Das Beste, was wir tun können, ist nichts

von Björn Kern 
2,6 Sterne bei22 Bewertungen
Das Beste, was wir tun können, ist nichts
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (4):
Schelmuffskys avatar

"Hertie und Gewühl" ist das vielleicht beste Graffiti, das ich je gesehen habe. Nichtstun: wieder "Herz und Gefühl" entdecken.

Kritisch (11):
naninkas avatar

Leider kein Lesevergnügen, obwohl es sehr schön geschrieben ist...

Alle 22 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Das Beste, was wir tun können, ist nichts"

'Nichtstun heißt ja nicht, dass ich nichts tue. Nichtstun heißt, die falschen Dinge sein zu lassen.'

In seinem Buch 'Das Beste, was wir tun können, ist nichts' erzählt der preisgekrönte Schriftsteller Björn Kern, wovon wir alle träumen: Mehr Zeit, weniger Arbeit, mehr Leben. Wunderbar komisch und charmant schildert er seinen ganz eigenen Abschied von Fleiß und Tatendrang hin zu mehr Gelassenheit.

'Früher war ich effizient, leistete sogar Multitasking. Eine scheußliche Fähigkeit, die einem noch fragilen Nichtstun schnell Schaden zufügt. Es kam vor, dass ich links das Kind auf dem Arm hielt, während ich rechts die Maus bediente, dabei aber telefonierte. In meinen dunkelsten Stunden kaufte ich bei Tchibo ein und rief bei Hotlines an. Bis mir klar wurde: So konnte es nicht weitergehen. Was war zu tun? Irgendwann ging es mir auf: Nichts!'

Björn Kern beschließt, auf einen alten Hof in den verlassenen Weiten des Oderbruchs zu ziehen. Seither arbeitet er so wenig wie möglich und verbringt seine Tage größtenteils auf einer Bank unter einem Birnbaum. Von dort aus erzählt er ebenso inspirierende wie pointierte Geschichten vom Nichtstun, in denen er nicht zuletzt auf ganz praktische Fragen eingeht: Ich habe einen Job, den ich nicht kündigen kann – was tun? Wie schaffe ich es, keinen neuen Rechner und kein neues Smartphone zu kaufen, geschweige denn eine Klappsense vom Baumarkt mit Plastikgriff? Warum macht Nichtstun so glücklich und rettet nebenbei auch noch die Welt?

'Das Beste, was wir tun können, ist nichts' ist Memoir und Manifest zugleich, Anleitung und Aufruf an alle, die vor 'zu viel Arbeit' und 'zu wenig Zeit' gerade dabei sind, das Beste im Leben zu verpassen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596522118
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:360 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:27.02.2019

Rezensionen und Bewertungen

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    Babschas avatar
    Babschavor einem Jahr
    Traum ohne Seifenblase


    Der Autor, mehrfach prämierter deutscher Schriftsteller, hat den Ausstieg, von dem alle abhängig arbeitenden Nichtjackpotgewinner so träumen, tatsächlich gewagt und im tiefsten Oderbruch einen alten Hof gekauft, auf dem er lebt und von wo aus er ab und zu nach Berlin zu seiner Familie pendelt. In seinem Buch reflektiert er über die Gründe, die ihn persönlich dazu bewegt haben, sich weitgehend aus den Zwängen gesellschaftlicher Normierung zu befreien und endlich so zu leben, wie es ihm passt und wie er es auch dem geneigten Leser wiederholt mit sanftem Druck ans Herz legt. Dabei setzt er sich durchaus kritisch und ernsthaft mit dem Wahnsinn, dem wir alle so täglich ausgesetzt sind, auseinander, gibt fairerweise dabei aber auch zu, dass seine Idee der "heilen Welt" durchaus ihre Grenzen hat, denn so ganz ohne "Kohle" geht´s in unserem Land dann ja auch nicht. Da mag die Natur so idyllisch sein, wie sie will.

