Bradford Morrow Die tödlichen Talente des Mr. Diehl

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Lovelybooks Bewertung

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Inhaltsangabe zu „Die tödlichen Talente des Mr. Diehl“ von Bradford Morrow

Die Gemeinschaft der Bücherliebhaber ist geschockt, als Adam Diehl, ein zurückgezogen lebender Sammler seltener Bücher, ermordet in seinem Haus in Montauk gefunden wird. In den Wochen danach gelingt es seiner Schwester Meghan nur schwer, zur Normalität zurückzukehren. Zum Glück findet sie Unterstützung bei ihrem Freund Will, der selbst Sammler ist, aber auch ein gewiefter Fälscher von Autographen – Spezialität: Sir Arthur Conan Doyle. Und als die Polizei keinen Verdächtigen ausmachen kann, wird der Fall bald zu den Akten gelegt. Dann aber erhält Will Drohbriefe, scheinbar handgeschrieben von längst verstorbenen Autoren, die jedoch in Wirklichkeit von jemandem stammen müssen, der verstörend viel über den Mord weiß. Will begreift, dass sein eigenes Leben in Gefahr ist, und flüchtet mit Meghan in ein abgelegenes Dorf in Irland. Doch nur allzu bald zeigt sich, dass es nicht so einfach ist, den rachsüchtigen Verfolger abzuschütteln, und es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod.Bradford Morrow entführt den Leser mit diesem atemberaubenden literarischen Thriller in die Welt der seltenen Bücher, bevölkert von obsessiven Sammlern, Fälschern und anderen Bibliomanen.

Ich konnte das Buch leider auch nicht zu Ende lesen. Ich bin mit der Geschichte absolut nicht warm geworden.

— Waldlaeuferin
Waldlaeuferin

Das schlechteste Buch ian diesem Jahr bisher, abgebrochen...

— Crazybookworm1984
Crazybookworm1984

Den Erwartungen, die der erste Satz des Buches "Seine Hände fand man nie" schürt, wird das Buch leider nicht gerecht.

— joy67
joy67

Keine fesselnde Spannung, durch den ganzen Roman hinweg nicht

— CathyCassidy
CathyCassidy

Alles in allem ziemlich unspektakulär, zu detailverliebt, zu wenig Krimi und schon gar kein Thriller.

— kornmuhme
kornmuhme

Notwendigerweise wird der Leser enttäuscht: In diesem Buch steckt kein Thriller, sondern das Psychogramm eines begabten Fälschers.

— Claddy
Claddy

Für alle Romanliebhaber, ein sehr gelungenes Buch, wer einen Thriller mit Spannung möchte lässt besser die Finger davon.

— JosefineS
JosefineS

Kein Thriller! Kaum Spannung! Aber sprachlich schön geschrieben.

— Vanille
Vanille

Sehr schöner Schreibstil. Ist aber trotz allem mehr Roman als Thriller!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Definitiv kein Thriller! Somit wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt, Für einen Roman aber ein schöner Schreibstil.

— kiwi_tina
kiwi_tina

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  • Leserunde zu "Die tödlichen Talente des Mr. Diehl" von Bradford Morrow

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    aylareadsbooks

    aylareadsbooks

    Als Adam Diehl schließlich starb, war zusammen mit ihm alles dahin, was er über den Überfall hätte aussagen können ... ... denn Zeugen gab es in diesem merkwürdigen Kriminalfall keine. Zwar wurden die kostbaren Manuskripte des vereinsamten Bücherfanatikers verwüstet. Gestohlen wurde aber anscheinend nichts; nur die abgetrennten Hände des Opfers bleiben weiterhin unauffindbar. Doch schon bald beginnen sich die Hinweise auf das abgründige Verbrechen zu verdichten. Habt ihr Lust auf einen atemberaubenden literarischen Thriller? Dann lasst euch von Bradford Morrow mit "Die tödlichen Talente des Mr. Diehl" in die Welt seltener Bücher, obsessiver Sammler und anderer exzentrischer Bibliomanen entführen! Zum Inhalt Die Gemeinschaft der Bücherliebhaber ist geschockt, als Adam Diehl, ein zurückgezogen lebender Sammler seltener Bücher, ermordet in seinem Haus in Montauk gefunden wird. In den Wochen danach gelingt es seiner Schwester Meghan nur schwer, zur Normalität zurückzukehren. Unterstützung findet sie bei ihrem Freund Will, der selbst Sammler ist, aber auch ein gewiefter Fälscher von Autographen - seine Spezialität: Sir Arthur Conan Doyle. Da die Polizei keinen Verdächtigen ausmachen kann, wird der Fall bald zu den Akten gelegt - bis Will plötzlich Drohbriefe erhält, scheinbar handgeschrieben von längst verstorbenen Autoren. Und der mysteriöse Absender weiß verstörend viel über den Mord an Adam Diehl ...  Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe! Zum Autor Bradford Morrow wurde 1951 in Baltimore geboren und studierte an der Universität von Colorado und in Yale englische Literatur. Seit 1981 gibt er die Zeitschrift „Conjunctions“ heraus und ist zudem Dozent am Bard College. Zu den Veröffentlichungen Morrows zählen zahlreiche Romane und Lyriksammlungen. Heute lebt er in New York. Mehr über Bradford Morrow könnt ihr auf Twitter, Facebook und der persönlichen Homepage des Autors erfahren! Zusammen mit dem Insel Verlag verlosen wir im Rahmen dieser Leserunde 35 Exemplare von "Die tödlichen Talente des Mr. Diehl" von Bradford Morrow. Bewerbt euch bis zum 09.03.2016 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und beantwortet folgende Frage: Welches literarische Sammlerstück würdet ihr gerne euer Eigen nennen? Ich bin auf eure Antworten gespannt und wünsche euch viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken.

