Boris Schumatsky Die Trotzigen

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Inhaltsangabe zu „Die Trotzigen“ von Boris Schumatsky

Der Beginn einer neuen Zeit. Ein ganzes Land zwischen Revolution und Konterrevolution. In Berlin und in Moskau wird die Welt neu geordnet. Mittendrin Anna und Sascha: ein junges Paar, das seiner Liebe nicht traut. Es ist kompliziert, denn Wirklichkeit und Täuschung sind schwer zu unterscheiden, vor allem in Zeiten des Aufruhrs. »Die Trotzigen« ist ein großes Epos und eine sehr moderne Liebesgeschichte, mit außergewöhnlichem Blick fürs Detail und das große Ganze. So wurde der Fall des Eisernen Vorhanges noch nicht erzählt. Mit Schumatsky ist es nie langweilig. Er hat in einem Buch mehr zu sagen, als der ganze russische Schriftstellerverband in den letzten zwanzig Jahren. Ich habe es in einer Nacht verschlungen. Wladimir Kaminer Moskau, August 1991. Alexander »Sascha« Potjomkin wird durch das Klingeln des Telefons geweckt. Es ist seine Mutter, die ihm erklärt, dass die Welt, wie er sie kennt, nicht mehr existiert. Vor Saschas Fenster rollen Panzer über den Leninprospekt. Er ist Dolmetscher und sieht sein Heil in der Flucht nach Berlin. Für Saschas bayerische Freundin Anna Iwanowna hingegen ist das Moskau im Umsturz die freieste Stadt der Welt. Nach einer gemeinsamen Nacht, verlässt sie ihn, und Sascha macht sich mit seinem Kumpel Denis auf nach Berlin. Doch dort ist die große Freiheit, von der in Moskau noch alle träumen, längst passé. Zwei Jahre später, als wieder ein Putsch Moskau erschüttert, begegnen sie sich erneut, und Anna macht eine unerwartete Entdeckung. Langsam reift in ihnen die Einsicht, dass ihnen niemand die Last abnehmen kann, selbst zu entscheiden, wie sie leben wollen.

Ein ungewöhnlicher Blick auf den Fall der Sowjetunion.

— erinrosewell
erinrosewell

Leider konnte mir das Buch so gar nicht zusagen. Es entwickelt sich nicht wirklich eine Geschichte.

— Das_Leseleben
Das_Leseleben

Ein Schelmenroman, in dem ich leider nie angekommen bin.

— Barbara62
Barbara62

Von Liebe keine Spur.

— LimitLess
LimitLess

in diese Geschichte bin ich einfach nicht hinein gekommen

— vielleser18
vielleser18

Am Ende bleibt bei mir vor allem eine Erkenntnis: Finger weg von Büchern mit langen (Unter-)titeln! - enttäuscht -

— MrsAmy
MrsAmy

Ein Wenderoman der besonderen Art - über das Ende der Sowjetunion und zwar in ihrem Epizentrum (Moskau) und dem Deutschlands (Berlin).

— TochterAlice
TochterAlice

Ein etwas anderer Blick auf die turbulenten Zeiten zu beginn der 1990er Jahre.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

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  • "Die Trotzigen" von Boris Schumatsky

