Boris Hillen Agfa Leverkusen

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Inhaltsangabe zu „Agfa Leverkusen“ von Boris Hillen

Kishone Kumar, ein junger indischer Provinzfotograf, reist 1977 mit seinem besten Freund per Motorrad nach Deutschland. Er will bei den weltbekannten Agfa-Werken in Leverkusen die Technik der Farbfotografie erlernen – und er will in Europa Joan wiedersehen, eine lebenshungrige Journalistin, die er kurz vor der Abreise kennengelernt hat. Über Kabul, Teheran, Istanbul, Gießen und Berlin geht es vom indischen Frühling in den Deutschen Herbst. Dazwischen liegt ein langer Sommer der Freundschaft, Liebe und Abenteuer, an dessen Ende alles anders ist.

Dreißig Jahre später macht eine junge Frau eine ähnliche Reise. Mit ihrem Reisepartner, den sie über eine Annonce kennengelernt hat, will sie von Frankfurt am Main ins indische Bombay. Um der Leere in ihrem Leben zu entfliehen, möchte sie dort eine Rolle in einem Bollywoodfilm übernehmen – und ihren Vater finden, von dem ihr nach dem Tod ihrer Mutter nur eine Postkarte geblieben ist.

'Eine Abenteuergeschichte. Eine Liebesschnulze. Eine Motorradfahrt mit steiler Kurvenlage.'

Boris Hillen

Eine Mischung aus Roadtrip und Lebensbeichte, die amüsiert und fesselt und den Leser auf eine ganz außergewöhnliche Reise mitnimmt.

— sursulapitschi

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  • Indien, Flowerpower und eine sehr verrückte Reise

    Agfa Leverkusen

    sursulapitschi

    18. June 2016 um 16:08

    Was verrücktes Buch. Verrückt im wahrsten Sinne des Wortes. Hier geht es bunt durcheinander, was wirklich lange sehr verwirrt.Während der Fotograf Kishone in den späten 70ern gemeinsam mit seinem Freund Armithab mit Motorrädern von Indien nach Deutschland fährt, machen Saxona und Tom eine Motorradtour in umgekehrter Richtung etwa dreißig Jahre später. Zwischendurch ist Saxona auch noch zu Besuch bei Kishone und die beiden erzählen sich von ihren ereignisreichen Reisen und von Joan, Saxonas Mutter, die Kishone auch gekannt hat. Es dauert ein wenig, bis man das verstanden hat. Man bekommt hier ein Stückchen der Geschichte und da ein-zwei Szenen und überlegt alle paar Seiten, wer, wo und wann erzählt denn nun gerade und wer hat jetzt welche Drogen genommen. Es ist kompliziert, aber höchst unterhaltsam. Boris Hillen schreibt frei von der Leber weg über ein paar Menschen mit skurrilen Ideen, Träumen und Idealen, Flowerpower, freier Liebe, Indien und Indern und vor allem, wie sich wohl Inder in westlichen Regionen fühlen, wo vieles seltsam und unverständlich ist."Die Propaganda der Bild ist der Faschismus der Siebziger, und Springer ist ihr Goebbels", sagte Tessi. Kishone kannte weder den einen noch den anderen.“Auch wenn Kishones und Saxonas Motorradtour nach abgedrehtem Roadtrip aus jugendlichem Übermut klingen, dienen sie auch ein bisschen zur Selbstfindung. Es passiert viel, es geht viel schief und es geschieht auch Tragisches. Manch einer kommt unterwegs vom Wege ab und muss sich neu orientieren. Manchmal gibt auch die Liebe neue Wege vor. Dieses Buch macht Spaß, aber auch Kopfzerbrechen, es ist witzig und abgedreht, aber nicht brüllend komisch. Eine Mischung aus Roadtrip und Lebensbeichte, die amüsiert und fesselt und den Leser auf eine ganz außergewöhnliche Reise mitnimmt.

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    • 2
  • leider langweilig

    Agfa Leverkusen

    Mrs. Dalloway

    15. November 2015 um 20:41

    Tja... was soll ich sagen? Ich habe dieses Buch auf der Straße gefunden und dachte es wäre ein Glücksgriff, daher nahm ich es mit und freute mich darauf. Leider wurde ich absolut enttäuscht. Es hat mich einfach kein Stück weit interessiert, war einfach nur langweilig. Zum einen tat ich mich mit den Namen sehr schwer, konnte sie kaum auseinander halten und dann war da null Spannung. Eine halbwegs witzige Stelle habe ich gefunden und zwar auf S. 16. Danach habe ich es aufgegeben zu suchen und das Buch irgendwann abgebrochen. Fazit: Jetzt weiß ich auch, wieso es jemand auf der Straße ausgesetzt hat.