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    • 560
  • Wenn ein Fälscher falsch liegt

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    Buecherseele79

    Buecherseele79

    Adam Diehl, ein leidenschaftlicher Sammler alter Bücher und Schriften ist ermodet worden- erschlagen und beide Hände wurden ihm abgehackt. Die Polizei ermittelt aber es führen keine Spuren zum Täter.Seine Schwester Meghan und ihr Freund Will trauern um Adam, wobei es Will nicht so sehr um Adam geht da er ihn nie leiden konnte...ebenso wenig wie Adam Will leiden konnte.Die einzige Leidenschaft- das Sammeln von wertvollen Büchern und Schriften.Nach einigen Höhen und Tiefen ziehen Meghan und Will  nach Irland, wollen dort ein neues Leben aufbauen, ihr Baby dort aufziehen doch die Vergangenheit holt Will auch in Irland wieder ein.Denn er ist ein Fälscher von Schriften und Büchern, war in auf diesem Gebiet sehr erfolgreich bis er erpresst  und ihm gedroht wurde alles der Polizei anzugeben.Will flog auf und musste sich ein neuen, reinen Namen in der Branche der Sammler und Schrifstückliebhaber machen.Jetzt wird er wieder erpresst und jemand zwingt ihn erneut als Fälscher zu arbeiten...und er weiss einiges über die Todesumstände von Adam Diehl...Das Buch würde ich persönlich nicht als Thriller bezeichnen sondern als Roman mit einigen Passagen zum Krimi.Trotzdem ist das Buch weder langatmig noch langweilig.Die Liebe zu alten Schriften und Büchern werden in diesem Buch besonders hervorgehoben sowie die Eigenschaften als Fälscher.Gerade Liebhaber von Sherlock Holmes werden auf ihre Kosten kommen da der Charakter Will ein grosser Fan des Autors ist.Ich persönlich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen und spreche auf jeden eine klare Leseempfehlung aus!

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    • 3
  • Gutes Buch, aber nicht der Thriller/Krimi den man erwartet.

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    joy67

    joy67

    28. April 2016 um 15:10

    "Die tödlichen Talente des Mr. Diehl" beginnt mit den Worten "Seine Hände fand man nie". Dies war für mich ein Grund, dieses Buch unbedingt lesen zu wollen. Und dies ist nun auch der Grund dafür, dass das Buch in meiner Bewertung schlechter abschneidet, als es vermutlich verdient hat. Denn das ,was ich nach diesem ersten, sehr prägnanten Satz erwartet habe, wurde in keiner Weise erfüllt. Es ist für mich keinesfalls ein Thriller und eigentlich auch nicht einmal ein gekonnter Krimi. Auch wenn es um einen langezeit ungeklärten Mordfall geht, der erst zum Ende des Buches aufgeklärt wird. Die Hauptfigur Will hat in mir ambivalente Gefühle hervorgebracht, denn während Will mir in weiten Teilen eher unsympathisch war, hat er mich auch zwischendurch immer ein wenig an "Den talentierten Mr. Ripley" erinnert. Als Krimi hat mich das Buch nicht gefesselt und mich auch nicht dazu angehalten, es zügig zu lesen. Im Gegenteil: es war streckenweise sehr langgezogen und litt ein wenig unter den immer wiederkehrenden Beschreibungen des Fälschens.Wenn man ein wenig von der Erwartungshaltung Krimi/Thriller abrückt, kann man einen sehr gewählten Schreibstil entdecken, der sehr schön darlegt, wovon gute Fälschungen leben, worauf es ankommt, und was man alles falsch machen kann. Sicher sehr interessant und gut geschrieben, aber es konnte mich letztendlich nicht überezugen. Schade.

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  • Eine kleine Enttäuschung

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    CathyCassidy

    CathyCassidy

    23. April 2016 um 15:35

    Meine Meinung:Die Charaktere:Nun, von Charakteren kann man in diesem Fall eher nicht sprechen. Der einzige Charakter, der hier wirklich vorkommt, ist der Protagonist Will, und die Nebenrollen seiner Frau Meghan, seines verstorbenen Schwagers Adam, seines Freundes Atticus und des Antagonisten Henry Sladers. Aber die werden lediglich durch Will charakterisiert, man bekommt nur Vermutungen und Verdachte übermittelt, seine Erlebnisse mit ihnen wiedergegeben, mit seiner Meinung und seinen Gedanken zu ihren psychischen Vorgängen.Will aber ist ein sehr interessanter und vielschichtiger Charakter, und vor allem, ein sehr schön geschriebener Charakter. Man kommt nie, bis zum Schluss nicht wirklich dahinter, was er nun wirklich denkt, da viele Anspielungen gemacht werden und dem Leser viel Freiraum zum interpretieren gelassen wird. Für ihn gibt es einen Stern.Die Handlung:Tja, es fällt mir schwer hierzu etwas zu schreiben. Es gab leider keine wirkliche, fesselnde Handlung; nach den ersten zehn Seiten auf denen der Mord beschrieben wird werden erst einmal vergangene Erlebnisse rezitiert, was immer mal wieder im restlichen Buch passiert; bei den meisten Erlebnissen weiss man jedoch nicht wirklich, welchen Bezug sie zu den Geschehnissen der Gegenwart haben. Es folgt nur noch das schnöde Alltagsleben, hier fehlt komplett die Spannung und um ehrlich zu sein auch jegliches Interesse meinerseits, das Buch weiterzulesen, und erst auf den letzten zehn Seiten erfolgt die Aufklärung. Insgesamt hätte man den Roman also auf zwanzig Seiten kürzen können. Das ist unglaublich schade, denn vor allem durch den Schreibstil versprach der Roman etwas Unglaubliches zu werden.Der Schreibstil war für mich das absolute Highlight. Ich kann nicht genug über ihn schwärmen, man fühlt sich einfach zurückversetzt in die Zeit Doyles, und diese Satzkompositionen sind Erfindungen der reinsten Art, so etwas habe ich wahrlich erst einmal in meinem Leben gelesen, und selbst dort nicht in dieser Fülle. Leider lässt der Schreibstil den Leser bzw. den Autor auf den letzten, entscheidenden zehn Seiten der Aufklärung im Stich, was dem Ganzen leider einen Abbruch tut. Trotzdem gibt es für den Schreibstil einen dicken Stern.Fazit:Abgesehen vom Schreibstil drängt hier leider nichts, weiterzulesen, auch wenn die Wendung am Schluss vom Anfang her gesehen unerwartet war. Trotzdem konnte man schon ab der Mitte des Romans sagen, wie er enden würde - es gab zu viele unnötige  Verstrickungen.