    Die Trotzigen
    erinrosewell

    erinrosewell

    06. December 2016 um 23:08

    Autor: Boris SchumatskyTitel: Die TrotzigenGattung: Roman, Gesellschaftskritik, Erzählung, HistorischesErschienen: 2016Gelesene Ausgabe: Blumenbar, 2016ISBN: 978-3-351-05029-0Gelesen auf: DeutschGelesen im: November 2016   Zum Buch: Die junge Deutsche Anna Iwanowa verbringt die Zeit während des Augustputsches in Moskau zusammen mit dem Dolmetscher Sascha Potjomkin. Saschas größter Wunsch ist es der Revolution zu entgehen, nach Deutschland zu gelangen und Anna zu heiraten - Annas größter Wunsch ist es die Revolution mit Haut und Haar zu erleben, frei zu sein und auf den Barrikaden zu tanzen. Verworren, folgt Schumatsky dem Weg der beiden, zwischen Berlin und Moskau. Er springt zwischen der Zeit, vor der Wende, die Zeit nach der Wende, aber auch die Zeit während der Wende. Von der dreckigen Moskauer Punkerszene, voller obskuren Gestalten, von Jelzin und Gorbatschow zu Berliner Hausbesetzern um Wolfgang Jepp.Mir persönlich hat das Buch stellenweise sehr gut gefallen, allerdings wird dem Leser durch diese Zeit- und Bedeutungssprünge, die Verfolgung der Handlung nicht ganz leicht gemacht. Auch fehlen einige Zusammenhänge, wenn man nicht ein wenig Hintergrundwissen über den Zerfall des Eisernen Vorhanges besitzt. Dennoch eine packende und ungewöhnliche Erzählung zwischen Deutschland und Russland.   Eine der Lieblingsstellen:Zitat: "Ja", sagte Sascha. Es war typisch für seine Noch-Freundin, sich in Moskau mit dahergelaufenen Säufern zu verbrüdern, was ihr in Deutschland wohl nie in den Sinn gekommen wäre."[1] Stil und Sprache: Relativ kurze Sätze, Traumsequenzen, Umgangssprache.Zitat: "Seit frühster Kindheit kannte Sascha den Aufdruck in der Mitte der Wählscheibe: Achtung! Das Telefon gewährleistet nicht die Vertraulichkeit des Gesprächs. Damals dachte er, das stehe auf allen Telefonen in der Sowjetunion."[2] Schlüssigkeit der Handlung: leider nicht immer ganz klar, Perspektiv- und Zeitsprünge.   Das hat mir gefallen: Der ungewöhnliche Blick auf Russland und den Zerfall der Sowjetunion.Das hat mir nicht gefallen: Teilweise willkürliche Handlungen der Personen.   In One Sentence: Ein ungewöhnlicher Blick auf den Fall der Sowjetunion. Sterne: 3 [1] S.19[2] S.27

