Boris Koch

 4 Sterne bei 408 Bewertungen
Autor von Der Drachenflüsterer, Vier Beutel Asche und weiteren Büchern.
Autorenbild von Boris Koch (© Anna Kuschnarowa)

Lebenslauf von Boris Koch

Boris Koch, Jahrgang 1973, wuchs auf dem Land südlich von Augsburg auf, studierte Alte Geschichte und Neuere Deutsche Literatur in München und lebt heute als freier Autor in Berlin. Er ist Mitveranstalter der phantastischen Lesereihe "Das StirnhirnhinterZimmer" und Redakteur des Magazins "Mephisto". Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören „Der Drachenflüsterer“, die Fantasy-Parodie "Die Anderen" und der mit dem Hansjörg-Martin-Preis ausgezeichnete Jugendkrimi "Feuer im Blut" sowie der Shadowrun-Roman "Der Schattenlehrling".

Neue Bücher

Dornenthron

 (19)
Neu erschienen am 01.04.2020 als Taschenbuch bei Knaur Taschenbuch.

Alle Bücher von Boris Koch

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Buchformat:
Cover des Buches Der Drachenflüsterer9783570400029

Der Drachenflüsterer

 (79)
Erschienen am 06.04.2010
Cover des Buches Vier Beutel Asche9783453534681

Vier Beutel Asche

 (48)
Erschienen am 08.09.2014
Cover des Buches Die Drachenflüsterer-Saga9783453534391

Die Drachenflüsterer-Saga

 (31)
Erschienen am 09.09.2013
Cover des Buches Gebissen9783453525689

Gebissen

 (35)
Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches Gothic9783407741202

Gothic

 (24)
Erschienen am 23.10.2009
Cover des Buches Dornenthron9783426524947

Dornenthron

 (19)
Erschienen am 01.04.2020

Interview mit Boris Koch

Interview von LovelyBooks mit Boris Koch, Mai 2011

1) Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Halbwegs regelmäßig schreibe ich Kurzgeschichten, seit ich achtzehn oder neunzehn bin, eine der ersten wurde dann 1993 in der von Jörg Kleudgen herausgegebenen und in seiner Goblin Press verlegten Anthologie Der Alp veröffentlicht. Darauf folgten weitere Veröffentlichen in Fanzines und der Small Press, bis dann 1997 der phantastische Abenteuerroman 365 Grad erschien, den ich gemeinsam mit Jörg Kleudgen verfasst hatte, quasi mein erstes „halbes“ Buch. Wir hatten gemeinsam ein kurzes Exposé entwickelt, in dem die Kernidee und die wichtigsten Figuren umrissen waren, und dann hatte einer – ich weiß nicht mehr wer – angefangen zu schreiben. Nur die ersten zwei, drei Seiten, und das Ganze dann per Post an den anderen geschickt. Der schrieb weitere drei, vier Seiten und schickte sie zurück, zusammen mit einem Brief. Und weiter ging es hin und her, immer nur kurze Passagen. So entwickelte sich über die nächsten ein, anderthalb Jahre der Roman und unsere Freundschaft weiter; über einen Verlag mussten wir uns keine Gedanken machen, schließlich hatte Jörg ja einen ... Ein Jahr später folgte dann der Band Hirnstaub mit Erzählungen von mir, das erste, ganz eigene Buch, wenn man so will. Beide Bücher erschienen in winziger Auflage von 100 Stück und sind längst vergriffen.

2) Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Eine solche Frage umfassend zu beantworten, ist vollkommen unmöglich, denn da kamen über die Jahrzehnte einige zusammen. Bei dem einen beeindruckt mich sprachliches Geschick, bei dem anderen die Weise, wie er Spannung aufbaut, der nächste schreibt eine Szene, die mich über Jahre nicht loslässt, und bei wieder anderen lese ich das Gesamtwerk, um nur ja keine Zeile zu verpassen. Es kann auch passieren, dass mich ein Buch inspiriert, das mir eigentlich nicht übermäßig gefällt. Lange Rede, kurzer Sinn, hier also der Versuch einer (nicht umfassenden) „Longlist“: Oskar Maria Graf mit seiner phänomenalen Autobiographie Wir sind Gefangene, weil er ernste Anliegen hat, phantastisch beobachten und auch über sich selbst lachen kann. Feine Selbstbeobachtungen im Bereich Fußball und Besessenheit zeigt Nick Hornby in Ballfieber. Franz Kafka für alles, was er geschrieben hat, besonders für die niederschmetternde Erzählung In der Strafkolonie. Tobias O. Meißner für die Radikalität seines Hiobs Spiel und das ganz eigene Starfish rules. Umberto Eco, weil er in Der Name der Rose phänomenal einen spannenden Krimi mit Philosophie verbunden hat, und das im Gewand des historischen Romans. Und für das hintergründige Spiel mit dem Foucaultschen Pendel. Mats Wahl für das Gefühl von Jugend in Winterbucht. Michael Nava für seine Krimis voller Wut und Engagement. Andreas Steinhöfel für seine Fähigkeit, Wunderschönes zu schreiben ohne kitschig zu werden, und den Humor, wie in Die Mitte der Welt und die Geschichten um Rico und Oskar. T.H. White für seinen zugleich humorvollen und weisen Umgang mit der Artus-Sage in Der König auf Camelot. Dazu kommt der Comic-Autor Garth Ennis für seine durchgeknallte, explizite und doch poetische Preacher-Saga. J.R.R. Tolkien und H.P. Lovecraft für ihre phantastischen Welten, Georg Büchner, Ramsey Campbell, Ray Bradbury, Alan Moore, Karl May, Chuck Palahniuk, Joe R. Lansdale, J.G. Ballard, P.K. Dick, Shaun Tan, Arthur Machen und und und ... Und nicht zuletzt Kathleen Weise, Christian von Aster und Markolf Hoffmann, mit denen ich bei Lesungen oder Büchern immer wieder zusammenarbeite, und deren Arbeitsweise ich durch diese Nähe intensiv beobachten kann; einzelne Texte hervorheben fällt mir deshalb auch schwer, aber es gibt mehr als genug, das mich bei ihnen immer wieder beeindruckt und inspiriert.

3) Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Ich guck einfach in meinen Kopf, und da sind sie … Ich will auch gar nicht genau wissen, wo sie herkommen, sondern einfach nur damit umgehen.

4) Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Zum einen habe ich eine Website, auf der ich alle möglichen Neuigkeiten in die Welt tröten kann, was aber natürlich eine recht einseitige Art von Kommunikation und Kontakt ist … Ansonsten gibt es ja immer wieder Lesungen, sei es jeden Monat im Berliner StirnhirnhinterZimmer (http://www.stirnhirnhinterzimmer.de) oder dort, wohin auch immer mich diese oder jene Einladung verschlägt. Bei und auch nach einer solchen Veranstaltung bleibt meist gut Zeit für eine kleine Plauderei. Dazu treibe ich mich viel auf diversen Messen und Cons herum, wo sich immer wieder das ein oder andere charmante Gespräch ergibt.

5) Wann und was liest Du selbst?

Ich lese zu einer Kanne Schwarztee am Morgen, bevor ich mich an den Rechner setze, im Zug und in der U-Bahn, am Abend im Bett und manchmal auch zwischendurch einfach so, aber Letztes überwiegend zu Recherchezwecken; die Lektüre zum reinen Vergnügen muss meist bis zum Abend warten, obwohl die Grenze zwischen Arbeit und Vergnügen nicht immer klar zu ziehen ist. Was ich lese? Prosa ziemlich querbeet, als Beispiele können die Bücher aus der obigen Liste dienen. Dabei bin ich auch besonders neugierig auf das, was die Kollegen schreiben, die ich über die Jahre näher kennenlernen durfte, auf Messen oder bei gemeinsamen Lesungen oder noch besser beim Essen oder Bier danach. Dazu kommen Sachbücher zu unterschiedlichsten Themen, die ich zu Recherchezwecken lese oder auch einfach aus Neugier. Ferner Comics oder Graphic Novels und diverse Zeitschriften von 11 Freunde bis zum Greenpeace Magazin.