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  • Die Fischer Jahreschallenge 2015

    Daniliesing

    Entdeckt großartige Bücher aus den S. Fischer Verlagen und gewinnt tolle Preise! Zusammen mit den S. Fischer Verlagen haben wir für 2015 Großes geplant. Gemeinsam stellen wir euch in diesem Jahr Neuerscheinungen vor, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet! In jedem Monat wartet eine Monatschallenge zu einem anderen Buch auf euch, in der es spannende Aufgaben zu erfüllen und Punkte zu sammeln gilt. Nicht nur gibt es dabei jeden Monat tolle Gewinne, sondern eure Punkte gehen auch direkt auf euer Punktekonto für unsere Jahreshauptgewinne. Hier findet ihr alle Infos zur Jahreschallenge in der Übersicht! Viele von euch rezensieren hier schon regelmäßig fleißig Bücher. Unsere Fischer Jahreschallenge besteht nicht nur aus 12 Monatschallenges, sondern ihr könnt auch Punkte sammeln, indem ihr Rezensionen auf LovelyBooks veröffentlicht. Und das geht so: Für jede Rezension zu einem Buch aus den S. Fischer Verlagen auf LovelyBooks erhaltet ihr einmalig 100 Punkte. Es zählen alle Rezensionen, die bis zum 20. Januar 2016 eingehen. Wichtig dabei ist, dass das Buch 2015 - egal in welchem Format - in einem der S. FISCHER Verlage erschienen ist. Für Anregungen könnt ihr z.B. auf der Webseite des Verlags stöbern oder unten auf unserer Jahreschallenge-Seite. Damit wir eure jeweilige Rezension auch finden, schreibt bitte hier einen neuen Beitrag mit dem Link zu eurer Rezension auf LovelyBooks. Die Punkte für die geschriebenen Rezensionen und für die Monatschallenges werden addiert und immer ca. zur Mitte des Monats aktualisiert. Die aktuelle Punkteübersicht findet ihr ab Mitte Februar hier. Für die fleißigsten Rezensenten und Teilnehmer der Monatschallenges gibt es Ende Januar 2016 tolle Preise. Den ersten Platz belohnen wir mit einem Gutschein für Bücher aus den S. FISCHER Verlagen im Wert von 1000€, Platz 2 darf sich Bücher für 500€ aussuchen und der 3. Platz erhält einen Gutschein im Wert von 200€, für einige tolle Buchschätze aus den Programmen der S. FISCHER Verlage. Hier könnt Ihr nun alle Fragen stellen & eure neuen Rezensionen posten! Wir freuen uns auf tolle Buchentdeckungen, spannende Challenges und ganz viel Buchliebe im Jahr 2015 mit euch :-)

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    • 958
  • On the road

    Agfa Leverkusen

    Buchgeborene

    Dieses Buch hat mich begeistert. Es hat mich mitgenommen auf eine Reise durch die Jahrzehnte und durch die Kulturen. Normalerweise bin ich eine die sagt, dass Roadtripromane langweilig sind. Aber dieses Buch habe ich verschlungen. Vielleicht liegt das auch daran, dass dieses Buch eher über Geschichte, Fotographie und verschiedene Kulturen (besonders die indische und die deutsche Kultur) unterrichtet. Landschaftsbeschreibungen fehlen hier gänzlich. Auch handelt es sich hier eher um Momentaufnahmen aus den Leben der Protagonisten und keine komplizierten Reifungsprozesse. Zwar werden die Geschichten chronologisch erzählt, doch da immer wieder zwischen den verschiedenen Zeitebenen gesprungen wird, ensteht dieser erwähnte Eindruck der Momentaufnahmen. So wird das Thema Fotographie noch einmal in der Erzählweise aufgegriffen. Das ist ein sehr großes Thema dieses Buches. Während des Lesens entsteht auch der Eindruck, dass es sich hier um wirklich so geschehene Erlebnisse handelt. Die Personen sind sympathisch aber man hat keinen richtigen Anteil an ihrem Leben. Das ist auch nicht schlimm, da man sie gerne von Außen beobachtet. Vielleicht kann man sich das auch wie das Durchsehen eines großen Stapels Fotographien vorstellen. Oder wie die Begegnung mit Menschen in einer riesigen Menschenmenge. Einige Menschen erwecken Aufmerksamkeit, man stellt sich ihre Leben vor. Es ist nicht wichtig, ob es wirklich so passiert ist. Es ist nicht wichtig, ob die Personen sympathisch sind. Denn es zählt nur der Moment. Die Ästhetik der Fotographie. Die Freude am Lesen. Leicht und locker kommt dieser Roman daher, obwohl nicht alles darin leicht ist. Wie im Leben auch, gibt es hier auch traurige Momente, schmerzhafte Momente. Aber das schmälert meine Begeisterung für diesen Roman nicht. Im Gegenteil. Ich empfehle das Buch aus ganzem Herzen. 0,25 + <3 + 1 + 1 + * + 1+ () + 0,5 + 0,5 + 0,5 = 5

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    • 4
  • Roadmovie, indische Art