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  • Leider sehr enttäuschend

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    Primrose24

    Primrose24

    Adam Diehls beinahe toter Körper wird in seinem kleinen Häuschen in der Nähe des Strandes entdeckt, beide Hände von seinem Körper abgetrennt und unauffindbar. Seine Schwester und ihr Verlobter Will tappen wie die Polizei im Dunkeln. Wer könnte ein so grausames Verbrechen begangen haben? Adam Diehls Leben war geprägt von alten Büchern, Raritäten mit ungeheurem Wert. Könnte das Motiv für die Tat bei einem der sonst so stillen Buchhändler liegen. Denn diese Welt in der sich Adam bewegte, ist nicht so unschuldig wie man sich vorstellen möchte, sondern ein Metier in welchem sich Fälscher und allerlei anderes Gesindel seine Zeit vertreibt. Als ein reißerischer Krimi beschrieben und sogar als Thriller eingestuft, entbehrt dieser Roman leider für mich fast jedweder Spannung. Der zu Beginn beschriebene Mord an Adam ist bis auf die letzten Seiten der Auflösung, das einzige kriminalistische Element das sich in dem Buch finden lässt. Die restlichen Seiten des Buches sind eher eine Beschreibung der Gegenwart und Vergangenheit des Protagonisten Will und seiner Zeit und seinen Fähigkeiten als Fälscher. Eine Klassifizierung des Buches als Roman und nicht als Krimi hätte der Erwartungshaltung und damit der Beurteilung des Buches in vielerlei Hinsicht besser getan. Wills endlose Ausschweifungen, Paranoia und immer wieder um die gleichen Dinge kreisenden Gedanken, sind auf Dauer leider sehr anstrengend und einfach nur langweilig. Klappentext, Titel und Inhalt des Buches sind leider auch nicht wirklich stimmig, sodass ich als Leser mit einer ganz anderen Erwartung an die Lektüre gegangen bin. Auch die Handlungen von Will ergeben für mich im Laufe der Zeit immer weniger Sinn. Diese Aussage lässt sich leider nicht genauer präzisieren ohne zu viel vom Inhalt zu verraten, weshalb ich an dieser Stelle nicht genauer werden kann. Insgesamt bin ich auch kein großer Fan des Schreibstils, da sehr wenig mit Dialogen und mehr mit inneren Monologen gearbeitet wird. Das ist aber nur eine sehr persönliche Einschätzung, da ich weiß, dass Vielen dieser Schreibstil gut gefällt. Für mich Wirken dadurch einige Stellen sehr emotionslos und einseitig. Ich muss leider sagen, dass mich das Buch einfach nicht begeistern konnte. Ich habe mich sehr durch die nur 280 Seiten quälen müssen und hätte ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich es wahrscheinlich nie beendet. Ich entschuldige mich für die einseitige Kritik, kann das Buch aber leider nicht besser bewerten.

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    • 2
    kornmuhme

    kornmuhme

    18. April 2016 um 22:06
  • Leider ziemlich unspektakulär

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    kornmuhme

    kornmuhme

    Inhalt: Adam Diehl ist tot - er wurde auf grausame Weise ermordet. Zurück bleiben eine tief trauernde Schwester und ihr Freund (später Mann) Will. Ein Motiv für den Mord kann sich niemand recht erklären, Adam lebte sehr zurückgezogen in einem Strandhaus und war lediglich leidenschaftlicher Sammler und Händler für Buchraritäten. Was für Feinde soll, kann er also gehabt haben? Doch nach und nach wird enthüllt, was für ein seltsames und halbseidenes Völkchen die Büchernarren sind. Jeder kennt jeden, jeder weiß etwas über den anderen, jeder ist in einem engen Netzwerk mit anderen Sammlern und Händlern verflochten. Dabei offenbart sich, dass es durchaus auch Fälscher gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, antike Bücher mit persönlichen Notizen oder Signaturen ihrer Autoren zu versehen, um den Wert zu steigern. Auch Will war einer dieser Fälscher - und plötzlich bekommt er Post in den Handschriften längst toter Autoren, die andeuten, dass er etwas mit dem Mord zu tun haben könnte ... Meinung: Da hat sich der Verlag keinen Gefallen getan. Zunächst einmal kann der etwas reißerische Titel nicht halten, was er verspricht: Adam Diehl kommt - abgesehen von dem Mord an ihm - in der Geschichte nur am Rande vor. Was seine "tödlichen Talente" angeht - tja, auf die bin ich auch nach Beendigung des Buches nicht gestoßen. Auch preist der Verlag den Roman als "literarischen Thriller" an, was leider nicht den Tatsachen entspricht. Wenn man eine Novität schon in ein Genre einordnen will/muss, dann bitte richtig. Es handelt sich im Prinzip um einen Kriminalroman, mit biografischen Elementen des Protagonisten gewürzt, der, wenn überhaupt, nur sehr langsam eine gewisse Grundspannung aufbaut und schließlich in einem mehr oder minder dramatischen Ende mit Auflösung des Falls mündet. Keinesfalls hat das Buch etwas Thrillerartiges. Da ich allerdings mit keinen speziellen Erwartungen an das Buch herangetreten bin, ist das nicht einmal der Kernpunkt, der mich gestört hat. Im Gegenteil, ich mag diese klassischen Krimis, zumal der Autor eine sehr gehobene Sprache verwendet und sich eloquent auszudrücken vermag. Dieses Buch muss definitiv langsam und aufmerksam gelesen werden, dann entfaltet es einen ganz eigenen Charme. Womit ich jedoch spätestens ab dem ersten Drittel des Romans gehadert habe, war die Hauptfigur Will. Als Ich-Erzähler bekommen wir einen intensiven Einblick in seine Gedankenwelt, die er auch sehr detailliert ausbreitet. Er ist als Fälscher entlarvt worden, wurde verurteilt und musste sich seinen Platz in der Gesellschaft und unter seinen Freunden wieder neu erkämpfen. Dadurch ist er natürlich ein gebranntes Kind. Aber im Verlauf der Geschichte entwickelt er eine dermaßen nervige und unverständliche Paranoia, dass ich viele seiner Handlungen und Entscheidungen einfach nicht mehr nachvollziehen konnte. Ständig belügt er seine Frau Meghan, die er laut eigenen Angaben über alles liebt. Warum redet er dann nicht endlich Klartext? Warum spricht er nicht mit ihr über seine Sorgen und Ängste? Aber nein, aus einem fast schon zwanghaften Wunsch heraus, sein kleines Glück perfekt zu halten, baut er ein Lügenkonstrukt auf, in das er sich immer tiefer verstrickt. Ich fand Will oftmals unglaublich egoistisch und er wurde mir im Verlauf des Buches immer unsympathischer. Problematisch fand ich auch, dass die Handlung oftmals auf der Stelle tritt, es geht nicht weiter, und Adam Diehls Mord spielte teilweise überhaupt keine Rolle mehr. Sicherlich war der Blick in die Welt der Büchersammler, Buchfreaks, Fälscher und Händler sehr interessant - aber für einen fesselnden Roman, der noch dazu als Thriller deklariert wird, reicht das einfach nicht aus. Fazit: Wer sich dieses Buch zu Gemüte führt, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Es ist kein Thriller, es geht nicht um die Aufklärung eines Mordes und es geht auch nicht um die "tödlichen Talente des Mr. Diehl". Der Leser bekommt einen intensiven Einblick in die Welt des Fälschens, des Handelns mit antiken Büchern und die damit verbundenen Netzwerke. Immer wieder fließen dabei Gedanken und Reflexionen des Ich-Erzählers ein. Wie gesagt, ich fand den Protagonisten unsympathisch und hochgradig egoistisch, aber das muss ja nicht jedem so gehen. 2,5 von 5 Sternen, aufgerundet auf 3

