Das Muschelessen

von Birgit Vanderbeke 
3,2 Sterne bei138 Bewertungen
Das Muschelessen
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Positiv (61):

An dieser Erzählung scheiden sich die Geister. Für mich ist das Büchlein in seiner Andersartigkeit einfach brillant.

Kritisch (43):
Jellybabys avatar

Anstrengend zu lesen, da die Sätze endlos lang sind.

Alle 138 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Muschelessen"

Angespannt wartet die Familie am gedeckten Tisch auf den Vater. Mutter, Tochter und Sohn sitzen vor einem Berg Muscheln, die allein das Oberhaupt der Familie gerne isst. Um die zähe Wartezeit zu überbrücken, beginnen sie miteinander zu reden. Je mehr sich der Vater verspätet, desto offener wird das Gespräch, desto umbarmherziger der Blick auf den autoritären Patriarchen und desto tiefer der Riss, der die scheinbare Familienidylle schließlich zu zerstören droht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492274005
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:128 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.04.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 02.04.2001 bei Audiobuch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: An dieser Erzählung scheiden sich die Geister. Für mich ist das Büchlein in seiner Andersartigkeit einfach brillant.
    Brillante Erzählung / Parabel

    Vordergründig eine Erzählung über eine Familie - bestehend aus Vater, Mutter, Tochter und Sohn - die ein scheinbar ganz normales Leben führen. Zumindest ein Leben, welches der Vater - Patriarch durch und durch - als normal empfindet. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich jedoch um eine politische Parabel, die Bezug nimmt auf die Geschehnisse in der ehemaligen DDR.

    Auf nur 128 Seiten ist der Autorin ein Werk gelungen, welches in der Tat außergewöhnlich ist. Der Schreibstil fällt natürlich sehr ins Auge und genau an ihm scheiden sich auch scheinbar die Geister der Leser. Das ganze Buch wurde ohne nennenswerte Absätze mit ellenlangen Sätzen, quasi ohne Punkt und Komma verfasst. Das ist nicht jedermanns Fall. Wen das jedoch nicht stört wird mit einer Erzählung belohnt, die in ihrer Aussagekraft und Andersartigkeit absolut brillant ist!

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    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Psychologische und soziale Studie über eine patriarchal geführte deutsche Familie in den späten 1970er-Jahren.
    Fast ohne Punkt und Komma

    Die Rückkehr des Vaters von einer Dienstreise und dessen voraussichtliche Beförderung sollen um 18 Uhr mit einem gemeinsamen Muschelessen der ganzen Familie - Vater, Mutter, Sohn und Tochter - gefeiert werden. Als der stets pedantisch pünktliche Vater auch einige Minuten nach 18 Uhr noch nicht zu Hause ist, beginnt sich eine Unruhe auszubreiten. Die von den dreien als eklig empfundenen Muscheln vor sich, die nur ihm zuliebe zubereitet werden, wird der Patriarch erst zögernd und dann immer unverblümter kritisiert. Sein bisher unangefochtener Machtanspruch, die emotionale Kälte in der Familie und das Denunziantentum kommen erstmals offen zur Sprache. Je weiter der Abend fortschreitet und je mehr die drei der Spätlese zusprechen, desto direkter wird die Anklage, desto mehr wird der gewalttätige Terror des Vaters, dessen Lebensziel es ist, die Fassade einer intakten Musterfamilie aufrecht zu erhalten, entlarvt.

    Ich-Erzählerin in dieser in den späten 1970er-Jahren angesiedelten Geschichte ist die ca. 18-jährige Tochter, die ohne Absatz und Kapiteleinteilung und mit sparsam gesetzten Punkten in ungeordneter Struktur und ohne Chronologie heraussprudelt, was ihr durch den Kopf geht. Die Wiederholungen und die oft naiv wirkenden, resigniert erzählten Episoden haben mich in Bann gezogen. Die erzählte Zeit von ca. 4 Stunden entspricht der Erzählzeit und lädt dazu ein, das Buch in einem Rutsch zu lesen.