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  • Leider nicht Meins

    Die Trotzigen
    Das_Leseleben

    Das_Leseleben

    14. October 2016 um 16:56

    Die Trotzigen von Boris Schumatsky  Ein Roman, der sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Der Blumenbar Verlag, welcher zum Aufbau Verlag gehört, hat mir das Werk zur Verfügung zum Rezensieren zur Verfügung gestellt. Vielen, herzlichen Dank, an dieser Stelle! Leider hat das Leben immer wieder das Beenden des Buches heraus gezögert, aber Nudist es endlich soweit. Der Roman ist im Juli 2016 im Blumenbar Verlag, als Hardcover erschienen und 384 Seiten. Inhalt:  August 1991, Putschversuch in Moskau, Sascha und Anna sind mittendrin. Zwei junge Menschen, die noch nicht wissen wie sie zu einander stehen. In einer Welt die sich Verändert und im Umbruch ist. Wird sie das Leben zueinander führen und wo erden sie leben in Berlin oder Moskau? Meine Meinung: Ich hatte mich schon sehr auf das Buch gefreut und dementsprechend viel erwartet. Bedingt durch sein Äußeres und seiner Inhaltsangabe, habe ich irgendwie einen Roman erwartet, der davon erzählt wie diese zwei jungen Menschen, in Zeiten des politischen Aufruhrs erwachsen werden. Leider stellte sich diese Annahme als falsch heraus. Neben dem aus Russland kommenden Sascha und der in Westdeutschland geborenen Anna, lernt der Leser noch sehr viele andere Figuren kennen und dies sind soviel, das mir bis zum Schluss nicht klar ist wer alles zu den Protagonisten gehört und wer einfach nur eine Nebenfigur sein soll. Alle Figuren sehr flach und lieblos, ich konnte mir bis zum Ende kein Bild der Personen machen oder mich mit ihnen anfreunden. Dieser Eindruck entsteht, da das gesamte Buch eher collagenartig verfasst wurde, das bedeutet wir springen sehr viel in Handlungen und auch in in verschiedenen Zeitabständen hin und her. So lernen wir verschiedenste Lebensereignisse kennen, aber dadurch entsteht auch eine große Verwirrung, die sich im Laufe der Geschichte auch nicht entwirrt. Ich glaube das vieles in diesem Buch so oder so ähnlich passiert sein könnte, einzelne Fragmente sind aus wirklich spannend und am Anfang fand ich diese fragmentarische Schreibweise auch noch irgendwie passend, da sich für mich so gut die politischen Unsicherheiten haben darstellen lassen und der Wunsch nach etwas Neuem. Im Laufe der Handlung entfand ich diese Schreibweise als sehr unpassend. Der Story fehlt es einfach an dem berühmten roten Faden. Ein Geschichtenerzähler ist Boris Schumatsky nun wirklich nicht, so fehlen mir im Buch Hintergrundinformationen um das Geschehene einzuordnen in das Weltgeschichte. Irgendwie hatte ich beim Lesen immer den Eindruck, wenn dem Autor kein Übergang zur nächsten Szene eingefallen ist, schreibt er eine sehr schlecht gemachte, klischeehafte Sexszene.  Eine Empfehlung kann ich leider wirklich nicht für ‚Die Trotzigen‘ aussprechen. Wer aber sich sehr für den Untergang der Sowjetunion interessiert und ein entsprechendes Vorwissen hat, der kann sich das Buch mal ansehen. Ich persönlich würde nicht mehr zu einem Buch von diesem Autor greifen.

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  • Von Liebe keine Spur.

    Die Trotzigen
    LimitLess

    LimitLess

    20. August 2016 um 18:15

    Ich bin mir nicht sicher, was mir das Buch sagen wollte. Von Anfang an habe ich mir schwer getan, in die Geschichte reinzufinden. Sie war sehr verwirrend, da ohne irgendeinen Übergang mitten im Text die Perspektive, die Zeit, der Ort gewechselt wurde, weil Sascha der Person gerade begegnet oder an etwas in der Vergangenheit denkt. Man gewöhnt sich jedoch daran. Zum Ende hin war es sogar richtig gut, als die Perspektivenwechsel weniger wurden. Es geht um Drogen, Sex, Arbeit und die Beziehung zwischen Sascha und Anna, in der beide nie wirklich zueinander finden. Es geht auch um Moskau und den Augustputsch und Berlin. Viel wird von der Straße erzählt. Den Demonstranten, den Panzern, den Soldaten. Der Untertitel fasst den Inhalt auch eigentlich ziemlich gut zusammen. Es gibt etliche Nebencharaktere, die mir sehr fremd geblieben sind. Auch die Hauptcharaktere waren mir ziemlich unsympathisch durch ihr Verhalten. Sie alle haben es nicht geschafft, mich zu berühren, mich zu interessieren. Stellenweise sind mir die Ausführungen der einzelnen Szenen sehr lang vorgekommen und es war auch sehr langweilig erzählt. Ich fand alles ziemlich oberflächlich dargestellt. Der Plot rund um Sex, Drogen und die Liebesgeschichte, die keine war, waren mir einfach zu wenig. Die politische Dimension, die dieses Buch stark vertritt, blieb für mich immer eine Nebenkonstante, bei der ich die Zusammenhänge oft nicht verstand, weil ich die Zeit nicht miterlebt habe. Beim Schreibstil kann ich nichts aussetzen, außer, dass die Perspektive zu abrupt gewechselt wurde. Lässt man den Inhalt weg, ist es auch sehr gut und fließend zu lesen. Das Buch ist in vier Hauptkapitel mit mehreren Unterkapitel eingeteilt. Manchmal erkennt man den Perspektivenwechsel schon, indem ein größerer Absatz zwischen den Teilen ist, aber eben nicht immer. Ich hab in Allem sehr lange zum Lesen gebraucht.   Fazit Ein Buch, das mich nicht begeistern konnte. Ich wurde nie richtig warm mit der Geschichte, hab mir von Anfang an schwer damit getan, überhaupt reinzufinden. Sehr verwirrende Perspektivenwechsel und Szenenübergänge und unsympathische Charaktere, zu denen ich keine Verbindung aufbauen konnte, taten leider den Rest. Von der Liebe war in der Geschichte keine Spur. Die politische Komponente dafür sehr stark ausgeprägt.