    Agfa Leverkusen

    wandablue

    Roadmovie, indische Art. Pushkar – Leverkusen – Bombay. Roadmovie indischer Art muss ein wenig anders sein. Es ist chaotisch, es ist albern, es ist philosophisch und flippig - und zutiefst menschlich. Während in den 1970ern Kishone Kumar mit seinem Freund Amitabh Richtung Leverkusen aufbricht, läuft auf einer anderen Zeitschiene das gegenläufige Straßenmovie ab, BRD- Indien, mit dem Gespann Saxona und Tom. Es knattert und stinkt, weil das bevorzugte Fortbewegungsmittel aller, veraltete Motorräder sind, äh, Schätzchen halt. Gründe zum Aufbruch, nun Gründe gibt es genug. Oder keinen. Die Inder wollen die Farbfotografie kennenlernen, die Deutschen Indien. Eine Vatersuche ist auch mit dabei. Oder so was ähnliches. Ja, es ist vage. Relativ bald habe ich bei all den Abenteuern, Wahrscheinlichkeiten und Unwahrscheinlichkeiten, bei all den Begegnungen, Erzählungen und Flunkereien den Überblick verloren. Aber das spielt keine Rolle. Es hätte so sein können, oder so oder anders. So ist das eben, wenn man auf Reisen ist, tausend Eindrücke wechseln einander ab, nicht immer unbedingt Zusammenhängendes wird behalten. Vor allem, wenn man die Reise nicht gründlich vorbereitet, wie ein Preuße es tun würde. Aber Inder? Auch Saxona und Tom reisen mehr oder weniger ins Blaue hinein und es ist nur Boris Hillen zu verdanken, dass es Ankunft gibt. Irgendwie. Nicht so grade. Auf Umwegen halt. Boris Hillen erzählt wie ein Känguru, hüpfend, chronologische Tapper, meistens habe ich mir zusammen reimen können, wo wir gerade sind und was wir gerade tun, aber keineswegs immer, warum. Zufall. Schicksal. Karma. Der Icherzähler Kishone legt dabei spontanes Reflexionstalent an den Tag: „Bilder lügen, das ist nun einmal ihre Natur. Mitunter sind sie dabei charmant, mitunter obszön, grell, brutal und provokativ. Bilder sind Geschichtenerzähler, keine Nachrichtensprecher. Sie sind gewiefte Gaukler, als Chronisten sind sie rettungslos überfordert.“ „In seinen ersten Minuten bietet der Tag ein ganzes Universum an Möglichkeiten, 24 Stunden später sind sämtliche Entscheidungen unwiederbringlich gefallen. So ist der simple Gang der Dinge.“ Der Autor hat das Chaos der aufeinander treffenden Mentalitäten so überzeugend darzustellen vermocht, dass ich ihm alles abgenommen habe, oft kichernd. Die Zeitgeschichte der 70er Jahre ist ebenso verdreht wie alles übrige und doch überzeugend in die Erzählung eingeflossen. Der Stil ist angenehm, jedoch auf Dauer monoton, paßt aber zu der rudimentären Bildung des erzählenden Protagonisten. Auf den letzten Seiten fasst der Autor Reise und Begebenheiten noch einmal zusammen und und dabei gibt es die eine oder andere Erleuchtung bei mir: So war das! Eigentlich schade, dass diese Zusammenfassung notwendig gewesen ist. Fazit: Für einen Roadmoviemuffel wie mich, ist dieser Roman eine relativ vergnügliche literarische Reise, die mir überdies eine fremde Mentalität näher bringt. Kategorie: Roadmovie Verlag: S. Fischer, 2015

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    • 2
  • Roadmovie und Zeitreise

