Kriminalhauptkommissar Dieter Seitz leitet die Sonderkommission "Teja" in Berlin, denn seit 10 Monaten gibt es immer wieder brutalste Morde, die von verschiedensten Banden ausgeführt werden, jedoch immer die gleiche Botschaft enthalten. Während die Ermittlungen laufen, wird zudem Dieters 12jährige Nichte entführt. Die Ermittlungen führen in Berlins Unterwelt und bis zur Halbinsel Krim und umfasst die ganze Bandbreite an Schwerkriminalität von Mord und Erpressung bis zu Prostitution, Drogen- und Waffenhandel. Die Ermittler selbst begeben sich in größte Gefahr, den mit diesen Verbrechern ist nicht zu spaßen. Wird ihnen die Aufklärung des Falls gelingen?
Der Schreibstil von Bodo war genau das, was ich bei einem Krimi erwartet habe und ließ mich ziemlich schnell durch die Kapitel fliegen.
Die Handlung des Buches ließ mich in tiefste menschliche Abgründe blicken und es ist kaum vorstellbar, dass Menschen zu solchen Taten fähig sein können. Aber ich bin davon überzeugt, dass es leider solche Menschen gibt.
Der Krimi hat mich von Anfang bis Ende gefangen genommen, die Spannung blieb bis zum Schluss (manchmal fast nicht zum aushalten) erhalten. Ich weiß gar nicht wie oft ich beim Lesen vergessen habe zu Atmen.
Während des Lesens dachte ich immer wieder, dieser Krimi sollte verfilmt werden, allerdings wäre die Handlung für einen Film alleine fast zu viel. Also dann eher ein Zweiteiler oder gar eine Serie.
Das einzige was mir an Bodos Buch nicht gefallen hat, war das Ende. Das hat aber mehr mit meinem Glauben, als mit Bodos Roman zu tun. Ich bin im Gegensatz zu Bodo der Meinung, dass wir alle Kinder Gottes sind, aber dass es durchaus Kinder gibt, die vom rechten Weg abkommen. Aber bildet Euch dazu selbst eine Meinung.
Alles in allem gibt es von mir hier eine klare Leseempfehlung. Allerdings würde ich sagen, ist dieser Krimi wirklich nichts für schwache Nerven.
Bodo Steinberg
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Bodo Steinberg
Tote zahlen mehr
Das Grab in Tennessee
Why Jack?
Im Schatten der Burg
Der Weg
Lillys Reich
Neue Rezensionen zu Bodo Steinberg
𝑩𝒐𝒅𝒐 𝑺𝒕𝒆𝒊𝒏𝒃𝒆𝒓𝒈, 𝑻𝒐𝒕𝒆 𝒛𝒂𝒉𝒍𝒆𝒏 𝒎𝒆𝒉𝒓. 𝑭𝒓𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆𝒔 𝑩𝒍𝒖𝒕 𝒇ü𝒓 𝒂𝒍𝒕𝒆𝒔 𝑬𝒓𝒃𝒆, 𝒏𝒆𝒕-𝑽𝒆𝒓𝒍𝒂𝒈 2024
Wann habe ich das letzte Mal einen Krimi gelesen, der mir das Gefühl gegeben hat, die Abgründe der Menschheit hautnah zu erleben? Die Antwort lautet „nie“. Will man aber tatsächlich in die Abgründe tauchen, ist Bodo Steinbergs Tote zahlen mehr der perfekte Kandidat. Ein Krimi, der so tief in die Berliner Unterwelt abtaucht, dass man fast den Drang verspürt, sich die Hände danach zu waschen.
Schon der Titel lässt nichts Gutes ahnen. Tote zahlen mehr? Sieht so aus, als hätte Bodo Steinberg erkannt, dass im 21. Jahrhundert die Leichenberge nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sind. Und so stapelt er in seinem Buch munter weiter: Mord, Erpressung, Prostitution, Drogen- und Waffenhandel – die Palette der Schwerkriminalität ist so umfassend, dass man sich fragt, ob Steinberg hier eine To-do-Liste für das perfekte Verbrechen oder einen Kriminalroman verfasst hat.
Protagonist dieses Sündenfalls ist Kriminalhauptkommissar Dieter Seitz, der mit seiner lakonischen Art und Weise nicht nur die Ermittlungen leitet, sondern auch uns Leser in die Geschichte hineinzieht. Seitz ist kein strahlender Held, sondern ein Antiheld, dem das Berliner Pflaster ebenso vertraut ist wie der Geschmack von bitterem Kaffee und noch bittereren Enttäuschungen. Und genau das macht ihn so authentisch – ein bisschen wie ein Kreuzberger Iggy Pop, nur mit mehr Dienstmarke und weniger Heroin.
Steinberg gelingt es, die Charaktere in einer Plastizität darzustellen, die ihresgleichen sucht. Dieter Seitz wirkt nicht wie eine literarische Figur, sondern wie der Typ, dem man in der U-Bahn lieber aus dem Weg geht, weil man weiß, dass er Geschichten auf Lager hat, die einem die Nächte rauben könnten. Auch die übrigen Protagonisten, ob sie nun zur Polizei oder zum organisierten Verbrechen gehören, sind so greifbar und gleichzeitig so verstörend, dass man sich fragt, woher Steinberg diese Menschen kennt – und ob man nicht froh sein sollte, dass sie nur auf Papier existieren.
