Boris Palmer

 4,4 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Boris Palmer

Boris Palmer wurde im Mai 1972 in Waiblingen geboren. Er bestand sein Abitur an der Freien Waldorfschule Engelberg und absolvierte anschließend seinen Zivildienst beim DRK. Er studierte Geschichte und Mathematik auf Lehramt in Tübingen und Sydney und schloss mit dem Ersten Staatsexamen ab. Schon im Studium engagierte sich Palmer politisch bei der AStA und arbeitete nach dem Studium als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Seit 1996 ist er auch Mitglied bei der Partei und arbeitete als Landtagsabgeordneter von 2001 bis 2007, seitdem arbeitet er als Oberbürgermeister von Tübingen. Mit der grünen Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner bekam er eine Tochter, sowie 2015 einen Sohn.

Alle Bücher von Boris Palmer

Cover des Buches Erst die Fakten, dann die Moral (ISBN: 9783827501240)

Erst die Fakten, dann die Moral

 (6)
Erschienen am 23.09.2019
Cover des Buches Eine Stadt macht blau (ISBN: 9783462041132)

Eine Stadt macht blau

 (2)
Erschienen am 20.04.2009
Cover des Buches Wir können nicht allen helfen (ISBN: 9783827501073)

Wir können nicht allen helfen

 (2)
Erschienen am 07.08.2017

Neue Rezensionen zu Boris Palmer

Cover des Buches Erst die Fakten, dann die Moral (ISBN: 9783827501240)mrsmeerlancholies avatar

Rezension zu "Erst die Fakten, dann die Moral" von Boris Palmer

Erst die Fakten, dann die Moral
mrsmeerlancholievor einem Jahr

"In Brüssel oder Berlin fallen häufig Entscheidungen, die mit der politischen Realität vor Ort wenig zu tun haben. Boris Palmer, seit zwölf Jahren Oberbürgermeister von Tübingen, zeigt anhand vieler konkreter Beispiele - von Wohnungsnot bis Luftreinhaltung, von Energiewende bis zum deutschen Sicherheitswahn, von Kriminalität bis zum Klimaschutz -, wieso in der Politik heute so oft das Wunschdenken regiert, nicht die Analyse der Fakten. Zugleich macht er Vorschläge, wie die Wirklichkeit wieder zur Grundlage politischer Entscheidungen werden kann. Die Streitschrift eines leidenschaftlichen Grünen, der täglich vor Ort handeln muss."


Wie schon im Klappentext steht, ist dieses Buch von Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen. Politisch ist er bei den Grünen aktiv.


Das  Buch ist zunächst in zehn Kapitel unterteilt. Ich finde dies bei diesem Buch sehr schön, man hat eine Konstante, an der man sich festhalten kann. Zudem bieten sie einem eine kurze Verschnaufpause bei so viel Input.


In den Kapiteln berichtet Boris Palmer über seine Erlebnisse, aber auch Entwicklungen, die er als Oberbürgermeister erlebt. Man merkt ganz klar, dass er faktenorientiert ist, gerne nach dem Warum und Wieso sucht. Sich als Oberbürgermeister für das, was passiert, interessiert und auch gewillt ist, sich unter die Leute zu mischen, um zu erfahren, was die Menschen bewegt, was sie erzählen. Er scheut sich nicht, seine Meinung zu sagen, obwohl er im Vorfeld direkt weiß, dass er dafür nicht unbedingt Zustimmung erntet.


Es geht in den Kapiteln u. a. um bezahlbaren Wohnraum, um saubere Luft, um die Energiewende, um Wasserschutz, um Sicherheit, um Tierschutz, um Stuttgart 21, um (In-)Toleranz und um den Klimawandel. Er bringt viele Fakten in die Kapitel mit ein, und viele Erlebnisse aus seiner Arbeit in der Regionalpolitik. Es macht deutlich, dass wir bei vielen Themen, gerade empfindliche Themen wie z. B. Tierschutz viel zu oft nicht an die Fakten denken, sondern direkt moralisch an die Angelegenheit ran gehen. Alles andere, gerade andere Meinungen, werden dann erst mal außer Acht gelassen und gar nicht erst darüber nachgedacht.


Boris Palmer zeigt deutlich auf, dass faktenorientierte Arbeit in seinem Beruf nicht gerade auf positive Rückmeldung stoßen kann und überwiegend unangenehm sein kann. Er zeigt aber auch deutliche Lösungsansätze auf, wie man dieses Problem angehen kann. Das Buch zeigt auf, mit wie viel Aufwand vieles Betrieben wird, um den Menschen in den einen oder anderen Blickwinkel zu ziehen, ohne groß Fakten spielen zu lassen.