    Birgit Vanderbeke, geboren 1956, hat mit ihrem Erstling Das Muschelessen 1990 sofort den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen und seither zahlreiche weitere Romane veröffentlicht. Zentrale Themen ihres Werks sind Familienstrukturen, Liebe und Spießertum.

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    littleowls avatar
    littleowlvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Fesselnder Blick hinter die Fassade einer scheinbar glücklichen Familie.
    Rezension zu "Das Muschelessen"

    Inhalt:

    Eine Familie wartet auf die Rückkehr der Vaters von einer Dienstreise, die der letzte Schritt zu seiner Beförderung sein soll. Zur Feier des Tages haben sie für das Abendessen Muscheln vorbereitet. Doch der Vater kommt und kommt nicht, sodass sie angespannt vor einem Berg Muscheln sitzen müssen, die eigentlich nur das Familienoberhaupt gern isst. Während sie warten, kommen Mutter, Tochter und Sohn ins Gespräch und allmählich kommt ihre jahrelang unter Verschluss gehaltene Unzufriedenheit ans Licht. Je später es wird, desto ungeschönter wird ihr Blick auf den Patriarchen und desto mehr bröckelt die scheinbare Idylle.

    Schreibstil:

    Ich musste diese Erzählung für die Schule lesen und war nach den ersten Sätzen erst einmal ziemlich abgeschreckt. Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich, im Grunde ist es ein langer innerer Monolog. Wir folgen ungefiltert den Gedankengängen der Protagonistin. Man merkt, dass die Autorin wirklich versucht hat, das Ganze wie einen Strom von Gedanken wirken zu lassen. Die Sätze sind oft sehr lang und ein bisschen wirr und die Erzählerin springt von einem Thema zum Nächsten, weil das, was um sie herum passiert, Assoziationen und Erinnerungen weckt. Am Anfang dachte ich, dass der Text anstrengend zu lesen sein würde, aber letztendlich liest er sich recht flüssig, weil die Sprache einfach und modern ist. Außerdem sind wir auf diese Weise ganz nah dran an der Protagonistin und am Geschehen, sodass die Geschichte eine enorme Sogwirkung entwickelt.

    Handlung:

    Am Anfang hat man noch das Gefühl, eine glückliche Familie vor sich zu haben. Erst nach und nach bekommt man einen Blick hinter die Kulissen, während die Familie auf den Vater wartet. Es stellt sich heraus, dass der Patriarch ein echtes Ekel ist und seine Familie tyrannisiert. Je mehr Details seiner Schreckensherrschaft ans Licht kommen, desto schockierter ist man als Leser. Doch erst an diesem Abend in seiner Abwesenheit erkennen Frau und Kinder, dass sie gemeinsam stärker sind als er und sich mit vereinten Kräften gegen die Tyrannei auflehnen können.

    Charaktere:

    Man erfährt zwar im Grunde nur wenig über die Protagonistin, hat am Ende aber trotzdem das Gefühl, sie gut zu kennen. Dank der besonderen Erzählweise kann man sich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Gedanken nachvollziehen. Genau wie ihre Mutter und ihr Bruder leidet sie unter ihrem tyrannischen Vater. Im Grunde ist sie eine starke, selbstbewusste Jugendliche, aber gerade das wird ihr vom Vater als Schwäche ausgelegt, der lieber eine mädchenhaftere Tochter gehabt hätte. Sie ist die ideale Erzählerin für die Geschichte, weil sie von allen Familienmitgliedern vielleicht noch den scharfsinnigsten und kritischsten Blick auf die Situation hat. Als Leser wünscht man ihr am Ende wirklich, dass sich in Zukunft etwas an der Lage ändern wird.

    Fazit:

    Wer sich nicht von der ungewöhnlichen Erzählweise abschrecken lässt, wird mit einem fesselnden Blick hinter die Fassade einer scheinbaren Familienidylle belohnt.

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    LaLectures avatar
    LaLecturevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Von der Idee, der Handlung und den Figuren her faszinierend, der Schreibstil macht es jedoch enorm anstrengend
    Faszinierend, aber auch extrem anstrengend

    Inhalt

    Mutter, Sohn und Tochter warten mit dem Essen auf den Vater, der von seiner Geschäftsreise zurückkommen soll. Doch dieser verspätet sich und je mehr die übliche Routine aus den Fugen gerät, desto bröckeliger wird die Fassade einer glücklichen Familie.