6) Wie hat es sich angefühlt, als du dein erstes eigenes Buch in deinen Händen hieltest?

Ich weiß noch genau, dass es Dezember war. Ich habe Jörg Kleudgen besucht, der damals in Koblenz gewohnt hat. Wir hatten jeder einen kleinen Verlag und haben meinen Erzählungsband Hirnstaub zusammen herausgebracht. Gemeinsam waren wir in der Stadt und während andere nach Weihnachtsgeschenken suchten, haben wir die frisch fertiggestellten Bücher abgeholt. Dann sind wir zu ihm nach Hause gefahren und haben am Abend die Schutzumschläge von Hand um die hundert Bücher gefaltet, einen nach dem anderen. Es war toll zu sehen, wie der Stapel mit den fertigen Büchern ständig wuchs. Sogar dann noch, als mir richtig bewusst wurde, dass ich die am nächsten Tag im Rucksack heimschleppen durfte …

7) Was war eines der überraschendsten Dinge, die Du beim Schreiben gelernt hast?

Die Überraschungen und das Lernen passierten tendenziell eher beim Recherchieren; oder bei diversen Beobachtungen und Erlebnissen innerhalb der Branche; das Schreiben selbst hat man ja eigentlich unter Kontrolle. Die Überraschungen ergeben sich überwiegend dann, wenn sich mit klarem Kopf konzipierte Geschichten aus dem Bauch heraus doch anders entwickeln, wenn man bestimmten Figuren dies oder jenes nicht mehr antun will, andere dafür dann doch über die Klinge springen lässt. Wenn man eigene (Alp-)Träume, Beobachtungen oder Erlebnisse einbaut, und diese im Sinne der Geschichte variiert und damit plötzlich ganz anders darüber nachdenkt. In solchen Fällen lernt man immer wieder etwas über sich selbst, aber das ist für andere kaum von Interesse … Spannender ist eindeutig das Lernen beim Recherchieren.

Neue Rezensionen zu Boris Koch

Neu

Rezension zu "Dornenthron" von Boris Koch

Ein alters Märchen, Magie und eine tödliche Dornenhecke
Roman-Tippsvor 6 Tagen

Bereits Cover und Klappentext des Fantasy-Romans „Dornenthron“ von Boris Koch schrien für mich förmlich danach, dass ich es unbedingt lesen muss. Ich liebe Märchen und Legenden – eine finstere Neuinterpretation von Dornröschen hat somit sofort meine Neugierde wecken können! Und mit einem ziemlich schaurigen und richtig tollen Prolog beginnt dieses Werk, welches der Auftaktband einer Dilogie ist.


Es war einmal…

„Als die brennende Fackel auf den Boden des Schachts prallte, landete sie zwischen dürren Zweigen und faustgroßen Steinen.“

(S. 9 „Dornenthron“ von Boris Koch, Knaur Verlag)


„Dornenthron“ spielt in einer Welt, die ungefähr der Antike oder Mittelalter nachempfunden ist. Die Story teilt sich auf in verschiedene Handlungen, die aus unterschiedlichen Perspektiven im Form des personalen Erzählers erzählt wird. Da gibt es z. B. Ukalion, den illegitimen Sohn des Königs Tiban, der als Müller in einem Dorf lebt und dem der König eines Tages das gesamte Leben auf unglaublich grausame Weise zerstört. Ukalion verliert alles und wird nur noch von dem Wunsch nach Rache angetrieben. Seine einzige Möglichkeit sieht er darin, sich nach Ycena, der ehemals prunkvollen Kaiserstadt des untergegangenen Kaiserreichs, zu begeben und die schlafende Kaisertochter zu wecken, um Kaiser zu werden. Denn vor vielen Jahrhunderten versetzten 13 Hexen Ycena in einen ewigen Schlaf und isolierten es mit einer undurchdringlichen und tödlichen Dornenhecke von der Außenwelt. Derjenige, wer die Kaisertochter rettet, wird der neue Kaiser werden. Doch ist das alte Märchen wirklich wahr? In einer weiteren Handlung geht es um die ehemalige Duftfinderin Tyra, deren Sohn von einem mysteriösen Gaukler entführt wurde, der wahrscheinlich ein Hexer ist. Tyra folgt den Spuren des Entführers, wobei sie auch einige Hilfe bekommt. Dann gibt es noch die Geschwister Perle und Ion, die in den Wilden Wald flüchten und dort eine interessante und zugleich gruselige Begegnung haben. Den Hofnarren Arlac am Hof des Königs – und auch Anthia, die Schwester eines Räubers, und der Bibliothekar Inrico haben sich ein Ziel in den Kopf gesetzt. Aus jedem Blickwinkel erfährt man mehr darüber, wie grausam und unerbittlich der König über das Königreich Lathien herrscht. Und jeder von ihnen hat einen Grund, diese tyrannische Herrschaft beenden zu wollen.


