Bodo Steinberg

 4,4 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor*in von Im Schatten der Burg, Tote zahlen mehr und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Bodo Steinberg wurde in München geboren. Er arbeitete nach einem Elektrotechnik-Studium von 1976 - 1993 in der Schaltkreisentwicklung eines Mikro-Chip-Herstellers der Daimlergruppe. Nach der Schließung der Firma 1993 schulte er zum Re-dakteur um und ist bis heute als Redakteur und Schriftsteller tätig. Er erhielt bereits 1981 die Aus-zeichnung: Literaturpreis der GEMA und 2002 den 1. Preis der »Regionale Autorentage« (Mün-chen-Nord, Dachau, FFB, Freising). Seit 2007 ist er Mitglied der Autorenwerkstatt des Lyrik-Kabinetts München. Einige Veröffentlichungen der letzten Jahre: »Der Weg«, Ostpreußen-Roman »Novembersonne«, Gedichte »Das Paradies an der Bernsteinküste«, Geschich-ten aus Ostpreußen »Varreck Kaffäh-Haus«, Münchnerisches zum Schmunzeln und Nachdenken »Zwischen den Stühlen«, Sachbuch über die Schließung einer High-Tech-Firma

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Bodo Steinberg

Cover des Buches Das Grab in Tennessee (ISBN: 9783745091700)

Das Grab in Tennessee

 (2)
Erschienen am 02.02.2018
Cover des Buches Why Jack? (ISBN: 9783957203014)

Why Jack?

 (2)
Erschienen am 15.03.2021
Cover des Buches Im Schatten der Burg (ISBN: 9783945295717)

Im Schatten der Burg

 (3)
Erschienen am 14.06.2016
Cover des Buches Tote zahlen mehr (ISBN: 9783957203960)

Tote zahlen mehr

 (2)
Erschienen am 22.01.2024
Cover des Buches Der Weg (ISBN: 9783800331604)

Der Weg

 (1)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Lillys Reich (ISBN: 9783957202840)

Lillys Reich

 (1)
Erschienen am 01.07.2020

Neue Rezensionen zu Bodo Steinberg

Cover des Buches Tote zahlen mehr (ISBN: 9783957203960)
Faymes avatar

Rezension zu "Tote zahlen mehr" von Bodo Steinberg

Intensiv - beklemmend und faszinierend
Faymevor 5 Tagen

𝑩𝒐𝒅𝒐 𝑺𝒕𝒆𝒊𝒏𝒃𝒆𝒓𝒈, 𝑻𝒐𝒕𝒆 𝒛𝒂𝒉𝒍𝒆𝒏 𝒎𝒆𝒉𝒓. 𝑭𝒓𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆𝒔 𝑩𝒍𝒖𝒕 𝒇ü𝒓 𝒂𝒍𝒕𝒆𝒔 𝑬𝒓𝒃𝒆, 𝒏𝒆𝒕-𝑽𝒆𝒓𝒍𝒂𝒈 2024


Wann habe ich das letzte Mal einen Krimi gelesen, der mir das Gefühl gegeben hat, die Abgründe der Menschheit hautnah zu erleben? Die Antwort lautet „nie“. Will man aber tatsächlich in die Abgründe tauchen, ist Bodo Steinbergs Tote zahlen mehr der perfekte Kandidat. Ein Krimi, der so tief in die Berliner Unterwelt abtaucht, dass man fast den Drang verspürt, sich die Hände danach zu waschen.

Schon der Titel lässt nichts Gutes ahnen. Tote zahlen mehr? Sieht so aus, als hätte Bodo Steinberg erkannt, dass im 21. Jahrhundert die Leichenberge nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sind. Und so stapelt er in seinem Buch munter weiter: Mord, Erpressung, Prostitution, Drogen- und Waffenhandel – die Palette der Schwerkriminalität ist so umfassend, dass man sich fragt, ob Steinberg hier eine To-do-Liste für das perfekte Verbrechen oder einen Kriminalroman verfasst hat.

