Björn Kern Das erotische Talent meines Vaters

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Inhaltsangabe zu „Das erotische Talent meines Vaters“ von Björn Kern

"Seit nun schon zwei Jahren verhielt er sich, als durchlebe er eine zweite Pubertät. Ich hatte ihm diese Phase damals erspart, es war nicht fair."

Ist es ein vom Wunsch nach Nähe angeregter Wochenendausflug zum Vater oder ein Kontrollbesuch? Als der Sohn, der Icherzähler in Björn Kerns neuem Roman, aus Berlin an den Bodensee kommt, um nach längerer Zeit einmal wieder nach dem Vater zu sehen, holt dieser ihn nicht vom Zug ab. Vergessen, verschusselt, egal? Der Vater Jakob, hoch in den Sechzigern, aber von fast schon erschreckender Virilität, durchtrainiert und mit einer beeindruckenden schwarzen Lockenpracht gesegnet, stellt den Sohn, der als Pfleger arbeitet, vor nicht wenige Rätsel. Welche Rolle spielen die beiden Frauen, die den Vater zu belagern scheinen und von denen er sich angeblich belästigt fühlt, tatsächlich? Was finden sie an ihm und was am Sohn? Wieso ist der Vater so fit und wo treibt er sich eigentlich nachts herum? Nimmt er gar Drogen?

Farbig und unterhaltsam, spannend und mit einigem Augenzwinkern erzählt Björn Kern von der neuen, verkehrten Welt, in der die Kinder bürgerlicher sind als ihre freizügigen, sich um ihre Selbstverwirklichung sorgenden Eltern. Komisch und melancholisch zugleich bietet der Roman eine höchst zeitgemäße Variante des uralten Vater-Sohn-Konfliktes.

...

— kalligraphin

Und was unser allseits hochgeschätzter Mr. Rail an dieser Stelle noch vergessen hat zu erwähnen, ist der Link zur Lesung: http://www.lovelybooks.de/lesung/bjoern-kern/

— bubu

Das Buch zur Livestreamlesung - die Livestreamlesung zum Buch - am 08.03. sehen - hören- genießen. Ein legendäres Gartenhaus geht auf Sendung!

— Mr. Rail

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  • Leserunde zu "Das Beste, was wir tun können, ist nichts" von Björn Kern

    Das Beste, was wir tun können, ist nichts

    LaMargarita

    „Gelingendes Nichtstun fordert Konzentration ein und bedarf eines magischen Quäntchens Glück.“ „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“, das neue Buch des preisgekrönten Autors Björn Kern verrät uns das, was wir insgeheim schon immer gehofft hatten. Nämlich, dass Nichtstun nicht nur gut für uns ist, es ist das Beste! Denn während wir gestresst von Termin zu Termin hasten, vergessen wir oft die wirklich schönen Dinge im Leben. Ein Buch zum Nachdenken und Zurückschalten in einer Welt voller Stress und Hektik.  Mehr zum Inhalt: 'Wenn man aufhört, auf die anderen zu hören, nimmt man auf einmal wahr, was man davor überhört hatte: die leise, vom Unterbewusstsein aufsteigende Stimme menschlicher Bedürfnisse, die nur selten darum bittet, ins Büro zu fahren, im Stau zu stehen, sich vor dem Bildschirm den Nacken zu reiben, oder eine hausinterne Mail mit ‚Lieber Herr Hartmann‘ zu beginnen, obwohl der liebe Herr Hartmann das letzte Arschloch ist, wie jeder im Betrieb weiß. Eigentlich will man das alles nicht. Eigentlich will man frische Luft, weite Sicht, ein bisschen platonische und sehr viel körperliche Liebe. Grundlage dafür: gelingendes Nichtstun.' Zur Leseprobe Zum Autor  Björn Kern wurde 1978 in Schopfheim (Südbaden) geboren. Nach seiner Arbeit in einem Heim für psychisch Kranke und alte Menschen in Südfrankreich studierte er in Tübingen, Passau und Aix-en-Provence und auch am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Nebenbei hospitierte er bei diversen Medien. Derzeit lebt er in Südbaden und Berlin. Er wurde bereits mit einigen Auszeichnungen und Stipendien belohnt, u.a. dem Brüder-Grimm-Preis 2007 und dem Casa-Baldi-Stipendium der Villa Massimo 2010. "KIPPpunkt" war 2001 sein erster Roman. Zusammen mit dem FISCHER Taschenbuch Verlag verlosen wir 25 Exemplare von „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“ an Testleser, die genug vom Alltagsstress haben und ihr Leben wieder in vollen Zügen durch reines Nichtstun genießen wollen. Wenn das genau richtig für euch klingt, dann bewerbt euch gleich über den „Jetzt bewerben“- Button* und beantwortet bis zum 09.03. in eurer Bewerbung die folgende Frage: Björn Kern will uns mit seinem Buch zeigen, dass wir im Alltagsstress oft das Beste vom Leben verpassen. Wann und warum habt ihr zum letzten Mal einfach nichts gemacht? Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten! Außerdem werdet ihr in der Leserunde die einmalige Chance haben eure Fragen an den Autoren Björn Kern zu stellen! Viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken.

