Björn Vedder

 3,6 Sterne bei 42 Bewertungen

Lebenslauf

BJÖRN VEDDER wurde 1976 in Brakel geboren und hat Literaturwissenschaft und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Bielefeld studiert. 2008 promovierte er über den Schriftseller, Übersetzer und Bibliothekar Wilhelm Heinse. Vedder schreibt über Kunst, Literatur, und Philosophie, hält Vorträge, moderiert Veranstaltungen und kuratiert Ausstellungen. Seine Essays »Reicher Pöbel«, »Väter der Zukunft« und »Solidarische Körper« erschienen im Büchner-Verlag.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Björn Vedder

Cover des Buches Reicher Pöbel (ISBN: 9783963171260)

Reicher Pöbel

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Erschienen am 10.10.2018
Cover des Buches Solidarische Körper (ISBN: 9783963178283)

Solidarische Körper

 (4)
Erschienen am 09.03.2022
Cover des Buches Väter der Zukunft (ISBN: 9783963171956)

Väter der Zukunft

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Erschienen am 04.03.2020
Cover des Buches Neue Freunde (ISBN: 9783837638684)

Neue Freunde

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Erschienen am 28.02.2017
Cover des Buches Rosa. Vom Zauber einer Farbe (ISBN: 9783365004838)

Rosa. Vom Zauber einer Farbe

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Erscheint am 27.01.2025
Cover des Buches Solidarische Körper (ISBN: 9783963172854)

Solidarische Körper

 (0)
Erschienen am 09.03.2022

Neue Rezensionen zu Björn Vedder

Cover des Buches Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart (ISBN: 9783365004821)
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Rezension zu "Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart" von Björn Vedder

Der Mythos vom idyllischen Landleben
Laurin_tanztvor 23 Tagen

Gestaltung:

Das Titelbild zeigt einen sauberen roten neben einem verdreckten schwarzen Gummistiefel. Besser kann man die Gegensätze des Landlebens nicht darstellen. Der Anblick macht definitiv neugierig und nach dem Lesen des Textes erschließt sich der vollständige Sinn dahinter.

Mein Eindruck:

"Ich bin aufgrund meiner Erfahrungen zu der Überzeugung gekommen, dass das Landleben die Niedertracht nährt, die Verspottung der vermeintlich Schwächeren begünstigt und ihrer öffentlichen Beschämung Vorschub leistet, weil es ein Leben in der Gemeinschaft ist. Und die Gemeinschaft macht gemein. "

Björn Vedder ist als Kind in einem Dorf in Westfalen aufgewachsen. Nach einer kurzen Episode im städtischen München wohnt er nun am Ammersee, in einer ländlichen Gegend "wo andere Urlaub machen". Dadurch hat er einen guten Überblick, was das Leben auf dem Land im Vergleich zur Stadt so attraktiv erscheinen lässt bzw. welche Nachteile vorhanden sind. Basierend auf eigenen Erfahrungen, Anekdoten, philosophischen Denkansätzen sowie sozialen Studien analysiert er die Historie sowie diverse Aspekte der Landflucht und der sozialen Gegebenheiten der ländlichen Bevölkerung.
Die Kapitel sind dabei nur wenige Seiten lang, sodass sich das Lesen kurzweilig gestaltet. Es gab Passagen, denen ich als gebürtiges Dorfkind durchweg nur zustimmen konnte, aber einige Erzählungen über die Behandlung bzw. Misshandlung und Ausgrenzung von bestimmten Menschen konnte ich nur teilweise nachvollziehen. Einige Abschnitte ließen mich schmunzeln, einige sehr nachdenklich werden. Stellen, die sich auf eigene Erfahrungen bzw. Anekdoten bezogen, waren sehr unterhaltsam. Dagegen waren Kapitel, die sich mit wissenschaftlichen Studien befassten oder philosophische Theorien behandelten, manchmal etwas schwerer zu lesen. Hier war mehr Konzentration gefordert.
Alles in allem erkennt man aber einen sehr kritischen Blick auf das Landleben. Es hat eben alles seinen Preis und während einige privilegiert sind, sich die Rosinen rauszupicken und Vorteile des Land- und Stadtlebens gleichermaßen zu nutzen, steht dieses Privileg leider nicht jedem offen.