Protagonist dieses Sündenfalls ist Kriminalhauptkommissar Dieter Seitz, der mit seiner lakonischen Art und Weise nicht nur die Ermittlungen leitet, sondern auch uns Leser in die Geschichte hineinzieht. Seitz ist kein strahlender Held, sondern ein Antiheld, dem das Berliner Pflaster ebenso vertraut ist wie der Geschmack von bitterem Kaffee und noch bittereren Enttäuschungen. Und genau das macht ihn so authentisch – ein bisschen wie ein Kreuzberger Iggy Pop, nur mit mehr Dienstmarke und weniger Heroin.

Steinberg gelingt es, die Charaktere in einer Plastizität darzustellen, die ihresgleichen sucht. Dieter Seitz wirkt nicht wie eine literarische Figur, sondern wie der Typ, dem man in der U-Bahn lieber aus dem Weg geht, weil man weiß, dass er Geschichten auf Lager hat, die einem die Nächte rauben könnten. Auch die übrigen Protagonisten, ob sie nun zur Polizei oder zum organisierten Verbrechen gehören, sind so greifbar und gleichzeitig so verstörend, dass man sich fragt, woher Steinberg diese Menschen kennt – und ob man nicht froh sein sollte, dass sie nur auf Papier existieren.

Nun, ich muss gestehen, dass ich persönlich kein großer Freund von Krimis bin, in denen Clankriminalität, Mafia oder dergleichen im Mittelpunkt stehen. Meine literarischen Präferenzen neigen eher zu den feinsinnigen Werken einer Dorothy Sayers oder der klassischen englischen Detektivgeschichte, in denen weniger die Brutalität, sondern vielmehr die Raffinesse des Verbrechens im Vordergrund steht. Doch genau hier liegt die Überraschung: Trotz meiner Vorbehalte hat mich Steinbergs Werk von Anfang an gefesselt. Es ist die Kombination aus intensiver Spannung, der überzeugenden Darstellung des Berliner Untergrunds und der facettenreichen Figuren, die diesen Krimi für mich zu einem Erlebnis gemacht haben, das ich nicht missen möchte.

Der Schauplatz Berlin wird in diesem Buch fast zu einer eigenen Figur. Steinberg zeichnet ein Bild der Stadt, das düsterer nicht sein könnte. Vergessen Sie das Berlin der Touristenbroschüren, hier erleben wir ein Berlin der Hinterhöfe, der dunklen Ecken und der unsichtbaren Grenzen, die nur die kennen, die sich dort tatsächlich bewegen. Das zweite Setting, die Halbinsel Krim, fügt der ohnehin schon angespannten Atmosphäre eine weitere Ebene der Beklemmung hinzu. Hier wird die Geschichte fast schon zu einem Agententhriller, der die Grenze zwischen Realität und Fiktion auf erschreckende Weise verschwimmen lässt.

Doch was wäre ein Krimi ohne Spannung? Steinberg versteht es meisterhaft, diese kontinuierlich zu steigern. Wenn nach einem Drittel des Buches die Handlung ins Privatleben von Seitz übergreift und seine 12-jährige Nichte entführt wird, nimmt die Geschichte eine Wendung, die einem den Atem stocken lässt. Manchmal fühlt es sich an, als ob Steinberg einen auf eine Reise in die Hölle mitnimmt – und man ist bereit, jede Station mitzugehen, so faszinierend ist der Abgrund, den er zeichnet.

Steinbergs Stil ist, sagen wir es offen, nichts für schwache Nerven. Bildhaft, ja, aber auch schwer. Manchmal wirkt die Sprache so, als hätte der Autor die Sätze in einem literarischen Mörser zerstoßen und mit den scharfen Kanten auf uns losgelassen. Es ist diese Härte, diese Unnachgiebigkeit, die das Buch so einzigartig macht. Wer leichte Unterhaltung sucht, ist hier fehl am Platz – aber wer bereit ist, sich dieser sprachlichen Wucht zu stellen, wird mit einer Lektüre belohnt, die tief ins Mark geht.

