Björn Süfke Die Ritter des Möhrenbreis

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Inhaltsangabe zu „Die Ritter des Möhrenbreis“ von Björn Süfke

Vatersein besteht nicht nur aus Wickeln, Spielen und Schlafentzug. Es heißt auch, einen psychologisch fundierten Schlachtplan auszuarbeiten, um einem elf Monate alten Kind die Fingernägel zu schneiden. Die zu 87 Prozent wahren Geschichten von Björn Süfke geleiten Männer durch die stressigste, verwirrendste und beste Zeit ihres Lebens. Und sie geben Frauen eine Ahnung davon, wie es dem Mann geht, mit dem sie wegen Impfterminen, Laternenumzügen und abendlicher Erschöpfung seit Wochen kaum noch reden.

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  • Rezension zu "Die Ritter des Möhrenbreis" von Björn Süfke

    Die Ritter des Möhrenbreis

    michael_lehmann-pape

    05. January 2011 um 14:30

    Verliebt ins Vatersein Wenn ein ausgewiesener und praktizierender Psychotherapeut ein Buch über das Vatersein schreibt, dann liegt der Verdacht nahe, einen weiteren der zahlreichen Ratgeber zu Fragen der Erziehung und des Elternseins vorzufinden, wahlweise aus psychologischer Sicht mit einer Reihe mehr oder minder aufdringlicher Ermahnungen, Erläuterungen und psychologisch korrekter Wegweisung für werdende oder frische Eltern. Wie gut, dass der „Ritter des Möhrenbreis“ diese Erwartungen aufs angenehmste enttäuscht und in seinem schmalen Band nicht mehr und nicht weniger vorlegt als ein tiefes Verliebt sein ins Vatersein in ganz persönlicher Ausprägung. Höchst persönliche Texte, sprachlich geschliffen auf den Punkt gebracht und mit einer guten Portion unaufdringlichen Humors versehen nimmt Björn Süfke den Leser mit auf seine Entdeckungsreise in die Welt eines frischgebackenen Vaters. Eine Reise, die sich nicht in ständigen Betrachtungen eines weiteren „süßesten Sohnes aller Zeiten“ auf den knapp 145 Seiten ergeht, sondern die mit treffendem Blick und der sprachlichen Möglichkeit, eigene Empfindungen auf den Punkt auszudrücken, die Rolle des Vaters in wunderbar leichter Form in den Blick nimmt. Unter anderem die dramatische Änderung des Musikgeschmacks (es ist ein weiter Weg von den Smiths zum Kinderlied „Schritt vor Schritt“). Nicht nur, dass das Lieblingslied des Säuglings Tom zu dessen Beruhigung ständig herhalten muss, sondern auch die Eltern selbst legen in stillen Stunden die CD ein und genießen die einfachen Verse. Vom stillen Glück des werdenden Vaters beim Aufhängen der Kinderwäsche über erstaunliche Versuche fremder, älterer Frauen, das Kind zu beruhigen (was dem Vater natürlich nicht zugetraut wird) bis hin zu einer Betrachtung gängiger Handreichungen für junge Eltern, in denen der Vater ebenfalls nur am Rande Erwähnung findet und dem Mut, das Kind auf dem Bauch schlafen zu lassen reicht die Palette der treffend ins Bild gerückten Erfahrungen des Neu-Vaters. Dass er ebenfalls in einer Gruppe des „Prager Eltern Kind Programms“ als einzig teilnehmender Vater von den anwesenden Müttern eher geduldet denn als vollwertiger Teil der Gruppe betrachtet wird, schließt dann nur den Kreis der vielfachen Erfahrungen Süfkes, dass man als Vatger oft nur als „halbe Portion“ angesehen wird.. Erfahrungen, die er in unaufdringlicher Weise auf den Punkt zu bringen versteht. Im Stil erinnert Björn Süfke dabei durchaus an den Altmeister Ephraim Kishon, nicht nur in der abgeleiteten Bezeichnung seiner Ehefrau. Dieser Stil und die generalisierenden Elemente seiner Erfahrungen öffnen das Buch durchaus auch einem breiteren Leserkreis als nur werdenden oder frischen Vätern. Zwischen den Zeilen ist viel heraus zu lesen aus der Mentalität unsere Gesellschaft. Im Kern aber ist und bleibt das Buch eine höchst persönliche und emotional angenehm zu lesende Liebeserklärung an das Glück des Vaterseins und die tiefen Emotionen, die ein Kind im Leben freisetzt. Ein wunderbares, feines, kleines Buch.

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