Fazit:

Ein analytisch-kritischer Blick auf das nicht immer idyllische Landleben, teils humorvoll, teils wissenschaftlich-nüchtern.

Cover des Buches Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart (ISBN: 9783365004821)
LeserinLus avatar

Rezension zu "Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart" von Björn Vedder

Aktuell
LeserinLuvor einem Monat

„Das Befinden auf dem Lande“ von Björn Vedder ist ein aufschlussreiches Sachbuch, das sich mit Rechtsextremismus und Wertekonservatismus in der deutschen Provinz auseinandersetzt und die Provinzialisierung auch der deutschen Städte diagnostiziert. Besonders im Licht der jüngsten Wahlen gewinnt das Buch an Aktualität und bietet eine erfrischend kritische Perspektive auf das Landleben.


Vedder geht in seinem Buch der Frage nach, warum das Landleben für viele Menschen so anziehend erscheint, während er gleichzeitig die oft unsichtbaren Schattenseiten dieser Idylle aufdeckt. Hinter den idyllischen Fassaden ländlicher Gemeinden verbirgt sich seiner Meinung nach eine bedenkliche Mischung aus Vermögens- und Familienwerten, Statuskonsum, Anpassungsdruck und sozialer Kontrolle. Diese Mischung führt dazu, dass schon kleine Abweichungen von der Norm zu sozialer Ächtung und Scham führen können. 


Das Buch ist durchzogen von Vedders persönlichen Erfahrungen, was es trotz der Schwere der Themen unterhaltsam macht. Besonders gelungen sind die zahlreichen soziologischen und literarischen Bezüge, die Vedder herstellt, um seine Thesen zu untermauern. Diese Referenzen reichen von klassischen Werken der Literatur bis hin zu aktuellen soziologischen Studien, was das Buch sowohl für akademisch Interessierte als auch für den allgemeinen Leser bereichernd macht. Einige Passagen, insbesondere im letzten Drittel des Buches, ziehen sich jedoch etwas. Dennoch bot das Sachbuch mir insgesamt viele Diskussionsanregungen, auch wenn ich insbesondere die Positionen zur Pandemie nicht immer teilen konnte. Wer sich für die Dynamiken zwischen Stadt und Land sowie die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland interessiert, wird in diesem Buch also eine anregende Lektüre finden.

Cover des Buches Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart (ISBN: 9783365004821)
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Rezension zu "Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart" von Björn Vedder

Wenn Vorstellung auf Realität trifft
ferrucciovor 2 Monaten

Ich schreibe diese Rezension von folgendem Standpunkt aus: in einem Dorf aufgewachsen, als Jugendliche in die Großstadt gezogen. Nun trage ich Dorf und Stadt in mir, kenne deren Vor- und Nachteile. Doch das wichtigste ist, das Dorf hat mich geprägt. Und es war schon ein kleiner bis mittlerer Kulturschock für mich, als ich meine Lehre in der Stadt begann.

Dem Autor scheint es umgekehrt ergangen zu sein. Doch was das entscheidende ist, er wurde in der Stadt geprägt. Und genau unter diesem Gesichtspunkt hat er auch sein Buch geschrieben. Unwissend, nichtsahnend und dennoch mit den vermeintlich besten Absichten.

Seine Aufgewühltheit überträgt sich beim Lesen der Lektüre. Doch nicht so, wie er es vielleicht gerne hätte. Beschriebene Erlebnisse kenne ich nur zu gut, doch es entlockt mir eher ein Schmunzeln. Im Grunde wird der Leser enttäuscht, wenn er hier eine Gegenüberstellung, eine Art Erörterung erwartet. Das Buch ist vielmehr eine Abhandlung, ein inneres Abhaken, eine Abrechnung. Aus dem Thema Dorf vs. Stadt hätte man so viel machen können. Leider hatte das Buch nie das Ziel, die von mir erhoffte Brücke zu schlagen. Nach dem Lesen hat man einfach nur den Wunsch, dass ein „Dörfler“ ein ebensolches Buch verfasst oder am besten: wenn BEIDE Parteien EIN Buch schreiben. 

