Blasses Blut

von Boris Maggioni 
4,2 Sterne bei12 Bewertungen
Blasses Blut
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Inhaltsangabe zu "Blasses Blut"

Paul Neumann ist ein ziemlich komischer Typ – außerdem ist er Bestatter. Nebenbei hat er ein äußerst makaberes Nebengeschäft am Laufen und durch einen dummen Zufall kommt ihm Wiebke, die beste Freundin seiner Freundin Tanja, auf die Schliche. Zu allem Überfluss steht Paul aber genau auf diese beste Freundin, glaubt er jedenfalls. Wäre da nicht sein Erlebnis mit einer Transsexuellen. Pauls Psychiater ist in keiner Hinsicht wirklich hilfreich, sondern eher hoffnungslos überfordert mit seinem schrulligen Patienten. Da beschließt Paul, dass ein Mord die einzige Lösung für seine Probleme ist und damit nimmt das Unglück seinen Lauf, oder doch nicht?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B007D8HM76
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:202 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:24.02.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    BuechermonsterBlogs avatar
    BuechermonsterBlogvor 5 Jahren
    Provokant, aber auf ganzer Linie enttäuschend

    Dass das Leben eines Bestatters durchaus interessant sein kann, hat nicht zuletzt die populäre amerikanische Fernsehserie “Six Feet Under” unter Beweis bestellt. Auch die Hauptfigur der Thrillerkomödie “Blasses Blut” von Boris Maggioni verdient sein Geld mit dem Tod anderer Menschen – und einem makabren, aber äußerst lukrativen Nebengeschäft.

    Paul Neumann ist Bestatter und hat sich in jahrelanger Arbeit sein eigenes Beerdigungsinstitut aufgebaut. Eigentlich ein zukunftssicherer Job, denn gestorben wird schließlich immer, doch auch das Bestattungsgeschäft bleibt von der Wirtschaftskrise nicht verschont. Wollten Hinterbliebene für ihre verstorbenen Familienangehörigen vor ein paar Jahren noch den edelsten Sarg und die schönste Trauerfeier, so sitzt das Geld heute bei Pauls Kunden nicht mehr so locker. Zudem gibt es im Internet massenhaft preiswerte All-Inclusive-Angebote, sodass Neumann seit geraumer Zeit angestrengt nach alternativen Einkommensquellen sucht.

    Ein skrupelloser Bestatter mit fragwürdigen Nebengeschäften

    Eher zufällig läuft ihm dann eines Tages ein verschrobener Kunde über den Weg, der gerade seine nicht einmal halb so alte Geliebte verloren hat und sie vor der Beerdigung unbedingt noch einmal sehen möchte – und noch ein wenig mehr. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Der Mann will noch ein letztes Mal mit ihr Sex haben – dass die tote (!) Frau eiskalt und die Totenstarre voll ausgeprägt ist, scheint ihn dabei nicht zu stören. Da der Kunde für seinen ungewöhnlichen Wunsch eine Menge Geld auf den Tisch legt, erkennt der clevere (und skrupellose) Bestatter schnell das Potenzial dieser Geschäftsidee. Er gründet Deutschlands erstes Toten-Bordell, die Gestörten rennen ihm die Bude ein und Paul ist seine finanziellen Sorgen auf einen Schlag los. Dummerweise muss er mit seinem illegalen und geschmacklosen Nebengeschäft im Verborgenen agieren und die nächtlichen Aktivitäten in seinem Beerdigungsinstitut geheim halten – was sich vor allem gegenüber seiner nervigen Lebensgefährtin Tanja und deren attraktiver Freundin Wiebke als ziemlich schwierig herausstellt.