    Agfa Leverkusen

    Petris

    Erwartungen: Aufmerksam wurde ich auf Agfa Leverkusen durch das Cover, es sah schräg aus, ließ mich an 70er-Jahre denken und erinnerte außerdem an die Romane von Marina Lewycka, die ich sehr schätze! Der Klappentext versprach einen Roadmovie, die Geschichte eines jungen Mannes, der seinen Traum verwirklichen will,… Alles in allem, das klang nach einem Buch für mich! Die Geschichte: Kishone Kumar, ein junger begeisterter indischer Provinzfotograf beschließt, die Technik der Farbfotografie ordentlich zu lernen. Und wo könnte man das seiner Meinung nach am besten? Bei Agfa-Leverkusen, die die beste Technik für Farbfotografie besitzen. Begleitet wird er dabei von seinem besten Freund, dem Mechaniker Amitabh, der in Deutschland Arzt werden will, denn wer Motorräder reparieren kann, kann auch Menschen wieder heil machen, so seine Idee! Auf zwei alten Motorrädern machen sie sich auf den Weg. Unterwegs begegnen ihnen die kuriosesten Menschen, sie gewinnen Freunde, lernen die Liebe kennen, geraten in die politischen Wirren der 70er.  Erzählweise: Erzählt wird die Geschichte in Zeitsprüngen, teilweise direkt von ihrer Reise in den 70ern, teilweise im Rückblick von Kishone als alter Mann und teilweise aus der Perspektive einer jungen Frau, die mit dem erwachsenen Kishone befreundet ist und die Reise mit dem Motorrad in umgekehrter Richtung von Deutschland nach Indien angetreten war. Getrennt werden die einzelnen Sprünge nur durch Sternchen,… Am Anfang etwas verwirrend, aber ich fand es schön, wie sich die Teile nach und nach zusammenfügen. Sprache: Der Ton bleibt immer leicht und mit einem ironischen Unterton, aber immer sehr menschlich und einfühlsam, sehr berührend auch zwischendurch und immer wieder zum Lachen! Schön zu lesen auf alle Fälle! Résumé: Ein Buch ganz nach meinem Geschmack, das alle Erwartungen erfüllt hat und noch viel mehr bot, als erwartet. Wunderschöne Stellen, poetische Sätze und ganz viel Weisheit. Und vor allem gute Unterhaltung mit vielen interessanten sachlichen Details! Sehr gut recherchiert auch! Unbedingt lesenswert!

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    • 5

    wandablue

    18. July 2015 um 18:27
  • Eine Lebensgeschichte aus bunten Schnipseln

    Agfa Leverkusen

    Ginevra

    15. June 2015 um 17:55

    1977, in der indischen Provinz: der junge Fotograph Kishone schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Sein Faible ist die Schwarzweiß- Fotographie, doch immer mehr Kunden verlangen nur noch eins: Farbfotos, möglichst über Nacht entwickelt. Anfangs sträubt sich in Kishone alles dagegen - doch da lernt er die hübsche Reporterin Joan kennen, die nach Deutschland weiterreist. Kishone steigt auf ein geliehenes Motorrad und braust gemeinsam mit seinem Freund Amitabh auf - quer durch Indien, Afghanistan, den Iran und die Türkei nach Deutschland. Amitabh hat große Pläne: obwohl er keinen Schulabschluss hat, möchte er in Deutschland Medizin studieren. Kishone träumt davon, Joan wiederzusehen, und in den Agfa-Werken von Leverkusen die Kunst der Farbfotoentwicklng zu erlernen. Die Reise entwickelt sich zu einem abenteuerlichen, riskanten Roadtrip, bei dem die beiden skurrile Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen kennenlernen: kiffende Hippies, rachsüchtige Händler und einen geheimnisvollen Ghostrider... Im Jahr 2007 trifft Kishone auf die junge, melancholische Saxona aus Deutschland, die ihren Vater sucht. Er erzählt ihr seine Geschichte - und verschafft ihr zu neuem Lebensmut.... Boris Hillen, geb. 1968, ist ein vielseitiger Mensch: nach seiner Karriere als Sportler und diversen Auslandstrips (oft mit Motorrad) arbeitet er heute als Lehrer und Autor in Frankfurt am Main. Mir hat dieses bunte, mit viel Liebe geschriebene Buch sehr gut gefallen. Kishone war mir sofort sympathisch: als unerfahrener, talentierter und intelligenter Junge beschliesst er, sein Leben zu ändern und selbst in die Hand zu nehmen. Er stolpert in einige Fallen, erlebt Wunder, bekommt so manche Schramme ab - aber er lässt sich nicht unterkriegen. Seine Träume werden nicht immer erfüllt, aber er macht das beste aus dem, was das Leben ihm gibt.  Neben komischen Situationen passieren auch traurige und skurrile, so dass das Buch nie langweilig wird. Die Leichtigkeit vieler Passagen bekommt ihr Gegengewicht durch schwere Themen: z.B. werden die Armut in Indien, die Folgen der Globalisierung, die Sharia, Entführungen, Folter, Tod und Trauer thematisiert, ohne dass der Leser sich belehrt fühlen muss. Fazit: eines der vielfältigsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe, und eine echte Überraschung für mich. 5 von 5 Sternen!

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  • Leserunde zu "Agfa Leverkusen" von Boris Hillen

