Bodo Homberg

 5 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Die Stunde des Maulwurfs., Bobs Begräbnis und weiteren Büchern.

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Nachreden über einen King

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 (1)
Erschienen am 01.01.1983
Die Stunde des Maulwurfs.

Die Stunde des Maulwurfs.

 (1)
Erschienen am 01.01.1988
Bobs Begräbnis

Bobs Begräbnis

 (1)
Erschienen am 01.01.1986
Rundgesang und Gerstensaft,

Rundgesang und Gerstensaft,

 (0)
Erschienen am 01.01.1988

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Heike110566s avatar

Rezension zu "Die Stunde des Maulwurfs." von Bodo Homberg

Rezension zu "Die Stunde des Maulwurfs." von Bodo Homberg
Heike110566vor 8 Jahren

Gut oder böse, Opfer oder Täter, Widerstandskämpfer
oder Nazi - dieses Schubladendenken ist bei der Charak-
terisierung der Figuren des 1988 im Union Verlag Berlin
(DDR) erschienen Romans von Bodo Homberg (geb.
1926) nicht möglich. Die handelnden Personen gehören
zur breiten Masse, die weder zu dem einen noch dem
anderen Extrempunkt zuzuordnen sind.
Hans-Jürgen wird in eine kleinbürgerliche Familie hinein-
geboren, deren Lebensstandard sich zur Endzeit der Wei-
marer Republik deutlich verschlechtert. Deshalb fallen die
Parolen und Perspektiven der Nationalsozialisten bei ihnen
auf fruchtbaren Nährboden. Und tatsächlich geht es ihnen
nach der Machtergreifung der Nazis auch besser.
Hans-Jürgen, der zu der Zeit etwa 6 Jahre alt ist, ist be-
geistert, als "Deutschland erwacht" und findet Spaß daran,
den sich "undeutsch" verhaltenden Professor Birckenstedt
(der vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde, weil er in
einer Vorlesung vor der Wahl der Nazis warnte) zur Ziel-
scheibe seiner makabren Späße zu machen. Als der Krieg
beginnt, stellt er die Schlachten mit seinem Kriegsspielzeug
begeistert nach. Die Toten auf den Schlachtfeldern lösen
bei ihm nichts aus. Sie sind reine Statistik für den Jugend-
lichen. Dann wird seine Heimatstadt Rostock durch bri-
tische Bomber massiv zerstört ...
Jeder Mensch wird geprägt durch seine Umwelt, in der er
aufwächst und lebt. So auch Hans-Jürgen, der in einem
Umfeld von "aufrecht gehn und schwindeln" heranwächst,
wo gar kein Interesse besteht sich tiefer mit Politik zu
beschäftigen, solange die eigene kleine familiäre Welt in
Ordnung ist.
Ein differenzierend betrachtender und nachdenklich ma-
chender Roman über ein dunkles Kapitel der deutschen
Geschichte.

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Heike110566s avatar

Rezension zu "Bobs Begräbnis" von Bodo Homberg

Rezension zu "Bobs Begräbnis" von Bodo Homberg
Heike110566vor 8 Jahren

Bodo Homberg (geb. 1926) ist ein außergewöhnlicher
Autor. Geboren in Rostock, wo er auch ab 1948 Ger-
manistik sowie Kunst- und Theaterwissenschaft studiert,
flüchtet er 1950 nach Westberlin. Dort beginnt er als
Schriftsteller zu arbeiten und setzt später auch sein Stu-
dium an der FU fort. 1955 erhält Homberg ein Reisesti-
pendium der Bundesregierung. Neben seiner Tätigkeit als
Privatdozent in Westberlin, arbeitet er ab 1957 auch für
das DDR-Fernsehen und siedelt 1967 wieder komplett in
die DDR über. Kehrt zurück.
"Bobs Begräbnis", 1986 im Union Verlag Berlin (DDR)
erschienen, ist ein stark autobiografisch geprägter Roman.
Bob, der Bruder des Romanhelden Carl-Friedrich, ist tot.
Er lebte in Hamburg, wo auch Carl-Friedrich bis zu seiner
Übersiedelung 1967 in die DDR zu Hause war. Zur Be-
erdigung des Bruders fährt er, der Musikprofessor, nach
Hamburg. - Dort begegnet ihm die Vergangenheit: Erinne-
rungen an die gemeinsamen Jahre mit dem Bruder, dem
Oberstleutnant der Bundeswehr; Hanni, die Frau des
Bruders, mit der er mal eine Affaire hatte; Ingrid, seine
Ex-Frau ... und auch die Gründe, weswegen er die BRD
verließ. Und er erbt das Geldvermögen des Bruders.
Hanni will ihn überzeugen im Westen zu bleiben, trotz er
in der DDR mit Astrid verheiratet ist. Aber er will zurück.
Zurück nach Hause ...
Homberg hat für diesen Roman nicht gerade eine einfache
Struktur gewählt. Den Rahmen bildet ein Klinik-Aufent-
halt kurz nach der Rückkehr, wo er die Reise erinnert.
Weitere Ebenen bilden die Erinnerungen, die er in Ham-
burg an früher hat sowie Traumstücke. Alles vermischt
sich. Durch diese Methodik entsteht ein umfassendes Bild
davon, was der Hauptfigur und dem Autor wichtig ist. -
Der Roman regt an zum eigenen Denken, zum Nachden-
ken über sich selbst. > Und dieser Roman ist mehr. Er
zeigt, was gern verschwiegen wird, dass es auch Men-
schen gab, die bewusst die BRD in Richtung DDR ver-
ließen.

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