    Provokant und geschmacklos

    Eines muss man dem Autor lassen: Boris Maggioni kennt offenbar keine Hemmungen und liefert mit seinem Roman “Blasses Blut” eine 200 Seiten lange Provokation der heftigsten Sorte. Nekrophilie wird als salonfähig dargestellt, Rücksicht auf moralische Grenzen oder die Gefühle Hinterbliebener spielen in der absurden Geschichte nahezu keine Rolle. Wen sollte es auch stören? Die Toten sind schließlich tot und die Angehörigen bekommen von der unfreiwilligen Prostitution ihrer geliebten Verstorbenen eh nichts mit – so ist zumindest die Denkweise der Hauptfigur. Der Roman ist dabei klar als Satire ausgelegt, doch ob man so eine geschmacklose Thematik lustig findet oder sich entsetzt abwendet, muss jeder für sich selbst entscheiden (dazu nur so viel: hätte ich vorher den Klappentext des ehemaligen Gratis-eBooks etwas aufmerksamer gelesen, hätte ich mir die Lektüre vermutlich geschenkt…).

    Weder lustig noch spannend

    Der Tabubruch an sich ist auch nicht das große Problem des Buches, viel schlimmer ist die wirklich haarsträubende Geschichte, die unglaubwürdiger kaum sein könnte. Maggioni vermischt von Anfang an das Nebengeschäft seiner Hauptfigur mit deren Privatleben und stößt Neumann so in ein kompliziertes Beziehungschaos. Hier ist dem Autor keine Idee zu dämlich und so gibt es einen wilden Mix aus Dreiecksbeziehung, Mordkomplott, schmerzhaften Selbstversuchen und vielen weiteren Hirnrissigkeiten. Der Humor Maggionis ist dabei komplett an mir vorbeigegangen und hat bei mir nicht mal zu einem müden Lächeln gereicht, doch auch das kann man mit viel gutem Willen noch als Geschmackssache durchgehen lassen. Der Thrilleranteil des Buches versagt aber unabhängig von persönlichen Präferenzen des Lesers, denn jeder Ansatz von Spannung wird durch eine Reihe völlig unsinniger Wendungen immer wieder im Keim erstickt. Da steckt der Protagonist zum Beispiel wiederholt in einer scheinbar ausweglosen Situation und dem Autor fällt nichts besseres ein, als sich die Geschehnisse im Nachhinein mehrfach so zu drehen, dass alles in einem ganz anderen Licht erscheint. Dass die Logik dabei komplett auf der Strecke bleibt, scheint bei der Entstehung des Buches niemanden gestört zu haben…

    Auch sprachlich ist “Blasses Blut” alles andere als ein literarischer Leckerbissen. Satzgebilde der simpelsten Sorte reihen sich lieblos aneinander, zudem hat sich der Autor für seine Leser noch ein ganz besonderes “Bonbon” ausgedacht: Maggioni ist offenbar ein ausgesprochener Anapher-Fetischist und “beeindruckt” ständig mit Passagen, bei denen vier, fünf oder sechs Sätze hintereinander mit den gleichen Wörtern anfangen. Das kann man als originellen Erzählstil auslegen, ich fand es jedoch einfach nur nervig. Genauso wie die unübersichtliche Darstellung von Dialogen: An- und Abführungen mag der Autor offenbar nicht sonderlich und verzichtet durchgehend auf deren Verwendung, sodass man bei Gesprächen mit mehreren Beteiligten kaum die einzelnen Personen unterscheiden kann. Gleiches gilt übrigens auch für Gedanken der Hauptfigur, die in dem Roman als Ich-Erzähler auftritt. Man kann es dem Leser auch unnötig schwer machen…

    Fazit:
    Haarsträubende Bestatterstory, die mit viel Sex und makrabrer Thematik punkten will, dabei aber dank unglaubwürdiger und selten dämlicher Wendungen auf ganzer Linie versagt. Sprachlich passt sich das Buch leider dem Inhalt an, sodass außer der versuchten Provokation nicht viel hängen bleibt (2/10).

