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Nightingale78

vor 10 Monaten

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Der Plot

Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce …
Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es.

 

Meine Meinung

»Der Geruch von Häusern anderer Leute« erzählt miteinander verschlungene Geschichten von vier Teenager. Alaska in den 70er Jahren: Ruth und ihre kleine Schwester leben bei ihrer unterkühlten, strengen und sehr katholischen Großmutter. Ruth hat nie aufgehört, sich nach ihren Eltern zu sehnen und kann sich an die strenge Erziehung ihrer Oma nicht gewöhnen; Dora lebt bei der Familie ihrer besten Freundin, weil ihre Mutter eine Alkoholiker ist und ihr Vater im Gefängnis sitzt; Alyce fühlt sich verpflichtet, ihrem Vater beim Fischen zu helfen obwohl sie dadurch eine wichtige Chance für ihre Tanzkarriere sausen lässt; und Hank reißt mit seinen beiden jüngeren Brüder von Zuhause aus, weil sie unter ihrem Stiefvater leiden. Doch die Flucht läuft leider vollkommen aus dem Ruder. Und während diese jungen Menschen versuchen für sich ein besseres Leben zu finden, kreuzen sich ihre jeweiligen Wege auf interessante und rührende Art.

Das dieses Buch nicht nur eine Geschichte ist, sondern mehrere in einer, war mir zu Beginn gar nicht bewusst. Auch der historische Zeitraum war mir neu und das der Handlungsort Alaska ist. Die Autorin geht darauf ein, wie Alaska noch als eigenes Land war, aber vor allem wie stark sich der Zusammenschluss mit den USA auf die Bewohner Alaskas auswirkte. Das sich folglich auch viele persönliche Tragödien abspielten. Ohne unheimlich tief in die US-Geschichte zu greifen, umschrieb Hitchcock sehr schlüssig und verständlich, wie sehr die Ureinwohner Alaskas mit der „Fusion“ zu kämpfen hatten. Mich hat auch die Kultur sehr fasziniert, daher würde ich unheimlich gerne mehr im Jugendbuch Bereich darüber lesen.

Die Vorstellung der einzelnen Figuren wurde von Bonnie-Sue Hitchcock recht kurz, aber dennoch sehr lebendig umschrieben. Jede der vier Erzählstimmen ist sehr verschieden, aber sie alle haben mich auf ihre eigene Weise berührt. Auch die Nebenfiguren wurden sehr gekonnt und mit dem richtigen Grad der Aufmerksamkeit eingegliedert. Während Teile der Geschichte etwas grobkörnig transportiert wurden, fühlte ich dennoch diese gewisse Wärme und Hoffnung, die von den Persönlichkeiten dieser Menschen rübergebracht wurde.

Bonnie-Sue Hitchcock hat bei ihrem Debüt ein sehr gutes Gespür für den Plot, ein festes Schreibtempo und die Figurenentwicklung bewiesen. Sie umschrieb die Natur Alaskas und die Traditionen, sowie Eigenarten der Bewohner sehr schön. Ich fand es schade, als die Geschichte zum Ende kam und ich den Figuren und Alaska Lebewohl sagen musste.

 

Fazit

Auch bei diesem Königskind hatte ich einen guten Riecher. Was für ein berührendes und starkes Debüt von der Autorin Bonnie-Sue Hitchcock. Mich begeisterte das Setting Alaska sehr und ich möchte unbedingt mehr Bücher lesen, die in diesem schönen Land spielen. Scheinbar mühelos hat die Autorin die Schicksale der vier Figuren, zu einer harmonischen Geschichte vereint. Dieses Buch, mitsamt seiner Charaktere, geht ans Herz und ließ mich an den Geruch meines eigenen Elternhauses zurückdenken.

 

Autor: Bonnie-Sue Hitchcock
Buch: Der Geruch von Häusern anderer Leute
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