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    • 2
    parden

    parden

    05. April 2016 um 18:20
  • Das Zittern des Fälschers

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    TheRavenking

    TheRavenking

    04. April 2016 um 22:52

    Die Gemeinschaft der Bücherliebhaber ist geschockt, als Adam Diehl, ein zurückgezogen lebender Sammler seltener Bücher, ermordet in seinem Haus in Montauk gefunden wird. In den Wochen danach gelingt es seiner Schwester Meghan nur schwer, zur Normalität zurückzukehren. Zum Glück findet sie Unterstützung bei ihrem Freund Will, der selbst Sammler ist, aber auch ein gewiefter Fälscher von Autographen – Spezialität: Sir Arthur Conan Doyle. Und als die Polizei keinen Verdächtigen ausmachen kann, wird der Fall bald zu den Akten gelegt. Dann aber erhält Will Drohbriefe, scheinbar handgeschrieben von längst verstorbenen Autoren, die jedoch in Wirklichkeit von jemandem stammen müssen, der verstörend viel über den Mord weiß. Will begreift, dass sein eigenes Leben in Gefahr ist, und flüchtet mit Meghan in ein abgelegenes Dorf in Irland. Doch nur allzu bald zeigt sich, dass es nicht so einfach ist, den rachsüchtigen Verfolger abzuschütteln, und es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod. Bradford Morrow entführt den Leser mit diesem atemberaubenden literarischen Thriller in die Welt der seltenen Bücher, bevölkert von obsessiven Sammlern, Fälschern und anderen Bibliomanen. Die tödlichen Talente des Mr. Diehl hatte durch die Handlung gleich mein Interesse erweckt. Bücher über Büchersammler lese ich immer gern. Auf dem Gehöft, wo ich lebe, lag das Buch in der örtlichen Buchhandlung aus, deshalb habe ich gleich meine Pranken danach ausgestreckt und es wanderte in meine Einkaufstasche. Zu Hause begann ich dann gleich begeistert die Seiten zu Blättern. Anfangs gestaltete sich die Handlung noch fesselnd. Leider erlahmte mein Interesse aber schon ziemlich schnell. Zunächst muss ich aber anmerken, dass mir der Stil des Buches nicht wirklich gefallen hat. Zu gekünstelt, zu steif kam mir die Prosa vor. „Obwohl Adam das ältere Geschwister war“ – heißt es zum Beispiel an einer Stelle. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich war eigentlich lange Zeit überzeugt, dass es den Ausdruck „Geschwister“ nur im Plural gibt. Nun, ich scheine mich geirrt zu haben. Man kann auch sagen: Ein Geschwister. (Ich musste übrigens im Duden nachschlagen, um dies zu verifizieren.) Gehört habe ich es allerdings bisher noch nie. Und gelesen soweit ich mich erinnern kann auch nicht. Es mag korrektes Deutsch sein, doch besonders ansprechend klingt es nicht. Das ist nur ein willkürlich gewähltes Beispiel, um zu dokumentieren, wie eigenartig konstruiert manche Formulierungen hier wirkten. Ich weiß nicht, ob der Fehler hier in der Übertragung liegt oder ob sich bereits das Original solcher Künstlichkeit schuldig macht. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass das Buch schwierig zu lesen wäre. Ganz im Gegenteil, nur hatte ich permanent das Gefühl, dass der gewählte Stil, der Intention, Spannung zu erzeugen, im Wege stand. Aber reden wir lieber über den Inhalt: Die Handlung über gefälschte Autoren-Signaturen, Erpressung und Mord will nicht so recht in Fahrt kommen. Was wir hier über die Welt der wohlhabenden Büchersammler erfahren ist alles interessant, aber es ist nie wirklich fesselnd. Der Geschichte gelingt es einfach nicht zur Realität durchzubrechen, es bleibt eine sehr theoretische, distanzierte Angelegenheit. Wir bekommen zum Beispiel immer wieder gesagt, dass Meghan und der Ich-Erzähler sich lieben, viel schöner wäre es allerdings gewesen, hätte man uns gezeigt, wie sich diese Liebe nun konkret äußert. Überhaupt bleibt Meghan, wie die restlichen Nebenfiguren ein viel zu flacher Charakter. Ein starkes Ende hätte einiges gut machen können, aber gerade hier trägt Bradford Morrow sehr dick auf und verabschiedet sich von jedweder Glaubwürdigkeit. Unter den Biblio-Thrillern ist für mich persönlich Arturo Pérez-Revertes Der Club Dumas der Primus. Aber von dessen Einfallsreichtum und Unterhaltungswert ist Bradford Morrows Werk dann doch ein ganzes Stück entfernt. Man wünscht sich fast Morrow hätte auf den Krimiteil verzichtet und einfach ein Buch über literarische Fälschungen geschrieben. Denn so erweckt …Mr. Diehl falsche Erwartungen.