    Meinung


    Um es mal vorab zu sagen: Bei diesem Buch handelt es sich für mich um eine dieser berüchtigten Schullektüren. Doch erstaunlicherweise ist "Das Muschelessen" sogar ein Buch, das mir durch das Analysieren im Unterricht sogar besser gefallen hat.

    Beim ersten Lesen war das Buch für mich eine Familiengeschichte. Und zwar die einer ziemlich verkorksten Familie und der Prozess, während dem man langsam aber sicher erkennt, was hinter dem Schein steckt, ist faszinierend. Zunächst hat man aufgrund der Schilderungen der Erzählerin - der Tochter - lediglich den Eindruck, dass die Familie etwas exzentrisch und der Vater sehr auf seine geliebten Regeln bedacht ist. Doch je später der Abend wird, desto mehr gestehen die Familienmitglieder sich gegenseitig ein, was der Vater ihnen antut, wie er sie unterdrückt und quält, nur um seine Vorstellung einer perfekten Familie durchzusetzen.

    Dabei sind sämtliche Figuren, vor allem der Vater, der trotz seiner Abwesenheit quasi die Hauptfigur ist, für die geringe Seitenanzahl sehr gut charakterisiert und mit verschiedenen Schattierungen versehen. Da wäre einmal der Vater, der aufgrund seiner Kindheit ein recht strenges Bild von einer perfekten Familie hat und mit aller Macht versucht, dieses durchzusetzen, wobei er gerne übersieht, dass seine Frau und seine Kinder auch eigene Persönlichkeiten, Bedürfnisse und Wünsche haben. Ihn lernt man im Laufe des Buches so hassen, dass das Lesen fast schon anstrengend wird.
    Doch auch seine Frau und seine Kinder sind interessante, wenn auch gänzlich andere Charaktere, zu denen ich allerdings nicht viel mehr sagen will, um nicht die ganze Handlung vorwegzunehmen.

    Denn viel passieren tut auf den knapp 130 Seiten nicht. Im Grunde beschreibt das Buch lediglich einen Abend, nur wenige Stunden. Stunden, die für die Zukunft der Familie verhängnisvoll sein können. Geschickt überlässt die Autorin es dabei dem Leser, Vermutungen über das weitere Geschehen anzustellen.

    Ein sehr interessanter Aspekt des Inhalts ist mir jedoch erst beim Gespräch im Unterricht in den Sinn gekommen, nämlich die Parallelen der Familie zur DDR, aus der die Autorin stammt. Tatsächlich haben  die unterdrückerischen Methoden des Vaters und seine Taktik, die Familienmitglieder sich gegenseitig ausspionieren zu lassen, einiges mit dem SED-Regime und der Stasi gemeinsam. Auch das Ende des Buches, die immer weiter bröckelnde Fassade, ähneln dem Ende der DDR. Diesen Aspekt sollte man nicht außer Acht lassen, wenn man das Buch liest, denn er macht die Handlung gleich noch interessanter.
    Teilweise kann diese nämlich auch auf den nur 130 Seiten nach einer Weile langweilig werden, da sich vieles wiederholt und man irgendwann vom Vater nur noch angewidert ist.

    Am anstrengendsten war für mich jedoch der Schreibstil, denn dieser ist wirklich sehr speziell. Punkte werden selten gesetzt und der Text, der kaum Absätze und keine Kapitel hat, wirkt, als hätte jemand die Gedanken direkt aus dem Kopf der Erzählerin aufs Papier gekippt, ohne sich Gedanken um eine mögliche Struktur zu machen. Dadurch wiederholt sich vieles, die Erzählerin springt in den Zeiten und von interessanten zu nebensächlichen Informationen und es fällt teilweise schwer den Überblick zu behalten und ihr zu folgen. Neben meiner Wut auf den Vater war der Schreibstil ein weiteres Problem für mich beim Lesen.