Im letzten Drittel wird es dann emotional. Und mit emotional meine ich: schmerzhaft. Steinberg zeigt uns, dass selbst in den tiefsten Abgründen der Kriminalität noch Platz für Menschlichkeit ist – wenn auch in einer Form, die uns mehr Fragen als Antworten hinterlässt. Die Geschichte endet nicht einfach; sie bleibt hängen, wie ein Schatten, der sich nicht vertreiben lässt.

Fazit: Mit Tote zahlen mehr hat Bodo Steinberg einen Krimi vorgelegt, der nicht nur die Nerven, sondern auch den Verstand herausfordert. Das Buch ist nichts für Zartbesaitete, aber für alle, die sich trauen, den Blick hinter die Fassaden zu wagen, ist es eine absolute Empfehlung. Steinberg entführt uns in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse so sehr verschwimmen, dass wir uns am Ende nicht mehr sicher sind, auf welcher Seite wir selbst stehen. Ein intensives, beklemmendes und zugleich faszinierendes Leseerlebnis, das man so schnell nicht vergisst – ob man will oder nicht.

Cover des Buches Tote zahlen mehr (ISBN: 9783957203960)
UlrikesBuecherschranks avatar

Rezension zu "Tote zahlen mehr" von Bodo Steinberg

Für mich ein Lesehighlight
UlrikesBuecherschrankvor 6 Monaten

Dieser Krimi umfasst 10 Kapitel und spielt sich überwiegend in Berlin ab. Die Story wird aus der Sichtweise von Kriminalhauptkommissar Dieter Seitz in seiner zeitweise lockeren Art und Weise erzählt. Die Protagonisten im allgemeinen sind sehr authentisch dargestellt. Der Schreibstil ist manchmal nicht ganz so leicht aber sehr bildhaft zu lesen. Ich muss zugeben dass ich zu Beginn dann doch skeptisch war diesen Krimi zu lesen. Aber schon auf den ersten Seiten wurde ich positiv überrascht. Ob Drogen, Prostitution, Mord, Waffenhandel oder Erpressung - in diesem Krimi steht die mafiöse Clankriminalität im Vordergrund. Daher wurde die Story für mich persönlich spannend und fesselnd zu lesen. Dieses Buch zog mich in seinen Bann und quasi in die Berliner Unterwelt. Nach ca. dem ersten Drittel erhöht sich die Spannung sprunghaft denn da geht die Story auch in das Privatleben von Dieter Seitz hinein. Aber der Krimi wird nicht nur aufregend sondern ich durfte ab und zu auch mal schmunzeln. So wird das Buch meiner Meinung nach abwechslungsreich und kurzweilig zu lesen. Zeitweise kam mir dieser Krimi fast schon wie ein Agententhriller vor. Gerade auch dann als sich die Handlung auf der Krim abspielte. Da wurde die Story hochspannend und für mich persönlich fast schon atemraubend. Zudem wird die Story actionreich und ab da konnte ich den Krimi kaum noch aus der Hand legen. Im letzten Drittel wird die Story emotional, bewegend und für mich persönlich erschütternd. Aber ich war auch erstaunt wie abgebrüht manche Menschen sein können. Am liebsten hätte ich dieses Buch an einem Stück durchgelesen was leider an der Seitenzahl scheiterte. Die Story hat alles was einen perfekten Krimi ausmacht. Er hat mich auf alle Fälle positiv überrascht und es hat mich gefreut ihn lesen zu dürfen. Dieser herausragende und fast schon opulente Krimi, der mich zeitweise an einen Thriller erinnert hat, hat mich vollkommen überzeugt. Er zählt zu meinen Lesehighlights und vergebe daher sehr gerne fünf Sterne. 

Cover des Buches Why Jack? (ISBN: 9783957203014)
Beate_Freitags avatar

Rezension zu "Why Jack?" von Bodo Steinberg

Auf den Spuren der Vergangenheit!
Beate_Freitagvor 2 Jahren

Das Cover mit dem alten Militärfahrzeug und einem lässigen Bild von Jack, zumindest denke ich, dass es Jack ist, macht mich neugierig und ich blättere ins Buch.

