Bjarni Bjarnason Die Rückkehr der Jungfrau Maria

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Inhaltsangabe zu „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“ von Bjarni Bjarnason

Lange kann Maria nicht geheim halten, dass sie anders ist. Erst verliert sie ihr Spiegelbild, dann verschwinden alle Dokumente über ihre Existenz. Daraufhin erklärt ein bösartiger Bischof sie zur Glaubens feindin. Bei ihrer Flucht trifft Maria auf den Varieté Künstler Michael von Blomsterfeld. Ihm beweist sie, dass sie auch in der Zauberei und besonders in der Liebe erstaunliche Talente hat. Die Jungfrau Maria ist zurück: Bjarni Bjarnason liefert den Beweis.

religiöse Männerphantasie

— Ildefonsa
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    Die Rückkehr der Jungfrau Maria
    Ildefonsa

    Ildefonsa

    14. October 2016 um 11:40

    Die Geschichte ist eine Geschichte für Männer. So sehe ich das.Ein sehr linearer Erzählstrang und sexuelle Phantasien, die mir ein wenig fremd sind (Das häufige Penetrieren einer blutenden Jungfrau.).Ein Handlungsträger mit besonderen Fähigkeiten, am Hochseil und im Konstruieren von Apparaten. Dieser Handlungsträger trifft auf die Hilfe benötigende Jungfrau Maria und lebt mit ihr und durch sie gewisse Männerphantasien aus. Zusätzlich vorkommen Judith und Salome, nicht zu vergessen ein Gegenspieler des Handlungsträgers.Tiefer gehende philosophischen Betrachtungen kann ich dem Werk nicht entnehmen.Aber es ist solide und spannend geschrieben. Ich habe es bis zum Schluß gelesen.

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  • Tatsächlich Kunst

    Die Rückkehr der Jungfrau Maria
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    13. March 2015 um 13:18

    Der unzuverlässiger Erzähler und fiktive Autor ist Michael, Enkel eines Professors, der einst die Rückkehr der Jungfrau Maria prophezeit hat. Micheals Leidenschaft aber ist der Zirkus. Maria dagegen ist eine ausgesprochen gute Studentin. Mehrere Stipendien hat sie bekommen und schreibt mit 21 ihre Doktorarbeit. Dass sie seit ihrer Pubertät kein Spiegelbild hat, hat sie erfolgreich verdrängen und verheimlichen können. Doch nun verschwinden alle Dokumente über sie spurlos. Ihre Kleider beginnen durchsichtig zu werden und alle Welt begutachtet ihre ungewollte Blöße. So findet und rettet Michael sie. Er ist von ihr angetan, kann sie aber nur berühren, wenn er dies unschuldig tut, so wie alle Männer. In einem unauflösbarem Strudel begehrt er Maria und kann sie erst haben, als er unter Mordverdacht steht und sie bereits wieder gefangen genommen wurde, denn längst hat sich eine Glaubensgemeinschaft nach ihr benannt und ein Bischof versucht, sie als Lügnerin zu enttarnen. Eine großartige Idee, die der Isländer Bjarni Bjarnason da hatte. Die Jungfrau Maria kehrt zurück. Unschuldig, göttlich und unfassbar anziehend. Sie verdreht aller Welt den Kopf und es scheint nichts zu geben, was sie nicht kann. So haben wir sie uns immer vorgestellt. Viel zu gut für diese Welt. Dabei zeichnet Bjanason das Bild der Maria wesentlich tiefer, als es die platte Vorstellung der jungfräulichen Mutter je kann. Er zeigt ihre Verzweiflung über die Veränderung, das stumme Hinnehmen des Unausweichlichen, ihre Gier nach Nähe. Trotz allem bleibt seine Maria menschlich und mitunter fragt sich der Leser: Was ist so göttlich an ihr, wo bleibt das Weltverändernde? Vielleicht liegt die Wahrheit ja im kleinen. Ein Kind hat gereicht, eine Religion zu gründen. Warum sollte nicht auch eine Frau Grund genug sein? Und warum reicht es nicht, das Unmögliche glaubhaft zu machen und die Perspektiven etwas zu verschieben. Denn Letztendlich ist der tiefere Antrieb im Roman nicht etwa die göttliche Jungfräulichkeit, sondern vielmehr das stete Begehren, das Zusammenfinden zweier Menschen und wie leicht ein Mensch daran zerbrechen kann. Die Sprache ist dabei selbst in der Übersetzung oft noch wunderschön und malerisch. In tiefen Bildern und Metaphern erzählt Michael von Maria, die immer wieder Gleichnisse mit einer Drossel erzählt. Biblische Namen und bibelähnliche Stellen prägen die Nähe zur Religion, die gleichzeitig eine Kritik ist. Die Menschheit wird in ihrer Leichtgläubigkeit und ihrer Sturheit gezeigt. Und mittendrin steht Michael und glaub nichts und glaubt alles. Tatsächlich Kunst.