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Blasses Blut" von Boris Maggioni

    Zuerst habe ich gedacht, dass man schon eine ziemlich kranke Phantasie haben muß, um dieses Buch, nein dieses Idee überhaupt zu Papier zu bringen. Auch mit dem Schreibstil und der Art der Dialogführung habe ich anfangs geknausert und war nicht sofort begeistert. Es ist gewöhnungsbedürftig: das Buch, die Schreibe, die Themen. Aber irgendwann lässt es einen nicht mehr los. Irgendetwas zieht mich, die geneigte Leserin, in seinen Bann, trotz aller bizarren, absurden und auch abartigen Gedankenspiele. Nein, ich habe nicht laut aufgelacht und manchmal hatte ich das Gefühl, das etwas zu krampfhaft um Humor gekämpft wird. Aber ich habe mich einwandfrei und ganz zwanglos amüsiert. Und ist es nicht das, was man manchmal einfach nur möchte? Man liest ein Buch, ist entspannt und amüsiert sich. Nicht mehr und nicht weniger. Und genau das hat Boris Maggioni erreicht. Dafür sage ich ganz einfach: Danke.

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    Arthaniss avatar
    Arthanisvor 6 Jahren
    Rezension zu "Blasses Blut" von Boris Maggioni

    Aberwitzige Geschichte und ein eigenwilliger Schreibstil mit rabenschwarzen Humor - sehr empfehlenswert.

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    Kult-Literatens avatar
    Kult-Literatenvor 6 Jahren
    Rezension zu "Blasses Blut" von Boris Maggioni

    Boris Maggionis E-Book „Blasses Blut” ist nichts für schwache Nerven, aber gehörig etwas für schwarze Lachmuskeln. Mit seiner ausgereiften Schreibe versteht es der Autor, seine Hauptfigur Paul immer weiter in die sprichwörtliche Scheiße zu reiten. Was zunächst frauenfeindlich erscheint, stellt sich schnell als eine köstliche Parodie über männliche List und Schläue heraus. Die Mädels in diesem Roman haben es nämlich faustdick hinter den Ohren und bringen Paul Neumann nicht nur ins Schwitzen, sondern auch dahin, wo weder er noch andere Männer je sein möchten. Kurzweilig und unterhaltend ist dieser Roman und daher sehr zu empfehlen.

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    Angelheart76vor 6 Jahren
    Rezension zu "Blasses Blut" von Boris Maggioni

    zum Inhalt:
    Paul Neumann ist Bestatter und da bloßes "Leichen unter die Erde bringen" kein sehr einträgliches Geschäft mehr ist, nutzt er die Möglichkeit eines kleinen Zusatzerwerbes, als diese sich ihm bietet.

    meine Meinung:
    Der Autor warnt in seiner Beschreibung des Buches den Leser vor und das aus sehr gutem Grund. Denn dieses Buch ist wirklich über die Maßen geschmacklos, stellenweise gar abartig. Es ist
    schwärzer als schwarz, makaber und total skurril.

    Als ich die ersten Seiten las war ich kurz am zweifeln und überlegt das ebook wieder zu löschen, aber ich war doch viel zu neugierig, was es noch hergibt. Nachdem ich dann weiter gelesen hab war ich froh, es doch nicht gelöscht zu haben. Denn so schräg es auch ist, so gut ist dieses Buch auch.

    Man darf allerdings nicht zart besaitet sein und sollte Gefallen an schwarzem Humor finden, denn es geht hoch her in Paul Neumanns Leben und ganz besonders in seinem Bestattungsinstitut.

    Geschildert wird beinahe alles aus Pauls Sicht, wodurch man quasi immer seine Gedanken im Kopf hat.

    Paul ist eigentlich super schräg drauf, aber er war mir dennoch ziemlich schnell recht sympathisch. Dass er die Möglichkeit eines Nebenverdienstes nutzt ist auch irgendwo verständlich. Sein Handeln ist aus seiner Sichtweise betrachtet auch tatsächlich gut nachvollziehbar. Manchmal hatte ich auch mächtig Mitleid mit ihm.

    Ich fand es herrlich wie hier eins das andere ergibt und sich die Situation weiter zuspitzt. Wenn Pauls Psychiater am Ende noch in einer Anstalt gelandet wäre, hätte mich das nicht gewundert.