    Klar, das "gelingende Nichtstun", das er hier als Königsdisziplin des Ausstiegs propagiert, mag als Ideal auch herhalten, aber ob man als sozial vernetzter und von den äußeren Umständen getriebener/gezwungener Mensch als alternative Lebensform tatsächlich den ganzen Tag "in the middle of nowhere"auf einer Bank unter einem Birnbaum sitzen, ins Weite stieren und dabei jede zielgerichtete Aktivität zwanghaft unterdrücken möchte, sei mal dahin gestellt. Meines Erachtens eine radikale, in dieser Form kaum umsetzbare, letztlich auch nicht unbedingt anzustrebende Idylle.

    Gefallen hat mir trotz des eher theoretischen Lebensmodells, das dem Autor hier vorschwebt, aber die konsequente Logik und der gelungene Schreibstil des Buches, der wiederholt zum Schmunzeln bei hohem Wiedererkennungswert Anlass gibt. Insgesamt eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch. Und vielleicht sogar tatsächlich eine Anregung für Veränderungen. Warum denn nicht.

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    Anis avatar
    Anivor 3 Jahren
    Hat mich leider nicht richtig überzeugen können

    In "Das Beste, was wir tun können, ist nichts" beschreibt der Autor Björn Kern seine Erfahrungen im Nichtstun. Man erfährt, dass es gar nicht so einfach ist, nichts zu tun ohne sich dabei lächerlich zu machen. Es gehört einiges dazu die Kunst des Nichtstuns zu verinnerlichen. Rückschläge kann es dabei immer geben, denn das Sprichwort "Erst die Arbeit und dann das Vergnügen", hat man sich schließlich von Kindesbeinen an anhören müssen, sodass es wirklich schwer ist, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen.

    Einen Ratgeber, in dem der Autor Tipps gibt und beispielsweise die Möglichkeit zu kleinen Auszeiten im stressigen Berufs- oder Privatleben aufzeigt, darf man von diesem Büchlein allerdings nicht erwarten. Denn es handelt sich hier eher um die Aneinanderreihung von kleinen Episoden, die relativ zusammenhanglos erzählt werden. Dabei bekommt man übrigens in jedem Kapitel unzählige Male die Weisheit, dass Nichtstun wichtig und erstrebenswert ist, serviert, sodass sich, trotz des lockeren und humorvollen Schreibstils, schon bald ein wenig Langeweile einstellt. Es empfiehlt sich deshalb auch, nicht zu viele Kapitel hintereinander zu lesen, da sich sonst auch noch der lockere Schreibstil, der eigentlich den besonderen Charme dieses Buchs ausmacht, etwas abnutzt und man in Versuchung gerät, die Kapitel nur noch zu überfliegen.

    In meiner Bewertung bin ich nun hin- und hergerissen. Denn eigentlich hat mir der lockere Stil sehr gut gefallen und einige der Kapitel haben mir sogar das ein oder andere unverhoffte Schmunzeln entlockt. Doch insgesamt gesehen bin ich mir nicht sicher, ob mir überhaupt eine der Episoden lange im Gedächtnis bleiben wird. Als Ratgeber ist das Buch also nicht zu empfehlen, als humorvolle Lektüre für zwischendurch schon eher. Aber da man über Geschmack ja bekanntlich streiten kann, werden die Meinungen da sicher auseinandergehen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch von mir leider nur zwei Bewertungssternchen. 

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    DeinSichererTods avatar
    DeinSichererTodvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Nah. Nicht unbedingt empfehlenswert. Zum Schluss hin schlechter geworden.
    Das Lesen des Buches hätte man auch gut mit Nichtstun verbringen können

    Und trotzdem fange ich mit den positiven Aspekten an!
    "Das Beste, was wir tun können, ist nichts", geschrieben von einem Autor, der so sehr ins Leben der Modernen Gesellschaft eingespannt war, dass er die eigentliche Schönheit unseres Daseins ganz aus den Augen verlor und sie folglich jeder einzelnen Person in seiner Umgebung irgendwie auf die Nase binden wollte.

