Boris Razon Palladium

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(0)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Palladium“ von Boris Razon

Boris Razon ist 29. Als vielbeschäftigter Chefredakteur freut er sich auf den Urlaub: endlich Zeit für seine Freundin Caroline und ihre zwei Töchter. Doch auf einmal fühlt er sich seltsam. Ein Kribbeln in den Fingern. Höllische Rückenschmerzen. Schwächeanfälle. In rasendem Tempo verliert er jede Kontrolle über seinen Körper. Boris kämpft um sein Leben. In seinen Halluzinationen taucht er ein in eine andere Welt, eine Welt wahnsinniger Ärzte und Dämonen, eine gefährliche, tödliche Welt. Aber selbst in dieser Hölle ist Caroline an seiner Seite und führt ihn schließlich in die Welt der Lebenden zurück. Palladium ist ein einzigartiges Debüt. Eine rasante Reise in die Unterwelt im Zeichen von Homer, Kafka und Lewis Carroll.

Für mich zu fantastisch

— Cinderella11k
Cinderella11k

Stöbern in Romane

Das Glück meines Bruders

Zwei ungleiche Brüder. Am Ende entpuppt sich der vermeintlich stärkere Bruder als der schwächere von beiden. Wen traf nun das Glück?

Waschbaerin

Heimkehren

Sehr lesenswert. „Heimkehren“ schildert mit verknappter Epik die Deportationen versklavter Afrikaner nach Amerika.

jamal_tuschick

Das Ministerium des äußersten Glücks

Roxy beschreibt ein grausames aber sehr farbenprächtiges Bild von Indien

Linatost

Dann schlaf auch du

Ein sehr ergreifendes Buch, das einen nicht mehr loslässt....

EOS

Babydoll

Für meinen Geschmack kam mir die Protagonistin zu schnell und mit zu wenig tiefgehenden Ängsten über die Gefangenschaft hinweg.

Evebi

Underground Railroad

Pflichtlektüre - schnörkellose, eindringliche aber auch hoffnungsvolle Geschichte über die Sklaverei und eine Flucht in die Freiheit

krimielse

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Sich verlieren und wieder finden

    Palladium
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. June 2015 um 09:48

    Sich verlieren und wieder finden „Guillain-Barré-Syndrom“, so lautet die offizielle Bezeichnung jener Nervenkrankheit, die den mitten im Leben stehenden Journalisten Boris Razon quasi „überfällt“. Eine Erleben, eine Erkrankung, eine im Wortsinne „vollständige Lähmung des Lebens“, die den Menschen ganz „in sich selbst einsperrt“. Eine Erfahrung, die Razon auf eine ganz eigene Weise in ganz eigener Form in diesem Buch verarbeitet und dem Leser unmittelbar nahe zu bringen versteht. „Boris Razon, 29 Jahre, zwei steife Finger, vier Gliedmaßen, beide Füße, Brustkorb links, Schmerzen, Nierenkolik, Puls 50-60, Blut im Urin, Diplopie beide Augen, Journalist“. So in knappen Worten ein Befund zu einem Zeitpunkt, als die ersten Anzeichen allmählich ins Leben getreten waren. Rückenschmerzen, Kribbeln in den Fingern und Zahnschmerzen, so sah es einige Zeit zuvor bereits aus mit den Symptomen. „Ich habe kein Alter mehr, seit ich im Krankenbett liege“, so wird es weiter fortschreiten. Äußerlich nur noch eine Hülle, deren Falten und Krähenfüße verschwinden, da keine Bewegung mehr möglich ist, „Mein Gesicht bewegt sich nicht mehr“. Eine zu versorgende Hülle in der aber, und das ist das andere, Besondere an diesem Buch, ein reges Leben des Gehirns, der Fantasy, des „Weg-Driftens“ herrscht. Razon versteht es, seine inneren Erlebnisse, seine Visionen, sein Eintauchen in eine ganz andere Welt zwischen Schlaf und Bewusstsein, zwischen Wissen um den eigenen Zustand und einem Wegdämmern in Zeit und Raum in Romanform in Worte zu fassen und den Leser hier mitzunehmen in eine fast andere Dimension, eine ganz eigene Fantasiewelt. Während der erste Teil des Buches noch stark in Berichtsform gestaltet ist, wendet sich zum Zeiten Teil des „in der Krankheit sein“ Tonfall und Stil stark in die Form eines Romans, bei dem der Leser sich dennoch im Klaren darüber ist, dass genauso das innere Erleben Razons stattgefunden hat. Sprachlich versiert und mit prägnanten Bildern vermittelt Razon so ein intensives Bild dieses ganz besonderen Zustandes und fasst dies in der Art einer Fantasy-Geschichte überzeugend in Worte. „Ich hatte Angst. Ich sah mich schon in einem Flipperautomaten und hatte das Gefühl, dass schwere Bleikugeln meinen Schädel zertrümmern würden. Ich stellte mir die Schienen als Bahnen für todbringende Kugeln vor. Ich selbst diente als pilzförmiger Bumper. Doch das führte zu nichts“. Während zum Ende des Buches hin, wie ein „Auftauchen“ , die Realität wieder Einzug hält und, vor allem durch seine enge Beziehung zu seiner Lebensgefährtin, wieder der Anker im Hier und Jetzt geworfen wird. Eine faszinierende Lektüre, eine ganz andere Form von „Krankenbericht“, in dem Razon den Weg in die Tiefe seines inneren Erlebens und der verschwimmenden Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit beklemmend zu schildern versteht.