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  • Rezension zu "Das erotische Talent meines Vaters" von Björn Kern

    Das erotische Talent meines Vaters

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. July 2012 um 16:05

    Das war nix. Wenn ich auf einer Buchseite eine Handlung erfahre und dann über x Gedanken und Beobachtungen lesen muss, die sich aufgrund der Handlung oder auch unabhängig davon machen lassen, und ich erst auf der nächsten Buchseite erfahre, wie der Kern der Geschichte weiter geht, dann ist mir das zu blöd. Kurzum: Die Haupthandlung ist mir zu zerstückelt und unterbrochen von Gedanken und Beobachtungen. Ich konnte nach 30 Seiten immer noch keine Idee der Geschichte entdecken.

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  • Rezension zu "Das erotische Talent meines Vaters" von Björn Kern

    Das erotische Talent meines Vaters

    Asaviel

    31. March 2011 um 19:04

    Titel und Cover: Ein völlig in Weiß gehaltenes Cover mit schwarz/weiß Bildern. Zwei Frauen, ein Mann. Nur durch seine Schlichtheit kann dieses Cover Interesse wecken. Der Titel „Das erotische Talent meines Vaters“ schlägt im Vergleich dazu ein wie eine Bombe. Automatisch fragt man sich selbst, ob man über dieses Thema überhaupt etwas wissen möchte. Was gibt es da zu wissen? Gleichzeitig wirkte der Titel aber von Anfang abschreckend auf mich. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich zwischen den Buchdeckeln etwas verbergen kann, das mich wirklich interessiert. Inhalt: Phillip besucht seinen Vater Jakob einmal im Jahr für zweieinhalb Tage. Das ist Routine geworden. Diesmal kommt hinzu, dass seine Mutter – Iris – ihn beauftragt hat, möglichst viel über seinen Vater in Erfahrung zu bringen. Bei diesem gehen zwei Damen ein und aus und das obwohl Jakob behauptet sie stören ihn nur. Warum macht er sich trotzdem schick und scherzt mit den beiden Frauen? Warum hält er sich ausgesprochen fit und wie schafft er das? Während all dieser Fragen hadert der Ich-Erzähler auch mit seinem Leben. Mit seiner verflossenen Liebe, die ihn verließ, da er in einer Psychiatrie arbeitet und dort Menschen auch in ihren intimsten Momenten sieht. Am Ende führen die beiden Männer tatsächlich ein klärendes Gespräch, doch der Graben zwischen ihnen bleibt weiter bestehen. Eigene Meinung: Mit nur knapp 190 Seiten liegt das Buch weit unter der Dicke, die ich normalerweise lese. So war die Lektüre auch schnell beendet, was durch den leicht zu lesenden und oft mündlich wirkenden Stil noch unterstützt wird. Obwohl die Sätze meistens lang sind, gibt es kaum Probleme beim Erfassen des Inhalts. Die Gedanken des Ich-Erzählers werden oft eins zu eins in Schriftform gebracht. Obwohl ich es erst kaum für möglich gehalten hatte, kam doch Spannung auf. Was ist denn nun mit dem Vater? Nimmt er tatsächlich Drogen? Obwohl die Auflösung beinahe vorhersehbar war, hatte ich doch nicht damit gerechnet. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Der Vater wirkt teilweise übertrieben und seine Beteuerungen, dass er den Besuch der Frauen nicht will, lässt einen schmunzeln, denn ganz offensichtlich genießt er ihre Anwesenheit. Geleichzeitig wirft der Roman ein Blick auf die verschiedenen Generationen. Der Vater – ein 68er, der die Geschichten über seine ach so böse Vergangenheit, in der er scheinbar ein Rebell war, noch gerne ausschmückt und dem gegenüber sein Sohn, Pfleger von geistig erkrankten Menschen, der sich Sorgen macht, sich beim Baden im See zu erkälten. Es lässt einen Schmunzeln zu sehen, wie scheinbar die Rollen vertauscht sind: Der Junge mahnt und der Vater verlangt, dass der Sohn mal wieder ordentlich auf den Putz hauen soll. Fazit: Es ist ein Buch, dem es gelingt humorvoll eine Vater-Sohn-Beziehung zu beleuchten und gleichzeitig Fragen zu stellen, Fragen an die Gesellschaft und an die innere Einstellung. Es sind diese Fragen, durch die das Lesen Freude bereitet. Ich vergebe vier von fünf Sternen.