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  • Roman- ja, Thriller- nein!

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    JosefineS

    JosefineS

    Ich hüte mich jetzt mal zum wiederholtenmale den Inhalt vom Klappentext abzuschreiben, wer den wissen will, liest bitte den Klappentext selber :)Wenn man das Buch als das betrachtet was drauf steht, nämlich als Roman, ist es sehr gelungen. Der Schreibstil ist sehr Stilvoll gewählt und nicht einfach schnöde dahingeballert. Auf Will´s Leben oder besser Lebensabschnitt, Gefühle, Gedanken und Ängste wird viel eingegangen. Leider bin ich mit Will eher nicht so warm geworden aber das ist bestimmt von Mensch zu Mensch verschieden. Wer hier allesdings wie auf dem Rückeinband einen spannungsgeladenen Thriller erwartet und glaubt das er etwas über die Tödlichen Talente des Adam Diehls erfährt, sollte es ganz klar lassen. Selbst wenn man es einen Kriminalroman nennen wöllte wäre das noch grauenvoll übertrieben. Schade, das unter dem Namen einer sehr bekannten Schriftstellerin so herbe falsche Versprechungen gemacht werden. "Ein brillant geschriebener Roman" bis dahin stimme ich Frau Oates voll und ganz zu, wie es aber zu der Aussage: "...eine fesselnde Lektüre, die einem dem Atem verschlägt." gekommen ist, ist mir doch schleierhaft. So lockt man mehr Kunden zum Kauf aber so enttäuscht man auch viele Kunden. Für mich als Thrillerfan ging der Spaß am lesen leider beim warten auf Spannung arg verloren, als Roman finde ich es rückblickend aber doch recht gelungen.

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    • 3
  • Falsche Erwartungen durch falschen Klappentext

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    Claddy

    Claddy

    04. April 2016 um 18:56

    Adam Diehl, ein Liebhaber und Sammler seltener und wertvoller Bücher, wird in seinem Haus in Montauk überfallen. Seine Hände sind abgehackt worden, außerdem hat er Kopfverletzungen, denen er später erliegt. Seine Schwester Meghan ist mit Will liiert, der ebenfalls Sammler, überdies aber auch ein begabter Fälscher ist. Ein anderer Fälscher, Henry Slader, unterstellt Will das Verbrechen und versucht, ihn zu erpressen.Bradford Morrow taucht den Leser in die Welt der Bibliophilen, der leidenschaftlichen Sammler, der Fälscher und Hehler. Er beschwört verstaubte Antiquariate und schwer beladene Bücherborde herauf und die Menschen, die inmitten erlesener Druckerzeugnisse ihr Glück finden. Der erste Satz des Berichts, den Will als Ich-Erzähler abliefert, hallt nach: „Seine Hände fand man nie.“ Hierauf, auf dem Klappentext und auf der Genrezuweisung basiert die Erwartung, mit dem vorliegenden Buch einen Thriller gehobenen Niveaus vor sich zu haben. Das ist ganz außerordentlich schade, denn sie führt notwendigerweise zu Enttäuschung, schlimmer noch: zu dem Gefühl, getäuscht worden zu sein. Überrascht muss der Leser zunächst feststellen, dass sich die Spannung des ersten Satzes rasch verflüchtigt und Raum gibt für in verschnörkelter Sprache verfasste Beschreibungen vieler wissenswerter Fakten über Bücher und das zwielichtige Geschäft der Fälscher. Dass die Sätze, verschachtelt und voller Genitive, sich den gepriesenen antiquarischen Schätzen andienen, mag dem ein oder anderen Freude bereiten. Ob deshalb der Schreibstil als anspruchsvoll gewertet werden darf, sei dahingestellt. Auf alle Fälle ist er in altmodischer Weise schön, allerdings auch ermüdend.Die Anzahl der Personen ist sehr klein, was trotz der Handlungsorte New York und Irland eine leicht klaustrophobische Atmosphäre, eine Unentrinnbarkeit erzeugt. Nicht immer erscheinen Aktionen und Reaktionen schlüssig und verständlich. Sehr kraftvoll und glaubwürdig hingegen lebt Wills Liebe zu Meghan, die durch die Geschichte trägt, ebenso seine Leidenschaft, durchdachte und perfekte Fälschungen zu schaffen.Hätte man doch nur den Originaltitel „The Forgers“ wörtlich übersetzt: „Die Fälscher“ wäre stimmiger mit dem Leser umgegangen. Vielleicht wäre er ins Sinnieren gekommen über Wesen und Vielschichtigkeit des Begriffs der Fälscherei. Vielleicht hätte er dann auch das Handwerk der Fälscherei als Metapher für einen Lebensentwurf erkennen können.