Atmosphärisches und düsteres Märchen


„Sie ist verflucht, überall lauern Ungeheuer und Überreste der alten Hexerei. Die ganze Stadt ist von Hexerei verseucht und wird von albtraumhaften Kreaturen geplagt.“


(S. 107 „Dornenthron“ von Boris Koch, Knaur Verlag)


Was mir an diesem Buch so richtig gut gefallen hat, ist definitiv der Schreibstil, der deutlich vom Stil her an Märchen erinnert, und die finstere und geheimnisvolle Atmosphäre. Ich mag die Beschreibungen der von Hitze und Ungeheuern heimgesuchten Ruinenstadt Ycena und der gefährlichen Dornenhecke und das Ziel, das sich die Charaktere setzen: nämlich einen tyrannischen König zu stürzen, indem sie einem Märchen nachgehen. Ebenso ist die Magie interessant, da sie einen ganz speziellen Preis von demjenigen fordert, der die Magie wirken möchte. Ich fand es auch großartig, dass durch die Story nicht nur das Märchen Dornröschen neuinterpretiert, sondern auch mit anderen Märchen sehr fantasievoll und spannend kombiniert wurde und auch diese in ein schaurigeres Licht rückte, wodurch ein komplexes und düsteres Werk entstanden ist. Es ist auch sehr beeindruckend, wie der Autor die einzelnen Handlungen miteinander verwebt, wo doch am Anfang und noch viel weiter ein Zusammenhang für mich gar nicht zu erkennen war und mich somit immer wieder überraschen konnte. Hier gibt es auch so viele Momente, die wirklich gruselig, manchmal richtig schaurig wirken und mich vor Spannung die Luft anhalten ließen. Der Roman fokussiert sich – wie bereits erwähnt – auf eine atmosphärische und finstere Handlung mit einem schönen Schreibstil und einem gemäßigten Tempo, sodass man hier nicht mit sonderlich actionreichen Wendungen rechnen kann. Und – was für mich immer ein Highlight in Büchern ist – es gibt eine Karte, wodurch ich immer nachvollziehen konnte, wo sich die einzelnen Charaktere gerade befinden.

Die Charaktere hätten allerdings mehr Leben gebraucht, sie kamen mir relativ blass vor und konnten nicht ganz mein Herz erreichen, obwohl ihre Abenteuer auf jeden Fall sehr spannend sind. Vom Anfang bis kurz vor dem Ende der Geschichte wird alles schön und detailreich beschrieben, manchmal wird es auch recht langatmig, um sich dann wieder zu verbessern. Am Ende jedoch kam mir alles sehr abrupt, abgehackt und bruchstückhaft vor – da hätte ich mir mehr Seiten und mehr von der anfänglichen Ausführlichkeit gewünscht.

Insgesamt hat mir „Dornenthron“ wirklich Spaß gemacht zu lesen, da ich sehr gut in diese fantasievolle Welt abtauchen konnte und gerne mit den Charakteren den finsteren Geheimnissen nachgegangen bin. Ich freue mich schon sehr auf Fortsetzung!


Fazit:

Atmosphärische und finstere Neuinterpretation des Märchens Dornröschen mit vielen Geheimnissen, gruseligen Momenten, einem den Märchen nachempfundenen Schreibstil und auch kombiniert mit weiteren bekannten Märchen. Mir hat die Story wirklich gut gefallen!

