wirkt irgendwie abgehakt. Auch mit dem sehr kleinen Kreis der Figuren (dem Ehepaar) wird man nicht wirklich warm.




