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  • Kein Thriller und kaum Spannung

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    Vanille

    Vanille

    03. April 2016 um 14:17

    Inhalt:Die Gemeinschaft der Bücherliebhaber ist geschockt, als Adam Diehl, ein zurückgezogen lebender Sammler seltener Bücher, ermordet in seinem Haus in Montauk gefunden wird. In den Wochen danach gelingt es seiner Schwester Meghan nur schwer, zur Normalität zurückzukehren. Zum Glück findet sie Unterstützung bei ihrem Freund Will, der selbst Sammler ist, aber auch ein gewiefter Fälscher von Autographen – Spezialität: Sir Arthur Conan Doyle. Und als die Polizei keinen Verdächtigen ausmachen kann, wird der Fall bald zu den Akten gelegt. Dann aber erhält Will Drohbriefe, scheinbar handgeschrieben von längst verstorbenen Autoren, die jedoch in Wirklichkeit von jemandem stammen müssen, der verstörend viel über den Mord weiß. Will begreift, dass sein eigenes Leben in Gefahr ist, und flüchtet mit Meghan in ein abgelegenes Dorf in Irland. Doch nur allzu bald zeigt sich, dass es nicht so einfach ist, den rachsüchtigen Verfolger abzuschütteln, und es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod.Bewertung:So gut der Klappentext und so enttäuschend das Buch, denn leider kann von Spannung bei dem Roman keine Rede sein. Der Plot beginnt mit dem ersten Kapitel recht vielversprechend und zieht sich dann aber wie Kaugummi bis zum Ende. Wer der Mörder sein muss, ließ sich eigentlich von Anfang an vermuten. Der Fall wird in den letzten paar Seiten spannungslos aufgeklärt. Die Handlung zwischendrin konnte/könnte man praktisch auch überfliegen. Sie ist geprägt von den Paranoia Wills, leider eine recht unsympathische Hauptfigur. Vielleicht aber auch gerade vom Autor so gewollt?Einen Punkt gibt es von mir für den Schreibstil des Autors. Dieser ist wirklich sehr schön, wenn auch anfangs gewöhnungsbedürftig. Allein hierin ließ sich Spaß an dem Buch finden.Wer einen Thriller sucht, ist hier an ganz falscher Stelle. Wer ein seichtes Buch für zwischendrin sucht, könnte hier fündig werden. Einige Mitleser der Leserunde waren durchaus mit dem Buch zufrieden.Da ich kein Fan von Trostpunkten bin, gebe ich nur einen, aber wenigstens ehrlichen Punkt. Die Erwartungen an dem Buch nach dem Klappentext waren einfach andere.

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  • Solider Inhalt, unpassener Klappentext

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    Heldin-mit-Happy-End

    Heldin-mit-Happy-End

    03. April 2016 um 09:51

    Inhalt (laut Klappentext):Die Gemeinschaft der Bücherliebhaber ist geschockt, als Adam Diehl, ein zurückgezogen lebender Sammler seltener Bücher, ermordet in seinem Haus in Montauk gefunden wird. In den Wochen danach gelingt es seiner Schwester Meghan nur schwer, zur Normalität zurückzukehren. Unterstützung findet sie bei ihrem Freund Will, der selbst Sammler ist, aber auch ein gewiefter Fälscher von Autographen - seine Spezialität: Sir Arthur Conan Doyle. Da die Polizei keinen Verdächtigen ausmachen kann, wird der Fall bald zu den Akten gelegt - bis Will plötzlich Drohbriefe erhält, scheinbar handgeschrieben von längst verstorbenen Autoren. Und der mysteriöse Absender weiß verstörend viel über den Mord an Adam Diehl ...Auf der Buchrückseite wird noch versprochen: „Bradford Morrow entführt den Leser mit diesem atemberaubenden literarischen Thriller in die Welt der seltenen Bücher, bevölkert von obsessiven Sammlern, Fälschern und anderen Bibliomanen.“ Bewertung:Lieber Verlag, was hat euch bloß dabei geritten, von einem „atemberaubenden Thriller“ zu sprechen? Mit einem Triller hat dieses Buch so viel gemein wie „Pippi Langstrumpf“ mit einem Sozialdrama. Nach solch einer Buchbeschreibung wie der euren kaufen die meisten Leute dieses Buch mit der Erwartung einen spannenden Kriminalfall und Gänsehaut-Lektüre zu erwerben. Auch, wenn das Buch durchaus spannende Passagen hat und sich im Kern um den ungelösten Mordfall dreht, ist es definitiv kein Thriller oder Krimi, sondern ein eher ruhiger Roman mit Seelenstudie. Im Wesentlichen taucht der Leser tief in die Gedanken- und Gefühlswelt von Will, dem Ich-Erzähler, ein. Der Mordfall spielt zunehmend eine eher untergeordnete Rolle.Will als Erzähler ist eine durchaus spannende Person. Er hat eine dunkle Vergangenheit, die ihn durch den Mord wieder einholt und für ihn ein latentes Bedrohungsgefühl erschafft. Dadurch war er für mich nicht die typische „Erzähler-Vertrauensperson“, der man ungefiltert Glauben bei der Schilderung der Fakten schenkt. Ich war mir nie sicher, wie viel Will verschweigt, wo er Fakten unterschlägt oder was wirklich in ihm vorgeht. Gerade das machte den Lesegenuss aus. Auch gibt das Buch einen ganz interessanten Einblick dahin, wie Will und Meghan Stück für Stück versuchen, sich nach der Tragödie ein neues Leben aufzubauen und wie Will letztlich doch immer wieder von der Vergangenheit eingeholt wird. Als Leser sollte man ein gewisses psychologisches Interesse mitbringen und Freude daran haben, in das Innenleben einer Person hinein zu tauchen. Die eigentliche Handlung plätschert nämlich eher vor sich hin, bietet wenig Höhepunkte und dient hauptsächlich als Vorlage für eine eingehende Betrachtung von Wills Gedanken und Gefühlen.Sehr bereichernd war der tiefe Einblick, den ich in die Welt der Bibliomanen bekommen habe. Will war selber ein gekonnter Handschriftenfälscher, der lange Zeit Widmungen berühmter Autoren in alte Bücher geschummelt und diese dann für viel Geld verkauft hat. Durch dieses Handlungssetting bekommt das Buch eine ganz besondere „bibliophile“ Atmosphäre. Außerdem erfährt man einiges viel über den Handel mit Büchern und die Kunst des Fälschens.Punktabzug gibt es bei mir für das Ende, das sich zwar im Verlauf des Buches immer mal wieder angedeutet hat, für mich aber nicht wirklich stimmig zu den Charakteren passt.Fazit: Ein ruhiges, sprachlich sehr gelungenes Buch für alle, die sich gern tief mit der Persönlichkeit eines Charakters auseinandersetzen und gerne mehr über den Handel mit alten Büchern lernen. Definitiv kein Thriller – Hände weg, wer das erwartet.