Bodo Steinberg hat einen angenehmen Schreibstil. Wort- und, bildgewaltig zieht er mich in seinen Bann und schon nach ein paar Seiten habe ich alles um mich herum vergessen. Seine Wortwahl und seine Satzkonstruktionen sind angenehm, der schöne Lesefluss lässt mich regelrecht dahinfliegen.

Der Protagonist Ralph macht sich als erwachsener Mann auf die Suche nach seinem Vater. Einen amerikanischen Soldaten, der in Deutschland stationiert war und dann wieder zurück in die USA ging.

Ich begleite Ralph bei seinen Recherchen hier von Deutschland aus, steige mit ihm ins Flugzeug, um nach seinen Wurzeln in Somerville zu suchen und stehe mit ihm am Grab des Vaters.

Was nach einer Reise in die Vergangenheit beginnt, entwickelt sich zu einem Familiendrama, mit jeder Antwort stellen sich neue Fragen. Die Wiedersehensfreude mit der Familie ist getrübt von Lügen und Intrigen und gab es wirkliche einen Mord? Ich bin hautnah dabei, wenn finstere Familiengeheimnisse aufgedeckt werden.

Bis zum überraschenden, mitreißenden Ende bleibt die Geschichte spannende und wendungsreich.

Gespräche aus der Community

Ich möchte ab heute eine Leserunde zu meinem neuen Roman "Im Schatten der Burg" starten. Am 1.3.17 werden zwei Bücher verlost.
18 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  Wildponyvor 7 Jahren
Hier meine Rezension zu dem Buch. Danke das ich es lesen durfte. Das Grundthema ist wirklich spannend, auch wenn mir ein wenig die Umsetzung gefehlt hat. Bitte nicht böse sein wenn ich daher 3,5 Sterne vergebe. Es ist schwierig in Worte zu packen was ich beim lesen empfunden habe. Hoffe das ich es trotzdem ein wenig herüber bringen konnte. https://www.lovelybooks.de/autor/Bodo-Steinberg/Im-Schatten-der-Burg-1247221184-w/rezension/1472044440/
Das Grab in Tennessee
15 BeiträgeVerlosung beendet
S
Letzter Beitrag von  Steinbergvor 10 Jahren
"Das Grab in Tennessee" wird es ab dem Frühjahr 2015 auch als normales Buch geben! Die engagierte "Persimplex-Verlagsgruppe" hat sich die Veröffentlichungsrechte an dem Buch gesichert. Auch als E-Book wird der Verlag eine eigene und neu lektorierte Ausgabe herausbringen.

August 1944: Die Ereignisse des 2. Weltkriegs haben das abgelegene masurische Gut der Familie von Thumeck am Haschner See noch nicht erreicht. Polnische Erntehelfer, ein im See notgelandeter britischer Pilot, die Familie des Gutsbesitzers und die zum Gut gehörenden Angestellten feiern nach der eingebrachten Ernte ein letztes Mal zusammen. Olaf von Thumeck, der jüngste Sohn des Grafen, muss nach seinem Genesungsurlaub wieder an die Front. Während der Feier gibt er die überraschende Verlobung  mit Nadja Jablonski, einer jungen polnischen Erntehelferin bekannt.

Doch der Krieg holt die Familie schneller ein als erwartet. Olaf und Nadja müssen sich trennen, russische Verbände dringen über die Grenze, besetzen das Gut und Olafs Eltern werden Ofer russischer Soldaten.

Olaf, als Kriegsgefangener nach Severnyj hinter den Ural verschleppt und zu Zwangsarbeit in einem Bleibergwerk gezwungen, kehrt nach einer abenteuerlichen Flucht 1953 von Sorgen um Nadja und die Familie geplagt in seine Heimat zurück, wo sich sein Schicksal endgültig entscheidet.

11 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  tigerbeavor 10 Jahren
Hier nun meine Rezi zu diesem außergewöhnlichen Buch: http://www.lovelybooks.de/autor/Bodo-Steinberg/Der-Weg-674971540-t/rezension/1100715250/ Vielen Dank dafür, ich werde es in Ehren halten!

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