    Absolut unverblümt, komplett ohne irgendwelche Tabus und auch ohne Rücksicht auf die Schmerzgrenze des Lesers wird man durchs Geschehen geführt. Es fließen gesellschaftliche Aspekte ein, kein Klischee wird ausgelassen und die absonderlichsten Theorien werden zu Tage gefördert.

    Im übrigen überlege ich seit dem lesen dieses Buches, ob ich weiterhin Deoroller benutzen mag ;)

    Kurze, knappe Sätze (vielleicht manchmal etwas zu umgangsprachlich) sorgen dafür dass sich das Buch sehr flott lesen lässt. Es gibt viele Wiederholungen wenn Paul seine Gedanken schweifen lässt, aber genau die geben dem Schreibstil noch ein gewisses Extra.

    Man sollte das ganze allerdings nicht ganz so verbissen und ernst sehen.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Buch die Leserwelt in zwei Lager spalten wird, die einen werden es mögen und die anderen werden empört die Nase rümpfen und es entsetzt beiseite legen.

    Fazit:
    Blasses Blut ist eine Satire wie sie böser und skurriler fast schon gar nicht mehr sein könnte. Wer das ganze mit einem Augenzwinkern betrachten kann, der wird hiermit gut unterhalten sein.

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    VeroNefass avatar
    VeroNefasvor 6 Jahren
    Rezension zu "Blasses Blut" von Boris Maggioni

    Inhalt:

    Paul Neumann ist ein ziemlich komischer Typ - außerdem ist er Bestatter. Nebenbei hat er ein äußerst makaberes Nebengeschäft am Laufen und durch einen dummen Zufall kommt ihm Wiebke, die beste Freundin seiner Freundin Tanja, auf die Schliche. Zu allem Überfluss steht Paul aber genau auf diese beste Freundin, glaubt er jedenfalls. Wäre da nicht sein Erlebnis mit einer Transsexuellen. Pauls Psychiater ist in keiner Hinsicht wirklich hilfreich, sondern eher hoffnungslos überfordert mit seinem schrulligen Patienten. Da beschließt Paul, dass ein Mord die einzige Lösung für seine Probleme ist und damit nimmt das Unglück seinen Lauf, oder doch nicht?

    Kritik:

    Dieser Roman ist in einem Wort: Makaber. Kaum ein Tabu das nicht gebrochen wird, kaum ein abwegiger Gedanke, den der Autor nicht gedacht hat. Und trotzdem absolut lesenswert. Eine sarkastische, ironische, makabere, dunkelschwarze Satire. Einer meiner ersten Gedanken nach Beendigung des Buches war: Bei diesem Buch geht es einem wie bei einem blutigen Unfall - man will eigentlich gar nicht wirklich hinsehen, aber man kann einfach nicht anders.

    Angenehm erzählend geschrieben (wenn man mal die Thematiken außer acht lässt), aus der Sicht des Protagonisten Paul, einem neurotischen Bestatter und Vollzeittrottel. Paul ist ein unglaublich unrealistischer, absolut unglaubwürdiger, völlig überzeichneter, aber sehr amüsanter Charakter. Ich hoffe und bete, dass wirkliche Bestatter keinerlei Ähnlichkeit mit diesem Individuum aufweisen. ;)

    In mehr oder weniger heiteren Kapiteln erzählt der Autor eine völlig abwegige Geschichte über die Liebe, das Leben, den Tod und was man daraus machen kann bzw. könnte oder eben nicht. Und immer wenn man glaubt, dass man endlich verstanden hat worum es geht und was als nächstes passieren wird, dann passiert genau das - nicht. Auf eine völlig eigene, absurde Art erzählt -unterstützt durch witzige sprachliche Effekte, gespickt mit moralischen Entgleisungen und Tabubrüchen an allen Ecken und Enden - führt Borris Maggioni seine Leser durch die wirklich unglaubliche Welt des Paul Neumann.

