Das Lächeln der Vergangenheit (DuMont Reiseabenteuer)

von Birgit Weidt 
4,7 Sterne bei3 Bewertungen
Das Lächeln der Vergangenheit (DuMont Reiseabenteuer)
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Reise an den Anfang der Welt.... 😎

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Inhaltsangabe zu "Das Lächeln der Vergangenheit (DuMont Reiseabenteuer)"

Kurz bevor Birgit Weidts Großvater starb, vermachte er ihr eine Maske aus Holz, ein uraltes Geschenk aus Neukaledonien. Jahre später begibt sich die Berlinerin dort auf die Suche nach den Geschichten hinter ihrem „Schutzengel“. Auf dem Archipel am anderen Ende der Welt taucht sie ein in die fremde, indigene Welt der Insulaner, die so gar nichts mit der ihrigen gemeinsam zu haben scheint. Eine Welt, in der Schamanen die Zukunft aus Palmblättern voraussagen, Kleider sich bei Regen in Luft auflösen und Häuptlinge senkrecht begraben werden, der Kopf aus der Erde ragend. Eine Welt, in der die Ahnen allgegenwärtig sind, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen anhand von Wurzeln erklärt werden und Frauen ihre Altersfalten tragen wie kostbaren Schmuck. Und erst als sie zurückgekehrt ist, bemerkt sie, wie ihre Reise ihren Blick auf die eigenen Ahnen und auf sich selbst verändert hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783770182916
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:DuMont Reiseverlag
Erscheinungsdatum:04.04.2018

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 11 Tagen
    ‚Tropische Nächte sind Hörspiele'

    ‚Tropische Nächte sind Hörspiele: Zikaden zirpen, laut klatschen die Flughäute der Flughunde, Wildtauben gurren, heiser klingt der Schrei eines Falken. Aus der Ferne höre ich das tosende Meer, wie es an die Küste schlägt. Ich lausche noch eine ganze Weile in die Dunkelheit hinein, bis mich die Müdigkeit übermannt.‘ (Seite 92)

    Immer wenn ich nach Australien reise, empfinde ich den roten Kontinent als das Ende der Welt. Aber Neukaledonien liegt noch dahinter! Und hierhin zieht es Birgit Weidt, die seit ihrer Kindheit von Neukaledonien schwärmt und träumt, seit sie von ihrem Großvater eine Holzmaske von der pazifischen Inselgruppe zum Spielen bekommen hat. Die Maske war für den Großvater ein Talisman, und Weidt möchte nicht nur die Südseeinseln kennenlernen, sondern auch dem Geheimnis der Maske auf die Spur kommen.

    In ‚Das Lächeln der Vergangenheit‘ erzählt Weidt von Nouméa und Nizza, Stammeshäuptling und Trampen, Mäusen und Kobolden, Zauber und Ahnenkult, Kanak und Kolonialherren, Stammesritualen und Gastgeschenken, Masken und Schlafhaus, Hebamme und Flechttechnik, Totemismus und Christentum, Pferden und Kokosnüssen, Fotos und Jenseits, Kricket und Fußball, Sandelholz und Skulpturen, Papageienfischen und Naouliseife, Medizinmann und Orakel, Taro und Yams, Märchen und Lifou-Sprache, Muschelgeld und Kava, Nickelminen und Tapastoffen.

    Weidt nimmt den Leser mit in eine ferne Welt, in der Magie und Zauber noch eine zentrale Rolle im Alltagsleben spielen. Ich habe mich vor ein paar Jahren schon etwas intensiver mit der Südsee beschäftigt, aber habe mit ‚Das Lächeln der Vergangenheit‘ viele spannende Einblicke in das Leben in Neukaledonien bekommen, viel dazugelernt und Fernweh entwickelt, obwohl ich auf den ersten Seiten die Befürchtung hatte, dass das Buch eher einseitig von Zauber, Ritualen und Religion berichtet. Das hat sich jedoch bald als Trugschluss herausgestellt, denn Weidt erfasst die gesamte Komplexität Neukaledoniens, ihre Erfahrungen, Erzählungen und Erlebnisse decken viele Aspekte der Inselgruppe ab.

    ‚Das Lächeln der Vergangenheit‘ ist stimmungsvoll, und die Schilderungen sind detailreich und lebendig, so dass diese ferne Welt auf einmal ganz nah erscheint und einem vertraut und bekannt vorkommt.

