Birte Jensen Das Leben ist nicht extra small

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Inhaltsangabe zu „Das Leben ist nicht extra small“ von Birte Jensen

»Nervlich bedingte Appetitlosigkeit«, so lautet die Übersetzung von Anorexia nervosa, in der Umgangssprache auch als »Magersucht« bezeichnet. Heißt das, dass ein Mensch mit Magersucht keinen Hunger hat? Wohl kaum. Geht es bei einer Magersucht nur darum, dünn zu sein? Nein. Gerade in der heutigen Zeit wird das Thema Essstörungen, darunter auch die Magersucht, immer häufiger öffentlich diskutiert. Dabei mischen sich oft Vorurteile mit Angst, Unwissen und Fakten, doch das, was diese Krankheit eigentlich bedeutet, wird oft außer Acht gelassen. Über das, was die Magersucht für Betroffene und Angehörige bedeutet, wird oft geschwiegen, es erinnert beinahe an ein Tabu-Thema, zu dem niemand nachfragen möchte. Vielleicht aus Hilflosigkeit klammert man sich an Zahlen fest, »man muss doch helfen« hört man oft, wenn es um Maßnahmen in einem Zwangskontext geht. Doch das, was auch ein Mensch mit Magersucht fühlt, dafür interessieren sich nur wenige.

Bewegendes Buch, emotionales Thema. Sehr gut umgesetzt.

— nana_fkb
nana_fkb

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    Das Leben ist nicht extra small
    nana_fkb

    nana_fkb

    17. July 2016 um 20:55

    Magersucht ist meiner Meinung nach noch immer ein Thema, über das nur sehr wenig gesprochen wird. Erst, wenn es nicht mehr zu übersehen ist, wird das Thema angesprochen oder in den Medien darüber gesprochen. Dass der Ursprung viel tiefer sitzt und früh angegangen werden sollte, steht erst im Nachhinein zur Debatte. Ähnlich war es auch bei Birte. Angefangen mit einer „normalen“ Diät, hat sie sich immer weiter reinziehen lassen in den Strudel des Kalorienzählens. Ihre Tage hat sie nach ihrem Sportprogramm strukturiert. Wenn dadurch die ein oder andere Mahlzeit ausfällt – umso besser. Freunde und Familie haben sie lange Zeit beobachtet, haben versucht, früh zu appellieren, sie zum Essen zu bringen. Doch Birte hat immer wieder einen Weg gefunden, ums Essen herum zu kommen. Und so ihre Familie und auch sich indirekt belogen. Während des Lesens wird vor allem ihr innerer Konflikt sehr gut deutlich. Sie spricht immer wieder von ihren zwei Stimmen: die „Magersucht“-Stimme und ihre eigene Stimme. Mit der Zeit übernimmt die erste Stimme die Regie: Sie entscheidet wie wenig Birte nur noch essen darf, wie viel und wie oft sie Sport machen soll etc. Ihre eigene innere Stimme, die mit der Zeit merkt, dass es langsam gefährlich wird, wird immer leiser und wird immer wieder von der ersten Stimme übertönt. Die Magersucht und der Wunsch, etwas Besonderes / Einzigartiges zu werden, haben die Oberhand und lassen keine andere Stimme mehr zu. Egal, wie sehr Birte mit der Zeit dagegen ankämpft. Sie kann sich nicht behaupten gegen die Magersucht-Stimme, die ihr immer wieder sagt, wie viele Kalorien sie noch essen darf und ihr sehr deutlich macht, was für ein trauriger Fall sie ist, wenn sie doch mal zu viel isst. Für mich als Leser ist es sehr schwer und emotional, diesen Prozess zu beobachten. Man wünscht dieser jungen Erwachsenen nur das Beste und hofft, dass sie bald sieht, wie Besonders und Einzigartig sie schon ist. Auch ohne weiter abzunehmen. Doch sie sieht das nicht so. Zumindest noch nicht. Der Leser konnte also nach und nach ihre Entwicklung miterleben. Zwischendurch gab es immer wieder Momente wo man angenommen hat, dass sie es jetzt schafft, dass sie ihre Magersucht-Stimme ausblenden kann. Die Hoffnung hatten auch ihre Familie und Freunde und haben sie tatkräftig unterstützt. Doch dann kommt doch wieder ein Rückfall. Und noch einer.. Ihren Tiefpunkte hatte sie, als sie nur noch 45,9 kg gewogen hat. 45 kg wird als Grenze zur Lebensgefahr gesehen und die Betroffenen müssen in eine Klinik eingewiesen werden. Diesen Schritt wollte Birte aber nie gehen. Trotzdem brauchte sie einige Anläufe, um letztlich zu realisieren, was sie sich und ihrem Körper mit diesem Nahrungsverzicht antut. Nicht zu vergessen, was sie auch ihrer Familie damit antut. Sie hört ihre Mutter weinen, merkt wie verzweifelt ihre Eltern sind. Doch der Schritt, der ihnen das Leid zumindest teilweise nehmen würde, kann sie nur sehr schwer gehen. Erst mit Hilfe eines Therapeuten schafft sie es, mit ihrer Magersucht-Stimme umzugehen. Sie lernt, mit dieser Stimme zu leben. Denn die Illusion, dass diese Stimme ganz verschwindet, konnte ihre der Therapeut nicht nehmen. Ein erster Rückschlag für sie. Doch trotzdem hat sie es mit der Zeit geschafft, die Stimme größtenteils zu ignorieren. Und wieder auf ihre eigene innere Stimme zu hören. Das Buch ist wie ein Tagebuch geschrieben. Jeder Abschnitt hat ein Datum als Überschrift und wir erfahren etwas zum „heutigen“ Thema, welches Birte beschäftigt. Am Ende kommen dann noch ihre Mutter, ihre Freunde, ihr Tutor und der Therapeut zur Sprache. Hier erfahren wir vor allem, welche Vorwürfe sich die Personen machen. Die Frage, ob man früher hätte eingreifen müssen, wird von einigen gestellt. Es wird aber auch deutlich gemacht, dass jede magersüchtige Person anders mit der Magersucht umgeht. Eine Konfrontation kann nicht immer gut ausgehen. Bei Birte war es z.B. so, dass sie ihrer Freundin Meike erst von ihrer Situation erzählt hat, als diese sie direkt gefragt hat. Vorher hat sie Andeutungen abgetan oder ist nicht drauf eingegangen. Alles in allem ein sehr bewegendes und emotionales Buch!

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