Botho Strauß Trilogie des Wiedersehens

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Inhaltsangabe zu „Trilogie des Wiedersehens“ von Botho Strauß

Ein Ausstellungsraum im Kunstverein. An den Wänden sogenannte "realistische Bilder" verschiedenster Art, auf der Rückwand ein großes Tafelgemälde im Stile des fotografischen Realismus. Die Mitglieder des Vereins kommen zur Vorbesichtigung der Ausstellung. Aus dem anfangs locker geknüpften Szenenaufbau ergibt sich plötzliche eine enge Spirale, der die Personen folgen müssen: Jedes Wort, jede Anspielung, jeder Versuch, sich aus der zwanghaften Lage zu befreien, führten nur immer tiefer in die hoffnungslos verwickelte Situation hinein. Botho Strauß hat mit seinem dritten Theaterstück einen glänzenden (und witzigen) Diskurs über die "Einbildung der Realität" und die "Realität der Einbildung" geschrieben.

Ein tolles Stück mit meisterhaften Dialogen.

— Aliknecht

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  • Kapitalistischer Realismus

    Trilogie des Wiedersehens

    Aliknecht

    18. February 2017 um 06:21

    Ein Ausstellungsraum im Kunstverein. An den Wänden sogenannte "realistische Bilder" verschiedenster Art, auf der Rückwand ein großes Tafelgemälde im Stile des fotografischen Realismus. Die Mitglieder des Vereins kommen zur Vorbesichtigung der Ausstellung "Kapitalistischer Realismus". Aus dem anfangs locker geknüpften Szenenaufbau ergibt sich plötzliche eine enge Spirale, der die Personen folgen müssen: Jedes Wort, jede Anspielung, jeder Versuch, sich aus der zwanghaften Lage zu befreien, führten nur immer tiefer in die hoffnungslos verwickelte Situation hinein. Das, was man sich zu sagen hat (und wie man es tut), wird immer grotesker und wahnsinniger, die neuen Missverständnisse verdoppeln die alten - ein Feld der Täuschung und Angst, der Eitelkeit und der Wahrheit wird abgesprochen, dessen Begrenzung ständig wechselt. Botho Strauß hat mit seinem dritten Theaterstück einen glänzenden (und witzigen) Diskurs über die "Einbildung der Realität" und die "Realität der Einbildung" geschrieben [1].    Susanne und Freunde von Moritz besichtigen vorab seine neue Ausstellung im Kunstverein. Die Gäste kennen sich teilweise, gehen umher, unterhalten sich und mancher "beginnt, sein Lieblingsbild zu wählen" [2].  Mit " großem mythischem Respekt vor den schönen Dingen" [3] wird festgestellt, dass "jedes große Bild sich sozusagen seinen eigenen Realismus-Begriff schafft" [3] . Ein Gemälde wird für "technisch nicht solide genug" [4] befunden. Der Arzt Lothar plaudert Diagnosen aus und ein Ehepaar zankt sich vor jedem Bild. Die Besucher haben unterschiedliche kulturelle Level und es gibt diverse amoröse Interessenlagen, die sich eigene Wege bahnen. Der gutmütige Franz möchte mit seinem Sohn den dreißigsten Geburtstag feiern und schenkt ihm Schöne wilde Welt von  Richard Dehmel als  Erstausgabe mit persönlicher Widmung [5].  Der Sohn ist aber schlecht disponiert und kennt Dehmel nicht. Franz wendet sich darauf mehr Elfriede zu. Es wird viel mit Polaroid-Camera fotografiert, aber Selfies werden nicht aufgenommen. Das Stück ist schon älter.    Die Lage spitzt sich zu. Die Gäste erfahren, dass "der  Vorstand des Kunstvereins zur Auffassung gelangt sei, dass die Austellung in der  dargebotenen Form dem kritischen Kunstverständnis unserer Mitbürger in keiner Weise gerecht wird" [6] wird, sie hätte weder "Richtung noch Profil" [6] und zeige eine " gesichtslose Vielfalt" [6]. D er Titel "Kapitalistischer Realismus" sei "ebenso großspurig wie inhaltlich nichtsagend" [6]. Die Ausstellung wird deshalb untersagt. Der wahre Stein des Anstosses, das Bild " Karneval der Direktoren" , das den Vorsitzenden Kiepert "in fast unzweideutiger Position" zeigt [7], findet allerdings keine Erwähnung. Einige Gäste möchten helfen und die Ausstellung durch eine Umgruppierung retten. Moritz gibt sich selbstkritisch " es fehlen die Zusammenhänge, heißt es. Mag sein. Wo gibt es schon Zusammenhänge, mein Gott ...? Die Künstler sind doch alle, wie sie sind" [8]. Manche Gäste ändern ihre Meinung: "Einen Riesen Bockmist hast Du hier veranstaltet" [9].  Dann wird das Verbot wieder aufgehoben, aber die Stimmung ist desolat.  Moritz und Susanne finden nicht so recht zusammen und sie sagt zum Schluss "Er ist gegangen oder ich bin gegangen. Unsere einzige Hoffnung: der gleiche Lauf der Wiederholung ... Am Anfang ist immer der Abschied ... dann kommt ein Wiedersehen ... Zwischen Kommen und Gehen die Wende, dort  treffen wir uns ... ich muss allein bleiben mit ihm, bis wir zu Ende sind" [10].    Ein tolles Stück. Ich würde es gerne einmal sehen. Die Dialoge sind meisterhaft geschrieben und werfen nebenbei ein schräges Licht auf den Kunstbetrieb mit seinen abgegriffen Schlagworten. Aber eigentlich geht es natürlich um die Schwierigkeiten der Menschen miteinander zu kommunizieren. Höchstwertung.     Ausgabe: Botho Strauss, Trilogie des Wiedersehens, Carl Hanser Verlag München, 3. Auflage 1978 (wieder gelesen im Januar 2017)    Autor:  Botho Strauß wurde am 2.12.1944  in Naumburg/Saale geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Remscheid und Bad Ems studierte er fünf Semester Germanistik, Theatergeschichte und Soziologie in Köln und München. Nach Tätigkeiten als Journalist und Dramaturg wurde er freier Schriftsteller.  Er hat Romane und Essays geschrieben und ist ein bekannter und oft gespielter deutscher Dramatiker. Botho Strauß erhielt neben anderen Auszeichnungen  1989 den Georg-Büchner-Preis [11].     Referenzen      [1] Klappentext  [2] Seite 16  [3] Seite 40  [4] Seite 17  [5] Seite 33-34  [6] Seite 75    [7] Seite 76   [8] Seite 78   [9] Seite 79 [10] Seite 115-116 [11] Verlagsangabe

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