    Agfa Leverkusen

    aba

    Ein indischer Provinzfotograf, ein Motorrad, ein Ziel: Die Agfa-Werke in Leverkusen Wer möchte zurück in die wilden 70er? Zumindest literarisch macht es Boris Hillen mit seinem Roman "Agfa-Leverkusen" möglich. Mit seinem Helden, dem indischen Provinzfotografen Kishone, entsteht eine neue Kultfigur, die lustig und skurril ist und die Herzen der Leser erobern wird. Zum Inhalt Kishone Kumar, ein junger indischer Provinzfotograf, reist 1977 mit seinem besten Freund per Motorrad nach Deutschland. Er will bei den Agfa-Werken in Leverkusen die Technik der Farbfotografie erlernen – und er will in Europa Joan wiedersehen, eine lebenshungrige Journalistin, die er kurz vor der Abreise kennengelernt hat. Über Kabul, Teheran, Istanbul, Gießen und Berlin geht es vom indischen Frühling in den Deutschen Herbst: ein langer Sommer der Freundschaft und Liebe, an dessen Ende alles anders ist – und eine Reise, die erst in unserer Gegenwart endet. Leseprobe Zum Autor Boris Hillen, geboren 1968 in Neuwied, war Studentenweltmeister im Rudern und spielt heute noch Rugby in der zweiten Bundesliga. Nach Studium, Auslandsaufenthalten und einer Zeit in einer Kölner Werbeagentur arbeitet der begeisterte Motorradfahrer heute als Lehrer in Frankfurt am Main. Zusammen mit dem S. Fischer Verlag verlosen wir 25 Exemplare von "Agfa-Leverkusen" unter allen, die bei diesem Roadmovie in Buchform mit dabei sein möchten. Wenn ihr diesen Roman im Rahmen einer Leserunde lesen, euch darüber austauschen und am Ende eine Rezension schreiben möchtet, dann bewerbt euch* bitte bis zum 19.04., indem ihr auf folgende Frage antwortet: Vom indischen Frühling in den Deutschen Herbst: Kishones Weltreise auf einem Motorrad. Wie weit würdet ihr gehen, um eure Träume wahr werden zu lassen? Auf eure Antworten freue ich mich jetzt schon. Ich wünsche euch viel Glück!   * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 673
  • Geschmackssache

    Agfa Leverkusen

    nodi

    31. May 2015 um 19:36

    Der indische Fotograf Kishone Kumar möchte im Jahr 1977 nach Deutschland reisen. Dort will er in den Agfa-Werken in Leverkusen die Kunst der Farbfotografie erlernen. Dazu macht er sich mit einem Freund und zwei Motorrädern auf den Weg. Dann gibt es in diesem Buch noch einen Handlungsstrang, der in der Gegenwart spielt. Hier macht sich Sax, eine junge Frau, auf den umgekehrten Weg von Indien nach Leverkusen. Sie ist dort auf der Suche nach ihrer Vergangenheit. In einem dritten Handlungsstrang geht es um Sax und Kishone, die  sich in Indien treffen. Das erste Drittel des Buches fand ich noch spannend und interessant, man erfährt viel über die indische Kultur und die Kunst der Fotografie, aber auch schon hier wird mir das ständige Wechseln der Handlungen und der Zeit zu viel. Es werden mir für mich zu unnötig erscheinende Details genannt, die dann dem Buch teilweise die Spannung nehmen. Leider konnte mich der Schreibstil auch nicht ganz überzeugen, aber das ist Geschmackssache. Meiner Meinung nach hätte man die Geschichte auf einen Protagonisten reduzieren können, das hätte für die Handlung des Buches ausgereicht. Leider hatte ich von dem Buch etwas anderes erwartet.

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  • Schräg und überaus sympathisch

    Agfa Leverkusen

    Buchfee81

    31. May 2015 um 18:44

    Kishone ist passionierter Fotograf, aber ihm gehen die Aufträge aus, da er immer noch in schwarz-weiß fotografiert. Als er in seiner Heimat Indien die Journalistin Joan kennenlernt, ist sein Ehrgeiz geweckt. Er will mit seinem besten Freund Amitabh nach Deutschland reisen, dort die Kunst der Farbfotografie erlernen und vor allem Joan wiedertreffen. Die beiden machen sich mit dem Mottorrad auf in einen Roadtrip der besonderen Art, auf dem sie vielen interessanten Menschen begegnen und ihren Träumen nachjagen. Boris Hillen war mir bis dato unbekannt, mir gefällt sein Schreibstil aber recht gut. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder meine Probleme ihm zu folgen, die vielen Personen und die zwei Handlungsstränge brachten mich zeitweise durcheinander. Das Cover, muss ich ehrlich gestehen, wäre für mich kein Hingucker im Buchladen. Hätte ich dieses Buch nicht gewonnen, wäre es wohl nicht in mein Buchregal eingezogen. Dieser Road Trip ist wirklich eine ganz besondere Reise, die nicht nur durch zahlreiche, teils auch skurrile, Begegnungen geprägt ist, sondern auch durch Verlust und Schmerz. Der Wunsch nach Freiheit und der Erfüllung der eigenen Träume treibt viele von uns an, und ich war sehr begeistert von dem Vorgehen der beiden. Das Lebensgefühl der 70er Jahre hat Boris Hillen wirklich gut getroffen und auch wenn er für meinen Geschmack ruhig etwas detaillierter in seinen Beschreibungen sein könnte, ist der Funke dieser "wilden" Zeit auf mich übergesprungen. Ich mag über die Handlung gar nicht zuviel verraten, da die Geschichte von den Wendungen und interessanten Personen lebt. Also lest es und macht euch selbst ein Bild davon . Fazit Wer Lust auf eine liebenswerte und leicht schräge Geschichte hat, ist mit Agfa Leverkusen gut beraten. Mir hat dieser Road Trip aus vielen bunten Bildern gut gefallen, auch wenn ich so manches Mal den Faden verlor.