    Natürlich ist dies kein literarisches Meisterwerk, keine sprachliche Explosion, kein Wortballett voll Grazie und Anmut wie z.B ein Roman von Ani Friedrich, aber das sollte es auch gar nicht sein. Die einfachen Worte reichen für diese Geschichte nicht nur völlig aus, sie geben ihr auch das gewisse Etwas, das nötige Maß an Glaubwürdigkeit, die sie unter anderen sprachlichen Voraussetzungen mit Sicherheit verlieren würde. Ganz abgesehen davon, dass verbale Kunst kaum zur Thematik passen würde und sich dieser Roman in Goethes Worten schwerlich umsetzen ließe.

    Obwohl Bücher, die nur aus der Sicht eines Protagonisten erzählt werden, dazu neigen irgendwann langweilig zu werden ist dieses Buch durchweg spannend, animiert zum weiter lesen und lässt einen nicht mehr los, bis man - in gewisser Hinsicht fast erleichtert - die letzte Seite gelesen hat. Erleichterung nicht weil das Buch so schlecht ist, sondern weil man am Ende... Sagen wir so: Es ist gut, dass diese Geschichte wirklich ein Ende hat. Aber lest einfach selbst, dann werdet ihr das verstehen ;-)

    Fazit:

    "Blasses Blut" ist eine unterhaltsame, tiefschwarze Satire. Aber Vorsicht: Wer mit bissigen Tabubrüchen nicht umgehen kann und wem sich bei einem Landkrimi schon der Magen umdreht, der sollte hiervon lieber die Finger lassen. Alle, die gerne mal literarische Experimente wagen sollten zuschlagen. Auch wenn dieser Roman sehr einfach geschrieben ist und garantiert nicht durch hohes sprachiches Niveau zu glänzen versucht ist das in diesem Fall nicht stören, sondern absolut richtig. Wer denkt schon in Hochsprache? Ein in jeder Hinsicht lesenswertes Buch, das nicht mit verrückten Ideen geizt und den Leser praktisch auf jeder Seite hoffen lässt, dass dies alles wirklich der Phantasie des Autors entsprungen ist - und NUR seiner Phantasie.

    5/5 Sternen

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    Ein LovelyBooks-Nutzers avatar
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Blasses Blut" von Boris Maggioni

    Herrlich sarkastisch und mit viel schwarzem Humor beschreibt der Autor eine geniale Geschäftsidee, die aber wohl nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte. Normalerweise müsste der Leser Paul Neumann abstoßend und widerlich finden, doch merkwürdigerweise ist genau das Gegenteil der Fall. An morbider Fantasie mangelt es Boris Maggioni auf gar keinen Fall und eigentlich müsste dick auf dem Cover stehen “Ausschließlich für Erwachsene geeignet”. Zartbesaitete Gemüter könnten trotzdem einen Schock bekommen. Alle anderen, die sich schon immer dachten, dass es Dinge auf der Welt gibt, die sie eigentlich gar nicht so genau wissen wollten aber trotzdem nicht aufhören können zu lesen, werden an dieser bitterbösen Story ihren Spaß haben. Und das bis zum Ende.

    Fazit: Pervers, böse, genial. Wer auf skurille, abgefahrene Geschichten steht und auch gerne mal etwas über ungewöhnliche Sexpraktiken lesen möchte, sollte dieses Buch lesen. Alle anderen sollten lieber die Finger davon lassen.

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    PMthinksvor 6 Jahren
    Rezension zu "Blasses Blut" von Boris Maggioni

    Inhalt:
    Peter Neumann ist Ende 30, Bestatter und führt ein eher langweiliges Leben. Mit diversen (teils unmoralischen) Nebenjobs bringt er sich etwas zusätzliches Geld ein. Bis ihn eines Tages ein Kunde auf seine neueste Idee bringt: Totenprostitution. Und ehe er es sich versieht, ist sein Leben gar nicht mehr langweilig. Ein Mordversuch, Erpressung, eine Dreiecksbeziehung – sein Leben steht Kopf...

