Wenn man den Klappentext dieses Buches liest, erwartet man eine Geschichte von einem gestressten Großstadtmenschen, der mit seiner Frau aufs Land zieht, eine kleine Farm bewirtschaftet und dabei Ruhe und Glück findet. Doch tatsächlich breitet sich dann im Text Folgendes aus:
Der Autor zieht wirklich aufs Land irgendwo in Michigan. Seine Frau, die aus einem unklaren Grund von einer kindischen Tierliebe besessen ist, schleppt ein Tier nach dem anderen in den Haushalt. Am Anfang steht ein Kaninchen, das von Mutti allabendlich in den Schlaf gesungen wird. Als das bemitleidenswerte Tier dann beschließt, dass es dieses Leben nicht länger ertragen möchte, treten zunächst Papageien an seine Stelle. Später gesellen sich auch noch Sittiche, Kanarienvögel, Enten, Gänse und Truthähne dazu. Eine Taube kommt zu Besuch, und Katzen gehören auch in diese erlesene Gesellschaft. Besonders gern gesehen sind übrigens Tiere, die unbedingt mit dem Autor "Glücksrad" gucken wollen.
Während Bobs Frau Linda ihre Tierliebe exzessiv auslebt, nimmt Bob, der nach eigenem Bekunden zu Selbstmitleid neigt, sein neues Leben klaglos hin, gelegentlich jedoch auch unter Einwirkung von Ruhigstellern. Seine ausführlichen Schilderungen, wie seine tierischen Mitbewohner zu ihm und seiner lieben Linda stießen, und was sie dann so alles gemeinsam erlebten, werden wahrscheinlich nur Leute vom Hocker reißen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit den beiden besitzen.
Fazit.
Ein etwas seltsames Buch, das obendrein eine falsche Erwartungshaltung durch den Klappentext erzeugt. Ganz nett geschrieben, aber auch ermüdend, weil man irgendwann das Gefühl bekommt, dass Bob und Linda vielleicht doch einen gewissen Beratungsbedarf besitzen.
Bob Tarte
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Der Landneurotiker
Neue Rezensionen zu Bob Tarte
Ein überzeugter Stadtmensch zieht seiner Partnerin zuliebe aufs Land und wird sukzessive zum Futter- und Streicheleinheiten-Spender eines wahren Kleintierzoos. Wie ist es denn nun so, das durch langohrige und gefiederte Freunde verschärfte Landleben?
Alles begann mit einem Kaninchen; einem äusserst kriegerischen Kaninchen wohlverstanden. Und es endet – zumindest bis zum Abschluss dieses Buchs - mit 38 (!) verschiedenen tierischen Mitbewohnern. Sittiche, Enten, Gänse, Katzen und so weiter. Die Leserschaft lernt sowohl die kulinarischen als auch sonstigen Vorlieben der Haus- und Hoftiere kennen – ja auch Kaninchen mögen Schlaflieder – und fragt sich wohl gelegentlich, wie viele Tiere denn noch in den ländlichen Haushalt einziehen werden. Und genau da ist meines Erachtens der wunde Punkt dieses Buchs. Was zuviel ist, ist einfach zuviel: Tiere, Tiere und nochmals Tiere. Nicht, dass ich Tiere nicht grundsätzlich mag; aber ich hatte wohl einfach andere Erwartungen an das Buch: Oder kann es wirklich sein, dass das Leben des Ehepaars nur aus Tieren und ihren Züchtern, Zubehör-Lieferanten und Ärzten besteht? Auch wenn Bob Tarte's Schreibstil witzig ist; hätte ich schon gern etwas mehr aus dem Leben des Landneurotikers und seiner Angetrauten erfahren.
Fazit: Leider nicht mehr als eine nette Lektüre für nebenbei. Wer allerdings plant, aufs Land zu ziehen und sein Leben einer Horde Kleinvieh zu weihen, für den könnte das Buch eine Quelle der Inspiration sein....