    Viel zu sagen gibt es nicht, denn umso mehr ich hier schreibe, desto weniger Zeit habe ich letztlich, um nichts zu tun ;-)

    An sich herrscht anfangs ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den kurzen Kapiteln; es scheint, als wolle uns Herr Kern kleine Weisheiten zwischen den Zeilen mit auf den Weg geben, um nicht irgendwann wie er zu enden. Also vor seiner unglaublichen Transformation zum allwissenden Nichtstuer. Mit Witz wird man durch die Seiten geführt, nach den ersten Geschichten fand ich das Buch schon wirklich toll und unterhaltsam - und ich dachte mir: "Mensch, DER hat es verstanden!"

    Leider währte diese Meinung nicht allzu lange an, denn auch, wenn seine Kernaussagen überwiegend wahr sind, so werden sie nicht "wahrer", wenn sie noch in drölf anderen Erzählungen auftauchen. Ein weiteres Kontra ist in meinen Augen die sture Subjektivität. Mag ja sein, dass diese Person eine bestimmte gesellschaftliche Norm nicht "versteht" oder akzeptieren will - trotzdem kann man sie tolerieren. 

    Irgendwie erschien mir das komplette Buch zum Schluss hin nur noch wie eine Zusammenfassung mehrerer Ausgaben diverser Minimalismus-Lifestyle-Zeitschriften.Wenn ihr mal per Zufall über dieses Buch stolpert, so könnt ihr ruhigen Gewissens einen Blick hinein werfen, genauso gut aber auch mal alle Fünfe grade sein lassen, wie es so schön heißt. 

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    Bücherfürgrossundkleins avatar
    Bücherfürgrossundkleinvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch ist eine amüsante Lektüre, das sich sehr leicht liest, aber man nicht allzu ernst nehmen sollte.
    Leichte Lektüre für unterwegs

    Beim Betrachten des Buchcovers dachte ich, dass es eine Art Ratgeber ist – mit vielen Tipps und Tricks gespickt -  der dem Leser zeigt, wie er seine Zeit besser nutzen kann.

    Der Autor hat einen sehr eigenen Schreibstil, den man nicht allzu ernst nehmen sollte. Die Kernaussage des Buches ist meiner Meinung nach, dass man nicht alles haben muss was gerade up to date ist, jeder sollte für sich entscheiden worauf er verzichten kann und will. Man sollte abwiegen, was einem Wichtig und was unwichtig erscheint.

    Fazit: Das Buch ist eine amüsante Lektüre, das sich sehr leicht liest, aber man nicht allzu ernst nehmen sollte.

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    leucoryxs avatar
    leucoryxvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: 2,5 Sterne. Es hat seine amüsante Stellen, aber ansonsten ist es unstrukturiert, wiederholend und ein Anti-Ratgeber.
    Nichtstun - das Buch nicht lesen

    In dem Buch "Das Beste, was wir tun können, ist nichts" erzählt der Autor Anekdoten aus seinem Leben bei dem Versuch absolut nichts zu tun. Er zieht dazu aus dems tressigen Berlin nach Brandenburg. Vor seinem kleinen Haus steht eine Bank unter einem Birnbaum und am liebsten sitzt er dort und tut nichts. Allerdings ist es gar nicht so einfach nichts zu tun wie man denkt.