Nun, ich muss gestehen, dass ich persönlich kein großer Freund von Krimis bin, in denen Clankriminalität, Mafia oder dergleichen im Mittelpunkt stehen. Meine literarischen Präferenzen neigen eher zu den feinsinnigen Werken einer Dorothy Sayers oder der klassischen englischen Detektivgeschichte, in denen weniger die Brutalität, sondern vielmehr die Raffinesse des Verbrechens im Vordergrund steht. Doch genau hier liegt die Überraschung: Trotz meiner Vorbehalte hat mich Steinbergs Werk von Anfang an gefesselt. Es ist die Kombination aus intensiver Spannung, der überzeugenden Darstellung des Berliner Untergrunds und der facettenreichen Figuren, die diesen Krimi für mich zu einem Erlebnis gemacht haben, das ich nicht missen möchte.
Der Schauplatz Berlin wird in diesem Buch fast zu einer eigenen Figur. Steinberg zeichnet ein Bild der Stadt, das düsterer nicht sein könnte. Vergessen Sie das Berlin der Touristenbroschüren, hier erleben wir ein Berlin der Hinterhöfe, der dunklen Ecken und der unsichtbaren Grenzen, die nur die kennen, die sich dort tatsächlich bewegen. Das zweite Setting, die Halbinsel Krim, fügt der ohnehin schon angespannten Atmosphäre eine weitere Ebene der Beklemmung hinzu. Hier wird die Geschichte fast schon zu einem Agententhriller, der die Grenze zwischen Realität und Fiktion auf erschreckende Weise verschwimmen lässt.
Doch was wäre ein Krimi ohne Spannung? Steinberg versteht es meisterhaft, diese kontinuierlich zu steigern. Wenn nach einem Drittel des Buches die Handlung ins Privatleben von Seitz übergreift und seine 12-jährige Nichte entführt wird, nimmt die Geschichte eine Wendung, die einem den Atem stocken lässt. Manchmal fühlt es sich an, als ob Steinberg einen auf eine Reise in die Hölle mitnimmt – und man ist bereit, jede Station mitzugehen, so faszinierend ist der Abgrund, den er zeichnet.
Steinbergs Stil ist, sagen wir es offen, nichts für schwache Nerven. Bildhaft, ja, aber auch schwer. Manchmal wirkt die Sprache so, als hätte der Autor die Sätze in einem literarischen Mörser zerstoßen und mit den scharfen Kanten auf uns losgelassen. Es ist diese Härte, diese Unnachgiebigkeit, die das Buch so einzigartig macht. Wer leichte Unterhaltung sucht, ist hier fehl am Platz – aber wer bereit ist, sich dieser sprachlichen Wucht zu stellen, wird mit einer Lektüre belohnt, die tief ins Mark geht.
Im letzten Drittel wird es dann emotional. Und mit emotional meine ich: schmerzhaft. Steinberg zeigt uns, dass selbst in den tiefsten Abgründen der Kriminalität noch Platz für Menschlichkeit ist – wenn auch in einer Form, die uns mehr Fragen als Antworten hinterlässt. Die Geschichte endet nicht einfach; sie bleibt hängen, wie ein Schatten, der sich nicht vertreiben lässt.
Fazit: Mit Tote zahlen mehr hat Bodo Steinberg einen Krimi vorgelegt, der nicht nur die Nerven, sondern auch den Verstand herausfordert. Das Buch ist nichts für Zartbesaitete, aber für alle, die sich trauen, den Blick hinter die Fassaden zu wagen, ist es eine absolute Empfehlung. Steinberg entführt uns in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse so sehr verschwimmen, dass wir uns am Ende nicht mehr sicher sind, auf welcher Seite wir selbst stehen. Ein intensives, beklemmendes und zugleich faszinierendes Leseerlebnis, das man so schnell nicht vergisst – ob man will oder nicht.
Dieser Krimi umfasst 10 Kapitel und spielt sich überwiegend in Berlin ab. Die Story wird aus der Sichtweise von Kriminalhauptkommissar Dieter Seitz in seiner zeitweise lockeren Art und Weise erzählt. Die Protagonisten im allgemeinen sind sehr authentisch dargestellt. Der Schreibstil ist manchmal nicht ganz so leicht aber sehr bildhaft zu lesen. Ich muss zugeben dass ich zu Beginn dann doch skeptisch war diesen Krimi zu lesen. Aber schon auf den ersten Seiten wurde ich positiv überrascht. Ob Drogen, Prostitution, Mord, Waffenhandel oder Erpressung - in diesem Krimi steht die mafiöse Clankriminalität im Vordergrund. Daher wurde die Story für mich persönlich spannend und fesselnd zu lesen. Dieses Buch zog mich in seinen Bann und quasi in die Berliner Unterwelt. Nach ca. dem ersten Drittel erhöht sich die Spannung sprunghaft denn da geht die Story auch in das Privatleben von Dieter Seitz hinein. Aber der Krimi wird nicht nur aufregend sondern ich durfte ab und zu auch mal schmunzeln. So wird das Buch meiner Meinung nach abwechslungsreich und kurzweilig zu lesen. Zeitweise kam mir dieser Krimi fast schon wie ein Agententhriller vor. Gerade auch dann als sich die Handlung auf der Krim abspielte. Da wurde die Story hochspannend und für mich persönlich fast schon atemraubend. Zudem wird die Story actionreich und ab da konnte ich den Krimi kaum noch aus der Hand legen. Im letzten Drittel wird die Story emotional, bewegend und für mich persönlich erschütternd. Aber ich war auch erstaunt wie abgebrüht manche Menschen sein können. Am liebsten hätte ich dieses Buch an einem Stück durchgelesen was leider an der Seitenzahl scheiterte. Die Story hat alles was einen perfekten Krimi ausmacht. Er hat mich auf alle Fälle positiv überrascht und es hat mich gefreut ihn lesen zu dürfen. Dieser herausragende und fast schon opulente Krimi, der mich zeitweise an einen Thriller erinnert hat, hat mich vollkommen überzeugt. Er zählt zu meinen Lesehighlights und vergebe daher sehr gerne fünf Sterne.
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