    Mehr
  • Gefangener seines Körpers

    Palladium
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    08. May 2015 um 10:12

    Palladium - Boris Razon (Autor), Christian Ruzicska (Übersetzer), Paul Sourzac (Übersetzer) 288 Seiten, Verlag: Ullstein Hardcover (8. Mai 2015), 18 €, ISBN-13: 978-3550080807 Boris Razon ist 29. Ein vielbeschäftigter Chefredakteur, ein glücklicher Mann, der sich auf den Sommerurlaub mit Frau und Tochter freut. Doch dann schlägt eine geheimnisvolle Krankheit plötzlich zu. Schmerzen zerreißen seinen Körper und in wenigen Tagen befindet er sich verkrüppelt, regungslos auf einem Krankenhausbett, der Atmung, Sprache und Empfindungen beraubt. Der Körper wird zu einem Sarkophag. Ein reiner Geist, ein Gefangener in der Schale seines unempfindlichen Körpers. Ein Mann - eine Intelligenz, einen Speicher, eine Seele, wer weiß? Er beginnt eine Reise, einer endlosen Alptraum, ein Abstieg in halluzinatorische Unterwelten von wahnsinnigen Ärzten und Dämonen, eine gefährliche, tödliche chimärenhafte Welt. Bruchstücke von Erinnerungen und Visionen des Schreckens, die bisher unerkannt in den Tiefen seine Psyche siedelten. Das sieht nach einem Sturz aus, nach einem Chaos, einem intimen "Stellungskrieg". Aber es ist auch eine geistige und literarische Reise, eine Form der Initiation, die Konfrontation mit dem Bösen: der Abschied von dem Mann, der er war. Boris Razon nimmt uns mit in eine Welt der Finsternis, die zu erfahren, uns an die Grenzen der gewöhnlichen menschlichen Erfahrung führt. Der Roman von Boris Razon, ist eine autobiographische Erzählung. Er erzählt seinem Abstieg in die Hölle und von sein Leben durch die schreckliche Krankheit gestohlenen Leben. Palladium ist in drei Teile geteilt: Den ersten Teil, nennt er Metamorphose. Es ist die Prämisse der Erkrankung. Verschiedene Symptome, zerstören seine Existenz langsam aber unwiderruflich, ohne zu wissen, woran er wirklich leidet. Der zweite Teil mit dem Titel Die Abenteuer von der Sphinx kann als ein Fantasy-Abenteuer-Roman mit surrealistischen Akzenten gelesen werden. In der Tat wird der Leser mit dem Autor ins Koma, in die Halluzinationen gestürzt. Der dritte Teil ist eine Art von Abschluss, eine Rückkehr zu den Lebenden. Es ist eine Rückkehr, die Selbstentleerung und den völligen Verzicht auf das Gewesene erfordert. Der Mann stand auf und wird nie mehr derselbe sein. Was ist dieses Buch: Ein Roman, ein Epos, eine große und tragische Geste, ein Omen? Auf jeden Fall ein ausgesprochen gelungenes Stück Gegenwartsliteratur. Eine neuartige Form der Autobiographie. Es ist eine lebendige Lebensgeschichte, die den inneren Kampf des Autors erzählt, um sein Körper-Gefängnis. Aus meiner Sicht besonders überzeugend die Mischung aus seinen Halluzinationen und den Auszügen seiner medizinischen Unterlagen Am Ende bleibt für den Leser die Fragen: Was das bedeutet es, über Nacht ein Körper ohne Türen und Fenster zu werden, und der irgendwie am Leben gehalten wird? Was hätte ich an seiner Stelle gefühlt? Lassen Sie sich auf dieses Literatur-Abenteuer ein. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Ullstein Verlages http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/palladium-9783550080821.html?cHash=b233c418de0f41ba0106e3a34362c7fb   Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de  

    Mehr