Bob Woodward Obamas Kriege

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  • Rezension zu "Obamas Kriege" von Bob Woodward

    Obamas Kriege

    WinfriedStanzick

    01. October 2011 um 13:06

    Als in dem Jahr bevor Barack Obama der erste farbige Präsident der USA wurde, insbesondere in Deutschland die „Obamania“ ans Irrationale grenzte und die Hoffnungen in seine Person, verbunden mit einer anderen Politik der USA, auf der ganzen Welt schon semi-religiöse Züge annahmen, da war ich skeptisch. Denn wie, so dachten auch andere kritische Geister, soll ein einzelner Mensch all die Lasten schultern, die er versprach, von der Welt zu nehmen. Manchmal hatte man den Eindruck, dass es nicht nur die medialen Wellen waren, die ihn in diese messiasähnliche Rolle spülten, sondern er zunehmend auch selbst an seine weltumspannende Mission glaubte. Ich sage gerne zu Menschen, die darunter leiden, dass sie es nicht schaffen, anderen zu helfen, es aber doch glauben tun zu müssen in einer Art „Helfersyndrom“ oder in Verhältnissen von Co-Abhängigkeit: „Erlöser werden gekreuzigt“. Das Buch des kritischen Journalisten Bob Woodward („Watergate“) zeigt diesen Zusammenhang an der Person Obamas auf. Mit vielen der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglichen Informationen aus dem Weißen Haus berichtet er von „Obamas Kriegen“. Und das sind eben nicht nur die in Afghanistan und an anderen Konfliktherden dieser Welt, sondern die Demontage eines mit viel Vorschußlorbeeren ( man denke an die unverständliche Verleihung des Friedensnobelpreises nur auf Grund von Obamas Ankündigungen, aus denen dann nichts geworden ist, was zu erwarten war), sondern auch die innenpolitischen Konflikte, mit denen sich Obama in der ersten Hälfte seiner Präsidentschaft konfrontiert sah und sicher weiter sehen wird. Schauten die Biographien, die vor Obamas Wahl auch in Deutschland veröffentlicht wurden, hauptsächlich auf seine Herkunft und wirkten nicht unerheblich mit an seiner Glorienstellung, konzentriert sich Woodward auf eine differenzierte Darstellung seiner Person und seiner Politik. Das Buch gibt tiefe Einblicke in die gegenwärtige amerikanische Politik, mit ihren in unseren Breiten ganz und gar unverständlichen Auseinandersetzungen, die die Stufe des Hasses schon längst überschritten haben. Woodward lässt als kritischer Journalist durchaus an einigen Stellen seine Sympathie für einen Präsidenten durchblicken, dem eine unendlich schwere zweite Hälfte seiner Amtszeit bevorsteht. Denn seine Wiederwahl ist keineswegs sicher. Und was danach kommt, daran wollen wir im Augenblick gar nicht denken. Oder können Sie sich Sarah Palin als Präsidentin vorstellen?

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  • Rezension zu "Obamas Kriege" von Bob Woodward

    Obamas Kriege

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. April 2011 um 12:15

    „Ich erbe eine Welt, die jeden Augenblick auf ein halbes Dutzend Arten in die Luft fliegen kann“, sagte Obama, „und ich werde über einige mächtige, aber begrenzte und vielleicht sogar zweifelhafte Werkzeuge verfügen, um dies zu verhindern.“ Barack Obama begann seine Präsidentschaft als neuer Superstar der internationalen Politik, ersehnt von Menschen auf der ganzen Welt als Hoffnungsträger und Heilsbringer. Inzwischen ist er auf dem Boden der mühsamen Tagespolitik angekommen, bedrängt von ungelösten Konflikten in Nahost und Afghanistan und Krisen im eigenen Land. Wird er den Vorschusslorbeeren noch gerecht? Journalistenlegende Bob Woodward schafft es wie kein Zweiter in Washington, sich Zugang zu den brisanten Geheimnissen der Regierenden zu verschaffen. In seinem neuen Buch gibt er erstmals einen tiefen Einblick in die Arbeit des US-Präsidenten jenseits der offiziellen Kommunikation des Weißen Hauses. Schon bald muss sich Obama wieder dem Wahlkampf stellen, da kommt Woodwards spannend erzählte Zwischenbilanz, die vor allem auch den Außenpolitiker Obama in den Blick nimmt, zur rechten Zeit. Ich glaube, ich habe noch nie so ein anspruchsvolles Sachbuch gelesen, wie dieses. Hunderte Namen sind mir während des Lesens begegnet und auch wenn ich eigentlich ein sehr gutes Namensgedächtnis habe, fiel es mir hier doch sehr schwer mir Namen und Aufgabe der jeweiligen Person zu merken. Allerdings informiert dieses Sachbuch sehr gut und zeigt, was Obama seit Antritt seines Amtes geleistet hat und was noch nicht. Vor allem wird dem Leser gezeigt, was für eine Welt Obama von seinem Vorgänger George W. Bush geerbt hat – eine Welt voller Probleme und an ihm ist es jetzt, dies zu ändern. Das viele Gerede über Strategie haben mir allerdings Kopfschmerzen bereitet und ich denke, dass hier der Spruch „Weniger ist manchmal mehr!“ genau zutrifft. Vielleicht hätte man zwei Bände aus den 500 Seiten machen können, denn so wäre der Inhalt viel besser herübergekommen und nicht wie reingepresst und übertrieben. Das Buch zeigt sehr interessant, wie die US-amerikanische Außenpolitik funktioniert und macht es auch Laien möglich, zumindest stückweise, mitzudiskutieren und nachzudenken. Hier liest der Leser, wie Politik funktioniert und was gute Politik ausmacht – nämlich willensstarke Charaktere, die alles für ihr Volk tun würden. Insgesamt ist „Obamas Kriege“ gut und interessant, aber auch teilweise schwer zu verstehen, was vor allem an den Inhalten liegt. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen, sodass es keine volle Punktzahl gibt, aber dennoch ist das Buch es wert, gelesen

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