Birgitta Kicherer , Stefan Casta Frag nicht nach meinem Namen

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Inhaltsangabe zu „Frag nicht nach meinem Namen“ von Birgitta Kicherer

Im Sog der Vergangenheit Er hätte sie beinahe erschossen, als er den prächtigen Rehbock erlegen wollte. Im letzten Moment kann er die Flinte zur Seite reißen. Zart und zerbrechlich wie ein Vogel wirkt sie auf Victor – doch sie kann auch überraschend energisch sein. Wer ist dieses Mädchen? Warum verheimlicht sie ihren richtigen Namen? Und was hat sie zu verbergen? Dem Strudel dieser sprachgewaltigen Erzählung kann sich keiner entziehen. Spannungsgeladen, geheimnisvoll – wunderbar!

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  • Stefan Casta: "Frag nicht nach meinem Namen"

    Frag nicht nach meinem Namen

    Moena

    22. March 2013 um 19:03

    Der neunzehnjährige Victor lebt als Adoptivkind auf dem abgelegenen und etwas heruntergekommenen Hof Södra Visunda. Er hat gerade sein Abitur hinter sich gebracht und so recht weiß er nicht, was er mit seinem Leben in Zukunft anfangen will. Für seine Zieheltern Brigitte und Gustavo ist selbstverständlich, dass er auf dem Hof bleiben und weiterhin die Tiere versorgen wird, doch obwohl sich Victor bei den beiden wohl fühlt, bereitet ihm der Gedanke, sein ganzes Leben auf dem einsamen Hof zu verbringen, Unbehagen. Gleichzeitig kann er sich aber auch nicht dazu durchringen, in die Welt hinauszuziehen und Philosophie zu studieren, wovon er eigentlich träumt. Das ruhige Leben der drei wird aufgemischt, als Victor auf der Jagd beinahe ein Mädchen erschießt, das sich ganz plötzlich vor den Hirsch stellt, auf den er eigentlich gezielt hatte. Nur knapp kann er die Flinte im letzten Moment herumreißen. Da die Fremde nach seinem Schuss in einem Schockzustand zu schweben scheint, nimmt Victor sie kurzerhand mit zum Hof. Als das Mädchen endlich spricht, stellt sie sich als Esmeralda vor - nur einer von vielen Namen, die sie im Laufe der Geschichte annehmen wird. Die kleine Familie nimmt sich ihrer an und sie darf vorerst auf dem Hof bleiben. Besonders die kauzige Brigitte beginnt sich für das fremde Mädchen zu erwärmen. Doch Victor ahnt, dass Esmeralda die Last ihrer Vergangenheit mit sich herumträgt. Und als plötzlich auch noch die Polizei vor der Tür steht, muss die Familie eine Entscheidung treffen. Das erste, was ich beim Lesen dachte, war: "merkwürdig". Erzählt wird abwechselnd von Victor und Esmeralda, in den Kapitelüberschriften werden auch meist Datum und das aktuelle Wetter genannt, wobei ich mir auf Letzteres nicht so recht einen Reim machen konnte. Anfangs wird man allgemein ziemlich im Dunkeln gelassen, denn Victor und Esmeralda sind einfach da, ohne dass man viel über ihre Hintergründe erfährt. Lange blieben mir Fragen wie: Wer sind die beiden eigentlich? Wo kommen sie her und warum sind sie jetzt dort? Und worum geht es überhaupt? Bei der letzten Frage bin ich mir immer noch nicht sicher, ob das Buch mir eine Antwort darauf geliefert hat. Merkwürdig fand ich auch den Schreibstil und dabei war ich hin- und hergerissen, ob ich "merkwürdig" in dem Fall nun gut finde oder nicht. Victor agiert in seinen Kapiteln als Ich-Erzähler. Er ist der stille Beobachter, der sich viele Gedanken macht - sowohl über sich und sein Leben als auch über das, was um ihn herum passiert. Von dem einsamen Hof im Wald lässt er seine Gedanken schweifen, mit einem Internetmodem als einziger Verbindung zur Welt, wie es scheint. Dieses Nachdenken war mir oftmals ein wenig zu viel und ich wollte Victor mehr als einmal schütteln und sagen "Nun mach doch endlich mal was!". Dazu kommt, dass seine Beschreibungen oft nach dem Schema "Und dann passierte dies und dann jenes" ablaufen, was eine Spannung völlig vermissen lässt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch wunderschöne Beschreibungen und Metaphern, die eine eindrucksvolle, ruhige Stimmung schaffen. So setzt der Roman insgesamt mehr auf Stimmung und Nachdenklichkeit als auf Schnelligkeit und Spannung - was ich normalerweise ja sehr gerne mag. In diesem Fall war mir das Buch aber einfach zu ruhig. Die Handlung plätschert so dahin, ohne dass sie sich mir so recht erschließen wollte. Auch viele Fragen sind nach der letzten Seite offen geblieben, wie zum Beispiel, was es mit den schockartigen Zuständen des fremden Mädchens auf sich hat. So konnte ich zu den Charakteren - sowohl zu den beiden Protagonisten als auch zu Brigitte und Gustavo - keinen Bezug finden und das Erzählte ließ mich dadurch eher kalt. Fazit: Ein ruhiger Roman über die Schatten der Vergangenheit und das Erwachsenwerden, der literarisch anspruchsvoll sein will, mir insgesamt aber zu nichtssagend war, um mehr als drei Eier zu vergeben.

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