Bohumil Hrabal

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Alle Bücher von Bohumil Hrabal

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Bohumil HrabalIch dachte an die goldenen Zeiten
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Ich dachte an die goldenen Zeiten
Ich dachte an die goldenen Zeiten
 (10)
Erschienen am 13.10.2007
Bohumil HrabalTanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene
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Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene
Bohumil HrabalAllzu laute Einsamkeit
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Allzu laute Einsamkeit
Allzu laute Einsamkeit
 (5)
Erschienen am 11.02.2003
Bohumil HrabalLeben ohne Smoking
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Leben ohne Smoking
Leben ohne Smoking
 (4)
Erschienen am 21.06.1995
Bohumil HrabalDie Schur
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Die Schur
Die Schur
 (4)
Erschienen am 25.12.1988
Bohumil HrabalReise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht
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Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht
Bohumil HrabalHochzeiten im Hause
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Hochzeiten im Hause
Hochzeiten im Hause
 (4)
Erschienen am 30.03.1993
Bohumil HrabalRomane und Erzählungen. Die Bafler. Ich habe den englischen König bedient. Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene. Verkaufe Haus, in dem ich nicht mehr wohnen will. Das Städtchen, in dem die Zeit stehenblieb. Allzu laute Einsamkeit / Romane und Erzählungen. Sechs Bände in Kassette
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Romane und Erzählungen. Die Bafler. Ich habe den englischen König bedient. Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene. Verkaufe Haus, in dem ich nicht mehr wohnen will. Das Städtchen, in dem die Zeit stehenblieb. Allzu laute Einsamkeit / Romane und Erzählungen. Sechs Bände in Kassette

Neue Rezensionen zu Bohumil Hrabal

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derlorenzs avatar

Rezension zu "Schizophrenes Evangelium" von Bohumil Hrabal

Der Prager Evangelist
derlorenzvor 4 Jahren

Bohumil Hrabal sitzt im Mittelpunkt einer Welt, die Prag genannt werden muß. Er hat diese Welt in vielen Büchern selbst erschaffen, aber auf ihre besondere Weise konnte sie nur an der Moldau aufblühen. Und weil die Symbiose zwischen der Stadt und ihrem Poeten so wunderbare Blüten trieb, ist der 80jährige Hrabal selbst ein bedeutender Teil des realen Prag geworden.

   Jeder echte Prager weiß: der Hrabal zecht seit ewigen Zeiten an seinem Stammtisch im "Goldenen Tiger". Vor aufdringlichen Touristen schirmen ihn Freunde ab. Nur Leute wie Vaclav Havel führen ungehindert Besucher - zum Beispiel den Staatsgast Bill Clinton - in die mythische Kneipenrunde ein. Und vor wenigen Tagen durfte auch Svato Zapletal neben Hrabal Platz nehmen.

   Der tschechische Grafiker und Kleinverleger Zapletal ist seit 1971 Hamburger. Hier gestaltet und druckt er die Bücher seines kleinen, aber feinen Svato-Verlages. Zapletal bewunderte Hrabal schon, als er kurz vor Schließung der tschechischen Grenzen 1969 zum Studium in die Bundesrepublik kam. Gerne hätte er ein Buch mit dem Schriftsteller aus seiner Heimat gemacht.

   Doch Hrabal stieg zur "tschechischen Erzählergroßmacht" (Süddeutsche Zeitung) auf, und die großen Verlage bemühten sich um ihn. So viele Leute wollten so großartige Projekte mit dem Prager machen, daß Zapletal keine Chance sah, ihn noch irgendwann für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Doch ausgerechnet in Hamburg traf er vor einem Jahr Hrabals Übersetzerin Susanna Roth.

   Interessiert schaute die Hrabal-Vertraute sich die kunstvollen Buchprojekte des Svato-Verlages an, die Zapletal alle selbst illustriert. Sie erzählte dem greisen Poeten von seinem Landsmann in Hamburg und siehe: er kramte aus seiner tiefen Schublade drei Texte hervor.

   Diese drei Geschichten, die noch nie auf deutsch zu lesen waren, erscheinen in dieser Woche im Svato-Verlag als "Schizophrenes Evangelium". Zapletal, der für seine Bücher lebt und sich in Schulden stürzt, ist glücklich: "Niemand schreibt wie Hrabal. Surreal und gleichzeitig so dicht an den Menschen, voller Liebe und Phantasie."

   Vor allem in der Titelgeschichte "Schizophrenes Evangelium" wird sehr deutlich, was Zapletal meint. Hrabals Jesus ist (natürlich) in Prag-Liben geboren und legt sein zartes Haupt auf den Marmortisch des Tanzlokals Kuchynka, als die ersten Bekehrungsversuche fehlschlagen. "Und es erschien ihm der Jemand, doch nicht in Gestalt eines Posttäubchens, sondern einer Prothese, die eine Wolke durchbrochen hatte. Und die Prothese war voll von verkrustetem Blut und Rost, als habe sie in den Sümpfen des Tertiär gelegen."

Nur 150 Exemplare des "Schizophrenen Evangeliums" hat Svato Zapletal in seiner Eimsbüttler Werkstatt selbst gefertigt. Es soll bei dieser einen Auflage bleiben. Entsprechend hoch sind die Preise.