Kommentare: 2
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Rezension zu "Dornenthron" von Boris Koch

Eine grandiose und einzigartige Märchenadaption
miss_amanogawavor 7 Tagen

„Dornenthron“ ist eine außergewöhnlich großartige Interpretation um das Märchen von Dornröschen. Wie kam es zum Hundertjährigen Schlaf? Was passiert mit dem Königreich, den Herrschern, den Bewohnern und Bediensteten?

Das ehemalige Kaiserreich zerbrach letztendlich in dreizehn Provinzen, jede von einem eigenen König beherrscht. Die Kaiserstadt Ycena liegt zerfallen im Norden, nur törichte Menschen wagen sich dorthin. Der Palast ist umgeben von tödlichen und undurchdringbaren Dornen. Und schrecklichen Monstern. Und wer die Prinzessin wach küsst, wird der neue Kaiser...


Wir begegnen Ukalion, dem nicht anerkannten Bastard des Königs und Tyra, einst begnadete Duftsammlerin. Beide erlitten schwere Schicksalsschläge und sind auf dem Weg nach Ycena. Ukalion will die Prinzessin wach küssen und sich als Kaiser am König und dessen Sohn rächen, dafür, dass sie seine Liebste gehenkt haben. Tyra hingegen ist auf der Suche nach ihrem Sohn. Der Vater des Jungen verkaufte das gemeinsame Kind, um sein Leben zu retten, an einen mysteriösen Mann. Dumm nur, dass er von seinem Sohn nichts wusste. 

Wir lernen noch weitere Charaktere kennen, alle haben sie Ycena zum Ziel, aus unterschiedlichen Gründen versteht sich.


Die Charaktere sind sehr sympathisch und authentisch. Jede Figur macht eine durchaus nachvollziehbare Entwicklung durch. Hinzu kommt dieses wahnsinnig gute Worldbuilding. Die Welt ist einzigartig, magisch, mittelalterlich und antik zugleich. Sehr gut durchdacht!

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Rezension zu "Dornenthron" von Boris Koch

Fantasy, wie ich sie liebe
Kagalivor 9 Tagen

Dornenthron ist mir gleich bei den Neuerscheinungen aufgefallen, weniger wegen des Covers, sondern vielmehr wegen dem sehr interessant klingenden Inhaltstext. Als düstere Neuinterpretation von Dornröschen wird das Buch angepriesen und für sowas, bin ich immer zu haben. Doch hält das Buch, was es verspricht?

Ein gelungener Aufbau
Das Buch ist der Auftakt zu einer Dilogie. Entgegen des Verlagstext begleiten wir als Leser aber nicht nur zwei Charaktere, sondern noch deutlich mehr. Die Kapitel wechseln dementsprechend die Perspektiven. Der Autor nimmt sich den Großteil des Romans die Zeit, seine Welt und die Figuren vorzustellen und in Position zu bringen, das klingt jetzt vielleicht langweilig, ist es aber überhaupt nicht.
Denn Boris Koch beherrscht die Kunst, nicht nur so beschreiben, sondern zu erzählen. Sein Stil ist einnehmend und fesselnd und ja, erinnert in der Struktur auch an das klassische Märchen. Obwohl eine Menge Figuren und Handlungsstränge in diesem Buch auftauchen, verliert der Roman nie den roten Faden. Er ist detailliert und komplex, aber niemals ausufernd oder abschweifend. So wünsche ich mir richtig gute Fantasy!

Auch mit seinen Charakteren kann das Buch für mich punkten. Sie glänzen durch Individualität und tatsächlich mochte ich in Dornenthron keine Perspektive mehr, als die andere, ich fand alle super spannend und alle Charaktere interessant. Das passiert mir selten und ist gerade im Hinblick auf die Fülle der Charaktere beeindruckend.