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  • Sex, Drugs 'n Photographs

    Agfa Leverkusen

    Loony_Lovegood

    27. May 2015 um 18:41

    1977: Der technische Fortschritt, in Form von Farbfotografien, ist nun auch in Indien angekommen. Um mit dem Wandel der Zeit zu gehen, beschließt der passionierte Schwarz-Weiß-Fotograf Kishone Kumar die Agfa Werke in Leverkusen Deutschland zu besuchen. Dort möchte er das Kunsthandwerk der Farbfotografie erlernen. Sein bester Freund Amitabh begleitet Kishone dabei. Zusammen begeben sie sich à la Roadtrip Manier mit 2 Motorrädern auf die Reise. Das große Abenteuer kann beginnen. Heutige Gegenwart: Die junge Saxona findet bei ihrer verstorbenen Mutter eine Postkarte aus Istanbul. Unterschrieben ist sie mit einem mysteriösen "K". Aufgrund des Poststempels wurde die Karte genau 9 Monate vor Saxonas Geburt geschrieben. Könnte das ein Hinweis für ihren unbekannten Vater sein? Saxona setzt sich in den Kopf ihren Vater durch diese Postkarte zu finden und so begibt auch sie sich auf eine Reise. Ihr Begleiter ist Tom, den sie durch eine Zeitungsannonce gefunden hat, zusammen fahren sie mit 2 Motorrädern über Istanbul nach Indien. Wird Saxona ihren Vater finden? Der Autor Boris Hillen, kreiert in seinem Roman "Agfa Leverkusen" 2 Geschichten, die in 3 unterschiedlichen Zeitebenen erzählt werden. Ich hatte anfangs sehr große Schwierigkeiten den Sprung auf eine andere Zeitebene zu realisieren. Zum einen war ich nicht darauf vorbereitet, dass es eine weitere Geschichte innerhalb der Geschichte gibt, zum anderen kann es aber auch einfach daran liegen, dass das Buch keine Kapiteleinteilungen hat. Nach einer Weile hat man den Bogen dann aber raus. Der Einstieg in die Geschichte selbst fiel mir extrem leicht. Boris Hillen schreibt sehr bildhaft, angenehm und flüssig. Das Thema Fotografie wird im ersten Abschnitt sehr informativ und interessant beschrieben und webt sich schmeichelhaft in die Handlung ein. Leider verliert es dann im Laufe der Geschichte an Bedeutung. Ich selbst empfand dies als einen Verlust, weil mir gerade diese Fotografieszenen besonders gefallen haben und ich sie vom Erzählerischen her als sehr gelungen betrachte. Nichtsdestotrotz gibt es in Agfa Leverkusen viele abgefahrene und auch unglaubliche Geschichten, die wie ein Polaroid, Momentaufnahmen des Lebens zeigen. Der besondere Aufbau des Buches erzeugt die nötige Spannung in der Erzählung. So ist jede erzählte Momentaufnahme ein weiteres Mosaikstück zur Komplettierung des Ganzen. Allerdings gibt es auch Passagen, die ich als langweilig empfunden habe, was sich dann leider negativ auf den Lesefluss ausgewirkt hat. Alles in Allem ist Agfa Leverkusen ein cooler Roadtrip Roman mit Anlehnung an "On the Road" von Jack Kerouac. Doch etwas fehlt mir in diesem Buch. Für einen Roadtrip Roman ist mir das Thema Reise etwas zu kurz gekommen. Die Schauplätze waren leider viel zu wenig beschrieben, gerade so etwas findet man bei Reiseberichten spannend. Auch die Protagonisten bleiben nur oberflächlich. Sie wirken nicht greifbar, weswegen ich 2 Sterne abziehen muss. An der Message selbst liegt es nicht, gerade die hat mir sehr gut gefallen. Agfa Leverkusen steht als Sinnbild für die Neudefintion der eigenen Ziele, wenn die bisherigen Ziele am verblassen sind oder alte Ziele unerreicht bleiben. Fazit: Ein Ziel. Eine Reise. Momentaufnahmen des Lebens wie Polaroids. Eine Geschichte in einer Geschichte. Und am Ende kommt alles anders.