    Das Cover passt gut mit seiner Einfachheit und der Bank sehr gut zu dem Buch, allerdings mag ich gelb als Coverfarbe nicht. Ich hatte inen Ratgeber erwartet, der mir Möglichkeiten aufzeigt wie ich im stressigen 21. Jarhundert öfter zur Ruhe kommen kann, mir Auszeit nehme und einfach mal Multitasking bleiben lassen kann. Was ich bekam, waren unstrukturierte Aneinanderreihungen von Ankedoten des AUtors wie er versucht nichts zu tun. Hierbei ist jedoch nicht Nichtstun als ENtspannung Zwischendurch gemeint, sondern als allumfassende Tätigkeit. So viel und oft anzuwenden wie möglich, am liebsten ausschließlich. Dem Autor misslingt das. Er verfällt in blinden Aktionismus, lernt nicht aus Fehlern und betetet dennoch immer wieder vor wie gut und wichtig Nichtstun ist. Er erkennt, was es braucht, damit man sich überhaupt dem Nichtstun hingeben kann. Aber diese Bedingungen sind nur allzu selten da. Der Autor selbst bekam von mir eher Mitleid als Zuspruch, da viele seiner Aktionen doch eher peinlich waren. viel sympathischer waren mir da sein "märkischer Nachbar", der immer mit Rat und Tat zur Seite stand, und seine Freundin, die eine Engelsgeduld mit zu haben scheint.
    Der Schreibstil ist sehr wiederholend und die kurzen Kapitel ungeordnet aneinander gereiht. Ein paar Szenen fand ich ganz amüsant und kamen mir bekannt vor. Insgesamt konnte mich das Buch aber nicht fesseln und schon gar nicht überzeugen. Da verbleibe ich lieber bei meinem Tun.

    Wer einen Ratgeber für mehr Entspannung mit wertvollen Tipps sucht, wird hier wohl enttäuscht werden. Wer allerdings ein paar amüsante Anekdoten lesen möchte, darf sich gerne hieran versuchen.

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    PhuongNguyens avatar
    PhuongNguyenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ich hatte viel Spaß beim Lesen. Meine Empfehlung ist, das Buch nicht zu ernst zu nehmen. Es wäre eine gute Reisebegleiter.
    Eine Chance, eine neue und besondere Lebensweise kennenzulernen

    Ehrlich gesagt war ich ein bisschen überrascht, als ich mit dem Buch angefangen habe, weil mir den Inhalt unerwartet war. Nach dem Lesen der Leseprobe habe ich erwartet, ein Buch über die Anwendung des Nichtstun im Alltag lesen zu können. Daran würde ich mich sehr interessieren. Trotzdem geht das Buch in eine andere Richtung, die ich auch nicht ganz schlecht finde.

    Inhalt:

    Das Buch ist wie eine Sammlung der Gedanken des Autors auf seinem Weg zum totalen Nichtstun. Ja, wirklich nichts zu tun. Björn Kern wohnte in Berlin, dann zog er nach Oderbruch, und fing er mit dem Nichtstun an. Er hat sowohl die Umgebung als auch die Menschen und selbst detailliert beobachtet und darüber viel nachgedacht. Seine Gedanken werden durch die alltäglichen Problemen und Interaktionen geprägt. Am bemerkenswertesten sind die Geschichten mit dem märkischen Nachbarn, der sehr exzentrisch und witzig ist. Der Autor beschreibt einerseits seine Schwierigkeiten beim Nichtstun in einer Leistungsgesellschaft, in der alle immer irgendwas zu tun hat. Andererseits teilt er den Lesern die Vergnügen eines sorglosen, materiell unabhängigen Lebens. Bis zum Ende kann man feststellen, dass das Nichtstun zu ihm passt.

    Eindruck:

    Als Deutschlerner kann ich das Buch leicht und ununterbrochen lesen dank des flüssigen und entspannten Schreibstils. Die innere Ruhe wird deutlich durch die Wörter und Kurzgeschichte aufgezeigt. Es fehlt nicht an humorvollen Abschnitten.

    Inhaltlich bin ich nicht total zufrieden. Die Leseprobe hat mir den Eindruck geben, als ob das Buch die Auszeiten und das Verlangsamen im Alltag erwähnen würde. Im Gegenteil erfahre ich eine persönliche Geschichte. Das finde ich auch okay, nur ein bisschen enttäuscht. Noch ein Minus ist die Zusammenhang der Geschichte. Die sind nicht ganz verbindlich und manchmal wiederholend.

    Einige Gedanken vom Autor habe ich sehr ernst genommen und dazu Gedanken gemacht. Dadurch habe ich auch viel gelernt. Wie z.B.:

     - Du solltest sowieso studieren/arbeiten/ein "typisches, normales" Leben führen, um später entscheiden zu können, was dir wichtiger ist.

