Botho Strauß Oniritti Höhlenbilder

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Inhaltsangabe zu „Oniritti Höhlenbilder“ von Botho Strauß

Oben die helle Welt, unten das Dunkel: Schon auf dem Weg durch die Stadt gibt es überall Höhleneingänge, auf dem Weg der Liebe, auf dem Weg der Gerechtigkeit, auf dem Weg des Spiels. Wer lebt, der lebt mit Bildern, mit Geschichten, die sich wieder aus Bildern zusammensetzen. Mann und Frau ein Leben lang auf der Suche nach sich selbst. Die Bilder, die Botho Strauß entwirft, die Szenen die er erzählt, sind Graffiti aus der Tiefe des Traums. Und wie im Traum erkennt der Leser in dem, was so rätselhaft erscheint, ganz plötzlich sein eigenes Gesicht. Botho Strauß erkundet unsere gegenwärtige und alte Bilderwelt, entziffert die Schrift auf den Höhlenwänden der Nacht.

Das Unvermeidliche als Spiegel, die Poetik der Distanz eines einsam schwebenden Beobachters, genial umgesetzt

— Simon_liest
Simon_liest

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    Oniritti Höhlenbilder
    Simon_liest

    Simon_liest

    30. May 2017 um 13:52

    Hier krankt die Rezesion per se nicht an Inhaltitis, denn einen Rausch, einen Traum, so viele Leben zu erinnern fällt schwer, die Handlung wiederzugeben scheint nicht möglich. Wie also die Lust am Delirium wecken?Vom „Anschwellenden Bocksgesang“ der Kritik hin zur Resignation am Leben? Mitnichten! Die Kraft der entworfenen Skizzen bringt die eigene Gedankenwelt zum Fließen, bis hin zum Einlullen, um dann mit der durch die Überraschung verstärkten Kraft eines Bildes eine ganze Flut aus Weltbildern zum Wanken zu bringen.Unglaublich schön der Geist, der gleich einem Algengewächs im klaren Bach an der Glasscherbe hängen bleibt, zerfleddert, unruhig flatternd, gegen den Strom der Zeit schwimmt, der versucht Ying und Yang, Frau und Mann zu verstehen, der sie tiefen Gründe menschlichen Scheiterns sucht.Der erste Büchnerpreisträger, Gerold Späth mit seiner „Commedia“, schuf ein ähnliches Prinzip kurzer Blitzlichter auf menschliche Tragödien geschleudert: Ein Höllenbild geprägt von der Nachkriegsära und der Kapitulation vor dem Reaktionismus. Botho Strauss als Verkannter, als verunglimpter Reaktionar, dreht den Spieß um: Der Schmerz der Conditio Humana in zum Äußersten getriebener Ästhetik: Die Rückführung der virtuellen Welt in die wiedergefundene Fantasie der Nachpostmoderne!

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