Björn Bicker Was wir erben

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Inhaltsangabe zu „Was wir erben“ von Björn Bicker

Elisabeth ist Schauspielerin an einem renommierten Theater. Mit Holger, einem Arzt, lebt sie das, was man ein geordnetes, erfolgreiches Leben nennen kÖnnte. Bis ein Fremder sie anruft und behauptet, ihr Bruder zu sein. Er sei sich ganz sicher und auch schon in der Stadt, ob sie sich sehen kÖnnten. Bei ihrem Treffen zeigt er ihr ein Foto: ihr Vater und seine Mutter während der Olympischen Spiele in München, 1972. Elisabeths Geburtsjahr – und das des halben Bruders. Seine Mutter sei gestorben, ob Elisabeth ihm mehr über seinen Vater erzählen kÖnne. Sie deutet an, dass es nicht leicht war mit dem Vater, dem Flüchtling, dem Trinker, dem Soldaten. Elisabeth beginnt, einen Brief zu schreiben, in dem sie dem Bruder vom Leben des Vaters und ihrer Familie berichtet. Ein Leben im frostigen Schlagschatten der deutschen Geschichte, ein Leben, das an ihr klebt wie eine zweite Haut. Auf den Spuren des Vaters landet sie in dessen Geburtsstadt, die in jenem doppelt untergegangenen Land liegt, in dem für sie Vergangenheit und Gegenwart, Fiktion und Realität verschmelzen. Die echten und die erfundenen Gespenster der deutschen Geschichte tauchen in Elisabeths Leben wieder auf: das Politische, das Private, die Liebe, der Hass, Betrug und Wahrheit, das Theater und die Wirklichkeit. Eins wuchert im anderen herum. Über Generationen hinweg.

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  • Eine schmerzhafte und lange Reise zu den äußeren und inneren Orten und Plätzen der Vergangenheit.

    Was wir erben

    WinfriedStanzick

    25. September 2013 um 09:25

      Eigentlich ist sie mit ihrem Leben ganz zufrieden, die Schauspielerin Elisabeth. Ihr Beruf und ihr Leben mit dem Arzt Holger füllen sie aus. Doch eines Tages, plötzlich, wie aus heiterem Himmel,  ist nach einem  Anruf alles anders. Ein Mann bittet sie um ein Treffen und behauptet, ihr Bruder zu sein, von dessen Existenz sie bislang keine Ahnung hatte.   Zunächst hält Elisabeth den fremden Mann hin, um sich  zu sortieren. Hatte sie ihre eigene Vergangenheit und vor allen Dingen ihren Vater lange erfolgreich verdrängt, beginnt jetzt die ganze Vergangenheit wie ein schwärende Wunde aufzubrechen. Erst recht, als sie den Bruder getroffen hat, der ihr Bilder von den Eltern aus dem Jahr 1972 gezeigt hat, da spürt sie, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellen, ihr Leben anschauen muss   Sie beginnt dem Bruder einen Brief zu schreiben, in dem sie ihm vom Leben des Vaters und der Familie berichtet. Immer mehr spürt sie beim Schreiben (und auch der gebannte Leser beim Lesen), dass es eigentlich sie selbst ist, an die sie da schreibt.   Und sie macht sich auf eine schmerzhafte und lange Reise zu den äußeren und inneren Orten und Plätzen der Vergangenheit. Und sie spürt sie wieder, ihre Angst vor dem, Vater, seinem Alkoholismus.   Und wie das oft so ist mit ernsthafter Vergangenheitsbewältigung: Elisabeth bewegt sich fort von ihrem gegenwärtigen Leben, auch von ihrem Partner. Alles in ihr drängt weg, bricht auf – hinein in eine neue Zukunft für sich selbst.   Ein bewegender Roman über eine Frau, die sich ihrer Vergangenheit stellt und aus ihr neues Leben schöpft. Eine Geschichte, wie aus einer Vatersuche ein Selbstfindungsprozess wird. Meisterhaft erzählt.  

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  • Rezension zu "Was wir erben" von Björn Bicker

    Was wir erben

    cosima73

    07. March 2013 um 12:00

    Elisabeth lebt ein Leben, das sich im Alltag erprobt hat. Sie ist Schauspielerin an einem renommierten Theater und lebt mit Holger, einem Arzt zusammen. Die Ruhe und Beschaulichkeit wird mit einem Telefonanruf jäh durchbrochen. Ihr Bruder, von dessen Existenz sie bis dahin nichts wusste, bittet um ein Treffen. Elisabeth bittet um Zeit, weiss nicht, was mit all dem anfangen. Sie hat ihre Vergangenheit und vor allem ihren Vater aus ihrem Leben verdrängt. Nun bricht alles auf, Bild für Bild kehrt es zurück und Elisabeth merkt, dass sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss. Zuerst noch denkend, dass sie das nur für ihren Bruder macht, um diesem ein Bild seines Vaters aufschreiben zu können, macht sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Es ist eine Reise zurück zu den Plätzen seiner wie auch ihrer Vergangenheit. Erinnerungen tauchen auf an seinen Alkoholkonsum, ihre Angst vor ihm, seine Wut und ihre Flucht. Je mehr Elisabeth über ihren Vater erfährt, desto weiter entfernt sie sich von ihrem gewohnten Leben, vom Mann an ihrer Seite. Sie verstrickt sich immer tiefer in ihre eigene Herkunft und will von allem, was bis vor kurzem noch Alltag war, weg, hinein in eine neue Zukunft, die ihr echter und wahrer erscheint als alles, was bislang ihr Leben ausmachte. Gesucht hat sie ihren Vater, gefunden hat sie sich selber. Björn Biker erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die aus der sorgsam aufgebauten Welt in ihre eigenen Abgründe taucht und dabei viel über sich selber herausfindet, sich erst selber kennen lernt. Der schonungslose Blick eröffnet ihr eine neue Sicht auf ihr eigenes Leben und sie realisiert am Schluss, was wirklich zählt im Leben. Der Roman ist ein Buch über Wahrheit, Heimat, Liebe und Hass, es ist ein Buch über das Vergessen und das Erinnern, über Sucht und Verdrängen, ein Buch darüber, dass man die eigene Vergangenheit immer in sich trägt und doch jederzeit ie Möglichkeit hat, sein Leben selber zu gestalten, indem man es in die Hand nimmt. Es ist ein Buch über das Erwachsenwerden. Was wir erben besticht durch einen klaren Realismus, in welchem doch nie ganz klar ist, was Spiel, was wirkliches Leben ist und war. Es erzählt Geschichten des Lebens und erfundene, zeigt die Menschen im Leben und im Spiel desselben. Björn Biker schreibt in einer schnörkellosen und direkten Sprache. Er verzichtet auf Sentimentalität und Pathos, sondern erzählt, was ist oder zu sein scheint. Er legt die Gedanken seiner Figuren offen, stellt sie dar in ihrem Schein und Sein, ohne sie blosszustellen. Er zeigt die menschlichen Schwäche und was sie anrichten können, wenn es die von Eltern sind, ohne dabei zu sehr auf Opfer-Täter-Konstruktionen zu verfallen. Fazit: Eine Reise durch die Vergangenheit, um ganz in der Gegenwart anzukommen. Eine Geschichte, die etwas von jedem in sich trägt, ohne psychologisierend den Spiegel vorzuhalten. Sehr empfehlenswert.

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