Boris Pasternak

 4 Sterne bei 98 Bewertungen
Autor von Doktor Shiwago, Doktor Schiwago und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Boris Pasternak

Boris Pasternak wurde im Januar 1890 als Sohn eines Künstlerehepaares in Moskau geboren. Nach seiner Schulzeit am Gymnasium entschied sich Pasternak für ein Philosophiestudium, wandte sich jedoch schon bald der Poesie zu, die zeitlebens seine große Leidenschaft war. Nach dem ersten Weltkrieg arbeitete er intensiv an seinem Roman "Doktor Schiwago", der nach seiner Fertigstellung zunächst nicht in Pasternak`s Heimat veröffentlicht werden durfte. Allerdings wurde es in zahlreichen anderen Ländern publiziert und war somit international sehr erfolgreich. Für sein literarisches Schaffen erhielt Boris Pasternak 1958 den Nobelpreis für Literatur, den er jedoch aus politischen Gründen ablehnen musste. Der russische Dichter und Schriftsteller starb am 30.05.1960 in der Nähe von Moskau.

Alle Bücher von Boris Pasternak

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Doktor Shiwago

Doktor Shiwago

 (77)
Erschienen am 07.10.2011
Eine Brücke aus Papier

Eine Brücke aus Papier

 (1)
Erschienen am 20.09.2000
Briefwechsel 1910-1954

Briefwechsel 1910-1954

 (0)
Erschienen am 01.09.1986
Wenn es aufklart

Wenn es aufklart

 (0)
Erschienen am 26.10.2017
Zweite Geburt

Zweite Geburt

 (0)
Erschienen am 25.02.2016
Briefwechsel

Briefwechsel

 (0)
Erschienen am 25.04.2018
Boris Pasternak

Boris Pasternak

 (0)
Erschienen am 01.09.2010

Neue Rezensionen zu Boris Pasternak

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rkuehnes avatar

Rezension zu "Doktor Schiwago" von Boris Pasternak

Zu viele Figuren, zu viele Namen...
rkuehnevor 9 Monaten

„Immerhin hab ichs versucht“, versuche ich mich zu trösten, aber der Versuch hielt nicht lange an. Statt der 100 Seiten, die ich einem Buch sonst immer gebe, hab ich den Shiwago schon nach 66 Seiten beiseitegelegt. Schon nach diesem knappen Zehntel des Nobelpreisgekürten Romans hab ich völlig den Überblick verloren. Zu viele Figuren mit zu vielen Namen, zu vielen Handlungsorten und nichts von dem was ich las konnte ich irgendwie zu- oder einordnen. Da stehen bei mir zu viele Bücher auf der Warteliste, als das ich mich damit lange quälen muss.

Kommentare: 1
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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Doktor Schiwago" von Boris Pasternak

‚Was bleibt von einem Manne, der sein Leben verloren hat?‘
sabatayn76vor 2 Jahren

Im Jahre 1958 sollte Boris Leonidowitsch Pasternak der Nobelpreis für Literatur verliehen werden, doch aufgrund des enormen Drucks der sowjetischen Regierung auf und einer Hetzkampagne gegen den Schriftsteller lehnte Pasternak den Preis ab. Dennoch wurde er aus dem sowjetischen Schriftstellerverband ausgeschlossen und bis zu seinem Tod im Jahre 1960 isoliert. Der Roman ‚Doktor Schiwago‘ erschien in der Sowjetunion erst im Jahre 1988, also 28 Jahre nach Pasternaks Tod.

Im Zentrum des Romans stehen Juri Andrejewitsch Schiwago und seine Geliebte Lara Guichard. Juri wächst nach dem Tod seiner Mutter und dem Suizid seines Vaters zuerst bei seinem Onkel, dann bei einer Pflegefamilie auf. In späteren Jahren studiert er Medizin, obwohl seine Leidenschaft die Lyrik ist, und heiratet Tonja, die Tochter seiner Pflegeeltern.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges arbeitet Juri an der Front, wo er im Lazarett die charismatische Lara Antipowa kennenlernt, die sich freiwillig als Krankenschwester gemeldet hat, um ihren Mann Pawel Antipow zu suchen.

Juri und Lara verlieben sich ineinander, doch werden durch den Krieg wieder voneinander getrennt.

Ich zähle russische Autoren des 19. Jahrhunderts wie Lew Tolstoi, Fjodor Dostojewski und Alexander Puschkin zu meinen Lieblingsschriftstellern und habe mich schon intensiv mit Russland/der Sowjetunion und der Geschichte des Landes beschäftigt. Pasternak als Vertreter der russischen/sowjetischen Literatur des 20. Jahrhunderts stand schon lange auf meiner Lese-To-do-Liste, und durch das Hörbuch zu ‚Doktor Schiwago‘ habe ich nun endlich einen Einblick in Pasternaks Werk erhalten.

Mir hat ‚Doktor Schiwago‘ sehr gut gefallen, obgleich ich finde, dass Pasternaks Erzähl- und Schreibstil hinter dem Talent eines Tolstoi, Dostojewski oder Puschkin zurückbleibt.

Wie auch bei den russischen Autoren des 19. Jahrhunderts dreht sich in ‚Doktor Schiwago‘ viel um Liebe, Tod und Leidenschaft. ‚Doktor Schiwago‘ ist ein tragisches Werk, das sprachlich opulent ist und bei dem die Schilderungen der Emotionen immer haarscharf am Kitsch vorbeiziehen. Ich finde dies recht typisch für russische Literatur, und obwohl ich sonst nichts für Schwülstigkeit übrig habe, gefällt mir gerade dies bei russischen Autoren besonders gut, weil es meist authentisch wirkt und überzeugend ist.

