Björn Kern Einmal noch Marseille

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Inhaltsangabe zu „Einmal noch Marseille“ von Björn Kern

<p>"Ich werde mich nicht mehr bewegen können", sagt die Mutter in Björn Kerns zweitem Roman. "Ich werde nicht mehr schlucken können, und am Ende ersticke ich." Das Leben in der kleinen Familie aus Vater, Mutter und Sohn wird kompliziert, grotesk, eine Belastung für die Nerven, eine Herausforderung, dennoch zu lieben und füreinander da zu sein. Längst führt der Sohn, der Erzähler, ein eigenes Leben. Aber die Krankheit der Mutter zwingt ihm eine Nähe auf, die alles auf den Prüfstand stellt. Der Sohn läuft nicht weg, hilft der Mutter, hilft dem Vater, hilft sich selbst. Die Mutter ist vital, kämpft um jeden Fußbreit Leben, provozierend, liebenswert, heroisch, unerträglich.</p> <p>Björn Kern erzählt schnell, genau, mit Witz, Liebe und gänzlich unsentimental davon, was es bedeutet, mitten im Leben Abschied nehmen zu müssen. Seine präzise, poetische Sprache trägt den Leser durch diesen aufwühlenden und bewegenden Roman voller Szenen und Dialoge, die man nicht mehr vergißt.</p>

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  • Rezension zu "Einmal noch Marseille" von Björn Kern

    Einmal noch Marseille
    Clari

    Clari

    16. June 2010 um 21:30

    Björn Kern schildert in einer sehr nüchternen, klaren und lakonischen Sprache, wie es ist, wenn eine Mutter und Ehefrau über fünf lange Jahre stirbt. Sie hat die schreckliche Krankheit ALS, Amyotrophe Lateralsklerose. Der Icherzähler, vielleicht Mitte zwanzig, ist bereits auf dem Wege in ein eigenes Lesen, als er die Nachricht bekommt, wie die Krankheit seiner Mutter heißt. Es beginnt ein langer Prozess, in dem er immer wieder nach Hause fährt, um seinem Vater und seiner Mutter zu helfen und zur Seite zu stehen. Was das aber in ihm auslöst, wie er mit seinen widerstreitenden Gefühlen fertig wird, das ist in dieser Schilderung ein Meisterwerk. Kein falscher Ton schleicht sich ein, wenn er nur zögerlich ans Telefon geht, voll gegenwärtig, dass wieder nur schlimme Nachrichten zu vernehmen sein werden. Er will manchmal nichts mehr hören, wenn er sieht, wie sein Vater bis zur Selbstaufgabe sich der Pflege seiner kranken Frau widmet, auch er hin und her gerissen zwischen Pflicht und Verzweiflung. Daß die Mutter nicht ins Pflegeheim will,--das machen beide, Sohn und Vater mit; es geschieht um den Preis einer teilweise hilflosen und dann wieder hilfsbereiten Barmherzigkeit, die besonders dem Vater übermenschliche Anstrengungen abverlangt. Die Mutter wird in ihren liebenswerten Zügen und zuweilen mehr und mehr auch in egoistischen Ansprüchen geschildert. Einmal will sie noch hier oder dort hin, und sei es auch noch so schwer zu verwirklichen mit ihrer zunehmend von Apparaten abhängenden Lebensfähigkeit. Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit machen sich gegenüber demjenigen breit, für den es keinen Trost und keine Besserung mehr geben kann. Kern vermag das Gefühlschaos zu beschreiben, mit dem man einerseits irgendwann einmal genug hat von dem Anblick von Leiden, und andererseits das Pflichtgefühl und das Mitleid zusammen mit den guten Erinnerungen an die Sterbende immer wieder die Oberhand gewinnen. Dass man die eigenen Gefühle ohne Falsch zulässt, dass scheint mir ebenso wichtig zu sein, wie die Hilfe, die man gewährt. Das Buch ist ein erschütterndes Dokument, in dem sich die erstaunliche Reife des noch sehr jungen Autors zeigt. Es gibt Dinge, die unabänderlich sind, die man ertragen und mittragen muss. Wie man sich auch entscheidet: kümmerte man sich nicht, könnte man darunter ebenso leiden wie gelegentlich unter der Anteilnahme. Es fordert den Menschen viel ab, einen Schwerkranken über eine so lange Zeit zu betreuen.

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  • Rezension zu "Einmal noch Marseille" von Björn Kern

    Einmal noch Marseille
    HeikeG

    HeikeG

    18. April 2007 um 15:02

    Eine Liebeserklärung an das Leben Björn Kern schildert in seinem Roman die Geschichte des gesundheitlichen Niedergangs einer Mutter und dessen Auswirkungen auf die Familie, vor allem auf den Sohn, welcher der Ich-Erzähler ist. Denn der Befund, der nie beim klinischen Namen genannt wird, bedeutet das Todesurteil für die lebensfrohe Mutter. Eine Muskelkrankheit hat die Lehrerin befallen; und sie selbst kennt klarsichtig die Stationen ihres unaufhaltsamen Siechtums. Wiederholt versuchen Mutter und Sohn aus dem Gefängnis der engen Wohnung auszubrechen. Eine Reise nach Marseille wird zum Höhepunkt dieser kleinen Fluchten. Doch unaufhaltsam findet sie sich in einem Maschinenpark wieder, der nach und nach ihre Lebensfunktionen übernimmt. Das medizinische Wunder bleibt aus, am Ende des Buches sitzt der Sohn am Bett seiner toten Mutter. Nüchtern erzählt Björn Kern die Geschichte vom Zerfall einer Familie. Der Sohn wird zum Chronisten der Krankheit; aus der Ich-Perspektive schildert er die Hilflosigkeit seines Vaters, das eigene Schwanken zwischen Anteilnahme und Verdrängung, die Versuche der Mutter, sich auf immer neue technische Hilfsmittel einzustellen. Dargestellt werden mit psychologischer und sprachlicher Genauigkeit "das Schwanken zwischen Anteilnahme und Verdrängung" des Sohns, der Verlust der Außenwelt für die Beteiligten. Kern findet für den Schmerz, die Trauer und die Hilflosigkeit des Verlassenwerdens Worte, die über unmittelbares Betroffensein hinausgehen. Die Stationen des unausweichlichen Abschieds dokumentiert er mit teilweise beklemmender Präzision, teilweise in absurd-schönen Szenen. Fazit: Zum Bestseller wird ein Roman, der so ungeschützt vom Sterben handelt, wohl nicht werden. Und doch sind diesem Buch viele Leser zu wünschen. Nicht nur, weil der Tod zu wichtig ist, um verdrängt werden zu dürfen, sondern auch deshalb, weil Björn Kern es versteht, davon leise und unaufdringlich und umso ergreifender zu erzählen. Für mich war dieses Buch noch etwas ganz anderes: "Einmal noch Marseille" ist eine Liebeserklärung an das Leben!

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  • Rezension zu "Einmal noch Marseille" von Björn Kern

    Einmal noch Marseille
    hausmannskost

    hausmannskost

    03. March 2007 um 13:47

    die mutter stirbt und will noch einmal familienurlaub nach marseille...sachlich objektiv aber voller liebe zu seiner mutter erzählt der sohnemann die reise...ach genau witzig auch noch...