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  • Rezension zu "Das erotische Talent meines Vaters" von Björn Kern

    Das erotische Talent meines Vaters

    Claudia-Marina

    Gibt es einen Moment, in dem sich die Perspektiven zwischen Eltern und Kindern verschieben? In dem sich die ganze Beziehung auf den Kopf stellt? Philip fährt nur übers Wochenende nach Hause um seinen Vater zu besuchen. Niemand holt ihn vom Bahnhof ab, die Küche ist ein Saustall und sein Vater macht sich mehr Gedanken darüber, wie er sich die zwei Frauen, die ihn angeblich belagern, vom Hals halten soll, als über die Gefühls-und Gedankenwelt seines Sohnes. Verkehrte Welt. Der Sohn putzt die Küche und regt sich über das Verhalten seines Vaters auf. Wer ist hier spießig und wer probt den Aufstand? Jakob, der Vater – Ende sechzig, durchtrainiert, volles Haar, fast schon erschreckend vital – stellt Philip vor Rätsel. Nimmt Jakob Drogen? Viagra? Ein zweiter Frühling oder die Angst vor dem Ende? Was treibt ihn zu diesem Verhalten? Philip, der Sohn, bekommt im Vergleich einen fast biederen Anstrich. Konservativ. Oder einfach nur auf der Suche nach einem festen Platz im Leben? Auf einmal steht Philip vor dem Problem, ein ganzes Wochenende mit seinem neo-pubertären Vater verbringen zu müssen. Inklusive zweier Frauen und einem Familienfreund mit fragwürdigen kulinarischen Vorlieben. Wie konnte es so kommen? Sollte Jakob nicht im Schaukelstuhl sitzen und Zeitung lesen, den Rasen mähen und die Rosen schneiden? Vielleicht müssen auch Kinder sich damit abfinden, dass Eltern nicht so werden, wie sie sich das vorgestellt haben. Leicht skurril ist es schon, wie Björn Kern den Konflikt zwischen Vater und Sohn beschreibt. Immer ein wenig überzogen. Mit einem Augenzwinkern erzählt, einem Lächeln auf den Lippen. Verschmitzt. Aber trotzdem mit einem ernsten Kern. Muss man das Verhalten seiner Eltern immer verstehen? Und warum kann nicht alles so bleiben, wie es früher einmal war?

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  • Rezension zu "Das erotische Talent meines Vaters" von Björn Kern

    Das erotische Talent meines Vaters

    Clari

    20. June 2010 um 14:26

    Eine Vater-Sohn Beziehung von seltsamer Qualität Björn Kern ist bisher hervorgetreten mit Endzeitstudien wie „Einmal noch Marseille“ und "Die Erlöser AG“. Wenn der Autor auch dieses Mal von einem Sohn und seinem Vater Mitte der sechzig erzählt, so geht es doch hier um das Leben und nicht um das Lebensende. Philipp besucht aus Berlin kommend seinen Vater am Bodensee. Die schöne Landschaft, die Gärten, die Natur und das schon fast südliche Ambiente bieten den Rahmen für die Geschichte. Der Vater, ein Alt-68 er, bewohnt eine Villa am See. In seinem Haus verkehren verschiedene Damen, von denen man nicht so genau weiß, welche nun seine eigentliche Favoritin ist. Man gewinnt den Eindruck, dass er sie alle nicht will, denn er hat sich zum Eigenbrötler entwickelt. Er ist allerdings gut aussehend und sportlich trainiert, so dass er jugendlichen, frisch und anziehend wirkt. Der Icherzähler beobachtet das Leben und Treiben im Haus mit einiger Verwirrtheit über die dort herrschende Konfusion. Es ähnelt eher einem Quartier der Bohème denn einem gutbürgerlichen Wohnhaus. Ratlos machen ihn die weiblichen Bezugspersonen des Vaters. Auch Philipps Mutter Iris ist in ihrer Phase der Selbstverwirklichung hängen geblieben und lebt fern in ihren eigenen Sphären. Philipp, der einem ordentlichen Beruf als Behindertenpfleger nachgeht, ist leicht düpiert und kann mit dem chaotischen Leben seiner Eltern recht wenig anfangen. Er sieht seine Eltern und besonders den Vater mit kritischem Blick. Versuchsweise schafft er Ordnung in dessen Haus und Küche, gibt aber bald auf, denn in dessen Leben herrscht ein Chaos, das er nur missbilligen kann. Ein Vater-Sohn Konflikt mit umgekehrten Vorzeichen zeigen eine Ordnung, die auf dem Kopf zu stehen scheint: der Sohn ist der Überlegene, der Vater derjenige, der sein Leben nicht auf die Reihe bekommt. Man tut sich schwer mit der Lektüre. Zwischen Berlin und dem Bodensee pendelt die Erzählung hin und her. In assoziativer Weise wechseln die Betrachtungen den Ort und die Sichtweise. Fast verwischt zeigen sich die Konturen in der Geschichte, als seien sie ein Gleichnis für die beschriebenen Lebensentwürfe. Das Buch ist breit angelegt mit assoziativen Einschüben und poetischen Landschafts- und Stimmungsbeschreibungen, die den Bezug zur Handlung herstellen sollen ihn aber nur erschweren. Björn Kern kann mit diesem Werk an seine früheren Erfolge nicht anschließen.