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  • Ein deutsch-deutsch-sowjetisch-russischer Schelmenroman

    Die Trotzigen
    Barbara62

    Barbara62

    Eine Geschichte rund um den Fall des Eisernen Vorhangs, um den Gorbatschow-Besuch in Honeckers Ost-Berlin und die Barrikadenkämpfe vor dem Weißen Haus in Moskau, das klang vielversprechend für mich. Auch das ungewöhnliche, typografielastige Cover mit den poppigen Farben orange und lila sowie der erzählende Untertitel haben mich neugierig gemacht. Was ich nicht erkannt habe: Boris Schumantskys zweiter Roman Die Trotzigen gehört zum Genre "Schelmenroman", dem ich leider nichts abgewinnen kann. Weder Die Abenteuer des Huckleberry Finn, noch Candide, Die Abenteuer des Simplicissimus oder Die Blechtrommel konnten mich ansprechen, ihr Humor blieb mir verborgen und leider erging es mit mit Die Trotzigen nicht besser. Boris Schumatsky schickt seine beiden jungen Protagonisten, den russischen Dolmetscher Sascha aus Moskau und die deutsche Ex-Slawistik-Studentin Anna, zwischen Moskau und Berlin hin und her. Die beiden sind mal ein Paar und mal nicht, sie scheinen nicht ohne, aber auch nicht miteinander zu können. Den Moskauer Putschversuch gegen Gorbatschow im August 1991 erleben sie in vorderer Front, dann treffen sie sich wieder in Berlin, wo Sascha und sein Freund Denis mit einem Besuchervisum und den Etiketten "Jude" und "Schwuler" versuchen, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erschleichen. Zwei Jahre später treffen die drei und ihre Freunde in Moskau erneut aufeinander, und wieder wird ein Putsch versucht... Leider hat das Buch nicht meinen Erwartungen an einen politischen Roman entsprochen. Kaum politische Dispute, wenig Erklärungen und vieles, was ich trotz meines Interesses für die neuere sowjetische und russische Geschichte einfach nicht verstanden habe, haben mich etwas frustriert zurückgelassen. Zu viele Details gab es stattdessen über Drogenkonsum und Sex, wobei die Wörter "vögeln" und "ficken" gefühlt die am häufigsten vorkommenden Vokabeln im ganzen Buch waren. Vielleicht habe ich mich mit dem Roman aber auch deshalb so schwergetan, weil die Protagonisten mir in ihrem Handeln und Denken fremd blieben und ich keine Sympathien für sie entwickeln konnte. Bei Lesern mit mehr Vorkenntnissen über die neuere Geschichte Russlands und einer Affinität zu Schelmenromanen könnte das Buch sicher auf größere Zustimmung stoßen. Für mich war es dagegen leider definitv die falsche Leküre.

