Dieses besondere Kinderbuch mäandert zwischen Tagebuch, Comic und Traumsequenzen - suchen Sie sich aus, ob und was der Knabe Hieronimus hier tatsächlich erlebt und was vielleicht nur in seiner Phantasie passiert, während er darauf wartet, wieder nach Hause zu dürfen.
Denn der blonde Knabe muss bei einem unbekannten, etwas schrulligem Onkel abwarten, bis seine schwangere Mutter wieder soweit genesen ist, das sie aus dem Sanatorium entlassen wird, während sein Vater länger geschäftlich in Übersee weilt.
Als sich Hieronimus im Haushalt des Onkels zu Tode langweilt, beginnt er die Stadt vor Ort zu erkunden und landet prompt bei einer seltsamen Bande von Piraten, die ihn entführen.
Drei Begegnungen insgesamt hat er mit deren Anführer, Captain Brett, eine Art lebendem Skelett, und er ist sich nicht schlüssig, wie gefährlich dieser tatsächlich ist.
Schließlich kann Hieronimus aber zurückkehren zu Mutter und Brüderchen und ist froh, nie wieder von Captain Brett zu hören.
Sein Onkel Timotheus jedoch scheint noch Kontakt zu diesem Kriminellen gehabt zu haben und ist auf abenteuerlich-unglaubliche Weise (mit ihm?) verschwunden...
Hieronimus jedenfalls beschließt für sich, diese Umstände nicht zu erforschen - jener Teil seiner Kindheit ist beendet - für immer!
Mit vielen anschaulichen Gouache-Illustrationen des bekannten Künstlers Blexbolex in Pantone-Sonderfarben gedruckt, dabei mit dem tagebuchmäßigem, durchlaufenden Text stimmig verschränkt, können wir hier ein latent bedrohliches Piraten/Banditen-Abenteuer besonderer Coleur miterleben - ob es wahr ist oder nur in der Fantasie des Jungen stattfindet - wer weiß.....
Für ältere Grundschüler und Kind-gebliebene "Große" gleichermaßen geeignet;-)
Blexbolex
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
Die Zeit des Captain Brett
Alle Bücher von Blexbolex
Die Zeit des Captain Brett
Ein Märchen
Jahreszeiten
Die Flucht nach Abecederia
Unsere Ferien
Neue Rezensionen zu Blexbolex
Wenn man kreativ sein oder Kindern die Möglichkeit geben möchte, sich selbst eine Geschichte zu den Bildern auszudenken, dann ist dieses Buch genau das Richtige. Es ist wunderschön illustriert und bietet vielfältige Möglichkeiten zur Interpretation und damit auch zur Erfindung verschiedener Geschichten bei jedem Mal, wenn man das Buch neu betrachtet.
Wenn man allerdings lieber Text lesen möchte, ist das Buch eher ungeeignet. Daher ein Stern Abzug.
Blexbolex, mit bürgerlichem Namen Bernard Granger, stellt Bilderbücher par excellence her. Durch die Verwendung ungerasterter Farben und dem Drucken in vielen Schichten entstehen ganz besondere Farbtöne und -kombinationen. Dadurch wirken die Bilder wie 'frisch' aus den 70ern, Blexbolex' Schaffen begann aber erst in den 2000ern. 'Jahreszeiten' erschien in Deutschland 2010 und wurde sogar ausgezeichnet. Das Buch 'Leute' des gleichen Autors (und mit der gleichen Bildtechnik) gewann ein Jahr zuvor den Preis 'Schönstes Buch der Welt'.
Bis auf vier doppelseitige Bilder zu Beginn des Buches (die vier Jahreszeiten), sind immer zwei ganzseitige Bilder nebeneinander zu sehen. In großen Druckbuchstaben steht oben immer der dargestellte Begriff. Das sind viele 'natürliche' Begriffe, die Pflanzen und Wetterlagen beschreiben, aber auch Begriffe aus dem Alltagsleben, die der Freizeitgestaltung und dem sozialen Leben zuzuordnen sind. Dabei sind die auf einer Doppelseite vereinten Begriffe wohl nicht zufällig zusammengestellt, sondern durchaus mit einer (nicht immer ganz offensichtlichen) Verbindung ausgewählt. Das fördert nicht nur die Phantasie der Kinder, die schon mit dem alleinigen Erraten der Begriffe gut beschäftigt sind, sondern fordert auch die Erwachsenen automatisch heraus, nachzudenken. Wobei 'Nachdenken' zu anstrengend klingt. Vielmehr ist es ein Träumen und Erinnern. Der Sonnenbrand im Sommer, die Glühwürmchen, das Gewitter, das Feuerwerk, Langeweile ... Das sind alles Begriffe, die einen an die eigene Kindheit erinnern und die doch fast täglich auch im Erwachsenenleben präsent sind. Doch in Blexbolex Werk haben sie eine ganz eigene, poetische Kraft, wirken irgendwie 'rein' und unschuldig.
Die Tatsache, dass viele Naturmotive enthalten sind und die dargestellten Menschen eher schemenhaft (also ohne Gesichtszüge oder irgendwelche unnötigen Details) gehalten sind, steht im krassen Gegensatz zu den Bildern, die Kinder heutzutage im Fernsehen oder in Comiczeitschriften sehen. Das finde ich gut und wichtig. Weiter entfernt von einer Modebotschaft kann es gar nicht sein und ist ein Loblied auf die Natürlichkeit. Wunderbar, um Eltern und Kinder vor den Seiten zu vereinen. Regt vielleicht auch den eigenen kreativen Fluss an.
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