Sehr deutlich zu spüren sind die Einflüsse aus der Philosophie und der Geschichte Russlands - und damit die Einflüsse aus Pasternaks eigenem Leben, die hier klar ins Werk eingeflossen sind.

Das Hörbuch wurde großartig gelesen und wirkt durch die gelegentlichen Musikeinspielungen und die wechselnden Leser sehr lebendig. Meiner Meinung nach kommen dem Hörer Kenntnisse über das zaristische Russland, die Oktoberrevolution und die Sowjetunion sehr zugute, da man so die Geschichte um Juri und Lara sowie die persönliche Entwicklung Juris besser einordnen und verstehen kann.

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SiColliers avatar

Rezension zu "Doktor Schiwago" von Boris Pasternak

"Eine furchtbare Sache namens Leben"
SiColliervor 3 Jahren

Welch eine furchtbare Sache doch das Leben ist, nicht wahr? (S. 584, Lara)

Meine Meinung

Lange hat es gedauert, bis Pasternak mich eingefangen hatte; einen weiten (Lese-) Weg mußte ich gehen, bis ich mir meiner Meinung über das Buch sicher war. Ein Weg, der mir manchmal so lang und endlos erschien wie der, den Jurij Schiwago zurücklegen muß, bis er endlich am Ziel ankommt.

So richtig bekannt wurde das Werk vermutlich durch die Verfilmung mit Omar Sharif in der Titelrolle. Ich gebe zu, daß ich die kenne und erst ein neuerliches Ansehen hat mich veranlaßt, endlich auch zur Buchvorlage zu greifen. Dadurch wußte ich zwar, wie die Liebesgeschichten um Jurij Schiwago, Tonja und Lara ausgehen, das hat dem Buch aber nichts von seiner Faszination und Spannung genommen, eher im Gegenteil. So konnte ich mich eher auf den viel weiter gespannten Handlungsbogen des Buches einlassen, stand nicht unter dem Zwang, schnell weiterlesen zu müssen, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Denn, man ahnt es, das Buch holt viel weiter aus als der Film. Sind dort vor allem die Liebesgeschichten das Thema, so sind diese hier eingewoben in die Zeitläufte. Wir treffen zum ersten Mal auf die Hauptdarsteller, als diese noch Kinder sind und begleiten die meisten - mit Unterbrechungen - bis hin zu ihrem Ende, soweit es im Buch erwähnt wird. Das zaristische Rußland, die Revolution von 1905, der erste Weltkrieg, schließlich die Oktoberrevolution und ihre Folgen formen den Rahmen, in den die Handlung eingespannt ist.

Vor meinem inneren Auge lief ein Film ab, der all diese Ereignisse und das Leben der Protagonisten zum Inhalt hatte und mir teilweise das Gefühl vermittelte, direkt dabei zu sein. Die Lebensläufe vieler Figuren sind miteinander verwoben. Immer wieder treffen sie sich, manchmal ohne zu wissen, wer der andere ist, und geben beim Lesen so eine Ahnung vom Schicksal. Dabei mag die schiere Anzahl des „Personals“ manchmal verwirren, gibt jedoch gleichzeitig eine gute Vorstellung davon, wie verwirrend die Zeiten für die damals Lebenden gewesen sein müssen.

Nachdem die Revolution erst einmal begonnen hatte, war nur noch eines sicher: alles ist unsicher. Die Herrschaft (Rot / Weiß) wechselte, und je nach dem, wer gerade dran war, mußte man sehen, wie man durchkam. Die erste Zeit des Buches habe ich mich des öfteren gefragt, weshalb das seinerzeit in der UdSSR nicht erscheinen durfte, bis es, je weiter die Handlung fortschritt, mehr und mehr verständlich wurde. Erst versteckt, dann immer offener findet man Stellen, die sich als Kritik am System, an der Herrschaft der Bolschewiken verstehen lassen. Vor allem gegen Ende werden einige Mißstände überdeutlich angesprochen.

Hier, wie schon in Scholochws „Der stille Don“, hatte ich über weite Strecken das Gefühl einer gewissen Distanz zu Figuren und Handlung, als ob ich als unbeteiligter Dritter zuschauen würde. Da es sich nicht vermeiden läßt, daß Grausamkeiten vorkommen (wenngleich für meine Begriffe sehr zurückhaltend beschrieben), war ich da durchaus dankbar dafür. Aber je mehr sich das Buch dem Ende näherte, um so mehr wich diese Distanz, um schließlich eine so große Nähe zu erreichen, daß ich mich mitten drin dabei wähnte, das Buch letztlich tief bewegt beendete.

Am Ende angekommen wußte ich auch, weshalb so viele, die das Buch gelesen haben, sagen bzw. empfehlen, es mehrfach zu lesen. Denn es steckt so viel darinnen, wie sich beim ersten Kennenlernen nicht erkennen und verarbeiten läßt. Oder anders ausgedrückt, angelehnt an „zwei altgewordene Freunde“ (S. 608 meiner Ausgabe): Das Buch, das ich in den Händen halte, weiß das alles und gibt den Empfindungen Bestätigung und Sicherheit.

Möge es viele Leser finden.


Kurzfassung

Ein beeindruckender Roman über Leben und Schicksal in schweren Zeiten.

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Zusätzliche Informationen

Boris Pasternak wurde am 29. Januar 1890 in Moskau (Russland) geboren.

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