Von wegen "Und sie lebten glücklich bis an ihr Ende"

Kommen wir zu dem angepriesenen Märchen Aspekt. Titel und Verlagstext weisen ja ausdrücklich schon auf eine Adaption von Dornröschen hin und ja, das ist Dornenthron auch. Gleichzeitig ist es noch so viel mehr, denn nicht nur die schlafende Prinzessin hinter der Dornenhecke, nein, auch andere Märchen tauchen in diesem Roman auf. Vom Froschkönig, Rumpelstilzchen, den zertanzten Schuhen bis zu Hänsel und Gretel, aber auch Legenden, wie den Rattenfänger von Hameln. Sie alle werden gekonnt in die Handlung eingefügten. Manchmal nur als Nebensache, manchmal als größerer Handlungsstrang. Es war überaus amüsant, die mehr oder weniger verstecken Anspielungen zu entdecken.
Der Autor beweist auch viel Kreativität dabei die Märchen in seine Geschichte einzuarbeiten und verleiht ihnen all einen ganz eigenen Touch, sodass sie sich nahtlos in die Handlung einfügen. Er kopiert nicht nur einfach bekannte Elemente, sondern macht sie sich und seinem Werk zu eigen und interpretiert sie auf seine ganz eigene, düstere Art.

Fazit:

Dornenthron ist Fantasy, wie ich sie liebe! Die Welt und die Charaktere glänzen mit Individualität, klassische Märchen werden kreativ und düster verarbeitet und die Handlung ist trotz ruhigerem Tempo ausnehmend fesselnd. Ich warte nun sehnsüchtig auf Teil zwei!


Folge mir ;)

Diese und andere Rezensionen (mit zusätzlichem Coververgleich Deutsch/Original) findet ihr auch auf Miss Page-Turner


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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Der Schattenlehrlingundefined
Liebe lovelybooks-Community,

auf booknerds.de - literatur & mehr gibt es dieses Jahr im Rahmen von Blogger schenken Lesefreude bei uns insgesamt 21 Bücher, 1 Hörbuch und 10 Lesezeichen zu gewinnen, und einer der Titel ist der oben genannte.

Wo? Hier: http://www.booknerds.de/2014/04/gewinnspiel-blogger-schenken-lesefreude-2014/

(Bitte nur dort antworten und nicht hier kommentieren! Sollte das Formular nicht funktionieren, bitte eine E-Mail an verlosung äääät booknerds puuuunkt de oder eine Direktnachricht via Facebook (facebook.com/booknerds.de) senden)

Liebe Grüße,
Chris und die booknerds

(Buchcover/Auflage kann von der abgebildeten Version bei älteren Titeln abweichen!)
0 BeiträgeVerlosung beendet
*Ein Abend der Kinder- und Jugendliteratur*
Berliner Autorinnen und Autoren stellen neue Werke vor


Am Mittowch, den 30.10.2013 um 18 Uhr
Theater Expedition Metropolis / DESI (Ohlauer Str. 41)  BERLIN XBERG
www.expedition-metropolis.de

MIT: Beate Dölling, Boris Koch, Sabine Ludwig, Christiane Radeke, Holly-Jane Rahlens, Kirsten Reinhardt, Martina Wildner, Katharina Reschke, Anja Tuckermann

"Berlin ist auch die Stadt der Kinder- und Jugendliteratur.
Vielfältig, spannend, anregend und herausfordernd entführt sie in
unbekannte oder vertraute Welten, in einen Winkel der Stadt oder in
weite Fernen. Die Veranstaltung eröffnet ein Erzähl-Panoptikum, das
zeigt, wie viele verschiedene Stimmen der Kinder- und Jugendliteratur
in Berlin zusammenfinden und bietet im Dschungel der Neuerscheinungen
eine Orientierungshilfe. Erwachsene, Kinder und Jugendliche sind zu
einem Familienabend eingeladen."

Mit musikalischer Begleitung von Ray Kaczynski
Die Buchhandlung Leseglück ist mit einem Büchertisch dabei.
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D
Ich habe heute gesehen, dass der Erscheinungstermin für den 3. Teil von "Der Drachenflüsterer" von Boris Koch veröffentlicht worden ist. Weiß jemand, wie viele Teile in der Reihe vorgesehen sind?
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