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  • Rezension zu "Die Rückkehr der Jungfrau Maria" von Bjarni Bjarnason

    Die Rückkehr der Jungfrau Maria
    Sky

    Sky

    27. July 2012 um 15:19

    Wunder sind Wunder, weil sie Wunder sind Michaels Vater war angesehener Theologe, der vor allem mit seiner Schrift „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“ für Aufsehen gesorgt hat. Von seinen Träumen heraus, schrieb er über eine Frau, die als Reinkarnation der Jungfrau Maria auf die Erde kommen wird. Doch seine Schrift findet nicht nur Anhänger, und bald wird sie als Irrsinn deklariert und verschwindet in der Versenkung. Als Michael, dessen Vater mittlerweile verstorben ist, mittlerweile für den Zirkus arbeitet, findet er das Manuskript seines Vaters wieder und begegnet Maria, ohne Kleidung und voller Schönheit und hilft ihr aus ihrer Misere. Sie wird seine Assistentin bei seinen Zaubertricks, auch wenn sie kein Spiegelbild besitzt. Auch sonst scheint Maria nicht zu existieren. Alles Geschriebene, alle ihre Personalien sind plötzlich leer und nicht ausgefüllt und zu allem Überdruss wird sie noch als größte Stipendienbetrügerin gesucht. Besonders ein Bischof hat es auf sie angesehen und zweifelt an Maria mit aller Kraft. Aber, was Maria wirklich ist... ist ein Wunder. Bjarni Bjarnasson schafft ein irrwitziges Werk über Religion und Glauben und die Wunder in der Welt, in dem man sich verliert um aus einer Vision wieder aufzuwachen. Denn „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“ ist aufsehend erregend, nicht nur für den Leser. Sinnlich und in einem visuellen Rausch gefangen, liest man über die alles überschattende Gestalt, dessen Identität aus dem Bücher der Regierung verschwunden ist und bildet eine Menschen der vor Liebe für die Welt nur sprüht. Dabei sehnt sie sich genauso nach Liebe und findet sie in Michael, der sie berühren kann, weil er sie mit dem Herz berührt. Und hinter all der Symbolik steht ein tiefer Gedanke über die Wunder der Erde. Denn Maria wird angezweifelt, weil sei nicht erklärbar scheint. Nur sind Wunder nicht immer greifbar, fundiert auf Papier zu bringen, und müssen sie genommen werden wie sie sind: Als Wunder, als Anomalie, als etwas, was schön ist, beeindruckt und verzaubert zurücklässt. Und die Wunder ziehen sich immer weiter, finden sich in Parabeln zur Menschlichkeit wieder, über das Glauben an sich und andere und strahlt dabei eine auslegbare Lektüre aus, die für jeden etwas beherbergt. Speziell auch dadurch, dass der Autor ohne Prüde an Religion und Wunder herangeht und die Glückseligkeit auch auf eine sexuelle Ebene hebt. Glück stellt vielmehr einen Zustand da und nicht eine kurze Gefühlsphase. Der Protagonist, der alles erzählt und über seine Begegnung mit der Jungfrau Maria spricht, ist herzerwärmend und lässt auch einen selbst denken, in wie weit Liebe gehen kann, in wie weit die Welt nicht die wirkliche Wahrheit über das eigene Glück erkennt. Auch die anderen Charaktere sind ehrlich, lebendig und nachvollziehbar, auch besonders durch ihre skurrile und einzigartige Art, die aus jeder Figur etwas Eigenständiges macht. Es entstehen spezielle Konstellationen durch ungewöhnliche Menschen, die alle selbst auf der Suche nach der Zufriedenheit sind. Die Sprache ist dabei unterschiedlich und gekonnt platziert. Mal parabelhaft bei Marias Erzählungen über die Eule und die Drossel, mal poetisch und metaphorisch und dann doch auf seine Art ernst und geradlinig. Und all die Unterschiede braucht der Roman um sein Spektrum abzudecken und seine Phantasie durchleuchten zu können. Die Bilder dringen in einen ein und bringen die Lebendigkeit hervor, die Maria auch in des Leser’s Herz schleichen lässt und es bis zur letzten Seite bleibt. Es findet sich alles in einem Ende ein, welches nochmal alles deutlich macht. Wunder, falsche Vorstellungen und Liebe. Wunder sind Wunder, weil sie Wunder sind und nicht etwas, was man erklären kann. Allein der Glaube, macht sie zu Wundern und bringt uns das Glück an unsere menschliche Haustür, zur Umarmung, weil wir die Wahl haben uns selbst zu bestimmen. Etwas wird schön, wenn man es nimmt wie es ist, und nicht den Sinn dahinter sucht. All das steckt in diesem kleinen Werk und liest sich wie ein wunderschöner Traum, der auch negative Seiten haben kann. Denn wo Licht ist, ist auch Schatten und Zweifel. Fazit Bjarni Bjarnasson hat mit „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“ ein Werk voller Menschlichkeit, Poesie und Wunder geschaffen, welches mit farbenfroher Sprache, zu einem kleinen Meisterwerk wird. Ein tiefsinniges Werk mit Allegorie und der Fähigkeit den Leser zu berühren. Intelligent und einzigartig!

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