    - Geld ist schade das Kriterium für den Erfolg eines Menschen. Daher entstehen die meisten Probleme unsere Gesellschaft - Ungerechtigkeit, keine Selbstachtung, Leistungsdruck usw.

    Fazit: Alles in allem hatte ich viel Spaß beim Lesen. Meine Empfehlung ist, das Buch nicht zu ernst zu nehmen. Es wäre eine gute Reisebegleiter.

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    Kaitos avatar
    Kaitovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Gute Idee, aber die Umsetzung hat bei mir nicht gezündet. Zu viel blinder Aktionismus, zu wenig Lacher. Schade.
    Pleiten, Pech und Pannen eines Autors

    'Wenn man aufhört, auf die anderen zu hören, nimmt man auf einmal wahr, was man davor überhört hatte.', soweit die Aussage des Autors.
    Er möchte in diesem Buch Menschen, die vor »zu viel Arbeit« und »zu wenig Zeit« gerade dabei sind, das Beste im Leben zu verpassen anleiten wieder zu einem glücklichen Leben voller Nichtstun zurück zu finden.
    Dazu erzählt er verschiedene kleine Anekdoten aus seinen eigenen Erfahrungen rum um das Nichtstun. Jede Anekdoten bildet ein Kapitel, was dazu führt dass das Buch recht viele aber auch sehr kurze Kapitel hat.
    So kommt man recht flott durch das Buch, kann es aber auch sehr gut häppchenweise zwischendurch lesen.

    Allerdings folgen die Kapitel keiner ersichtlichen Reihenfolge.
    Mal erzählt der Autor vom Leben mit Frau und Kind in Berlin, mal von seinem alten Hof in den Weiten des Oderbruchs, mal aus seinem Freundeskreis oder dem Arbeitsalltag.
    Es springt von einem Ereignis zum nächsten. Übergeordnete Themen, wie bei regulären Ratgebern fehlen hier völlig.

    Das Nichtstun ist immer Ziel jeder Handlung des Autors.
    So recht gelingen will es ihm aber nicht. Entweder weil er schon so von unserer leistungsorientierten Gesellschaft eingenommen ist, oder vielleicht weil er von Natur aus eher ein aktiver typ ist und schneller handelt als er nachdenkt?
    Auf jeden Fall führt scheitert der Autor regelmäßig mal mehr, mal weniger amüsant an den Hürden auf dem Weg zum Nichtstun.
    Sei es die übereifrige Renovierung des alten Hofs, die dann mehr Arbeit macht als man eigentlich wollte; oder das Kaufen und Zurückbringen von Werkzeugen und Utensilien, die man sich doch viel besser vom Nachbarn hätte leihen können; oder auch das mehrmalig Anrufen bei einer Service-Hotline um etwas umzumelden, das man dann doch lieber abmelden will.
    Insgesamt hat man den Eindruck, dass der Autor erstmal etwas tun will oder muss, bevor er seinen Verstand gebraucht oder jemanden mit mehr Erfahrung fragt.
    Bei mir hat das zu einem anhaltenden "hab-ich-doch-gleich-gesagt"-Gefühl und starkem Kopfschütteln geführt.

    Zwei Positive Eindrücke hat das Buch allerdings bei mir hinterlassen.
    Zum einen ist der Schreibstil locker und flüssig zu lesen. So kommt man gut vorwärts, auch wenn ich beim Lesen öfter gehofft habe, dass das Elend der Autors doch bitte bald ein Ende haben soll.
    Und zum anderen ist die Grundidee des Buches sehr gut.
    Ja, wir verbringen zu viel Zeit vor dem Bildschirm und im Büro und zu wenig Zeit mit Dingen, die wirklich wichtig sind. Und ja, viele von uns haben kein Verständnis für Menschen, die nicht nach Ruhm, Reichtum oder der großen Karriere streben.
    Dieses Buch möchte uns wachrütteln und uns zeigen, dass das Leben auch ohne Geld, Sportwagen und protziger Villa sehr schön sein kann und auch viel glücklicher macht ohne das x-te neue Smartphone.
    In der Umsetzung hat der Autor sich aber eher selbst zum Gespött degradiert, als dass er uns das nötige Handwerkszeug an die Hand gegeben hat um selbst ein Leben in gelungenem Nichtstun zu verbringen.