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  • Rezension zu "Das erotische Talent meines Vaters" von Björn Kern

    Das erotische Talent meines Vaters

    andreadressler

    01. May 2010 um 15:04

    Der Titel des Buches trifft überhaupt nicht zu !
    Die Vater- Sohn Beziehung kommt auch nicht richtig herüber , so das man auch das Interesse am roman verliert !
    Irgendwie ist das "Ganze " alles sehr konstruiert und verläuft sich sehr !

  • Rezension zu "Das erotische Talent meines Vaters" von Björn Kern

    Das erotische Talent meines Vaters

    rallus

    15. April 2010 um 12:06

    Da habe ich mir doch mehr versprochen von. Eine Vater - Sohn Beziehung, erotisches Feuerwerk, komplexe Gedankengänge, eine wuchtige, schöne ausgereifte Sprache, Humor.... Was ich bekommen habe waren vage Andeutungen, etwas angehauchte Erotik, ansatzweise Beziehungsstrukturen, schöne Sprache, aber zu leicht, zu verloren, zu schwach um mich zu fesseln. Der Roman gleitet teilweise in nichtssagigen Beschreibungen der Umwelt ab, sobald ich das Gefühl hatte es wird konkreter, wird es wieder luftiger, schwammiger, nicht greifbar. Am Ende wusste ich nicht mehr was der Autor mir sagen wollte, zu sehr hatte er sich verworren, zu sehr abgeglitten. Fazit 2,5 Punkte, mathematisch auf 3 Punkte aufgerundet - und kein nachhaltiger Eindruck - Schade

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  • Rezension zu "Das erotische Talent meines Vaters" von Björn Kern