So bleibt es nur ein weiterer persönlicher Monolog, ein Wundenlecken zu Dingen, die man nicht versteht. Nicht enttäuscht sein, es gibt für Stadtmenschen, die einen auf Dorf machen möchten, ja noch den Speckgürtel.ich komme trotzdem nicht umhin, das Buch allen zu empfehlen: es zeigt Missverständnisse, falsche Vorstellungen und auch Vorurteile beiderseits auf, die es zu kennen gilt, wenn man es dem anderen leichter machen möchte, über den eigenen Schatten zu springen. 

Für den Inhalt vergebe ich 3 Punkte, für das, was es auslöst, die volle Punktzahl. Denn über das Befinden auf dem Lande hat man weit weniger erfahren, als über sein eigenes Befinden.

Gespräche aus der Community

Liebe LovelyBooks-Community, heute erscheint das neue Buch von Björn Vedder »Solidarische Körper. Die Aufweichung des Hardbodys in der flüssigen Moderne«. Vedder betrachtet die harten und sauber geputzten Körper unserer Instagram-Gegenwart. Er zeichnet die Entstehung dieses Körperbildes nach und zeigt, wie es mit einer gegenläufigen Entwicklung interagiert – der Verflüssigung der Gesellschaft.

47 BeiträgeVerlosung beendet
meerohneufers avatar
Letzter Beitrag von  meerohneufervor 2 Jahren
Liebe Lovely-Books-Community,

heute möchte ich Euch zu einer Leserunde zu unserem soeben erschienen Sachbuch "Reicher Pöbel. Über die Monster des Kapitalismus" von Björn Vedder einladen.
Mit den geschulten Augen des Kulturphilosophen zeigt Björn Vedder: Die Kritik am »reichen Pöbel«, wie sie derzeit in Debatten, Filmen, Büchern und Fernsehserien Konjunktur hat, ist halbherzig und heuchlerisch. Sie dämonisiert eine kleine gesellschaftliche Gruppe, ohne das dahinterstehende Wirtschaftssystem und unsere eigene Rolle darin infrage zu stellen. Wie gefährlich diese fehlgeleitete Kritik für die politische Kultur und die unter Druck geratene Mittelschicht werden kann, zeigen die jüngsten Wahlerfolge von Populisten, etwa von Donald Trump oder der AfD.
Vedders These: Während es sich die vermeintlichen Gesellschaftskritiker beim Reichen-Bashing gemütlich machen, entsteht eine brandgefährliche politische Allianz: Der arme und der reiche Pöbel schicken sich gemeinsam an, der von ihnen umklammerten Mitte der Gesellschaft den Garaus zu machen.

HÖR-TIPP

Björn Vedder im Interview für WDR-Radiosendung »Neugier genügt«, 16. Oktober 2018.

LESE-TIPP
Björn Vedder im Interview mit der Wirtschaftswoche, 21. Oktober 2018.

Auch Autor Björn Vedder wird sich an der Leserunde beteiligen. Es verspricht eine spannende Diskussion zu werden.

Ich freue mich auf Eure Bewerbungen!
Ina vom Team des Büchner-Verlags

47 BeiträgeVerlosung beendet
camilla1303s avatar
Letzter Beitrag von  camilla1303vor 6 Jahren
Hier kann ich nicht ganz zustimmen. Ich glaube nämlich, dass es immer mehr Gegenströmungen gibt. Menschen, die sich vom Konsum loslösen und damit Andere anstecken. Sozial abgewertet wird man dadurch im Großen und Ganzen nicht. Ob Menschen auch nur spenden, weil sie sich selbstdarstellen wollen, sei dahin gestellt. Menschen spenden meist, wenn es in der unmittelbaren Nähe passiert, wenn sie "das Elend" sehen können. Nach Naturkatastrophen oder Terroranschlägen halten sie zusammen. Und als Draufgabe sind meist die am hilfsbereitesten und grpoßzügigsten, die selbst wenig haben.

Community-Statistik

in 47 Bibliotheken

auf 1 Merkzettel

von 1 Leser*innen aktuell gelesen

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