Björn Berge

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Björn BergeAtlas der verschwundenen Länder
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Atlas der verschwundenen Länder
Atlas der verschwundenen Länder
 (2)
Erschienen am 09.03.2018

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Rezension zu "Atlas der verschwundenen Länder" von Björn Berge

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Nomadenseelevor 4 Monaten


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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Atlas der verschwundenen Länder" von Björn Berge

Ein interessanter Streifzug durch die Welt verschwundener Länder
Bellis-Perennisvor 7 Monaten


Dieses Buch aus dem dtv-Verlag ist Leckerbissen für historisch Interessierte, Geografen und Philatelisten.

Ausgehend von seiner eigenen Briefmarkensammlung, in der sich zahlreiche Raritäten verbergen, reisen wir mit Autor Björn Berge durch die Welt, um an Hand seltener Postwertzeichen 50 Länder kennenzulernen, die nur wenige Jahre, ja manche nur ein paar Monate Bestand hatten.

 

Björn Berge hat die 50 Staaten in 6 Gruppen eingeordnet, je nach Zeitpunkt ihrer Existenz.

 

Zu jedem Staat gibt es eine Lageskizze, die Fläche, Einwohnerzahl und die Daten seines Bestehens. Daneben ein Auszug aus der oft wechselvollen Geschichte und die eine oder andere Anekdote, ein Zitat und selbstverständlich ein dazu passende Briefmarke. Ergänzt wird das Staatenporträt durch Hinweise auf weiter führende Literatur, ev. vorhandenes Filmmaterial oder entsprechende Musik. Das eine oder andere Mal ist ein Rezept einer landestypischen Speise abgedruckt.

Wie z.B. „Corrientes“ (S. 24-27) einem kleine südamerikanischen Land zwischen Argentinien, Brasilien und Uruguay, das von 1856-1875 existierte. Die damals gebräuchliche Briefmarke diente auch als Zahlungsmittel, da Kleingeld kaum vorhanden war. Die Druckplatten stellte ein Bäckergeselle her.

 

Der Fantasie der Briefmarkendesigner ist kaum eine Grenze gesetzt. Es reicht vom einfachen Aufdruck des „neuen“ Landesnamen bis zur komplett durchgestylten Briefmarke mit Pflanzen, Tieren oder dem Regenten.

Im streng islamischen Landstrich Ober-Yafi (am Golf von Aden gelegen), das immerhin von 1800-1967 existierte, entwarf man eine Reihe großformatiger Briefmarken, die alle möglichen Kunstschätze zeig(t)en, unter anderem die Tänzerinnen von Edgar Degas, die der islamischen Kleiderordnung nicht wirklich entsprechen. Hinter diesem Vorhaben stand eine englische Druckerei, die dem Sultan die Briefmarkenserien einredete. Das Skurrile daran: Ober-Yafi besaß kein Postwesen.

 

Meine Meinung:

 

Ein sehr spezielles Buch, das aber bestimmt seine Liebhaber unter Philatelisten und historisch interessierten Geografen finden wird.

Viele, der abgebildeten Briefmarken aus Berges Sammlungen wurden auch wirklich als Postwertzeichen benützt und sind daher entwertet.

 

Das Buch ist liebevoll recherchiert und gibt Raum, die angebotenen Zusatzinformationen abzurufen. Die Ausführung ist hochwertig: gebunden, mit Leinenrücken, querformatig, einem haptisch und optisch ansprechendem Papier. Die Weltkarte auf den Buchdeckelinnenseiten gibt einen schönen Überblick, wo sich diese nunmehr verschwundenen Länder befunden haben.

Man kann nur staunen, was hier zwischen 1840-1970 an politischem Geschehen stattgefunden hat.

 

Fazit:

 

Ein wunderschönes Geschenk nicht nur für Liebhaber von Postwertzeichen. Gerne gebe ich diesem interessanten Streifzug durch die Welt 5 Sterne.

 

 

 



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