Björn Bicker

 4.8 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Was glaubt ihr denn, Was wir erben und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Björn Bicker

Björn BickerWas wir erben
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Was wir erben
Was wir erben
 (2)
Erschienen am 06.03.2013
Björn BickerWas glaubt ihr denn
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Was glaubt ihr denn
Was glaubt ihr denn
 (2)
Erschienen am 16.03.2016
Björn BickerIllegal
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Illegal
Illegal
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Erschienen am 04.03.2009

Neue Rezensionen zu Björn Bicker

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Rezension zu "Was glaubt ihr denn" von Björn Bicker

Was glaubt ihr denn, rezensiert von Götz Piesbergen
Splashbooksvor 2 Jahren

Der Islam? Umstritten. Das Christentum? Steckt in einer tiefen Krise. Und doch gibt es Leute, die an etwas glauben. Die an ein höheres Wesen glauben. Und über diese Menschen schreibt Björn Bicker in "Was glaubt ihr denn: Urban Prayers".

Björn Bicker wurde 1972 geboren. Er studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Allgemeine Rhetorik in Tübingen und Wien. Nach einer Zeit am Theater ist er seit 2009 freier Autor, Künstler und Kurator. Viele seiner Werke hat er auf der Grenze zwischen künstlerischer und politischer Praxis entwickelt.

Dieser Band ist allerdings kein normales Sachbuch. Es ist aber ebenso wenig ein rein fiktives Werk. Es ist eine Art Mischung aus beidem. Entstanden ist der Text übrigens für ein Theaterprojekt.

Im Prinzip ist der Band zweigeteilt. Es folgt immer zuerst ein längeres Gedicht, vorgetragen von einem Chor. Zunächst fragt man sich, wer da das vorträgt. Ehe dann einem aufgeht, dass es sich hierbei um Gläubige handelt. Es ist ein Choral der Personen, die religiös sind. Und die sich unter anderem widersprechen.

Dadurch wird eben auch klar, dass dies nicht der Chor einer einzigen Religion ist. Vielmehr ist es ein Chor aller Religionen, ohne explizit zu sagen, welche es genau sind. Es ist ein Konglomerat, eine Mischung, eine Verschmelzung aller, so dass quasi die Identität verloren geht.

Der zweite Teil, der auch ehrlich gesagt der interessantere ist, sind Geschichten. Es sind Erzählungen von Menschen, die auf die eine oder andere Art mit Religion bzw. religiösen Menschen in Berührung kommen. Ein Sozialarbeiter berichtet über die Begegnung mit einem schwarzen Pfarrer in Bayern. Ein Architekt beobachtet, wie seine Schwester immer religiöser wird.

Rest lesen unter:
http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23643/was_glaubt_ihr_denn

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Rezension zu "Was wir erben" von Björn Bicker

Eine schmerzhafte und lange Reise zu den äußeren und inneren Orten und Plätzen der Vergangenheit.
WinfriedStanzickvor 5 Jahren


 

Eigentlich ist sie mit ihrem Leben ganz zufrieden, die Schauspielerin Elisabeth. Ihr Beruf und ihr Leben mit dem Arzt Holger füllen sie aus. Doch eines Tages, plötzlich, wie aus heiterem Himmel,  ist nach einem  Anruf alles anders. Ein Mann bittet sie um ein Treffen und behauptet, ihr Bruder zu sein, von dessen Existenz sie bislang keine Ahnung hatte.

 

Zunächst hält Elisabeth den fremden Mann hin, um sich  zu sortieren. Hatte sie ihre eigene Vergangenheit und vor allen Dingen ihren Vater lange erfolgreich verdrängt, beginnt jetzt die ganze Vergangenheit wie ein schwärende Wunde aufzubrechen. Erst recht, als sie den Bruder getroffen hat, der ihr Bilder von den Eltern aus dem Jahr 1972 gezeigt hat, da spürt sie, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellen, ihr Leben anschauen muss

 

Sie beginnt dem Bruder einen Brief zu schreiben, in dem sie ihm vom Leben des Vaters und der Familie berichtet. Immer mehr spürt sie beim Schreiben (und auch der gebannte Leser beim Lesen), dass es eigentlich sie selbst ist, an die sie da schreibt.

