Birgit Vanderbeke

 3.5 Sterne bei 429 Bewertungen
Autorin von Das Muschelessen, Sweet Sixteen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Birgit Vanderbeke (© Julian Vanderbeke)

Lebenslauf von Birgit Vanderbeke

Etabliert und Gut: Birgit Vanderbeke wurde am 8. August 1956 im brandenburgischen Dahme geboren. Sie wuchs nach der Übersiedlung ihrer Familie in Frankfurt am Main auf, wo sie später Jura, Germanistik und Romanistik studierte. Seit 1993 lebt Vanderbeke lebt im Süden Frankreichs. Für ihr Debüt "Das Muschelessen" wurde sie mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet, nur eine ihrer vielen Auszeichnungen. Bis heute hat Vanderbeke eine Vielzahl erfolgreicher Bücher veröffentlicht, sodass sie sich als Schriftstellerin in Deutschland einen Namen gemacht hat.

Alle Bücher von Birgit Vanderbeke

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Das Muschelessen9783492274005

Das Muschelessen

 (150)
Erschienen am 01.04.2012
Cover des Buches Das lässt sich ändern9783492274760

Das lässt sich ändern

 (38)
Erschienen am 14.05.2012
Cover des Buches Alberta empfängt einen Liebhaber9783596141982

Alberta empfängt einen Liebhaber

 (41)
Erschienen am 17.09.1999
Cover des Buches Sweet Sixteen9783596171057

Sweet Sixteen

 (41)
Erschienen am 01.03.2007
Cover des Buches Ich sehe was, was du nicht siehst9783492304498

Ich sehe was, was du nicht siehst

 (28)
Erschienen am 13.10.2014
Cover des Buches Geld oder Leben9783596158003

Geld oder Leben

 (22)
Erschienen am 13.04.2011
Cover des Buches Die sonderbare Karriere der Frau Choi9783596174607

Die sonderbare Karriere der Frau Choi

 (19)
Erschienen am 04.06.2009
Cover des Buches Die Frau mit dem Hund9783492055116

Die Frau mit dem Hund

 (16)
Erschienen am 01.12.2012

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Birgit Vanderbeke

Neu

Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

Sturz des Tyrannen
awogflivor 2 Monaten

Ein großartiger Plot und ein wundervolles Szenario, das dieser kleine, kurze Roman entwickelt. Der Patriarch kommt verspätet von der Dienstreise nach Hause, das eigens für ihn vorbereitete Muschelessen gammelt stundenlang vor sich hin. Schrittweise entpuppt sich auch die brutale Autorität des Tyrannen, die plötzlich schwankt, weil die restliche Familie die eingefahrenen erstarrten Verhaltensmuster genau an diesem Tag nicht abrufen kann und damit Zeit und auch Raum bleibt, sich einmal ohne den psychischen und physichen Missbrauch des Vaters mit neuen subversiven Gedanken zu beschäftigen.

Das ganze Setting wird sehr authentisch aus der Sicht der Tochter erzählt, wodurch der Schreibstil anfangs ein bisschen mühsam und nervig ist mit den sprachlichen Redundanzen, diese sind aber nicht im Plot sondern kommen in den Sätzen vor. Das junge Mädchen wiederholt und bekräftigt ständig ihre eigenen Aussagen, um sich selbst auch zu versichern. Irgendwann hatte ich mich aber daran gewöhnt, und die plappernde und teilweise panische Erzählweise des geschundenen Kindes entwickelte einen Sog, dem auch ich mich nicht entziehen konnte.

Der Schluss ist grandios. Der Patriarch wird in Abwesenheit ohne ein einziges böses Wort abmontiert und sehr subtil gestürzt.

Fazit: Stilistisch ungewöhnlich, aber authentisch erzählt und lesenswert. Eine sehr gute, tiefgehende und hintergründig gestaltete Geschichte, wie sich ein Familiensystem gemeinsam und jeder einzeln nach langer Qual gegen einen Tyrannen auflehnen kann.

