Botho Strauß

 3.6 Sterne bei 123 Bewertungen
Autor von Paare, Passanten, Herkunft und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Botho Strauß

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Herkunft

Herkunft

 (16)
Erschienen am 24.06.2016
Die Widmung

Die Widmung

 (8)
Erschienen am 01.03.1984
Die Unbeholfenen

Die Unbeholfenen

 (6)
Erschienen am 01.01.2010
Trilogie des Wiedersehens

Trilogie des Wiedersehens

 (4)
Erschienen am 01.01.1986
Kalldewey

Kalldewey

 (6)
Erschienen am 01.11.1984
Von realer Gegenwart

Von realer Gegenwart

 (4)
Erschienen am 01.01.1990
Der Park

Der Park

 (4)
Erschienen am 01.04.1985
Ithaka

Ithaka

 (3)
Erschienen am 01.12.1998

Neue Rezensionen zu Botho Strauß

Neu
S

Rezension zu "Herkunft" von Botho Strauß

Meisterhaft
Simoneeinfachichvor 5 Monaten

Botho Strauß lässt seine Kindheit meisterhaft in seinem Roman revue passieren. In kurzen, Bruchstückhaften Erinnerungen zeichnet er ein buntes Bild der Welt der 40er und 50er Jahre.

Das Buch lässt einen mit einem Hauch von Wehmut zurück, es wird einem bewusst, welchen Schatz an Erinnerungen ein jeder mit sich führt - und dass es diese zu bewahren gilt.

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Barbara62s avatar

Rezension zu "Herkunft" von Botho Strauß

Erinnerungsminiaturen
Barbara62vor 7 Monaten

Kurz vor seinem 70. Geburtstag hat der deutsche Schriftsteller und Dramatiker Botho Strauß ein sehr privates Buch über seine Kindheit, vor allem aber über seinen Vater veröffentlicht. Es sind kleine Erinnerungsminiaturen, Gedankensplitter, die den Vater, für den er sich als Kind und Jugendlicher oft geschämt hat, weil er „anders“ war, rehabilitieren. Anlass für das Zusammentragen dieser Splitter waren der posthum begangene 100. Geburtstag des Vaters im Jahr 1990 und der Umzug der Mutter ins Altersheim 1996. Letzterer ging einher mit der Auflösung der seit 42 Jahren angemieteten Wohnung in Bad Ems, Römerstraße 18, dritter Stock, die am Ende der beiden Kapitel des knapp 100 Seiten umfassenden Büchleins thematisiert wird. 

Der Vater wurde 1890 in Merzig/Saar geboren. Das Medizinstudium musste er nach dem Tod seines Vaters aufgeben, damit platzte ein erster Lebenstraum und er wurde Pharmazeut. Als 24-Jähriger zog er freiwillig für das Kaiserreich in den Ersten Weltkrieg und kehrte als Kriegsversehrter mit nur noch einem Auge und als Pazifist zurück. In Naumburg brachte er es zu einer halben Firma, die ihm, dem Nazigegner, von den Kommunisten in der SBZ abgenommen wurde. Ab 1955 im Kurörtchen Bad Ems lebend, konnte er nie wieder an frühere Erfolge anknüpfen, wurde menschenscheu, schwermütig und einsam. Botho Strauß beschreibt ihn als „Mann von altem Ibsen-Format“, dem Umgangsformen, "Figur machen" und der streng geregelte Tagesablauf Lebensinhalt waren. Der Vater starb 1971, vom Sohn zunächst nicht sehr betrauert, doch nun, selbst in vorgerücktem Alter, erkennt er die Gemeinsamkeiten und die Prägung, die er seiner Herkunft und seinem Vater verdankt, und würdigt dessen Unbeugsamkeit.

Beim Lesen dieses Büchleins erging es mir ähnlich wie vor einigen Jahren bei Jean-Paul Sartres „Die Wörter“: Ich bewundere die Sprache mit dem oftmals altmodischen Vokabular, ich habe große Achtung vor den sehr privaten Erinnerungen, aber ich komme den beschriebenen Personen leider nicht nahe, nicht dem Sohn, schon gar nicht der im Hintergrund bleibenden Mutter, aber auch nicht dem Vater. Außerdem ist mir die Verklärung der Vergangenheit grundsätzlich suspekt, aber ich bin eben auch noch nicht 70.

http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/botho-strauss-herkunft/

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Simon_liests avatar

Rezension zu "Oniritti Höhlenbilder" von Botho Strauß

Moderne Graffiti?
Simon_liestvor 2 Jahren

Hier krankt die Rezesion per se nicht an Inhaltitis, denn einen Rausch, einen Traum, so viele Leben zu erinnern fällt schwer, die Handlung wiederzugeben scheint nicht möglich. Wie also die Lust am Delirium wecken?
Vom „Anschwellenden Bocksgesang“ der Kritik hin zur Resignation am Leben? Mitnichten! Die Kraft der entworfenen Skizzen bringt die eigene Gedankenwelt zum Fließen, bis hin zum Einlullen, um dann mit der durch die Überraschung verstärkten Kraft eines Bildes eine ganze Flut aus Weltbildern zum Wanken zu bringen.
Unglaublich schön der Geist, der gleich einem Algengewächs im klaren Bach an der Glasscherbe hängen bleibt, zerfleddert, unruhig flatternd, gegen den Strom der Zeit schwimmt, der versucht Ying und Yang, Frau und Mann zu verstehen, der sie tiefen Gründe menschlichen Scheiterns sucht.
Der erste Büchnerpreisträger, Gerold Späth mit seiner „Commedia“, schuf ein ähnliches Prinzip kurzer Blitzlichter auf menschliche Tragödien geschleudert: Ein Höllenbild geprägt von der Nachkriegsära und der Kapitulation vor dem Reaktionismus. Botho Strauss als Verkannter, als verunglimpter Reaktionar, dreht den Spieß um: Der Schmerz der Conditio Humana in zum Äußersten getriebener Ästhetik: Die Rückführung der virtuellen Welt in die wiedergefundene Fantasie der Nachpostmoderne!

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