Bodo Kirchhoff Erinnerungen an meinen Porsche.

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Inhaltsangabe zu „Erinnerungen an meinen Porsche.“ von Bodo Kirchhoff

Sex und Kapitalismus in der Krise Daniel Deserno, 39, Investmentbanker, ist Patient in der Klinik Waldhaus. Freundin Selma aus der Kulturstiftung hat ihm seinen »Porsche« ruiniert, wie sein männlichstes Teil unter Daniels Kollegen hieß. Plötzlich taucht in der Klinik eine junge Patientin auf, die mit einem Buch über ihre Hämorrhoiden großen Erfolg hatte. Daniel und die Neue kommen sich rasch näher. Dann aber kündigen Selma und Daniels altlinke Mutter ihren Besuch an, weil im Waldhaus ein berühmter Autor aus seinem Goethe-Roman liest. Ein aberwitziger Roman über die Krisen in der Welt des Geldes und der Literatur. (Quelle:'Flexibler Einband/01.01.2012')
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  • Launiger Schundroman mit zähen Elementen

    Erinnerungen an meinen Porsche.

    rkuehne

    23. March 2017 um 22:12

    Ein launiges Stück Schundroman zur Finanzkrise. Zur Zeit seines Erscheinens sicher nah dran an den Ereignissen um die Lehman Brothers, mit ein wenig Distanz immer noch unterhaltsam, aber stellenweise auch fad und schwierig zu verfolgen. Daniel Deserno, Investmentbanker, sitzt nach dem Crash und nach einem „Unfall“ mit schwer beschädigtem Geschlechtsteil in einer Edel-Klinik und versucht sich mit seinem Schicksal ohne seinen „Porsche“ zu arrangieren. Auf den Aufstieg und die Hochzeit der Hedgefonds kam für ihn in doppeltem Sinn der schnelle Absturz. In der Klinik entsteht nun eine Romanze mit Helene, Autorin des „Popobuches“, die auch mit ihrem Ruhm nicht klarkommt und sehr deutlich an Charlotte Roche angelehnt ist. Alles in allem unterhaltsam, zwischendurch auch lustig und bissig, aber der Plot war mitunter auch zu lose, so dass es trotz der Kürze nicht immer einfach war, dem Faden zu folgen.

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  • Rezension zu "Erinnerungen an meinen Porsche" von Bodo Kirchhoff

    Erinnerungen an meinen Porsche.