Kommentare: 6
27
Teilen

Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

Vergleich eines totalitären und diktatorischen Staats
flumbooksvor 3 Monaten

Im Mittelpunkt der Erzählung „Das Muschelessen“ von Birgit Vanderbeke, die 1990 erschien, steht der totalitäre und gewalttätige Vater einer vierköpfigen Familie. Die Frau, der Sohn und die Tochter, Letztere gleichzeitig die Ich-Erzählerin, warten eines Abends auf seine Rückkehr am Esstisch, denn der Vater war unterwegs auf einer Geschäftsreise. Zu feiern gibt es seine vermeintliche Beförderung. Zum Anlass vorbereitet wurden Muscheln, die, außer der Vater, niemand zu essen vermag. Normalerweise steht das Essen täglich zur selben Zeit, nämlich um 18 Uhr, auf den Tisch, dementsprechend wird erwartet, dass der Vater pünktlich durch die Tür kommt. Dies allerdings geschieht nicht, er lässt stundenlang auf sich warten, und im Laufe dieser Zeit geraten die Familienmitglieder in ein hitziges und hemmungsloses Gespräch über den Vater und die, nach seinen Vorlieben und Vorstellungen konzipierte, „perfekte“ Familienidylle. Mutter/Frau, Sohn und Tochter haben sich seither immer seinen Anweisungen gefügt, niemand hat es je gewagt, sich gegen den Vater aufzulehnen, bis zu diesem Abend, an dem die eine oder andere Flasche Wein ebenso ihren Beitrag leistet. Hier wird ein Vergleich zum totalitären und diktatorischen Staat zu Zeiten der DDR gezeichnet. Der Text ist fließend, besitzt keine Absätze, und es kommt nicht selten vor, dass sich ein einzelner Satz, getrennt durch sehr viele Kommata, über mindestens 1-2 Seiten erstreckt, beim Lesen wird man geradezu atemlos, aber das mochte ich sehr, es ist sehr rasant und es ist atemberaubend zu lesen, wie und woran sich die einzelnen Familienmitglieder im Bezug und Verhältnis zum Vater erinnern. Am Ende ist es der Familie tatsächlich möglich, sich emotional vom Vater zu lösen und aus der Situation auszubrechen.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

Der Vater der Familie
Blintschikvor 7 Monaten

Eine Familie, die ihren Vater zum Essen begrüßen möchte. Doch er kommt nicht um die gewohnte Zeit nach Hause. Und plötzlich reden sie miteinander und überdenken ihr Leben und wie es wäre, wenn der Vater nicht mehr kommen würde.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind sehr lang und mit wenigen Punkten und Absätzen. Außerdem wird viel wiederholt. Aber irgendwie passt es zu der Geschichte und es kam mir vor als ob die Erzählerin sich gehetzt etwas von der Seele reden möchte.

Was die Handlung angeht so passiert nicht viel. Hauptsächlich denken die Personen über ihr Familienleben nach. Aber nach und nach versteht man worum es geht und was dieses Leben mit ihnen gemacht hat. Es ist faszinierend, dass durch den Schreibstil und die Handlung ein gewissen Trauma oder ähnliches dargestellt wird und wie sehr man unterschwellig merkt wie schlecht es den Personen eigentlich geht.

Allgmein ist es kein einfach zu lesendes Buch, aber dennoch sehr tiefgründig und die Darstellung ist sehr eindringlich und hat mich beim Lesen sogar etwas fasziniert. Wer gerne tiefgründige literarische Bücher liest, dem würde ich dies empfehlen. Als Unterhaltungsliteratur ist es etwas schwierig.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
L
Hallo, ich habe früher gerne die Bücher von Birigt Vanderbeke gelesen. Die letzten fand ich allerdings nicht mehr so gut. Jetzt überlege ich, ob ich mir ihr neues Buch "Das lässt sich ändern" kaufe soll. Kennt jemand von Euch das Buch schon? Ist es empfehlenswert? Vielen Dank.
1 Beiträge
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Birgit Vanderbeke wurde am 08. August 1956 in Dahme (Deutschland) geboren.

Birgit Vanderbeke im Netz:

Community-Statistik

in 514 Bibliotheken

auf 31 Wunschlisten

von 11 Lesern aktuell gelesen

von 4 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks