Widerfahrnis

von Bodo Kirchhoff 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Widerfahrnis
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Wenn man einfach nur da ist ...

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Inhaltsangabe zu "Widerfahrnis"

Reither, bis vor kurzem Kleinverleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958620230
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Audiobuch
Erscheinungsdatum:06.12.2016
Das aktuelle Buch ist am 01.09.2016 bei Frankfurter Verlagsanstalt erschienen.

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    Tanzmauss avatar
    Tanzmausvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wenn man einfach nur da ist ...
    Wenn man einfach nur da ist ...

    Reither hat sowohl der Großstadt Frankfurt, wie auch seinem kleinen Verlag den Rücken gekehrt und sich in einem idyllischen Tal am Alpenrand in einer Wohnanlage eine Wohnung genommen. Doch so ganz kann er nicht los lassen und gerade Bücher wirken auf ihn immer noch anziehend. So ist es nicht verwunderlich, dass er sich im Kaminzimmer der Anlage am Bücherregal ein kleines Büchlein herausnimmt, um es genauer zu studieren. Der fehlende Titel hat ihn dabei angezogen.

    Und genau bei dieser Aktion beobachtet ihn Leonie Palm, die einen Lesekreis leitet. Noch am gleichen Abend spricht sie bei Reither vor, versucht, ihn für den Lesekreis als Mitglied zu gewinnen. Doch es geht tiefer hinein ihre Begegnung und schon bald befinden sie sich in einem Abenteuer, bei dem nicht ganz klar ist, wer den ersten Schritt gemacht hat.

    Ich gebe zu, ich bin um das Buch lange herumgeschlichen. Der Zusatz „Novelle“ schreckte mich doch etwas ab. Eine Novelle, also eine kürzere bis mittellange Erzählung in Prosaform, die man theoretisch in einem Zug lesen kann und nicht nur die Singularität, sondern auch meistens den Konflikt zwischen Ordnung und Chaos thematisiert. Das klang dann doch recht sperrig und abschreckend.

    Doch dann entdeckte ich, dass Frank Arnold das Hörbuch gelesen hat und schon waren die letzten Hindernisse vergessen. Hörbücher mit Frank Arnold kenne ich mittlerweile recht viele und jedes Mal kann er mich aufs Neue fesseln. So war es auch hier. Mit seiner Stimme nahm mich Frank Arnold gleich wieder gefangen, ich tauchte in das Buch ein und stellte fest, so schlimm ist eine Novelle gar nicht, zumindest, wenn man sie als Hörbuch im Auto auf der Fahrt hört.

    Mit 5 CDs hat man das komplette und ungekürzte Buch zur Hand, verpackt in einer aufklappbaren Kunststoffbox in einem Pappschuber und etwa 6 Stunden Hörgenuss. Frank Arnold hat ein Talent dafür, einem Buch seinen Stempel aufzudrücken. Mit der Tonlage ebenso zu variieren wie mit dem der Lesegeschwindigkeit und so den Leser gefangen zu nehmen.

    Das Buch ist zweifelsfrei eine Novelle, eine Geschichte zweier Menschen, die es in ihrem fortgeschrittenen Alter noch einmal wissen wollen. Auch wenn ich selten Novellen lese, finde ich doch, dass der Autor mit diesem Buch ein sehr schönes Werk geschaffen hat.

     

    Fazit:

    Mir hat beides gefallen, zum einen die Geschichte, zum anderen die Umsetzung als Hörbuch. Ich hatte wieder eine tolle Unterhaltung auf der Autofahrt und durfte lernen, dass man vor Novellen nicht unbedingt zurückschrecken muss.

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    ChrischiDs avatar
    ChrischiDvor 2 Jahren
    Melancholisch und wortgewandt

    Wie stark eine zufällige Begegnung zweier Menschen das Leben ebenjener verändern und beeinflussen kann, erfahren Reither und Leonie als sie unvermittelt gen Süden aufbrechen. Nie zuvor hatten sie miteinander zu tun und doch gibt es diese Anziehungskraft zwischen ihnen, ähnliche Träume und Wünsche eingeschlossen. Während ihrer Fahrt treffen sie auf ein junges Märchen, das, wie es scheint, weder ihre Sprache spricht noch ein Dach über dem Kopf besitzt. Die Reisenden bringen es nicht übers Herz sie sich selbst zu überlassen und so fahren sie zu dritt weiter. Was, wenn das alles vielleicht doch kein Zufall ist?

    Diese Menschen, die sich aufmachen, einfach aus gewohnten Mustern auszubrechen versuchen, und die der Hörer im Verlauf des Geschehens immer besser kennenlernt, könnten auch ganz andere sein. In einigen Ansichten und Eigenschaften wird man vermutlich sogar sich selbst erkennen, warum als nicht gleich ebenfalls auf Reisen gehen, nach Italien oder wo immer das Herz sich hin sehnt.

    Melancholisch, wortgewandt und extrem nah an der Wirklichkeit hat Bodo Kirchhoff ein Werk erschaffen, das den Hörer gefangen nimmt und nachdenklich stimmt. Fragen werden laut, das eigene Leben, Denken, Handeln betreffend, aber auch weitgreifender, tiefgründiger und existentieller. Interessanterweise sind es dabei vielmehr die kleinen Anstöße, die die Erzählung alleine durch ihren Klang ausübt als der Inhalt selbst. Dieser ist natürlich keineswegs unwichtig oder gar gänzlich austauschbar, und doch erwischt man sich immer wieder dabei den eigenen Gedanken nachzuhängen als den Verlauf der Reise konzentriert zu verfolgen.

    Frank Arnold gibt dem Ganzen eine Stimme und spürt der gegebenen Atmosphäre auf seine ganz eigene Art nach. Gleichzeitig überträgt er die Stimmung auf den Hörer, der sich einbettet in zwarte Töne ebenso wie harte Aussagen, die nicht wieder zurückgenommen werden können. Eine absolute Topleistung des Sprechers, dessen Interpretation des Geschehens keinen Grund zum Klagen gibt.

    Im Nachhinein hat man das Gefühl, dass es gar nicht so sehr auf das 'Was' in der Geschichte ankommt, sondern eher auf das 'Wie'. Und ganz besonders darauf was man selbst beim Hören spürt.

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