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    • 2
  • Krisen - auf der Straße und in der Beziehung

    Die Trotzigen
    vielleser18

    vielleser18

    14. August 2016 um 08:09

    1991, Augustputsch in Russland. Sascha sieht die Panzer in Moskau, er ist Dolmetscher und mit Anna, einer Deutschen, die in Moskau lebt, zusammen. Die Beziehung der beiden ist kompliziert, sie wurde immer wieder unterbrochen, irgendwie schaffen es die beiden nicht, sich ganz auf den anderen einzulassen. Boris Schumatsky erzählt von Sascha und Anna, von Max und Wolfgang, zwei weiteren Deutschen, von Vika und Denis, die auch in Moskau leben. Die Geschichte wechselt immer wieder die Perspektive, die Zeit, es sind manchmal kürzere Sequenzen, aber auch längere Passagen, die gerade beim "Augustputsch" vom 19. - 21. August, den Montagsdemonstrationen in der DDR und während der "russischen Verfassungskrise" Anfang Oktober 1993 spielen.Mir fehlen die Worte, seit langen mal wieder, um diese Geschichte, die Protagonisten zu beschreiben. Sascha und Denis versuchen Anfang der 90er nach Deutschland zu kommen, doch sie kehren wieder zurück. Die Freunde helfen einander, durch sie erlebt der Leser Sequenzen auf der Straße während der Auftstände im Zentrum Moskaus. Doch ihre Art bleibt mir fremd, die Geschichte manchmal zu verwirrend, wenn man sich mit dem Grundgerüst der damaligen Situationen zu wenig auskennt. Einiges habe ich mir danach anderweitig angelesen, das hat mein Verständnis für einige Passagen danach erhöht - vielleicht hätte ich mich vorher informieren sollen.Vielleicht hätte ich auch vorher mehr Wert auf den Untertitel legen sollen:" Die Geschichte der Revolutionen der Anna Iwanowna und des Sascha Potjemkin zu Zeiten des Augustputsches und wie sie in Kohlenkellern und auf Barrikaden tanzen, vor Ämtern und auf die Liebe warten, miteinander Reden und Schlafen, von Moskau nach Berlin und wieder zurück".Das umfasst so ziemlich gut die Geschichte. Doch Sex, Drogen und die komplizierte (Liebes-?)Geschichte um Sascha und Anna waren für mich zu viel des Guten, sie haben mir die Protagonisten unsymphatisch wirken lassen, sie haben mich nicht erreicht. Die ganze Geschichte hat mich leider nicht überzeugen können, hat mich weder gefesselt noch berührt.

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    • 6
  • "Die Trotzigen" konnte mich nicht überzeugen

    Die Trotzigen
    MrsAmy

    MrsAmy

    02. August 2016 um 09:58

    Der Roman „Die Trotzigen“ sticht mit seiner Aufmachung sofort ins Auge. Das Cover kommt in einem kräftigen Orange daher, für Akzente sorgen Blau und Hautfarben. Mir hat das Cover auf Anhieb so sehr gefallen, dass ich leider übersehen habe, dass das Buch einen sechszeiligen Untertitel hat. Seitdem ich meinen ersten Roman mit den in Mode gekommenen langen Titeln gelesen hatte und schwer enttäuscht wurde, bin ich sehr vorsichtig mit solchen Büchern und nehme sie im Zweifelsfall nicht einmal in der Buchhandlung meines Vertrauens in die Hand. Nun aber war das Malheur passiert und die Vorfreude bereits auf ihren Tiefpunkt angekommen. Meine Erwartungen waren niedrig und wurden nicht enttäuscht. Die ersten hundert Seiten zogen sich wie zäher Kaugummi und nach jeder geschafften, schaute ich zur Sicherheit auf die Seitenzahl, um sicherzugehen, dass es auch wirklich vorwärts geht. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die beiden Charaktere Sascha Potjomkin und Anna Iwanowna. Ersterer ist Russe und von Beruf Dolmetscher, Anna seine Freundin aus Deutschland. Sie treffen sich in Russland, Deutschland und zuletzt wieder in Russland. Gerne würde ich in Worte fassen, um was es in dem Buch eigentlich geht – allein ich kann es nicht. Fest steht: es geht um die (nicht-)existierende Liebe zwischen Anna und Sascha, es geht um die geschichtlichen Ereignisse in Russland zu Beginn der 90er Jahre, es geht um Freiheit, Drogen, Arbeit, Sex. Eine Besonderheit des Romans ist sicherlich, dass es etliche weitere Protagonisten gibt und der Handlungsverlauf oftmals direkt und unvermittelt zu Geschehnissen im Leben dieser Charaktere springt, weil Sascha sie etwa gerade in einem Café getroffen hat. Im Laufe der (Lese-)zeit kommt man mit dem Buch besser voran und schließlich hat man es dann doch geschafft. Am Ende bleibt bei mir vor allem eine Erkenntnis: Finger weg von Büchern mit langen (Unter-)titeln!