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  • Mörderische Absichten

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    Legeia

    Legeia

    Klappentext:Die Gemeinschaft der Bücherliebhaber ist geschockt, als Adam Diehl, ein zurückgezogen lebender Sammler seltener Bücher, ermordet in seinem Haus in Montauk gefunden wird. In den Wochen danach gelingt es seiner Schwester Meghan nur schwer, zur Normalität zurückzukehren. Zum Glück findet sie Unterstützung bei ihrem Freund Will, der selbst Sammler ist, aber auch ein gewiefter Fälscher von Autographen – Spezialität: Sir Arthur Conan Doyle. Und als die Polizei keinen Verdächtigen ausmachen kann, wird der Fall bald zu den Akten gelegt. Dann aber erhält Will Drohbriefe, scheinbar handgeschrieben von längst verstorbenen Autoren, die jedoch in Wirklichkeit von jemandem stammen müssen, der verstörend viel über den Mord weiß. Will begreift, dass sein eigenes Leben in Gefahr ist, und flüchtet mit Meghan in ein abgelegenes Dorf in Irland. Doch nur allzu bald zeigt sich, dass es nicht so einfach ist, den rachsüchtigen Verfolger abzuschütteln, und es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod. Bradford Morrow entführt den Leser mit diesem atemberaubenden literarischen Thriller in die Welt der seltenen Bücher, bevölkert von obsessiven Sammlern, Fälschern und anderen Bibliomanen. Der Autor:Bradford Morrow, geboren 1951 in Baltimore, studierte englische Literatur an der Universität von Colorado und in Yale. Seit 1981 ist er Herausgeber der Zeitschrift Conjunctions und unterrichtet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit am Bard College. Bradford Morrow hat zahlreiche Romane und Lyriksammlungen veröffentlicht. Er lebt in New York.Meine Meinung:Adam Diehl ist ermordet worden. Der Erzähler Will, der mit Adams Schwester Meghan liiert ist, selbst ein Fälscher und Sammler, rückt auch in den Fokus der Ermittlungen. Auch wenn er einen "guten" Grund hat, Adam umgebracht zu haben, wäre er zu so einer Tat fähig? Und wer schickt ihm Drohbriefe, sodass er um seine Existenz fürchten muss? Leider hat mir dieses als Thriller angepriesene Buch nicht sehr gut gefallen; mir war es zu langatmig und auch die Thrillerelemente ließen sich nicht finden. Im Gegenteil, es gab viele Rückblenden, und um den Mord ging es kaum. Ich würde es eher als Krimi sehen, wobei mir dabei auch wieder der kontinuierliche Spannungsbogen fehlte.Der Schreibstil ist besonders und die Geschichte nicht schnell zu lesen, dazu muss man sich konzentrieren - aber auch das vermag es nicht, Spannung aufzubauen.Im Prinzip geschieht nicht wirklich viel. Was mir gefallen hat, waren die Verweise auf Sir Arthur Conan Doyle und den Einblick in die Fälscherszene. Das Ende war - für mich - leider vorhersehbar und mit keinen großen Überraschungen gespickt. Schade.3 Sterne.

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    • 3
  • Interessant trotz verwirrender Genre

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. April 2016 um 18:24

    Die Gemeinschaft der Bücherliebhaber ist geschockt, als Adam Diehl, ein zurückgezogen lebender Sammler seltener Bücher, ermordet in seinem Haus in Montauk gefunden wird. In den Wochen danach gelingt es seiner Schwester Meghan nur schwer, zur Normalität zurückzukehren. Zum Glück findet sie Unterstützung bei ihrem Freund Will, der selbst Sammler ist, aber auch ein gewiefter Fälscher von Autographen – Spezialität: Sir Arthur Conan Doyle. Und als die Polizei keinen Verdächtigen ausmachen kann, wird der Fall bald zu den Akten gelegt. Dann aber erhält Will Drohbriefe, scheinbar handgeschrieben von längst verstorbenen Autoren, die jedoch in Wirklichkeit von jemandem stammen müssen, der verstörend viel über den Mord weiß. Will begreift, dass sein eigenes Leben in Gefahr ist, und flüchtet mit Meghan in ein abgelegenes Dorf in Irland. Doch nur allzu bald zeigt sich, dass es nicht so einfach ist, den rachsüchtigen Verfolger abzuschütteln, und es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod. Bradford Morrow entführt den Leser mit diesem atemberaubenden literarischen Thriller in die Welt der seltenen Bücher, bevölkert von obsessiven Sammlern, Fälschern und anderen Bibliomanen.Mir hat das Buch schon gefallen, vor allem die Szenen mit den Fälschern, weil es mal etwas anderes ist und nichts alltägliches. Es ist aber Ansichtssache,  ob einem das Buch gefällt oder nicht. Da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden :D