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  • Agfa Leverkusen

    Agfa Leverkusen

    kris006

    27. May 2015 um 10:21

    Kishone ist ein indischer Fotograf in den 70er Jahren der bisher an der schwarz-weiß Fotografie hing. Schließlich beschließt er mehr über die Techniken der Farbfotografien zu lernen und möchte zu Agfa-Leverkusen. Seiner Meinung nach die beste Lehrstätte für ihn und so beschließt er mit einem Freund Amitabh nach Deutschland zu reisen. Auch Amitabh hat Pläne in Deutschland er möchte ein Arztstudium absolvieren. Mit etwas Geld in der Tasche und zwei Motorrädern machen sich beide auf die lange Reise nach Leverkusen und erleben dabei so einige Geschichten. Saxona findet nach dem Tod Ihrer Mutter eine Postkarte die mit dem Kürzel "K" beendet wurde. Sie vermutet das diese von ihrem Vater stammt den sie nie kennen gelernt hat. Und so beschließt Sax mit ihrem Freund Tom von Deutschland nach Indien zu fahren und ihren Vater zu suchen. Für mich war das Buch zwischenzeitlich sehr wirr, da es oft diese Zeitsprünge zwischen Kishone und Sax gab. Die ersten 100 Seiten waren die Interessantesten für mich, die Geschichte schien schlüssig und an erfuhr viel über Religion und Umgebung, leider hat das schnell Nachgelassen und es wirkte das meiste Aufgesetzt und Oberflächlich. Ich fand ich Geschichte an sich sehr interessant entwickelt und der Schreibstil war angenehm. Zwischendurch zogen sich aber viele Seiten ohne wirklich interessanter Handlung und dafür wirkte das Ende überladen und wirr zugleich. Letztendlich hat mich das Buch leider nicht überzeugt und ich würde es wohl kein zweites mal lesen. Das Cover ist sehr bunt, vom Stil her passt es aber optimal zum Buch.    

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  • Roadtrip von Indien nach Deutschland

    Agfa Leverkusen

    elafisch

    21. May 2015 um 12:50

    Boris Hillens „AGFA Leverkusen“ ist ein bisschen wie ein durchgeknallter Road-Movie. Indien in den 70er Jahren: Kishone ist ein Fotograph, der sich auf Schwarz-Weiß-Fotographie spezialisiert hat. Um mit dem Fortschritt mithalten zu können möchte er nach Leverkusen reisen , um dort, beim Hersteller des besten Farbfilms (AGFA), die Farbfotographie zu erlernen. Auf diesen ereignisreichen Weg, auf Motorrädern nach Europa, macht er sich gemeinsam mit seinem Freund Amitabh, der in Deutschland Medizin studieren möchte. Das Buch spielt in drei verschiedenen Zeitebenen, was mich zu Beginn des Buches sehr verwirrt hat, da man noch zu wenige Informationen hatte um die Ebenen richtig zuordnen zu können. Das wurde aber im Verlauf des Buches immer besser, da man mehr Informationen hatte, und am Ende war es überhaupt kein Problem mehr. Etwas Schade fand ich, dass das Thema Fotographie im Verlauf des Buches deutlich an Bedeutung verloren hat. Das fand ich zu Beginn nämlich sehr interessant. Nicht so gut zurechtgekommen bin ich mit der Art wie diese Geschichte erzählt wurde, in vielen Episoden, die man irgendwie als Außenstehender betrachtet. Man konnte kaum eine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen. Ich persönlich mag es aber, das Gefühl zu haben direkt dabei zu sein und mit den Protagonisten mit zu fiebern. Das hat mir hier gefehlt. Das größte Manko war aber für mich, dass die Geschichte etwas wirr und abgedreht war, vieles kam mir einfach zu dick aufgetragen und die Sichtweise auf die 70er-Jahre etwas einseitig vor. Vielleicht habe ich aber auch einfach nicht den richtigen Bezug zur damaligen Zeit… Als Fazit kann ich nur sagen: das Buch ist gut geschrieben und flüssig zu lesen. Die Geschichte für jemanden der einen Bezug zu den 70ern und zur Fotographie hat sicher interessant, meins war sie leider nicht.

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  • Boris Hillen - Agfa Leverkusen

