Rezension zu "Die Vermessung der Berge: Eine Wanderung zur Entdeckung der Weltgesetze" von Blandine Pluchet
Bellis-Perennis"Ich wollte viel mehr über die Berge erfahren. Ich musste diese Berge, die mir ihre Geschichte ins Ohr raunten, näher kennenlernen. Nicht mehr als Wanderin, sondern als Physikerin."
Die französische Physikerin und Autorin Blandine Pluchet bricht aus Neugier und Leidenschaft zu zahlreichen Touren auf. Dabei geht es ihr nicht so sehr um den Gipfelsieg, sondern um die Betrachtung der Berge mit den Augen der Wissenschaftlerin. Dabei stellt sie sich und anderen Experten wie Hannes Vogelmann, der mittels LASER die Atmosphäre erforscht, unter anderem folgende Fragen:
- Warum üben die Berge eine solche Faszination auf die Menschen aus?
- Wie entstanden/entstehen Gebirge?
- Welche Naturkräfte werden hier entfesselt?
- Die Rolle der Alpen als Wettermacher
Nicht alle Fragen können in diesen fünf Kapiteln befriedigend beantwortet werden, denn Pluchet will die Mythen und Legenden, die die Berge für den Wanderer bereit halten, nicht entzaubern, auch wenn sie wissenschaftlich schlüssig erklärbar sind.
- Prolog - Refugien einer verschwundenen Welt
- Höhenforschung
- Die unsichtbaren Berge
- An den Toren zum Kosmos
- Epilog - das Herz der Welt
Meine Meinung:
Das Cover und der deutsche Titel führen leider ein wenig in die Irre. Man kann den Originaltitel „Le grand récit des montagnes“ mit „Eine große Geschichte der Berge“ übersetzen. Der passt besser, denn das Buch hat mit Geodäsie, also der Vermessung, nicht wirklich etwas zu tun. Ich habe hier etwas anderes erwartet, da ich selbst Vermesserin bin. Kein Wort über terrestrische Geodäsie wie Triangulation, Streckenmessungen von Gipfel zu Gipfel, Kartografie oder Methoden der Gravimetrie. Zumindest über die Methoden der geophysikalische Messungen hätte ich aus dem Mund einer Physikerin Informationen erwartet.
Die Leidenschaft der Autorin für die Berge sind deutlich spürbar. Hier ist vor allem ihre Faszination rund um den Böhmischen Gelbstern zu nennen. Wie der Name schon andeutet, wächst diese Pflanze vor allem auf Böhmischen Granituntergrund. Umso erstaunter war die Autorin, dieses Blümchen auch im französischen Pressoir-Tal zu entdecken an dem zwei geologische Zonen zusammentreffen: Der saure Granitboden und das nahe Kalkplateau. Gemeinsam bieten sie dem Böhmischen Gelbstern die richtigen Bedingungen.
Ein weiteres, wenn auch kurzes Unterkapitel widmet Blandine Pluchet den Edelsteinen, die durch die Tektonik entstanden sind. Interessant auch der Exkurs in die Ozeane, deren Grund von Bergen und Gräben durchzogen ist.
Das Buch ist leicht zu lesen, da die Autorin kaum wissenschaftliche Begriffe verwendet. Ergänzt wird das Buch durch zahlreiche Skizzen der Autorin.
Fazit:
Auf Grund des irreführenden Titels bin ich doch ein wenig enttäuscht und kann nur 3 Sterne vergeben.