    Für mich bleibt als Fazit die Erkenntnis, dass man erst über seine Handlungen nachdenken sollte, bevor man das Nichtstun mit unnötigen Tätigkeiten voll stopft.

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    Idgys avatar
    Idgyvor 3 Jahren
    Schade....

    Björn Kern wurde 1978 in Lörrach (Baden) geboren.

    In seinem Buch „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“ schildert er seine Sichtweise, sowie auch seine
    Erfahrungen mit dem Nichtstun, oder eben auch mit dem Tun.
    Erwartet hatte ich Anregungen, neue Erkenntnisse, Ideen, die den Alltag wieder "erden"!

    Zum Inhalt:
    Der Autor beschreibt, wie er dem schnelllebigen und hektischen Leben in der Großstadt Berlin eine Absage erteilt und stattdessen einen sanierungsbedürftigen Hof im Oderbruch erwirbt.
    Er lässt sich hier nieder und lässt sich auf das Landleben ein, wie ein Kind, dass mit großen Augen in die Weltgeschichte blickt.
    Seine Naivität ist teilweise grauenvoll!!!!
    Macht Landwirtschaft eventuell Arbeit?
    Ein heruntergekommener Hof steht der Kunst des Nichtstuns im Weg?!
    Huch, was für eine Offenbahrung!

    Die Erzählungen aus der Vergangenheit und die Gründe für seinen Rückzug aus dem Berufs- und Stadtleben wechseln sich mit der Gegenwart auf dem Hof ab.
    Zu Beginn werden recht unterhaltsame Episoden des Landebens geschildert.
    Das Highlight stellt für mich der märkische Nachbar dar.

    Was soll ich sagen?!
    Schreiben kann unser guter Herr Kern!!! Und das auch wirklich gut, sonst hätte ich niemals durchgehalten.
    Schade ist einfach, dass sich das Buch auf Dauer so zäh und langweilig gestaltet, dass auch die "Schreibe" es nicht mehr richten kann.

    Lieber Herr Kern, bitte verschwenden Sie ihre absolut vorhandene Gabe zukünftig nicht an so eine langweilige, leider -meiner Meinung nach- unrealistische Geschichte!
    Da geht mehr, was auch die Vergangenheit zeigt.

    Fazit: Meine Erwartungen wurden unterschritten, ich hatte einfach etwas ganz Anderes erwartet.

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    kalligraphins avatar
    kalligraphinvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr unterhaltsames und gut geschriebenes Buch, das zum Nachdenken anregt. Leider fehlen Struktur oder konkrete Aussagen.
    Über das Nichtstun

    „Nichtstun ist oft nicht einfach. Es verlangt uns viel, manchmal alles ab. Dafür macht Nichtstun glücklich, ist unschädlich und umweltfreundlich.“ (8)

    Vor allem, wer selbst täglich dem Bürowahnsinn ausgesetzt ist, kommt irgendwann auf die Idee, dass viele Jobs heutzutage überflüssig sind. Man denkt zunehmend darüber nach, dass man seine kostbare Lebenszeit auch sinnvoller und nach eigenen Vorstellungen verbringen könnte. 

    Also komplett aussteigen? Kann das funktionieren? Wie komme ich trotzdem an das nötige Kleingeld für meinen Lebensunterhalt? Wie reagiert die Gesellschaft? Welche Auswirkungen hätte kollektives Nichtstun und Sichselbstverwirklichen auf die Gesellschaft und Wirtschaft?

    Ist Nichtstun und dabei Glücklichsein heute für jeden möglich und wenn ja, wie?

    Antworten auf solche Fragen würde man sich von einem Buch mit dem Titel „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“ erwarten. Leider werden sie nicht gegeben.

