Boris Cyrulnik Rette dich, das Leben ruft!

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Inhaltsangabe zu „Rette dich, das Leben ruft!“ von Boris Cyrulnik

Was macht Menschen stark in Extremsituationen? Diese Frage stellt sich Boris Cyrulnik als einer der führenden Resilienzforscher. Seine eigene Lebensgeschichte gibt darauf Antwort. Hier erzählt er sie zum ersten Mal. Während der deutschen Besatzungszeit wird der sechsjährige Boris mit Hunderten anderen Menschen in eine Synagoge gepfercht. Dass er Jude ist, wird ihm erst jetzt bewusst. Glückliche Zufälle und beherzte Hilfe retten ihn vor der Deportation. Seine Eltern sterben im KZ. Es folgt eine jahrelange Odyssee durch Heime, Pflegefamilien und Internate. Boris Cyrulnik erzählt erstmals die schmerzlichen Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend. Und er zeigt, was uns trotz widriger Umstände stark macht und wie wir ein glückliches Leben führen können. Ein Mut machendes Buch, das große Hoffnungen in menschliches Handeln und Gemeinschaft setzt.

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    Rette dich, das Leben ruft!
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    26. November 2013 um 12:33

      Den Imperativ des Titels und das etwas marktschreierisch Wirkende daran, versteht man in seiner eigentlichen Bedeutung tatsächlich erst bei der Lektüre des Buches. Sehr persönlich wird es, was Boris Cyrulnik, Psychoanalytiker und Verhaltensforscher, aus seinem eigenen Leben berichtet. „40 Jahre Schweigen. Was nicht heißt, vierzig Jahre ohne stumme Erzählungen und Berichte. Denn ich habe mir selbst meine Geschichte erzählt, aber anderen nicht“.   Jene Geschichte vom „Jude-Sein“ im dritten Reich, knapp an der Deportation in ein KZ vorbeigekommen, in dem seine Eltern sterben werden. Und ein ständiges Auf und Ab nach dem Entweichen vor der Festnahme. Eine Kindheit und Jugend, die große Härten kennenlernt, die eine Entwurzelung auch der inneren Person bedeutet.   „In den Phasen der Isolation konnte ich keine Erinnerungen anlegen. Was bleibt denn für eine Gedächtnisspeicherung, wenn die Welt leer ist“?   Das an sich bereits als Autobiographie schon intensiv zu lesen. Besonders interessant wird die Lektüre aber, weil diese Erlebnisse reflektiert und verarbeitet wurden, weil da einer ist, der lange Zeit es „sich stumm“ erzählt hat und dann sprachfähig in Bezug auf diese Traumata wurde. Wobei die Verarbeitung des persönlich Erlebten sich fokussiert und verdichtet in dem, was dieses Leben Cyrulnik lehrte und wie (und was) es ihn auch im Positiven für das Leben vorbereitet und „kräftig“ machte.   Denn in Bezug auf seinen Forschungsgegenstand der Resilienz stellt Cyrulnik als vorderste Grundbedingung fest, das ein Ausweichen vor Krisen, ein Meiden von Konflikten, der Versuch, sich nur in der eigenen (dadurch immer kleiner werdenden) „Komfortzone“ aufzuhalten den Menschen nicht sicherer oder geschützter oder stärker macht, sondern im Gegenteil unsicherer, anfälliger und ängstlicher. Das sind die Lehren, die Cyrulnik aus seinem Erleben gezogen hat und die er eindrücklich im Buch vermittelt.   In der Verarbeitung auch schwerer Krisen Zugang zu inneren Kräften finden, das Leben in seinen Schwankungen annehmen und akzeptieren lernen und nicht bei geringstem Gegenwind in reines Lamentieren verfallen, dass sind wichtig Eigenschaften, die eine Resilienz hervorbringen.   Und gerade durch die Chance, die Cyrulnik dem Leser durch den Abgleich der „Leseralltagssorgen“ mit seiner eigenen, dramatischen und innerlich in Teilen sehr belastenden Geschichte an die Hand gibt, werden die eigenen Gedanken , Ängste und Sorgen umgehend einerseits relativiert und andererseits wird deutlich, das es tatsächlich geht. Widerstandskräftiger und –kräftig zu werden.   „Seelische Widerstandskraft“, Resilienz, ist ein wichtiges Element, um das Leben aufrecht und aktiv zu bestehen. Und Resilienz wächst in den Herausforderungen, unter Druck und in den Phasen der Reflektion, der Einordnung des Geschehens in die innere Erlebniswelt.   Wie wichtig die eigene Deutung von Erlebnissen ist und die Beschäftigung mit sich selbst in „ruhigen Phasen“, das liest sich sehr eindrucksvoll und deutlich aus dem Buch heraus.   Sicherlich sind die außerordentlich traumatischen Erlebnisse des Autors eine große Besonderheit und nicht jeder Leser blickt (zum Glück) auf solche tief einschneidenden Erlebnisse zurück. Dass aber nicht nur Opfer von Gräueln in einem „inneren Gefängnis der Vergangenheit sitzen“, das ist sicherlich unbestritten. Und das gegen so manches „Gefängnis der Vergangenheit“ die Kraft der Lebenslust immer wieder versucht, sich Gehör zu verschaffen, auch das ist keine vereinzelte Erfahrung.   Auch wenn der „Einfluss der Vergangenheit (immer) die Gegenwart prägt“, auf Dauer allein bestimmen muss er sie nicht. Was allerdings Arbeit, hier und da auch harte Arbeit an sich selbst bedeutet.   „Frau Loth kann sich heute umwenden und ihre Vergangenheit betrachten, ohne zur Salzsäule erstarren zu müssen“.   Wie das im persönlichen Leben gelingen kann, wie ein Resilienz sich ganz praktisch entfaltet und dann wirksam das Leben begleitet, davon kündet dieses Buch in sehr persönlicher Weise, trotz der manchmal auch sperrigen und nicht immer flüssigen Sprache. Zugleich auch eine persönliche Geschichte des Judentums im Nachkriegseuropa und in weiten Teilen eine Autobiographie. Was in dieser Vermischung nicht immer leicht zu lesen ist, dennoch aber eine Lektüre mit Gewinn darstellt.

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