    Wolkenatlas

    12. September 2012 um 11:40

    Ein etwas absurdes Kammerstück Dass Bodo Kirchhoff schreiben kann, ist kein Geheimnis. Dieses Können rettet auch den Roman "Erinnerungen an meinen Porsche" vor der Einteilung in die Kategorie "Post-Mittlebenskrisenliteratur-Kategorie B". Allerdings bleibt vieles an diesem Roman, der fast so etwas wie ein ziemlich banaler "Männerroman" ist, unsympathisch, spätpubertär bzw. ziemlich daneben, während Bodo Kirchhoff es doch immer wieder schafft, die Aufmerksamkeit genau in dem Augenblick wieder zu fesseln, als man gerade dabei war, zu überlegen, einen ordentlichen Sprung zu machen, oder doch gar das Buch zur Seite zu legen. Der Protagonist Daniel ist (ehemaliger) Investmentbanker. Geldtransaktionen und die Fähigkeit, aus viel Geld noch mehr Geld zu machen, Reichtum und ein verschwenderischer Lebensstil, sowie Eroberungen und Abenteuer sind die wichtigsten Punkte in seinem bisherigen Leben. Nach einer etwas dumm gelaufenen Liebesnacht mit seiner (mittlerweile) Ex-Freundin ist er sexuell verkrüppelter Bewohner eines Kurheims für ehemalige, depressive und ausrangierte Promis, die alle ohne besonders aufwändige Recherchen mit Promis aus dem deutschen Raum in Verbindung gebracht werden könnten. Hier sinniert er über sein vergangenes Leben, seine Fähigkeit zur Geldvermehrung und seine ehemaligen sexuellen Abenteuer. Sein verkrüppeltes Glied, das er vor seiner Verstümmelung durch die Ex-Freundin als Porsche betrachtet hat, ist derzeit ein kleines, nichtssagendes und lieblos baumelndes Nichts. In seinen penisfixierten Gedanken schwelgt er in der Vergangenheit, "als er mit seinem Porsche in diversen Garagen aus- und eingeparkt hat ..." Eines Tages taucht eine neue, geheimnisvolle Patientin auf, die ihn sofort fasziniert. Helene, Autorin eines extrem erfolgreichen Buches über ihre Probleme mit ihren Hämorrhoiden, hat die Folgen ihres immensen Erfolgs nicht verkraftet und daher ebenso den Weg in die exklusive Kurklinik Waldhaus gefunden, wo der Tagespreis für Kost und Verpflegung dem Preis einer Luxussuite in den teuersten Hotels der Welt entspricht. Dass Helene wie eine nur schlecht kaschierte Variante von Charlotte Roche erscheint, mag vom Autor beabsichtigt sein, andererseits könnte diese Interpretation vielleicht eine Fehlinterpretation des Rezensenten sein. Bodo Kirchhoff bedient hier viele Klischees, von der ehemaligen Hippiemutter und der Kindheit in einer Kommune, bis zur mittlerweile schwangeren Ex-Freundin. Auch die Verhaltensmuster der depressiven Ex-Promis und der koreanischen Reinigungsdamen in der Klinik deuten auf ironisch gedachte Klischeeausbeutung hin. Helene löst jedenfalls in Daniel eine Entwicklung aus, die alles auf ein vermeintliches glückliches Ende hinauslaufen lässt ... "Erinnerungen an meinen Porsche" ist ein Roman, der einerseits ein Unterhaltungsroman ohne vermeintlichen Tiefgang ist (ein ähnliches, jedoch nicht so überzeugendes Unterfangen wie "Schundroman" desselben Autors), andererseits doch kritisch zu diversen Themen der heutigen Zeit Stellung nimmt. Die Wirtschaftskrise, der Börsenmarkt, Liebesunfähigkeit, Bindungsunfähigkeit und andere Probleme unserer Luxus- und Wegwerfgesellschaft, wo alles, bis auf die Gesundheit, bei Verlust oder Mängel nachgekauft und ersetzt werden kann. Irgendwie scheint "Erinnerungen an meinen Porsche" auch eine Art literarisches Gegenstück zum wirklichen Hämorrhoidenroman der Neuzeit sein zu wollen. Auch das allerdings, nur eine Vermutung des Rezensenten. Stilistisch und sprachlich brillant, wie immer bei Bodo Kirchhoff, trifft der Roman trotzdem nicht ins Schwarze. Dafür gibt es verschiedene Gründe, der wichtigste davon wahrscheinlich der, dass vieles in diesem "realistischen Roman" einfach überzogen und nicht mehr glaubwürdig ist. Die Protagonisten bleiben auch auf merkwürdige Weise hinter einer Glaswand zurück. Daniels Leid und weinerliche Art, damit umzugehen, ist irgendwann nur mehr lästig und nervig. So sehr, dass man gar kein Interesse an der weiteren Entwicklung mehr hat. Außerdem ist die Gleichstellung des sich nunmehr in "Rente befindlichen Glieds" mit einem Porsche, der nun eben nicht mehr in diverse Garagen ein- und ausparken kann, zumindest für den Rezensenten, einfach etwas daneben ... (Roland Freisitzer; 02/2012)

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  • Rezension zu "Erinnerungen an meinen Porsche" von Bodo Kirchhoff

    Erinnerungen an meinen Porsche.