    Stattdessen hat Björn Kern uns ein kurzweiliges Büchlein geschrieben, das unterhaltsam wiedergibt, wie er selbst einen alten, nahezu zerfallenen Bauernhof im Oderbruch kauft und sich dort nach und nach ein ruhiges Leben unter einem alten Birnbaum… aufbaut.

    Einige der Fragen werden zwischendurch auch im Buch aufgeworfen. Manche Theorie aufgestellt. Allerdings nur sehr am Rande, nicht diskutierend, sondern feststellend. Es wird keine Argumentation für irgendetwas aufgebaut oder Meinungen gegenübergestellt. Dem Leser wird, wenn überhaupt, genau eine Meinung als Tatsache präsentiert und dann die nächste Anekdote erzählt.

    Insgesamt wirkt der Autor dadurch wie ein pubertierender Hipster, der die Stadt so halb (Zweitwohnung und Kita-Platz lässt man besser bestehen) verlassen hat und sich nun auf dem Lande wie ein Gutmensch fühlen kann. Zumindest so lange, bis das marode Dach vom alten Bauernhof einstürzt.

    Obwohl das Buch also meine Erwartungen nicht erfüllen konnte, fand ich es sehr unterhaltsam und angenehm zu lesen. Was vor allem daran liegt, dass Björn Kern einen wunderbaren Schreibstil hat.

    Kommentare: 2
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    DanielaNs avatar
    DanielaNvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: amüsante Anekdoten über den Selbstversuch des "gelingenden Nichtstuns", aber das "Rezept" der Kapitel wiederholt sich dann doch zu sehr
    Anekdoten und Gedanken zum Nichtstun - nicht für jedermann/-frau so umsetzbar

    "Wer etwas tut , hat das Verständnis auf seiner Seite. Wer nichts tut, leidet unter Rechtfertigungsdruck. Angeblich muss man es sich verdienen, nichts zu tun." Diesem Zitat vom Anfang des Buches kann der durch Arbeit und/oder Familie und/oder Freizeit gestresste Mensch vermutlich beipflichten. Wer aber einen Ratgeber für Entschleunigung erwartet, wird enttäuscht sein.

    Björn Kern berichtet in seinem Buch von seinen Selbstversuchen im "gelingenden Nichtstun". Das tut er auf amüsante Weise und mit Selbstironie. Man kann das Buch schnell runterlesen. 

    Inhaltlich konnte ich mich hingegen nicht so recht mit allen Gedankengängen anfreunden. Tatsächlich scheint Kerns Botschaft an den Leser zu sein: Tue nichts, sitze am besten nur auf einer Bank unter einem Birnbaum. Das wäre mir persönlich für ein erfülltes Leben zu wenig, so gern ich selbst in der Natur bin und einfach nur schaue.

    Kern wendet sich gegen den heutzutage verbreiteten Aktionismus, übt Konsumkritik und Kritik an der Wegwerfgesellschaft und der Abhängigkeit von unseren "Superhandys", bewundert seinen Nachbarn, einen Selbstversorger - alles Themen und Punkte, mit denen der moderne (Großstadt)Mensch sich gern einverstanden erklärt. Aber so zu tun, als lösten sich all die angeschnittenen Probleme allein durch "Nichtstun" im wörtlichen Sinn, scheint mir dann doch etwas kurz gesprungen. Wenn dann zugleich mit verblüffender Offenheit berichtet wird, wie von ihm bewunderte "Nichtstuer" andere betrügen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, oder sich durchs Studium mogeln, dann muss sich ein Leser, der so blöd ist, noch ehrlich zu arbeiten, ziemlich dumm vorkommen.