    Das erotische Talent meines Vaters

    Ailis

    10. March 2010 um 17:08

    "Das erotische Talent meines Vaters" ist - sofern man Wikipedia da vertrauen kann - der vierte Roman des jungen Autors Björn Kern, ich halte allerdings zum ersten Mal eines seiner Bücher in den Händen. Somit blickte ich der Lektüre sehr unvoreingenommen entgegen und konnte im Grunde nicht enttäuscht werden. Philip, der "Held" dieser kleinen Geschichte, macht sich von Berlin aus auf zum Bodensee, für den jährlich stattfindenden Besuch bei seinem Vater Jakob. Jakob und Iris, Philips Mutter, hatten sich vor etwa zwei Jahren eine Auszeit gegönnt, die nun in eine Trennung zu gipfeln scheint - so wirklich sicher ist sich da niemand. Vor seiner Abreise hatte Iris ihren Sohn gebeten, doch beim Vater mal Ohren und Augen aufzusperren und ihr ein aktuelles Stimmungsbild zu vermitteln - das alles natürlich diskret. Was Philip am Bodensee vorfindet, ist ein über die Maßen vitaler Vater, von zwei Damen umgarmt, die er regelmäßig verstößt, um sie später wieder an sich ranzuziehen. Seinem Sohn sagt er, er wolle allein sein, Zeit für sich haben, mal nur an sich denken - die Frauen würden nur stören, er fühle sich von ihnen verfolgt, wie folgendes Zitat zeigt: "Die Frau vorhin... Kanntest du die?" [...] "Wahrscheinlich kannte sie mich. Die kennen mich alle hier, die wollen alle nur eins." "Sie hat doch nur -" "Das ist so ein Trick: Erst schauen sie kurz rüber und dann zerren sie einen ins Bett." Er zögerte weiterzusprechen, ergänzte: "Mein Sohn!" Doch in Philips Augen passt Jakobs Wunsch nicht zu seinem Verhalten und so wird sein Aufenthalt beim Vater zu einem verwirrenden Versteckspiel. Mit "Das erotische Talent meines Vaters" hat Kern einen Roman vorgelegt, der sich gekonnt mit dem schwierigen Verhältnis zwischen diesem Vater und seinem Sohn beschäftigt. Auf Jakobs Seite unerfüllte Erwartungen an den Sohn, die Berufswahl und die Männlichkeit betreffend, auf Philips Seite Sorge und Kontrolle, ob beim Vater auch alles in richtigen Bahnen läuft und mitunter auch einfach nur die reine Verwirrung. Und doch ist die Rollenverteilung nicht so deutlich, wie sie manchmal scheinen mag, es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Manchen Dialogen war schwer zu folgen, man musste mühsam suchen, was zwischen den Zeilen steht, was die Lektüre mitunter sehr erschwerte; Kerns Hang zu überlangen Sätzen war da auch keine Hilfe. Aber es hat sich gelohnt, ich fühle mich um ein Leseerlebnis bereichert - und was kann ein Autor sich schon mehr wünschen?

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  • Rezension zu "Das erotische Talent meines Vaters" von Björn Kern

    Das erotische Talent meines Vaters

    Mr. Rail

    07. March 2010 um 10:02

    "Sie hauchte die Silbe mit einer Ehrfurcht, als habe sie soeben das Wunder des Lebens entdeckt. Überrascht sah sie mich an. " Sohn besucht Vater - eigentlich nichts Dramatisches. Klingt wie Mond besucht Erde, wäre da nicht eine gesamte Galaxie, die beharrlich Einfluss auf jegliches Denken, Fühlen und Handeln ausübt. Jakob, hoch in den Sechzigern, vital, durchtrainiert und weit ab vom Klischeebild des spießigen Rentners, erhält an einem ruhigen Wochenende den lange angekündigten Besuch seines Sohnes. Dieser, in den frühen Zwanzigern, weniger vital, untrainiert und mitten drin in den Klischees einer vergangenen und enttäuschten Jugend, träumt von ein paar Tagen der Nähe seines Vaters. Ungestört und mit viel Raum für tiefe Gespräche. Aber es kommt anders als gedacht. Jakob holt seinen Sohn nicht mal am Bahnhof ab und ist umgeben von zwei attraktiven Planeten - um ihn kreisende Frauen, die ihre Umlaufbahnen an Jakob ausrichten. Er scheint Mittelpunkt dieses Sonnensystems zu sein und diese Rolle sehr zu genießen. Er zieht Frauen magisch an. Im Gegensatz zu seinem Sohn, der ohne feste Beziehung lebt und sich mehr als wundert, was mit seinem Vater los ist. Manchmal denkt er gar, Jakob stünde unter Drogen. Warum und seit wann nur ist Jakob so außergewöhnlich alternativ in seiner Lebensweise? Das Beziehungsgeflecht wird komplizierter - Jakobs Frauen ziehen auch dessen Sohn in einen eigenartigen Sog und im Hintergrund strahlt die eigentliche Sonne des Universums, Jakobs geschiedene Frau Iris wie ein unheilvolles Licht. Hat sie ihren Sohn etwa zum Vater geschickt? Ist er Kundschafter und Bote zugleich? Björn Kern liest am Montag den 08.03.2010 aus dem "LovelyBooks-Gartenhaus" in München im Rahmen einer Livestream-Lesung aus "Das erotische Talent meines Vaters". Ich habe viele Fragen, die ich ihm stellen möchte und ihr könnt eure Fragen Twittern. http://www.lovelybooks.de/lesung/bjoern-kern/ Wir sehen uns am Montag Abend - ich werde selbst im Gartenhaus sein;-)) Wer sich die Frage stellen sollte, warum ich Björn Kerns Beziehungsuniversum nicht die volle "Sternenzahl" gegeben habe - die Antwort kommt im Livestream;-)) Und wie versprochen - der 5. Stern ist da! Am 13.03.2010 ist Björn Kern im SWR zu Gast bei Thea Dorn in der Sendung "Literatur im Foyer": http://www.swr.de/literatur-im-foyer/

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