    Meine Meinung:
    Auf dieses Buch wäre ich gar nicht gekommen, wenn der sehr sympathische Autor Boris nicht um eine Rezension gebeten hätte – und ich bin froh darum, mir wäre was entgangen!

    Vorab: ja, das Thema ist verwerflich, geschmacklos und ekelerregend. Aber so absurd?
    Ich hab das Thema extra gleich auf den Tisch gepackt, damit ihr gewarnt seid. Hier ist alles zynisch und äußerst grotesk - und makaber!
    Aber das Ganze wird so gut verpackt, dass sogar ein paar (bitterböse, ich geb’s zu) Lacher daherkommen und man desöfteren schmunzeln muss.

    Paul lässt uns an seiner Gedankenwelt teilhaben: an seiner Beziehung mit Tanja, die ihn eher langweilt und seine Fantasien über Wiebke, die seinem Glück im Weg steht. Und an seinem Job.
    Daher kann der Leser nachvollziehen, wie Paul in diese und jene Situation kommt – mal absichtlich, mal unverschuldet (na ja, die unglücksbringende Idee stammt indirekt von ihm). Und auch, wie zynisch er selbst die Sache sieht und wie absurd die Geschehnisse doch sind.

    Der Autor treibt es mit seinem Roman auf die Spitze – wer sensibel ist, sollte es nicht lesen. Paul und Konsorten brechen fast alle Tabus und Sex ist allgegenwärtig, wenn auch nicht immer gezeigt, denn viel spielt sich im Kopf des Lesers an. Es wird deutlich gesagt, was Sache ist, doch ausführliche Beschreibungen bleiben – zum Glück – fern.

    Doch fein (mal mehr, mal weniger) hinter der grotesken Geschichte ist Kritik versteckt: Kritik an der Gesellschaft, den Menschen und der Regierung. Und ich erwischte mich dabei, wie ich bei manchen dieser Passagen kräftig mit dem Kopf nickte und dem Autor recht gab. Ohja, und wie. Und daher verminderte sich bei mir der Gedanke an die Absurdität mancher Ideen.

    Ich muss zugeben, ich hab mich herrlich amüsiert und das Buch innerhalb kürzester Zeit beendet, denn man will immer wissen, wie es Paul weiterergeht.
    Denn so absurd seine Gedanken und so krank (ja, krank!) er auch ist: unsympathisch ist wieder was anderes. Man hofft die ganze Zeit, dass er wieder zur Besinnung kommt. Wenn man auch weiß, dass das vermutlich nicht passieren wird, denn wir werden auch Zeugen seiner Sitzungen beim Therapeuten, dem er alles gesteht (ja, etwas unrealistisch). Und er weiß, dass das, was er tut, verboten und auch falsch ist – auch, wenn er selbst nichts falsches dabei findet. Da hätte ich mir dann doch noch ein bisschen Tiefgang gewünscht: Warum ist Paul so? Warum kann er unmoralisch und moralisch nicht trennen? Ebenso bei Tanja: warum macht sie da mit? Bei Wiebke ist dem Autor die Einsicht in die "Gründe" gelungen, bei den anderen beiden hätte er das mehr ausbauen können.

    Zu guter Letzt muss ich aber etwas negatives anmerken: leicht macht der Autor das Lesen nicht. Wörtliche Rede ist nicht vorhanden, eher durch Schriftwechsel kennbar gemacht. Wenn Paul zwischendurch noch seine Gedanken dazu schreibt, kann man schon mal durcheinander kommen, so hindert das den Lesefluss eher.
    Noch dazu wiederholen sich manche Sätze allzu oft, was für mich zwar gewollt herüberkam, aber doch irritierte und teils auch störte.
    Über ein paar Tippfehler sieht man da dann schon eher hinweg.

    Aber ich muss sagen: bitte mehr davon, Herr Maggioni!

    Fazit:
    Bitterböse Satire

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    Steffi_Peepunkts avatar
    Steffi_Peepunktvor 3 Jahren
    J
    jo_leikavor 6 Jahren

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