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Boris Schumatsky - Die Trotzigen

    Die Trotzigen
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    23. July 2016 um 05:25

    Das Ende der Zeit bricht an. Zumindest in der Sowjetunion, die vor dem Zerfall nicht mehr zu retten ist, nachdem im Westen die neue Zeitrechnung bereits begonnen hat. Der Moskauer Sascha, seinerseits Dolmetscher, und die Deutsche Anna erleben ihre komplizierte Beziehung inmitten der Panzer und Revolution Anfang der 1990er. Anna ist begeistert von der gewalttätigen Umwälzung, Sascha überlegt nur, wie er endlich in den gelobten Westen kommen kann. Doch auch in Berlin lockt nicht die erwartete Freiheit, so dass unweigerlich die Rückkehr in die russische Heimat und eine ungewisse Zukunft ansteht.Boris Schumatsky hat das Lebensgefühl einer Generation eingefangen. Die Jugend der Wendezeit, die große Hoffnung in den Aufbruch und gleichzeitig große Verunsicherung vor der unbekannten Zukunft spürt und nicht weiß, wofür sie sich entscheiden soll. Die komplizierte politische Lage spiegelt sich in den komplizierten persönlichen Beziehungen wieder und parallelisiert auch die Frage, wie kompromissbereit oder bedingungslos man für eine Sache ist. Besonders überzeugen konnten mich die absurden Episoden, insbesondere beim Moskauer Putsch auf der Straße, die vermutlich gar nicht so weltfremd waren, wie sie beim Lesen erscheinen. Denn auch hier fängt der Autor die Verunsicherung der Menschen wieder ein. Auch die herrlichen Dialoge zwischen Anna und Sascha – oftmals völlig bar jeder Logik auf Seiten der jungen Frau und doch in ihrer Gesamtheit stimmig zur Figur.Fazit: ein gelungenes Portrait einer komplizierten Zeit.