    Fazit


    "Das Muschelessen" gibt auf faszinierende Weise Einblick in das kaputte, gestörte Leben einer Familie, in der statt Liebe Angst und Terror herrschen. Dabei konzentriert sich der Text statt einer großartigen Handlung eher auf die Figuren, die dafür sehr vielschichtig und faszinierend sind. Parallelen zur DDR, die man ziehen kann, machen das Ganze noch viel interessanter, da man das Buch so als einen politischen Text interpretieren kann. Leider ist der Schreibstil des Buches, wenn auch authentisch, sehr anstrengend und insbesondere durch die unglaublich unsympathische Person des Vaters macht es teilweise wirklich keinen Spaß das Buch zu lesen. Daher kann ich nur 3 Sterne vergeben.

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    loewenkinds avatar
    loewenkindvor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

    Offensichtlich scheiden sich bei dieser Erzählung die Geister. Ich gehöre zu jenen, die das Buch sehr mochten. Der Schreibstil ohne viele Punkte, Absätze und wörtliche Rede erinnert mich an Zeruya Shalev und bewirkt, dass man vom ersten Augenblick an in die Geschichte hineingezogen wird. Die dramatische Entwicklung der Geschichte - wie sich aus einem Warten auf den Familienvater eine knallharte Abrechnung mit diesem entwickelt - emfpand ich als sehr spannend und faszinierend. Für mich ein tolles kleines Werk und das Beste, was ich bisher von Birgit Vanderbeke gelesen habe!

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    Molkss avatar
    Molksvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

    Ein großartiges Buch, das nur auf den ersten Blick inhaltslos wirkt. Eine Mutter sitzt mit ihrer Tochter und ihrem Sohn an einem gedeckten Tisch, während sie auf den Vater warten, der von einer Geschäftsreise zurück erwartet wird.
    Die Gedanken der Drei schweifen ab: ist das Familienleben doch nicht perfekt, ist der Vater ein Tyrann, der seine Frau und Kinder in den Wahnsinn treibt?
    Diese Gedankenspiele spitzen sich soweit zu, dass sich zum Schluss heraus stellt, dass die Mutter eine furchtbare Tat plante.
    Besonders deutlich werden diese wilden Rückblicke durch die Schreibweise, die einfach ohne Punkt und Komma von Einem zum Anderen kommt. Der Sprecher redet sich beinahe in Rage, weil ihm immer mehr schlechte Dinge über den Vater in den Sinn kommen und er kaum noch an sich halten kann.

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    black-Xs avatar
    black-Xvor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

    Ein schreckliches Buch! Eine richtige Qual beim Lesen... Inhalt, Struktur, Satzbau, Absicht des Autors - nichts, was mir gefallen hat...
    Das Buch würde ich wirklich keinem empfehlen...

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    BigDis avatar
    BigDivor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

    Zwar wirkt das Buch auf den ersten Blick sehr zäh und langweilig, doch wenn man sich mal näher damit auseinandersetz (so wie ich es in der Schule musste), dann entfaltet es nach und nach seine versteckten Werte, denn was erst öde scheint, entpuppt sich beim genauen Betrachten als sehr bissig und satirisch, was wie eine simple Familiengeschichte scheint, kann als Metapher auf das Regime der DDR angesehen werden, gar auf autokratische Regimes allgemein. Je mehr man sich mit dem Buch beschäftigt, desto besser wird es, wenn man es nur kurz durchliest, bleibt sicherlich kaum ein guter Eindruck zurück. Als Schullektüre ist es meiner Meinung nach aber brauchbar, vor allem wegen dem Bezug zur DDR, welcher ja (leider) in den Schulen keine allzu große Rolle spielt.

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    Lyzs avatar
    Lyzvor 10 Jahren
    Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

    Ich habe noch nie in meinem Leben ein Buch gesehen, welches solche Unlust beim Lesen schafft. Im ganzen Buch gibt es nicht einmal 10 Absätze und die Satzstruktur ist einfach ätzend. Da hilft auch die gute Message nicht mehr weiter.

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    Ritjas avatar
    Ritjavor 10 Jahren
    Rezension zu "Das Muschelessen" von Birgit Vanderbeke

    Das Buch hat mir nicht gefallen. Recht eintöniger Stil und viele Wiederholungen, die den Leser ermüden. Schade.

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