Björn Berge

 5 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Björn Berge

Björn Berge ist Architekt und Wissenschaftler - und ein leidenschaftlicher Sammler von Briefmarken. Am meisten haben es ihm die Exemplare aus verschwundenen Ländern angetan. Anhand von diesen bereist er eine vergangene Welt, die er in diesem Buch wieder aufleben lässt. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und lebt auf der südwestnorwegischen Halbinsel Lista.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Atlas der verschwundenen Länder (ISBN: 9783423281607)

Atlas der verschwundenen Länder

 (4)
Erschienen am 09.03.2018

Neue Rezensionen zu Björn Berge

Cover des Buches Atlas der verschwundenen Länder (ISBN: 9783423281607)Viv29s avatar

Rezension zu "Atlas der verschwundenen Länder" von Björn Berge

Herrlich gestaltete Informationswundertüte
Viv29vor 6 Monaten

Der „Atlas der verschwundenen Länder“ setzt eine ungewöhnliche Idee gelungen um. Der Untertitel sagt es schon: „Weltgeschichte in 50 Briefmarken.“ Björn Berge stellt uns hier 50 Länder vor, die es nicht mehr als eigene Länder gibt. Manche haben nur wenige Wochen existiert, manche mehr als ein Jahrhundert. Wir reisen durch die ganze Welt und die Zeit zwischen 1840 und 1975. Das Buch ist wie eine Wundertüte vielfältiger Informationen.

Schon die Gestaltung spricht an, im ungewöhnlichen Querformat, gebunden, innen mit hochwertigem cremefarbenen Papier. Die sechs Zeitabschnitte sind jeweils in anderen Farben gehalten. Der Aufbau jedes Eintrags ist gleich – auf einem farblich unterlegten Feld finden wir Daten wie Bestehenszeitraum,Name, Bevölkerung und Größe des Landes, darunter zwei Karten, die das Land und die Lage zeigen. Nach einem etwa vierseitigen Text folgen Literatur- und Filmhinweise (hinten im Buch ist noch ein umfangreiches Literaturverzeichnis, sehr lobenswert!), jeder Eintrag schließt mit einem Zitat ab, das in der Farbe des Abschnitts gehalten wird. Und natürlich ist auch in jedem Eintrag die von dem Land herausgegebene Briefmarke zu sehen – dies sind Abbildungen der tatsächlichen, dem Autor gehörenden Exemplare, und er erwähnt auch Besonderheiten wie Stempel, Beschädigungen und manchmal sogar den Geschmack des Leims (das ist Enthusiasmus …). Es ist insgesamt eine wirklich erfreuliche Gestaltung, die zum Lesevergnügen beiträgt.

Aber auch der Inhalt lohnt sich. Die Einträge sind eine Mischung aus historischen Informationen, ungewöhnlichen Menschen, Schilderungen aus Romanen oder Filmen, geographischen Beschreibungen. Es ist bemerkenswert, wie viel sich hier findet. Der Schreibstil ist locker, unterhaltsam, es lässt sich leicht und erfreulich lesen. Durch die Vielfalt machte jeder Eintrag auf’s Neue neugierig. Ein paar vereinzelte Einträge wirkten ein wenig lieblos und gelegentlich fehlte es mir ein wenig an Informationen über die Entwicklungen im Land. Wenn in einem Eintrag erwähnt wird, man habe sich entschlossen, das Experiment der Unabhängigkeit aufzugeben, wird leider mit keinem Wort erklärt, worauf diese Entscheidung beruht. Dann gab es noch einen Datumsfehler und im Artikel über Danzig wird Hermann Rauschning erwähnt, „der später zu einem Kritiker des 1/3 Regimes wurde und ins Exil ging.“ 1/3 Regime? Da hat wohl – sofern mir nicht irgendein völlig unbekannter Begriff für das 3. Reich bislang entging – ein Übersetzer und auch ein Korrektat ziemlich geschlampt. Aber diesen Mängelpunkten steht sonst so viel Positives gegenüber, daß das Buch eine Freude ist. Es gelingt Björn Berge auch gut, Hintergründe zu erklären – man erfährt immer wieder, welche langfristigen verheerenden Folgen die gierige Kolonialpolitik mit sich brachte und insgesamt zeigen diese 50 Einblicke vor allem die Gier und Skrupellosigkeit der Menschheit. Aber auch von Träumen lesen wir ein wenig, von durchaus amüsanten Betrachtungen, die der Autor mit trockenem Humor einflicht. Wie gesagt – eine Wundertüte.