Dieses Buch hat mich, so denk ich, auf jeden Fall bereichert, es lohnt sich, es zu lesen und darüber in Ruhe nach zudenken. So kann man die ein oder andere Enscheidung  besser verstehen oder sieht sie in einem anderen Blinkwinkel oder kann Entscheidungen besser hinterfragen. Durchaus lohnt es sich, erst einmal sich an den Fakten zu orientieren, anstatt erst einmal nur die (eigene) Moral Vorrang zu lassen.

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Cover des Buches Erst die Fakten, dann die Moral (ISBN: 9783827501240)B

Rezension zu "Erst die Fakten, dann die Moral" von Boris Palmer

Wie geht erfolgreiche Regionalpolitik?
belanaherminevor 2 Jahren

Inhalt

Boris Palmer ist als Oberbürgermeister und Mitglied der Grünen insbesondere regionalpolitisch aktiv.

In diesem Buch berichtet er über Entwicklungen, Erlebnisse und Schwierigkeiten, mit denen er in seiner Tätigkeit vor Ort konfrontiert ist. Er versucht die Ursachen für diese Schwierigkeiten zu ergründen, und zeigt immer wieder, dass ein klares Bekenntnis zu den Fakten nicht immer der bequeme Weg ist, sondern einem auch unangenehme Angriffe von (z. T. extremen) Interessensgruppen einbringen kann. Allerdings schildert er auch, dass nicht alle Entscheidungen ausschließlich auf den Sach-Fakten beruhend getroffen werden können. Auch die Stimmung der Bevölkerung ist ein Faktum, das in politische Entscheidungen einbezogen werden muss. Und so kann es auch sein, dass man sich für die zweit- oder drittbeste Lösung entscheiden muss, wenn die beste Lösung keinen Konsens findet. Nun ja, das ist eben Demokratie.

Das Buch ist in 10 Kapitel gegliedert, wobei sich jedes Kapitel mit einer konkreten Sachfrage, mit der Boris Palmer konfrontiert war, auseinandersetzt. So geht es um bezahlbaren Wohnraum, um saubere Luft, um die Energiewende, um Wasserschutz, um Sicherheit, um Tierschutz, um Stuttgart 21, um (In-)Toleranz und um den Klimawandel. Viele Fakten und viele eigene Erlebnisse aus seiner Tätigkeit in der Regionalpolitik bestücken die Diskussion in den Kapiteln.

Boris Palmer zeigt auf, dass ein klarer, konzentrierter Faktenbezug durchaus unangenehm werden kann, wenn sich die Fakten plötzlich gegen die eigenen Überzeugungen richten und man sich aufgefordert sieht, sein eigenes Weltbild zurechtzurücken. Dem dann nachzugehen, ist ein mutiger Schritt, verschafft einem aber nicht immer und überall nur Freunde.

Boris Palmer zeigt weiterhin auf, dass man keine Entscheidungen, mögen sie auch noch so überzeugend durch Fakten gestützt sein, gegen das soziale Klima vor Ort durchsetzen kann. Als mathematisch-analytisch orientierte Person fällt es ihm hin und wieder schwer, hier den passenden Zugang zu finden. Aber Boris Palmer setzt sich damit selbstkritisch und offen an den entsprechenden Stellen auseinander und scheut nicht davor zurück zu sagen, dass er hier von anderen lernen konnte.

Das Buch endet mit 10 Thesen über Politik und Wirklichkeit

Der Untertitel des Buches stellt die eigentliche Stoßrichtung des Buches dar: Politik muss mit mit der Wirklichkeit BEGINNEN, aber kann nicht dort stehenbleiben. Aber einen Anfang wäre es durchaus wert, wie wir anhand der vielen Beispiele in diesem Buch erfahren können.

Subjektive Eindrücke

Mich hat das Buch in mehrerlei Hinsicht sehr beeindruckt.

Am meisten beeindruckt hat mich wohl die Offenheit, mit der Boris Palmer über seine Arbeit, über die Erfolge, aber auch die Niederlagen und die Lerngelegenheit spricht, mit denen er im Laufe seiner bisherigen Arbeit zu tun hatte. Seinen Überzeugungen treu zu bleiben, sich den Argumenten zu stellen, dabei aber auch immer wieder - wohl wissend - Kritik und Gegenwind zu ernten, das ist schon bewundernswert. Tief beeindruckt hat mich auch das breitgefächerte Wissen von Herrn Palmer, ohne das er wohl deutlich weniger sachlich argumentieren könnte.

Ich habe sehr viel in diesem Buch gelernt. Die Einblicke, wie unterschiedlich Regionalpolitik und Landes-/Bundespolitik an ihre Aufgaben herangehen (müssen), fand ich sehr bereichernd. Es hat meinen Blick dafür geschärft, was ich von welchen Politikern erwarten darf.

Äußerst spannend fand ich auch die Sachdiskussionen, die Boris Palmer in seinem Buch führt. Sie haben wieder deutlich mir gezeigt, dass alles in sehr komplexen Zusammenhängen miteinander interagiert und dass man sich nicht von einseitigen Überzeugungen und starrem Festhalten an Einzelwissensschnipseln einschränken lassen sollte.