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Rezension zu "Ich habe den englischen König bedient" von Bohumil Hrabal

Rezension zu "Ich habe den englischen König bedient" von Bohumil Hrabal
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Mit ungefähr 15 Jahren kommt der Erzähler nach Prag und beginnt, als Pikkolo im Hotel zu arbeiten. Er erweist sich dank seiner Beobachtungsgabe und Lernbereitschaft als geschickt, aber auch als außerordentlich raffiniert. Während er die reichen Gäste beobachtet, reift sein Entschluss, selber reich werden zu wollen und einer von ihnen zu werden. Die ersten Schritte dorthin erleichtert ihm seine Unverfrorenheit: Beim Verkauf von heißen Würstchen am Bahnhof betrügt er Kunden, die bereits im Zug sitzen, um deren Rückgeld. Er zögert die Rückgabe möglichst so lange hinaus, bis der Zug mit Kunde und Würstchen, aber ohne Rückgeld abfährt. Ein Hotelgast, der selbst Opfer dieses Tricks wurde, nimmt den Pikkolo beiseite; er ist ihm nicht böse, sondern bestärkt ihn in seinem Treiben. Wie man an seinem Würstchenverkauf sehen könne, würde aus ihm Großes werden.

Der Pikkolo arbeitet nach einer Zwischenstation in einem diskreten Hotel für die privaten Amüsements der Reichen und Wichtigen wieder in einem großen Haus, wo ihn ein routinierter Kellner einlernt. Dieser schult ihn darin, jedem Gast beim Hereinkommen bereits Herkunft und Speiseabsichten anzusehen. Doch die Anstellung in diesem Haus endet wie alle anderen bisher auch: Ihm wird gekündigt. Bisher in der Regel wegen eines Missverständnisses. Dieses Mal jedoch ist die Liebe schuld. Der Pikkolo hat sich ausgerechnet während des zweiten Weltkriegs in die deutsche Sportlehrerin Lisa verliebt.

Hrabal lässt seinen Pikkolo eine Geschichte erzählen, die ganz harmlos beginnt. Der Ich-Erzähler blickt auf sein Leben zurück, berichtet von einer beruflichen Station nach der anderen. Immer weiter scheint er auf seiner Karriereleiter klettern zu können: Zuerst bedient er wohlhabende Prager, dann einen General und den Präsidenten, gefolgt von einem Diner des abessinischen Kaisers, bei dem er auserwählt wird, dem höchsten Gast persönlich zu servieren. Er fabuliert ein grandioses Festmahl zusammen, das die Leibköche des Kaisers gebraten haben und erhält für seine Dienste einen Orden. Mit diesem putzt er sich künftig bei jeder Gelegenheit heraus, um Anerkennung und Achtung zu erheischen. Die lustvolle Szenerie endet, als die Deutschen Prag besetzen. Während der Erzähler als heiratsfähig gestempelt wird, verurteilen zahllose andere Stempel seine Landsleute zum Tod. Zum ersten Mal scheint er richtig ins Grübeln zu kommen, ordnet seine Gedanken aber schnell seinem hoch gesteckten Ziel unter.

Das Leben spielt nicht nur diesen Erwartungen des Erzählers seine Streiche. Ein Aufstieg mit Hilfe seiner deutschen Frau bleibt ihm verwehrt und auch nach dem Krieg gibt es keine Karriere. Er schaft es wohl, mit Lisas und seinem Geld ein Hotel zu kaufen, doch die Herkunft des Geldes, die ihm zu Beginn noch wenig Kummer bereitete, verschafft ihm nun schlaflose Nächte. Und die Hoteliers akzeptieren ihn nicht als Ihresgleichen, nicht einmal, nachdem er mit ihnen wegen seiner Millionen interniert wird.
Die Erzählung spielt auch mit den Erwartungen des Zuhörers. Der Pikkolo wirkt naiv und hilflos, entpuppt sich aber als sehr wandelbar und dreht sein Fähnchen in jeder Situation geschickt nach dem Wind. Er weiß aus Unglücken seinen Vorteil zu ziehen und tappt stur mit jeder Strömung mit. Hauptsache, sie bringt ihm seinem Ziel ein wenig näher. Zur positiven Identifikationsfigur wird man damit nicht, wohl aber zu einem Anker in der Geschichte, mit dem man Jahr für Jahr an den Geschicken des Landes und der Leute teilhaben kann.

Wolfram Berger erzählt die Geschichte des Pikkolos ganz hervorragend und authentisch; das dürfte zu einem großen Teil daran liegen, dass er im Gegensatz zu vielen anderen Sprechern Dialekt sprechen darf. Und so scheint der Pikkolo direkt neben einem zu sitzen, um sein Leben auszubreiten. Eine hervorragende Umsetzung, die im Vergleich zum Buch wohl gekürzt scheint, aber wenig an ihrem grotesken Humor und ihrer Zweischneidigkeit verloren haben dürfte.

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Rolf-BernhardEssigs avatar

Rezension zu "Die Schur" von Bohumil Hrabal

Rezension zu "Die Schur" von Bohumil Hrabal
Rolf-BernhardEssigvor 6 Jahren

So ein Sog hinein ins Leben, in den Sturm des Erlebbaren, der das geerdete Dasein doch nicht anficht! So eine Liebe - selbst und gerade zum Schweinchen, das geschlachtet wird, und zum Blutwurstmachen, zum Eintauchen in das Vergehen, zum Hochsteigen, zum eigenen Haar und zum Aufgeben von dem, was nicht mehr nötig ist. Selten gab mir ein Buch so fest die Hand und nahm mich mit, so daß ich sie heut noch spüre. Und das einzige, was ich zutiefst bedaure, daß ich seinen tschechischen Wohlklang nicht kenne noch verstünde.

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