    Deshalb: Richtig sympathisch wird mir Herr Kern nicht, aber gut schreiben und sich vermarkten kann er.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    LaMargaritas avatar

    Gelingendes Nichtstun fordert Konzentration ein und bedarf eines magischen Quäntchens Glück.“

    Das Beste, was wir tun können, ist nichts“, das neue Buch des preisgekrönten Autors Björn Kern verrät uns das, was wir insgeheim schon immer gehofft hatten. Nämlich, dass Nichtstun nicht nur gut für uns ist, es ist das Beste! Denn während wir gestresst von Termin zu Termin hasten, vergessen wir oft die wirklich schönen Dinge im Leben. Ein Buch zum Nachdenken und Zurückschalten in einer Welt voller Stress und Hektik. 

    Mehr zum Inhalt:
    'Wenn man aufhört, auf die anderen zu hören, nimmt man auf einmal wahr, was man davor überhört hatte: die leise, vom Unterbewusstsein aufsteigende Stimme menschlicher Bedürfnisse, die nur selten darum bittet, ins Büro zu fahren, im Stau zu stehen, sich vor dem Bildschirm den Nacken zu reiben, oder eine hausinterne Mail mit ‚Lieber Herr Hartmann‘ zu beginnen, obwohl der liebe Herr Hartmann das letzte Arschloch ist, wie jeder im Betrieb weiß. Eigentlich will man das alles nicht. Eigentlich will man frische Luft, weite Sicht, ein bisschen platonische und sehr viel körperliche Liebe. Grundlage dafür: gelingendes Nichtstun.'
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    Zum Autor
    Björn Kern  Björn Kern wurde 1978 in Schopfheim (Südbaden) geboren. Nach seiner Arbeit in einem Heim für psychisch Kranke und alte Menschen in Südfrankreich studierte er in Tübingen, Passau und Aix-en-Provence und auch am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Nebenbei hospitierte er bei diversen Medien. Derzeit lebt er in Südbaden und Berlin. Er wurde bereits mit einigen Auszeichnungen und Stipendien belohnt, u.a. dem Brüder-Grimm-Preis 2007 und dem Casa-Baldi-Stipendium der Villa Massimo 2010. "KIPPpunkt" war 2001 sein erster Roman.

    Zusammen mit dem FISCHER Taschenbuch Verlag verlosen wir 25 Exemplare von „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“ an Testleser, die genug vom Alltagsstress haben und ihr Leben wieder in vollen Zügen durch reines Nichtstun genießen wollen. Wenn das genau richtig für euch klingt, dann bewerbt euch gleich über den „Jetzt bewerben“- Button* und beantwortet bis zum 09.03. in eurer Bewerbung die folgende Frage:

    Björn Kern will uns mit seinem Buch zeigen, dass wir im Alltagsstress oft das Beste vom Leben verpassen. Wann und warum habt ihr zum letzten Mal einfach nichts gemacht?

    Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten!

    Außerdem werdet ihr in der Leserunde die einmalige Chance haben eure Fragen an den Autoren Björn Kern zu stellen!


    Viel Glück!

    * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.

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    Pressestimmen

    Eine Art Anleitung zum gehobenen Ausstieg aus dem kapitalistischen Hamsterrad.

    Hier schreibt einer, der sich dringend auch seines eigenen Ehrgeizes entledigen möchte. Das macht er amüsant, persönlich und klug.

    Bei allem ironischen, humorvollen Ton gibt Björn Kern dem Leser auch nachdenkenswerte Impulse mit.

    Das Buch ist eine interessante Mischung aus Essay und Roman – und seine Lektüre ist dem Nichtstun entschieden vorzuziehen.

    Björn Kern ist es gelungen, lebensphilosophische Betrachtungen, charmante Selbstironie mit gnadenloser Konsumkritik und provokativen Hypothesen zu einem unheimlichen Lesevergnügen zu verbinden.

    den Ausbau seines Traums in Neulangsow hat er in seiner Hymne auf das Nichtstun beschrieben, mit viel Selbstironie und Humor und Menschenfreundlichkeit

    Mit der Fähigkeit zur ironischen Selbstbetrachtung und einer angenehm unideologischen Haltung nimmt uns Björn Kern mit ins wahre Wunderland

    Einziges notwendiges Selbsthilfebuch der Geschichte.

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