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    monerlvor einem Monat
    Ein Buch, das Lust auf Neukaledonien macht!

    Meine Meinung
    Birgit Weidt hatte Tramperglück! Das erste Auto, das anhielt und ihr anbot sie mitzunehmen, gehörte dem Häuptling des Stammes in Couli bei La Foa; es war Häuptling Bergé. Diese Begegnung war der erste und wichtigste Schritt, um Neukaledonien, eine Insel im südlichen Pazifik, von ihrer ursprünglichen Seite erkunden und erleben zu dürfen.

    Was nun folgte, machte mich regelrecht neidisch! Die Autorin erhielt die Erlaubnis, ein paar Tage im Dorf des Häuptlings bleiben zu dürfen und das Leben dort kennenzulernen. Durch Häuptling Bergé knüpfte Birgit Weidt Kontakte zu anderen Stämmen und erhielt Einladungen und Informationen zum ursprünglichem Leben im Busch. So heißt alles, das sich außerhalb der Hauptstadt Noumea befindet. Noumea ist westlich geprägt und den europäischen Städten ähnlich.

    Die Ureinwohner Kaledoniens nennes sich selber Kanak und ihr Land kanaky.

    “Das wird vom Wort Kanak, Mensch, abgeleitet und bedeutet übersetzt Menschenland.” (S. 35)

    Für den ersten Besuch / Kontakt bei einem Stamm wird ein faire la coutume gemacht und es werden Geschenke übergeben.

    “Dabei handelt es sich jedoch um eine traditionell vorgeschriebene Gabe, die in einer bestimmten Art und Weise überbracht wird, um eine Verbindung zwischen dem Gast und dem Gastgeber zu knüpfen.” (S. 36)

    Dabei erfahren wir auch, dass ein sehr kleiner Eingang in das traditionelle Haus des Häuptlings führt. So wird sichergestellt, dass jeder, der hinein möchte, sein Haupt beugen muss, um eintreten zu können. Ob er will oder nicht.

    Die Stämme haben Heiler, die auf eine bestimmte Art auch Magier sind. Sie glauben an die Seelen ihrer Ahnen, an Wiedergeburt, dass mache Seelen sich Tierkörper aussuchen und “Nachrichten” überbringen können und dennoch sind sie Christen und gehören dem katholischen bzw. dem evangelischen Glauben an. Die Missionare brachten ihre Religion mit und seltsamerweise wurde dieser von den Ureinwohnern angenommen. Sie sind in der Lage an Gott und Jesus zu glauben und gleichzeitig ihre Traditionen weiterzuführen. Sehr spannend!

    Sehr imponiert haben mir die Gemeinschaftshäuser. Wer Lust hat andere Dorfbewohner zu treffen, gemeinsame Zeit nach der Arbeit mit ihnen zu verbringen, sei es beim Fernsehen oder spielen, begibt sich in so ein Gemeinschaftshaus. Jeder Dorfbewohner hat dort seine eigene Schlafmatte und somit seinen eigenen Schlafplatz. Diese Häuser gibt es schon sehr lange. Sie gehen auf die zeit zurück, als nicht jeder genug Geld hatte, sich ein eigenes Haus zu bauen. So wurde ein sehr großes Gemeinschaftshaus errichtet, um all die zu beherbergen, die sonst (nachts) obdachlos gewesen wären.

    Weiterhin erfahre ich, dass der bekannte Fußballspieler Christian Karembeu ein echter Kanak ist! Ich bin kein Fußballfan, doch dieser Name ist auch mir ein Begriff. Selbst das Gesicht, als ich danach gesucht habe, war mir bekannt. Die Autorin erfährt, warum dieser französischer Nationalspieler sich weigerte die Nationalhymne Frankreichs mitzusingen. Der Schlüssel ist seine kanakische Herkunft und wie Frankreich 1931 seine beiden Großväter (und noch andere Inselbewohner) nach Paris brachte und sie im dortigen Zoo für Besucher wie Tiere ausstellten und sie damit erniedrigten.