    WinfriedStanzick

    13. January 2012 um 13:18

    Man könnte es die männliche Antwort auf Charlotte Roches "Feuchtgebiete" nennen, das neue Buch des bekannten Frankfurter Schriftstellers Bodo Kirchhoff, das nun nach der HC-Ausgabe bei Hoffmann und Campe als Taschenbuch bei DTV erscheint. Und dennoch ist "Erinnerungen an meinen Porsche" sehr viel mehr als das flache Buch von Charlotte Roche. In der Tradition seines vor sieben Jahren veröffentlichten "Schundroman" setzt sich Bodo Kirchhoff auf seine Weise mit der Finanzkrise auseinander, die er luzide auch als eine Krise einer bestimmten Form der Männlichkeit begreift. Die anonyme Bankerin Anne T. hat gerade in ihrem Buch "Die Gier war grenzenlos" berichtet, dass die hauptsächlich männlichen Broker von nichts anderem geredet haben als von Geld und Sex. Ähnlich war das wohl auch bei dem Protagonisten des vorliegenden Romans, schnell geschrieben in wenigen Monaten in Kirchhoffs Domizil am Gardasee. Er heißt Daniel Deserno, ist 1970 geboren und hat mit seinen Spekulationen Millionen gescheffelt. Ja, er behauptet nichts weniger, als dass er mit seinen Manipulationen von seinem Rechner aus den Benzinpreis an den Tankstellen beeinflusst hat. Seine Freundin Selma arbeitet in der selben Bank wie er, sie leitet dort eine Kulturstiftung und träumt heimlich von einem Kind von Daniel. Als sie ihm unter dem Weihnachtsbaum 2007 ein Ultraschallbild eines Fötus zeigt ( es ist das einer schwangeren Schwester) sagt Daniel nur: "O nein, Selma." Die ist durch diese Bemerkung schwer getroffen, zeigt es aber zunächst nicht. Während eines für Normalsterbliche sehr außergewöhnlichen Sexspiels ( Selma führt die Spitze des Korkenziehers, den sie Daniel geschenkt hat, in die Öffnung seiner Eichel ein) eskaliert ein Streitgespräch über seine flapsige Bemerkung und sie fügt ihm mit dem Korkenzieher an seinem Penis erhebliche Verletzungen zu. Sein "Porsche", wie die männlichen Banker ihr Gerät zu nennen pflegen, ist zerstört. Er findet sich nach einer Notversorgung im Krankenhaus einige Zeit später in einer teuren (1500 EUR pro Tag) Kurklinik im badischen Schwarzwald wieder. Dort beginnt er nach einiger Zeit im Rollstuhl sitzend ( er kann seit der Attacke Selmas nicht mehr gehen) mit den Aufzeichnungen der Erinnerungen an seinen Porsche, der sich übel zugerichtet und vollkommen tot sich in seinen Schamhaaren versteckt. Er begegnet in dieser edlen Kurklinik nicht nur verschiedenen skurrilen Personen des medizinischen Personals und der Pflegekräfte, sondern auch etlichen berühmten Menschen, die, aus irgendeinem Grund krank geworden, sich in diese Klinik begeben haben. Da ist vor allem Helene, eine Art Wiedergängerin Charlotte Roches, die mit einem anusfixierten, hoch sexuell aufgeladenen Roman über ihre Hämorrhoiden einen sensationellen Auflagenerfolg feierte, mit dem sie seelisch nicht fertig geworden ist. Da gibt es Anspielungen auf einen Manager, der aus seinem Vorgarten heraus verhaftet wurde ( Zumwinkel) und eine Literaturkritikerin, der man ihre Sendung weggenommen hat (Elke Heidenreich). Noch viele andere versuchen in dieser Klinik wieder auf die Beine zu kommen. Daniel Deserno erzählt von seinen Erfolgen, als sein Porsche noch intakt war, und wir erfahren, ähnlich wie bei Anne T. so einiges über das verkorkste Seelenleben der Broker der Jahre 2006 ff. Es ist aber auch ein Roman über einen Sohn, der sich nicht wirklich von seiner dominanten altlinken Mutter lösen kann. Als ein berühmter Schriftsteller zusammen mit seinem Hauskritiker zu einer exklusiven Lesung seines Roman über Goethes Liebesbeziehung zu einer jungen Frau in die Klinik kommt ( eine Anspielung auf Martin Walser), sagt sich nicht nur Daniels Mutter, sondern auch Selma an. Auf eine hier nicht zu verratende Weise kommt das für schrottreif gehalten Wrack seines Porsches wieder auf Touren. Das Buch ist amüsant zu lesen, die Sprache sexuell hoch aufgeladen. Ob man von diesem Buch in einigen Jahren noch sprechen wird, wie von so vielen anderen Büchern Kirchhoffs ( zuletzt das auch von mir hoch gelobte "Eros und Asche") wage ich indes zu bezweifeln.

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  • Rezension zu "Erinnerungen an meinen Porsche" von Bodo Kirchhoff

    Erinnerungen an meinen Porsche.

    Geisterhoernchen

    24. October 2010 um 13:12

    Entgegen anderen Rezensionen, die von einem Pornobuch sprechen, möchte ich vielmehr von einem Buch sprechen, das sehr gelungen ist. Männliche Attribute beinhaltet dieses Buch eine Menge. Es ist lebensnah, und das Leben ist voller Liebe und Sex. Warum sollte man Sex also aussparen?, weil es keine Belletristik sein darf, weil es oberflächlich sei? Nein, "Erinnerungen an meinen Porsche" ist ein gutes hochliterarisches Buch und es zählt sehr wohl zu den kurzweiligsten und besten Romanen 2009. Peng! Unterteilung E-Unterhaltung und U-Unterhaltung ist tot!

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  • Rezension zu "Erinnerungen an meinen Porsche" von Bodo Kirchhoff

    Erinnerungen an meinen Porsche.

    zbaubf

    30. March 2009 um 09:36

    Was soll ich bloß zu diesem Machwerk schreiben ?? Eine gute Idee, dass ein gescheiterter Junginvestmentbanker aus gewissen Gründen heraus in einem Sanatorium landet und dort auch andere gescheiterte Mitbewohner trifft, wurde vertan. Entweder musste Kirchhoff das Buch wegen der aktuellen Situation schnell zsammenschreiben oder es fällt ihm nichts Besseres mehr ein. Das Buch ist ein nahezu reiner Pornoroman und dazu noch ekelhaft. Nein, danke Herr Kirchhoff.

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