    Agfa Leverkusen

    SABO

    20. May 2015 um 22:51

    Boris Hillen - Agfa Leverkusen Indien/Deutschland Alles fing an, mit einer Leidenschaft für die wunderbare S/W-Fotografie, im grellbunten Indien der Hippiezeit nicht gerade der Verkaufsschlager. Egal, ob der Seiltrick eines Fakirs oder eine große Hochzeitsfeier, Kishone setzt die Kunst vor dem Trend, alles ist tief und lebendig, doch die Color Fotografie ist gerade der Hit. Kishone ist ein brotloser Künstler vor dem Herrn, beinahe wäre er wegen seines Sturkopfes auf hohen Materialkosten sitzengeblieben, den ganzen Tag fing er die kostbaren Stunden eines Hochzeitspaares samt großer Familie ein und der Vater der Braut wollte es nun mal in Farbe. Die Fotografin Joan, die aus den gleichen Gründen engagiert wurde, fand Kishone so nett, das sie ihre Farbfotos als unbrauchbar ausgab und Kishone ein Mehrfaches des verhandelten Preises bekam. Joan geht ihm nicht mehr aus dem Kopf, Joan hat in ihm etwas ausgelöst. Kishone will die Color-Fotografie von der Pike auf erlernen, und wo könnte man das besser, als in Deutschland, in den Agfa-Werken von Leverkusen. Sein bester Freund Amitabh ist Feuer und Flamme, er will auch nach Deutschland, Medizin studieren, anders als ein Motorrad zu reparieren, kann die Anatomie des Menschen auch nicht sein, die wenigen Schuljahre halten ihn auch nicht auf.. Wann immer Leidenschaft auf Optimismus trifft, ist das schon die halbe Strecke, zwei alte Motorräder, Proviant und zusammengekratztes Notgeld sind ein sicherer Garant für ca 7000 Km nach Deutschland. Eingepackte Ersatzteile selbstredend. Kishone und sein Gefährte Amitabh begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, eher eine Odyssee. Kishone will auch unbedingt Joan wiederfinden. Das Abenteuer von Kishone und Amitabh ist nicht immer ganz ungefährlich, so begegnen sie zB Serge, der ihnen russisches Roulette beibringen will und sie dann als Geist verfolgt. Eine aufregende Jagd nach Kilometern in Richtung Europa und vermeintliches Paradies, zeigt wie frei das Leben sein kann, was möglich ist..Ein Roadtrip, der einen Blick in die Zukunft der beiden Helden wirft, werden ihre Wünsche wahr, ihre Träume möglich? Ein aussergewöhnliches Lesevergnügen, liebenswert schräg, empfehlenswert!

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  • Nostalgischer Roadtrip durch die wilden 70er oder auf der Suche nach meinen Wurzeln

    Agfa Leverkusen

    Lesestunde_mit_Marie

    Dieser spannende Roadtrip wird auf drei Zeitebenen erzählt, was an einigen Stellen ein wenig verwirrend ist. Der Haupthandlungsstrang ist allerdings die recht spontane Reise des Fotografen Kishone Kumar von Indien nach Deutschland im Jahr 1977. Der noch junge aber geschäftstüchtige Fotograf Kishone ist nach wie vor auf Schwarz-Weiß-Fotografien spezialisiert. Als die Nachfrage nach seinem Angebot rapide abnimmt, bleibt ihm nichts über als sich doch endlich der Farbfotografie zu öffnen. Spontan entschließen sich sein Freund Amitabh und er mit ein paar Dollar auf zwei indischen Motorrädern nach Deutschland zu reisen - Kishone mit dem Ziel der weltberühmten Agfa-Werke in Leverkusen, um dort alles über die Farbfotografie zu lerne, Amitabh, der Motorradfan, mit der Absicht Arzt zu werden. Die beiden scheinen sich eher naiv auf ihre Reise zu begeben und so stolpern sie mehr oder weniger in abenteuerliche und skurrile Erlebnisse hinein. Auf ihrem Weg lernen sie sowohl interessante als auch merkwürdige Persönlichkeiten kennen, lernen die große Liebe kennen und rauchen so manchen Joint. Geschichtliche Hintergründe werden geschickt in die Storyline eingewoben. Auf der zweiten Zeitebene, die in der Gegenwart in Indien spielt, unterhält sich Saxona, eine Frau von knapp 40 Jahren und Tochter einer damaligen Reisebekanntschaft von Kishone und Amitabh mit Kishone und seiner Frau. Saxona, auf der Suche nach ihren Wurzeln, unternimmt auf der dritten Zeitebene in der jüngsten Vergangenheit einen Roadtrip in umgekehrter Richtung, von Deutschland aus ebenfalls auf dem Motorrad startend, in Begleitung von Tom, der offensichtlich einen ähnlichen Lebenslauf wie der Autor Boris Hillen hat. Boris Hillen hat hier eine phantasievolle Geschichte erschaffen, die einen wahrhaft in die Hippiezeit der 70er versetzt. Mit allen Sinnen dürfen wir an den teilweise kuriosen Begebenheiten teilhaben. Seine Charaktere, obwohl oft vielschichtig, sind für den Leser sehr gut zu erfassen. Der unvorhersehbare Verlauf der spontanen Reise ist ein Spiegel des Lebens dieser Zeit. Auch wenn ein bisschen sehr viele Joints die Runde machen. Obwohl ich es normalerweise liebe, aus unterschiedlichen Handlungsebenen durch ein Buch geführt zu werden, wird es in diesem Buch durch die unterschiedlichen Erzählstränge, die nur durch *** abgetrennt sind und das plötzliche Auftauchen irgendwelcher Personen, die dann manchmal erst später in einer anderen Zeitebene näher erklärt werden, fiel mir das Lesen und Verstehen an der ein oder anderen Stelle nicht unbedingt leicht. Fazit: Toller, lesenswerter Roadtrip durch die Hippiezeit, der aber hohe Lesekonzentration erfordert. Dafür gibt´s von mir 4 1/2 Sterne :)

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