    Die Kanak richten sich nicht nach unserem gregorianischen Kalender. Sie lehnen ihren “Kalender” an das Wachstum der Yampspflanze aus. Somit hat Zeit für sie keine echte Bedeutung. Eine Arbeit wird so lange verrichtet, bis sie fertig ist. Danach wird so lange ausgeruht, bis eine erneute Arbeit zu erledigen ist. So gibt es viel weniger Stressfaktoren, was den Kanak zugute kommt. Sie sind vom Wetter abhängig und wie ihre Aussaat wächst und gedeiht. Anstatt sich vom Wecker aus dem Schlaf reißen zu lassen haben sie Hähne und den einheimischen Kuckuck.

    In Neukaledonien spielen die Frauen Kriket. Warum? So einfach kann es nämlich sein:

    “>>Warum nicht?<<, erwiedert sie. >>Da gibt es viele Gründe. Weil Frauen länger vom Herd weg sein können. Weil sie sich gerne bewegen. Weil sie die Machete gegen einen Schläger austauschen wollen. Weil sie gerne mit anderen Frauen zusammen sind – und das nicht nur beim Flechten.<<” (S. 177)

    Vielleicht habt ihr schon gemekrt, dass ich von diesem Reisebericht richtig begeisert bin! Mehr erzählen, möchte ich nicht. Am besten ist es, ihr holt euch das Buch und lasst euch für Neukaledonien begeistern, so wie ich!

    Fazit
    Wer eine ganz neue Welt entdecken möchte, wer möchte, dass ihn sofort das Reisefieber und die Reiselust packt, der sollte ganz schnell zu diesem Buch greifen und sich von der Autorin nach Neukaledonien entführen lassen. Absolute Leseempfehlung mit zwei Extra-Sternchen!

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    DocAndrews avatar
    DocAndrewvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Reise an den Anfang der Welt.... 😎
    Reise an den Anfang der Welt.... 😎

    Wir begleiten die Autorin Birgit Weidt nicht auf eine Reise ans Ende der Welt, wie ihr Großvater erklärte, sondern an den Anfang der Welt. So lernen wir, dass ein Wechsel der Perspektive ganz neue Aspekte mit sich bringt und zum Nachdenken anregt. Dieses Buch will kein Reiseführer sein, sondern uns in eine andere Kultur und Sichtweise ent-führen.

    Angefangen hat alles mit einer Maske und den begleitenden Worten ihres längst verstorbenen Großvaters, welcher als Missionar nach Ausbruch des ersten Weltkrieges und der damit erzwungenen Rückreise nach Deutschland, aufgrund einer Erkrankung auch in Neukaledonien landete.

    Neukaledonien ist eine zu Frankreich gehörende Inselgruppe im Südpazifik. Abseits der Touristenziele scheint die Welt stehen geblieben zu sein. Birgit möchte mehr über die Einwohner erfahren, gibt ihre ursprüngliche Planungen auf und lässt sich von Ort zu Ort treiben. Dabei lernt sie viele Menschen kennen und lieben. Sie wird eingeladen Gast zu sein, in einem Land welches sich durch kulturelle Unterschiede von vielen unterscheidet, welches sie als Europäerin kennt. Natürlich bewegen sich auch hier die Einwohner mit Autos durch die Gegend, tragen ein Handy mit sich und surfen im Internet. Trotzdem gehört die Tradition fest zu ihrem Leben.

    Sie lernt Stammeshäuptlinge kennen, Begrüßungsrituale, den Aberglauben, das Verstorbene immer noch unter den Lebenden verweilen, in der Nacht Geister und Dämonen ihr Unwesen treiben und das Gastfreundschaft ein wichtiges Gut ist. In einem Land, wo die Zeit ganz anders definiert und umschrieben wird, lernt sie anzuhalten, in sich zu gehen und eine neue Perspektive einzunehmen.

    Ich konnte ebenfalls gut abschalten und viele Dinge verinnerlichen. Es tat gut (auch wenn es nur in Gedanken war) eine andere Welt zu betreten. Viele Dinge habe ich verdrängt und mir wieder bewusst machen können.

    Ob die „Liebesgeschichte“ am Ende sein musste, weiß ich nicht. Vielleicht passiert so was, wenn man sich drei Monate aus der europäischen Zivilisation verabschiedet. Oder es passiert, um eine „runde Geschichte“ zu Papier zu bringen? Nun ja! Es tut dem ganzen keinen Abbruch. Das Buch ist für Leser zu empfehlen, die sich einfach mal entschleunigen wollen. 

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