Gewünscht hätte ich mir, dass Herr Palmer deutlich stärker zeigt, wo die Informationen herkommen, die er in seinem Buch benutzt. Es gibt so gut wie keine Referenzen. Auf den letzten Seiten sind einige wenige Hinweise auf weiteren Lesestoff in den Text eingebettet. Schade, es wäre wirklich spannend, hier mehr zu erfahren.

Fazit

Vor welchen Herausforderungen stehen Regionalpolitiker, die wirksame Politik für ihre Region machen wollen? Sehr lesenswert!

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/categy/rezension/

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Cover des Buches Erst die Fakten, dann die Moral (ISBN: 9783827501240)W

Rezension zu "Erst die Fakten, dann die Moral" von Boris Palmer

Es sei dringend Zeit für eine neue Aufklärung, sagt Boris Palmer
WinfriedStanzickvor 2 Jahren



So wie sein Vater, den sie bei aller Gegnerschaft respektvoll den „Rebell vom Remstal“ nannten, ist sein Sohn Boris, seit 12 Jahren als Grüner Oberbürgermeister von Tübingen, nicht dafür bekannt, dass er jemals ein Blatt vor den Mund genommen hätte.


Sehr zum Ärger seiner Parteioberen, die ihm schon mehr als einmal nahegelegt haben die Partei zu verlassen. Besonders seine medialen Einlassen zur Flüchtlingspolitik seit 2015 haben immer wieder Widerspruch auf der einen und Zustimmung auf der anderen Seite erregt.


In seinem neuen bei Siedler erschienenen Buch zeigt sich der Kommunalpolitiker auch auf den Pfaden der großen Politik als sicherer und streitbarer Zeitgenosse. Sei es die Wohnungspolitik, die Debatte um die innerstädtischen Fahrverbote, die unsägliche Rolle der Bürgerinitiativen, die den Erfolg der Energiewende gefährden, Stuttgart 21 oder die semireligiöse Debatte um die Klimawandel, überall zeigt er  auf, „warum Politik mit der Wirklichkeit beginnen muss“ legt Wert auf die Fakten, plädiert für Vernunft und im Kapitel über die Sicherheit allerdings auch über die Bedeutung der subjektiven Gefühle der Menschen.


Er unterstützt, dass sich immer mehr Menschen  über Missstände in der Gesellschaft empören, mahnt aber gleichzeitig in Richtung der Klimaaktivisten und anderer nicht intolerant zu werden.


Frei heraus und ohne falsche Tabus spricht Palmer an, wo er Veränderungsbedarf im politischen und gesellschaftlichen Diskurs sieht. Seine Erkenntnisse zusammenfassend, formuliert er zum Abschluss seines lesenswerten und teilweise provozierenden Buches folgende zehn Thesen, die es wert sind, wahrgenommen und kritisch diskutiert zu werden:

These 1: Innerhalb gesellschaftlicher Bewegungen entstehen vermehrt radikalisierte Kerne

These 2: Die Staatsbürger entwickeln sich zu NIMBYS (not in my backyard)

These 3: Unbequeme Wahrheiten werden ausgeblendet

These 4: Komplexe Probleme werden an Experten delegiert

These 5: Risiken werden falsch bewertet

These 6: Großprojekte werden durchgesetzt, koste es, was es wolle

These 7: Die fortschreitende Spaltung der Gesellschaft reduziert das Gewicht der Fakten

These 8: Empörungskultur und  Identitätspolitik lenken von den wichtigen Problemen ab

These 9: Für wirtschaftliche Interessen können Fakten ein  Störfaktor sein

These 10: Die höheren Ebenen der Politik nutzen das Erfahrungswissen aus den Kommunen zu wenig


Es sei dringend Zeit für eine neue Aufklärung, sagt Boris Palmer. Ich wünsche seinem Buch und seinen Thesen dass sie im politischen Diskurs unserer Gesellschaft einen Widerhall finden. Wie schon in seinem Buch „Wir können nicht allen helfen“ schwimmt er auch hier oft gegen den Strom, kann sich aber durchaus bei fast allen seinen Themen der Zustimmung eines großen Teils der Bevölkerung sicher sein. Nur müsste diese Mehrheit die Wahrheit und die Fakten auch mutiger aussprechen und einfordern. Wenn sich über die Hälfte nach einer neuen Umfrage nicht mehr trauen, das zu sagen, was sie wirklich denken, ist es an der Zeit, dem entgegenzutreten und zum Engagement zu ermutigen. Boris Palmer tut das mit seinem neuen Buch auf vorbildliche  Weise.

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Zusätzliche Informationen

Boris Palmer wurde am 28. Mai 1972 in Waiblingen (Deutschland) geboren.

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