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  • Die Fälscher

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    klaraelisa

    klaraelisa

    Adam Diehl, ein Sammler wertvoller alter Bücher, wird in seinem Haus in Montauk überfallen. Der Angreifer hackt ihm beide Hände ab und zerstört wertvolle Sammlerstücke. Adams Schwester Meghan ist mit einem Mann befreundet, der die gleichen Interessen hat wie Adam. Seinen Namen erfährt der Leser beiläufig erst in der Mitte des Romans: Will. Er ist zugleich der Ich-Erzähler, der berichtet, was vor und nach dem Mord geschah. Die beiden Männer waren keine Freunde, sondern Rivalen auf ihrem Interessengebiet – Arthur Conan Doyle – und Rivalen um Meghans Liebe. Adam versucht, die Verbindung mit allen Mitteln zu hintertreiben. Eine Zeit lang verdächtigt Will Adam auch, ebenfalls ein Fälscher zu sein und hinter den Drohbriefen in der Handschrift des Schriftstellers Henry James und der Anzeige wegen seiner Fälschertätigkeit zu stehen, die ihn schließlich ruiniert. Die Polizei schließt die Ermittlungen im Mordfall Diehl zunächst ergebnislos ab. Adam und Meghan verlassen New York und ziehen in eine irische Kleinstadt. Dann erhält Will neue Drohbriefe von demselben Verfasser in der charakteristischen Schrift von Arthur Conan Doyle und wird auf andere perfide Weise unter Druck gesetzt. Inzwischen weiß Will, wer der Erpresser ist, der ihn beschuldigt, Adam Diehl getötet zu haben. Er will ihn zwingen, wieder als Fälscher zu arbeiten und dadurch seine angeblichen Schulden abzuzahlen. Will kann niemandem mehr vertrauen. Die Dinge spitzen sich dramatisch zu. Alle Informationen erhält der Leser ausschließlich durch Will, der mehr zu verbergen als preiszugeben scheint. Er deutet immer wieder an, dass es Dinge gibt, die nicht ans Licht kommen dürfen, und will auf jeden Fall verhindern, dass die schlafende Bestie geweckt wird, die Polizei den Mord doch noch aufklärt (S. 147). Als Leser hat man den Eindruck, dass Will ein unzuverlässiger Erzähler ist, obwohl oder gerade weil er explizit behauptet: „Nichts von alledem habe ich mir ausgedacht.“ (S. 163). Will ist kein besonders sympathischer Charakter, nicht nur weil er offensichtlich einiges zu verbergen hat. Er leidet nicht gerade unter falscher Bescheidenheit. Von seinem kreativen Können ist er zeitweise so überzeugt, dass er glaubt, der Menschheit mit seinen Fälschungen etwas Gutes zu tun. Immerhin erschafft er etwas Schönes, das es ohne ihn nicht gegeben hätte. Wenn er sich mit der Frage nach Wahrheit und Wirklichkeit auseinandersetzt, kommt er mit einiger Anmaßung zu dem Schluss, dass Fälschungen durch ihre bloße Existenz schließlich ebenfalls wirklich sind und ein gewisses Maß an Authentizität erwerben. Will fühlt sich zutiefst schuldig, leidet unter Schlaflosigkeit und Albträumen und verschweigt seiner Frau Meghan über lange Zeit, wer und was ihn und sie bedroht. Der Leser wird aus dieser Figur nicht so recht schlau, fragt sich fortwährend, inwieweit er ihm trauen kann. Dies trägt wesentlich zum Aufbau von Spannung bei. Spannend ist auch die sachkundige, detailreiche Darstellung des Milieus der von ihrer Leidenschaft besessenen Sammler und Fälscher. Insgesamt bietet der Roman glänzende Unterhaltung. Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Thema Sorgfalt. Laut Klappentext wurde Adam Diehl in seinem Haus in Montauk ermordet aufgefunden. Wurde er nicht. Er starb zehn Tage später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Das größere Ärgernis ist für mich der völlig unpassende deutsche Titel. Will lässt keine Gelegenheit aus, seine Verachtung für Adam Diehls handwerkliche Fähigkeiten zu zeigen. Für ihn war Diehl nicht einmal ein zweitklassiger Fälscher, sondern lediglich ein dilettantischer Schreiberling. Worin hätten dann also seine tödlichen Talente bestanden? Was sprach dagegen, statt des Titels „Die tödlichen Talente des Mr. Diehl“ „Die Fälscher“, die Übersetzung des Originaltitels „The Forgers“ zu nehmen?

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    • 3
  • Eloquenter Roman im falschen Genre

    Die tödlichen Talente des Mr. Diehl
    DavidPawn

    DavidPawn

    01. April 2016 um 07:14

    Ich fange mal mit dem Ende an. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich werde vier Sterne vergeben. Einen Stern ziehe ich ab, allerdings darum, weil irgendein Mensch in einem Büro der Marketingabteilung des Verlages unbedingt „Thriller“ auf den Bucheinband drucken lassen musste. Wahrscheinlich verkauft sich ein Buch mit dem Genre „Kriminalroman“ nicht so gut. Aber genau um so ein Objekt handelt es ich im Falle dieses Bandes. Dem Autor ist  ein ausgezeichneter Krimi im Stile der guten, alten Schule gelungen, als Sherlock Holmes und Hercule Poirot noch weise Reden schwingend ermittelten. Außerdem gewährt das Buch Einblick in eine Bücherwelt, die wohl den meisten LovelyBooks-Leser unbekannt ist, auch wenn sie zu Hause ihre Wände mit Büchern bedecken. Eine Welt, in der Bücher nicht Lesestoff, sondern Geldanlagen sind, die man statt in Regalen in Tresoren verstaut. Es geht nicht um den Inhalt, den geschriebenen Text, sondern jene wenigen geschriebenen Worte auf einem Vorsatzblatt, die ein Buch unschätzbar wertvoll machen. Will, der Held der Geschichte, fälscht solche Artefakte vergangener Zeiten. Dabei zieht er sich den Zorn der Konkurrenz zu. So ist wohl die Voraussetzung der Geschichte. Daraus entspinnt sich ein sprachlich hochwertiges Buch voller Überraschungen. Gewiss ist es gemächlicher, weniger reißerisch als Thriller heutiger Zeit, aber dennoch fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Ich danke, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte und wünsche Autor und Verlag viel Erfolg. 

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