 

Und sie macht sich auf eine schmerzhafte und lange Reise zu den äußeren und inneren Orten und Plätzen der Vergangenheit. Und sie spürt sie wieder, ihre Angst vor dem, Vater, seinem Alkoholismus.

 

Und wie das oft so ist mit ernsthafter Vergangenheitsbewältigung: Elisabeth bewegt sich fort von ihrem gegenwärtigen Leben, auch von ihrem Partner. Alles in ihr drängt weg, bricht auf – hinein in eine neue Zukunft für sich selbst.

 

Ein bewegender Roman über eine Frau, die sich ihrer Vergangenheit stellt und aus ihr neues Leben schöpft. Eine Geschichte, wie aus einer Vatersuche ein Selbstfindungsprozess wird. Meisterhaft erzählt.

 



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cosima73s avatar

Rezension zu "Was wir erben" von Björn Bicker

Rezension zu "Was wir erben" von Björn Bicker
cosima73vor 6 Jahren

Elisabeth lebt ein Leben, das sich im Alltag erprobt hat. Sie ist Schauspielerin an einem renommierten Theater und lebt mit Holger, einem Arzt zusammen. Die Ruhe und Beschaulichkeit wird mit einem Telefonanruf jäh durchbrochen. Ihr Bruder, von dessen Existenz sie bis dahin nichts wusste, bittet um ein Treffen.

Elisabeth bittet um Zeit, weiss nicht, was mit all dem anfangen. Sie hat ihre Vergangenheit und vor allem ihren Vater aus ihrem Leben verdrängt. Nun bricht alles auf, Bild für Bild kehrt es zurück und Elisabeth merkt, dass sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss. Zuerst noch denkend, dass sie das nur für ihren Bruder macht, um diesem ein Bild seines Vaters aufschreiben zu können, macht sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Es ist eine Reise zurück zu den Plätzen seiner wie auch ihrer Vergangenheit. Erinnerungen tauchen auf an seinen Alkoholkonsum, ihre Angst vor ihm, seine Wut und ihre Flucht.

Je mehr Elisabeth über ihren Vater erfährt, desto weiter entfernt sie sich von ihrem gewohnten Leben, vom Mann an ihrer Seite. Sie verstrickt sich immer tiefer in ihre eigene Herkunft und will von allem, was bis vor kurzem noch Alltag war, weg, hinein in eine neue Zukunft, die ihr echter und wahrer erscheint als alles, was bislang ihr Leben ausmachte.

Gesucht hat sie ihren Vater, gefunden hat sie sich selber. Björn Biker erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die aus der sorgsam aufgebauten Welt in ihre eigenen Abgründe taucht und dabei viel über sich selber herausfindet, sich erst selber kennen lernt. Der schonungslose Blick eröffnet ihr eine neue Sicht auf ihr eigenes Leben und sie realisiert am Schluss, was wirklich zählt im Leben.

Der Roman ist ein Buch über Wahrheit, Heimat, Liebe und Hass, es ist ein Buch über das Vergessen und das Erinnern, über Sucht und Verdrängen, ein Buch darüber, dass man die eigene Vergangenheit immer in sich trägt und doch jederzeit ie Möglichkeit hat, sein Leben selber zu gestalten, indem man es in die Hand nimmt. Es ist ein Buch über das Erwachsenwerden.

Was wir erben besticht durch einen klaren Realismus, in welchem doch nie ganz klar ist, was Spiel, was wirkliches Leben ist und war. Es erzählt Geschichten des Lebens und erfundene, zeigt die Menschen im Leben und im Spiel desselben. Björn Biker schreibt in einer schnörkellosen und direkten Sprache. Er verzichtet auf Sentimentalität und Pathos, sondern erzählt, was ist oder zu sein scheint. Er legt die Gedanken seiner Figuren offen, stellt sie dar in ihrem Schein und Sein, ohne sie blosszustellen. Er zeigt die menschlichen Schwäche und was sie anrichten können, wenn es die von Eltern sind, ohne dabei zu sehr auf Opfer-Täter-Konstruktionen zu verfallen.

Fazit:
Eine Reise durch die Vergangenheit, um ganz in der Gegenwart anzukommen. Eine Geschichte, die etwas von jedem in sich trägt, ohne psychologisierend den Spiegel vorzuhalten. Sehr empfehlenswert.

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