Bodo Kirchhoff Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt

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Inhaltsangabe zu „Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt“ von Bodo Kirchhoff

Ein Schriftsteller wird zu einer Kreuzfahrt eingeladen, nicht als zahlender Passagier, sondern als sogenannter »Gastkünstler«. Ein anständiges Honorar, die Kabine mit Außenbalkon, freie Verpflegung und andere kostenlose Annehmlichkeiten können ihn aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in dem 18seitigen Begleitschreiben der Einladung ungeahnte Pflichten und darin allerlei Peinlichkeiten lauern, gerade für einen Schriftsteller, der die Einsamkeit liebt und nicht auf ein Schiff mit 5000 aufgedrehten und sonnenhungrigen Passagieren gehört. Doch er macht sich die Entscheidung nicht leicht und schreibt zum Vergnügen der Leser einen langen Antwortbrief an die Reederei, in dem er auf humorvoll-präzise Art die Absurdität einer solchen Kombination von Schriftstellerei und Kreuzfahrtschifffahrt offenlegt.

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  • Lustvoll, boshaft und witzig zugleich

    Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    10. July 2017 um 15:35

    Schon viele Schriftsteller haben sich an dem Sujet der Kreuzfahrt probiert und Handlungen von Romanen auf diese schwimmenden Hotels verlegt. Der Autor des vorliegenden kleinen Bandes, der Träger des Deutschen Buchpreises 2016, Bodo Kirchhoff, hatte für seinen Roman „Die kleine Garbo“ einen Protagonisten sogar zum  Mörder werden lassen um den Fahrpreis für eine solche Reise bezahlen zu können.Doch dieses Mal begibt sich weder der Autor selbst noch irgendein Protagonist tatsächlich auf die Fahrt. Bodo Kirchhoff berichtet in einem Interview, wie er die Idee für dieses Buch hatte:„Vor etwa einem Jahr, Anfang Juni letzten Jahres, kam eine Mail an mich: die Einladung zu einer Kreuzfahrt. Es hörte sich großartig an. Dann gab es einen Anhang und dann habe ich diesen Anhang studiert und mit meiner Frau darüber gesprochen und am nächsten Tag haben wir zwei freundliche Zeilen zurückgeschickt. In dem Moment, wo diese beiden Zeilen abgeschickt wurden, da kam mir der Gedanke: Das kann man auch auf 130 Seiten ausdehnen, diese Antwort."Und so widmet er sich, bei einigen alten Whiskeys immer gesprächiger werdend, einer langen Antwort, das achtseitige Kleingedruckte seines Vertragsentwurfs für eine kostenlose Reise, bei der er einige Lesungen zu absolvieren hätte, Lesungen allerdings, deren Texte vorher einer Art Zensur vorzulegen wären, damit die Passagiere nicht verunsichert würden. Doch das ist nur eine der zahlreichen Einschränkungen und Vorschriften, der sich der Autor zu unterwerfen hätte.  Lustvoll, boshaft und witzig zugleich, zerpflückt Bodo Kirchhoff das Angebot Stück für Stück und ergeht sich in kreativen und lustvollen Phantasien darüber. In einer Sprache, die man von ihm kennt, anspruchsvoll, reich an Bildern und hintersinnig, lotet er zwar die Tiefen und Abgründe menschlicher Existenz nicht ganz so tief wie in seinen größeren Romanen, zuletzt ganz hervorragend in „Widerfahrnis“, dennoch halte ich dieses kleine Buch für mehr als nur ein „Nebenwerk“, wie es Kirchhoff selbst bezeichnet.Seine Lektüre ist ein sprachlicher Genuss und bietet mit seinem bösen Witz eine ganz hervorragende Unterhaltung. Für die Hartgesottenen sogar auf dem Sonnendeck bei der nächsten Kreuzfahrt.

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