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  • Die Welt verändert sich

    Die Trotzigen
    TochterAlice

    TochterAlice

    17. July 2016 um 12:32

    Die Welt verändert sich in den Jahren 1989 bis 1991 in vielerlei Hinsicht und aus der Perspektive vieler Menschen auf eine eher beiläufige, nebensächliche Art. Das kommt daher, weil eine bestimmte Region – die Mitte und der Osten Europas – betroffen ist und weil es keine einheitliche Zäsur gibt, keinen Termin, an dem ein Krieg begonnen bzw. beendet wurde. Es gab nämlich gar keinen, jedenfalls keinen, der all diese Ereignisse übergreifend beeinflusste. Dass die ganze Chose deswegen ganz friedlich ablief, das können auch nur die annehmen, die nicht dabei bzw. in irgendeiner Form involviert waren. Es gab den inneren Aufruhr – ja, und dann gab es Chaos diverser Art, Wirren, die sich sowohl im Inneren der Menschen als auch in ihrer äußeren Umgebung abspielten. Und ebenso wie nach 1945 gibt es jede Menge von Figuren, die aus dem alten Regime übriggeblieben sind, die noch eine Rolle spielen in irgendeiner Form, obwohl sie es definitiv nicht verdient haben. Aber jetzt komme ich ins Schwafeln – in vorliegendem Buch geht es um eine bestimmte Situation, nämlich um das Ende der Sowjetunion und zwar mitten in ihrem Epizentrum, in Moskau. Dass das Pendel in diverse Richtungen – auch geographisch gesehen - ausschwingt, ist klar und kann gar nicht anders sein. Hier geht es um die Wahrnehmung dieses Ereignisses und den Umgang damit aus unterschiedlichen Perspektiven, es ist ein Stimmungsbild, das hier aufgezeichnet wird, in dem Russen und Deutsche eine Rolle spielen – und das sehr verwirrend ist, für mich zumindest. Und das soll schon was heißen: ich bin zwar nicht direkt eine Kennerin der Entwicklungen, war aber dadurch, dass sich mit dem Baltikum zur gleichen Zeit auch die Heimat meiner Eltern in einem Wandel befand, gewissermaßen involviert. Und verwirrend war es dort auch, aber auf eine für mich übersichtlichere Art. Natürlich war ich nicht in Moskau und nur selten in Berlin – das sinsd die beiden Schauplätze, an denen sich die Protagonisten – allen voran der Russe Sascha und die Deutsche Anna, ehemals Heidi – tummeln. Doch wir treffen auch auf andere Figuren: zum Beispiel auf die Russen Dennis, Vika und Larissa, die Deutschen Wolfgang, Max und Mareike, die verschiedene Generationen, auch unterschiedliche Lebensmodelle präsentieren – und zu einem nicht geringen Umfang dazu beitragen, die Leser zu verwirren. Denn obwohl es mit Sascha und Anna zwei Hauptfiguren gibt, deren Perspektive auch in Rückblenden beleuchtet wird, kommt durchaus auch mal jemand anderes zu Wort: so wird bspw. aus der Sicht von Dennis, von Max, von Wolfgang erzählt und Einblick gewährt in ein ziemliches Durcheinander, das jedoch insgesamt ein großes Ganzes ergibt. Der Autor Boris Schumatsky, seit 1991 in Deutschland als Journalist tätig, schreibt in der Sprache seiner neuen Heimat – und verwirrt mich auch damit ziemlich, denn ich habe den Eindruck, dass er auf Russisch denkt und auf Deutsch schreibt und das passt nicht immer unbedingt zusammen. Daher hat es was gedauert, bis er mich erobert hat, bis ich ihm folgen konnte durch den verwirrenden Dschungel der Wahrnehmungen, denen seine Protagonisten ausgesetzt sind. Es sind gewissermaßen Blitzlichter, denen seine Figuren ausgesetzt sind, doch präsentieren sie sich – man sollte es bei einem so kurzlebigen Phänomen nicht meinen – auf ausgesprochen behäbige Art und Weise. So jedenfalls mein Eindruck und ich tat mich schwer, mich in die Geschichte einzufinden. Bei mir blitzte es erst ganz zum Schluss auf – wenn ich das Buch nicht zu Ende gelesen hätte, hätte ich überhaupt nichts kapiert. Es ist zwar ein großes Ganzes, das hier zusammengebracht wird, dennoch haben mir die kleinen witzigen Sequenzen, absolute Nebensächlichkeiten, die wirklich nur ganz gelegentlich vorkommen, besonders viel Spass gemacht: so macht sich bspw. Sascha Gedanken darüber, warum die Barbiepuppe „Barbie“ heißt – ist sie vielleicht nach Klaus Barbie, dem Schlächter von Lyon, benannt worden? (S. 345) Also, wenn Sie dieses Buch lesen möchten, müssen Sie sich ihm bedingungslos stellen, denn sonst haben Sie nichts davon. Nein, Sie haben weniger als Nichts davon, nämlich nur pure Verwirrung. Die Probleme der Protagonisten, das sind ganz andere als die, die die Welt des Ostens bewegen. Oder doch nicht? Das Ineinanderfließen von gesellschaftlichen und persönlichen Entwicklungen, das hier im Vordergrund steht, wird – wie erwähnt – Eins. Und das ist das Faszinierende.

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