Boris Reitschuster Putins Demokratur: Ein Machtmensch und sein System

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Inhaltsangabe zu „Putins Demokratur: Ein Machtmensch und sein System“ von Boris Reitschuster

Wie gefährlich ist Wladimir Putin? Mit der Besetzung der Krim hat Wladimir Putin die gegenwärtige Ordnung Europas in ihren Grundfesten erschüttert. So verwundert sich viele Politiker und Journalisten im Westen zeigten – Putins Aggression kam nicht überraschend. In „Putins Demokratur“ beschreibt Boris Reitschuster, wie der Ex-KGB-Oberstleutnant in Russland ein autoritäres Regime errichtete: Anti-westliche Stimmungsmache, Kriegshetze und Hurra-Patriotismus waren schon immer Grundpfeiler seiner Macht. In der aktualisierten und stark erweiterten Neuauflage seines Buches rücken die Ereignisse auf der Krim in ein neues Licht. Reitschuster zeigt, warum das Wegsehen und Beschönigen fatale Folgen für uns hat – nicht nur wegen der Abhängigkeit von russischem Öl und Gas. Er zeichnet ein bestechend scharfes Psychogramm Putins, und erklärt, wie dieser mächtige und gefährliche Mann den Westen korrumpiert.

Sachlicher aber trotzdem unterhaltsamer Überblick über die Politik des Kreml

— Liebes_Buch
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  • Putin ist nicht so gut wie sein Medienimage

    Putins Demokratur: Ein Machtmensch und sein System

    Liebes_Buch

    Ich habe nun mein zweites kremlkritisches Buch gelesen, "Putins Demokratur" von Boris Reitschuster, dem Russland-Korrespondenten des Focus. Im Gegensatz zu Elena Tregubova ist sein Schreibstil sachlicher und gemässigter, was das Buch auch für die lesbar macht, denen die Emotionalität und persönliche Verstrickung der Tregubova zu weit geht. Es handelt sich hier um ein reines Sachbuch, das sich mit der Entwicklung Russlands und mit den politischen Geschehnissen in Russland seit 1999 befasst- also seit Putin. Trotzdem kreist es nicht allein um Wladimir Putin selbst, sondern beschreibt den Machtapparat Russlands, der massgeblich aus dem Geheimdienst besteht.Da ich bisher sehr gerne Gabriele Krone -Schmalz gelesen hatte, traf mich die Krim-Krise ohne Warnung aus dem Blauen heraus. Reitschuster hingegen zeigt eine kontinuierliche Entwicklung. Immer wieder wendet Russland dieselben Mechanismen an, um gewaltsame Aktionen zu rechtfertigen. Auch der Georgien-Krieg findet im Windschatten Olympischer Spiele statt, schuld sind immer die anderen...so wird in einem Wahlwerbefilm für Putin zum Beispiel behauptet, die NATO wolle nach Kaliningrad einmarschieren. Je lauter die Kritik an Putin, desto höher der Gaspreis- die Länder, die Putins politischen Zielen nicht zuarbeiten wollen, werden durch explodierende Gaspreise erpresst. Putin selber hat haarsträubende Erklärungen. So würden die Juden selber Synagoen anzünden, um Russland in Verruf zu bringen, es sei England gewesen, das Litvinenko verstrahlt habe, um es Russland in die Schuhe zu schieben und der Westen stecke auch hinter der Ermordung der Journalistin Politowskaja- der Kreml ist nicht auf den Mund gefallen, wenn es darum geht, den Westen anzuprangern. So werden die Opfer zu Tätern gemacht. Es hat mich ernüchtert, Zitate zu lesen von Wladimir Putin selber, der mit menschenverachtenden Äusserungen nicht geizt. Kurz wird Russlands Rolle im Irak-Krieg angeschnitten, bei dem Putin zeitweise als Bushs bester Freund auftrat (Ich habe dazu US Interviews mit Putin angeschaut.) Auch die Verwicklung der russischen mafiösen Verhältnisse mit unserer Wirtschaft und Banken wird aufgezeigt. Besonders überrascht hat mich, dass Wladimir Putin selbst im Beirat einer Firma sass, die in Geldwäsche in Hamburger Bordellen verwickelt schien. (Herr Putin beschreibt in seiner Autobiographie, wie er beruflich im deutschen Rotlichtmilieu unterwegs war.Zu Recherchezwecken.) Besonders betroffen macht mich natürlich der letzte Teil des Buches, der sich mit der Krim-Annexion befasst und aufzeigt, wie die angeblich demokratischen und juristisch legalen Beschlüsse abliefen. Ein Detail aus diesem Buch hat mich sehr bewegt, nämlich dass die Ukraine den Gesetzesentwurf zum Verbot der russischen Sprache abgelehnt hatte. Das wird sogar von Journalisten wie Peter Scholl-Latour fehlerhaft berichtet.Das Buch kritisiert nicht nur den Kreml, sondern erklärt auch Empfindlichkeiten der Russen, die sich aus der Geschichte ergeben- die Zustände in den 90er Jahren haben dieses Land schwer erschüttert und geprägt. Boris Reitschuster ist kein Russland-Hasser (er hat selber dort Familie), sondern ergreift Partei für die Normalbevölkerung, die täglich unter den Folgen der Korruption und Aggression des Staates leben muss. Dabei bleibt er sachlich und unaufgeregt, lässt hier und da aber manchmal den Galgenhumor durchklingen, mit dem die Russen ihren Alltag meistern. (Die Schilderungen werden durch Quellen belegt. Leider sind die Fussnoten am Ende des Buches. Ich finde es immer praktischer, sie direkt auf der Seite zu lesen. Aber dort stören sie manchen Leser.) "Putins Demokratur" bietet einen Überblick über die politische Entwicklung Russlands und offenbart wiederkehrende Methoden und Massnahmen, die Putin anwendet, um seine Ziele zu erreichen.

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    dieFlo

    20. August 2014 um 09:15
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