Wer also auf unterhaltsame Weise durch die Welt reisen und eine ganze Menge Neues über Geschichte lernen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen. Ich werde es sicher immer wieder mal lesen, denn es lohnt sich!

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Cover des Buches Atlas der verschwundenen Länder (ISBN: 9783423281607)W

Rezension zu "Atlas der verschwundenen Länder" von Björn Berge

50 Länder, die wirklich existierten - zwischen 1840 und 1975
wschvor 2 Jahren

Das Buch werden sich auch Leser, deren Interessensschwerpunkt eigentlich nicht sooo sehr auf jüngerer Geschichte liegt, förmlich verschlingen. Denn Björn Berge zeigt mittels 50 Briefmarken der nicht mehr existenten Länder auf, was sich die Engländer, Franzosen, Spanier, Holländer, Dänen, US-Amerikaner, Türken, Japaner, Russen in den 135 Jahren alles an Verbrechen, unsäglichen Leiden geleistet haben.

"Van Diemen's Land", noch nie gehört? Kein Wunder, unter diesem Namen die Insel, etwa so groß wie Irland, südöstlich von Australien gelegen, nicht mehr geführt. Es handelt sich um Tasmanien und ist heute ein Bundesstaat Australiens. 1803 bis 1856 war es eine der gefürchtetsten Strafkolonien der Briten. Die sich entschlossen hatten, die die Insel der meistfrequentierten Seefahrtrouten in den südlichen Teil des Pazifik wegen als Kolonie besetzten. Und nebenbei nicht nur sämtliche Kängurus ausrotteten und damit den geschätzt 3.000 bis 7.000 Ureinwohnern, den Aborigines ihre Lebensgrundlage nahmen. Sondern, nachdem diese in ihrer Verzweiflung ein paar britische Farmen anzündeten und deren Bewohner umbrachten, die Aborigines ebenso ausrotteten. Angesichts solcher Massenmorde schwafelt der ehemalige britische Aussenminister Boris Johnson in seinem Rücktrittschreiben vom 09. Juli 2018 davon, Groß-Britannien drohe, eine enge Beziehung zwischen Großbritannien und der EU nach dem Brexit "läuft auf den Status einer Kolonie hinaus"...

"Hatay", noch nie gehört? Der Staat existierte ein Jahr zwischen 1938 und 1939 in der Gegend von Aleppo. Dort wurde der Völkermord an den Armeniern, der 1915 begann, fortgesetzt. Bis Hatay zu dem wurde, was es heute noch ist: die südlichste am Mittelmeer gelegene Provinz der Türkei...

"Mandschuko", Am Nabel des Bösen? War im Grunde eine Kolonie der Japaner. Existierte mit seinen mehr als 30 Millionen Einwohnern von 1932 bis 1945. 

So geht es hochinteressant Seite um Seite weiter. Wie es der Untertitel schon zum Ausdruck bringt "Weltgeschichte in 50 Briefmarken". Die Abbildungen der Briefmarken sind gegenüber den Originalen natürlich vergrössert, gut zu erkennen. Und zu allen erwähnten Ländern gibt es weiterführende Informationshinweise. Sei es auf Romane, auf Spielfilme wie "Dr. Schiwago", den Kassenknüller des Jahres 1966. Der unter anderem "Demokratischen Fernöstlichen Republik", gegründet 1920, untergegangen zwei Jahre später, spielt. 
Dass Björn Berge hier nichts zusammen phantasiert, belegen zum einen die Anmerkungen und Quellenverzeichnisse, die fünfeinhalb Seiten des Anhangs belegen. Das sich daran anschliessende Literaturverzeichnis umfasst weitere sieben Seiten. 

Das Buch ist vom Sprachstil her gut und spannend zu lesen. Wobei es konsequenterweise weder ein Krimi noch ein blutrünstiger Thriller oder grausamer Horrorroman ist. Es ist bestens recherchierte, belegte, nachprüfbare Geschichte!

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Cover des Buches Atlas der verschwundenen Länder (ISBN: 9783423281607)N

Rezension zu "Atlas der verschwundenen Länder" von Björn Berge

Speziell...
Nomadenseelevor 3 Jahren


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