Bradley Birkenfeld Des Teufels Banker

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Inhaltsangabe zu „Des Teufels Banker“ von Bradley Birkenfeld

Schweizer Nummernkonten und Offshore-Vehikel – Bradley Birkenfeld war Meister im Spiel um Millionen, die er für vermögende Kunden in den Untiefen des Schweizer Bankensystems versteckte. Für die Schweizer Großbank UBS jettete er um die Welt, traf sich mit den Schönen und Reichen und half, deren Vermögen vor den Steuerbehörden oder den Ehe- und Geschäftspartnern zu verbergen. Ein Leben wie in einem James-Bond-Film, mit schnellen Autos, attraktiven Frauen und mehr Geld, als man in einem Leben ausgeben kann.

Als er Wind davon bekam, dass ihn die UBS für genau jene so lukrativen Tätigkeiten als Sündenbock opfern wollte, brach er sein Schweigen und wandte sich als Whistleblower an die US-Regierung. Aber anstatt auf offene Ohren zu stoßen, wurde er als Verschwörungstheoretiker abgestempelt – das Justizministerium versuchte, ihn mundtot zu machen. Doch Birkenfeld ließ sich nicht einschüchtern und gab seine Informationen an den US-Senat sowie die Aufsichts- und Steuerbehörden weiter. Das hochbrisante Material führte zu Steuernachzahlungen von bisher 15 Milliarden Dollar und letzten Endes zum Fall des Schweizer Bankgeheimnisses. Dafür nahm er sogar 30 Monate Gefängnis in Kauf.

2012, wieder in Freiheit, gewährte ihm die Bundessteuerbehörde eine Belohnung von 104 Millionen Dollar, die größte jemals an einen Whistleblower ausbezahlte Belohnung. In »Des Teufels Banker« erzählt Bradley Birkenfeld erstmals die wahre Geschichte und gibt einen einmaligen und gleichsam schockierenden Einblick in eine Welt, in der Diskretion alles bedeutet.

Ich erfuhr, dass es "oben" noch schlimmer zugeht als ich angenommen hatte. Was aber soll ich von Whistleblowers halten...? Deprimierend

— Alice-33

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    Des Teufels Banker

    R_Manthey

    12. October 2017 um 12:02

    An der rechten Hand ein dicker Klunker, links eine fette Uhr, die Zigarre lässig im Mund und ein breites Grinsen übers ganze Gesicht. Die Geschichte dieses einzigartigen Helden ist kurz erzählt:Bradley C. Birkenfeld legte sich schon einmal mit einer US-Bank an und hatte deshalb schlechte Karten für einen weiteren Karriereschub auf amerikanischem Boden. Also zog es ihn die Schweiz. Und dort landete er nach einiger Zeit bei der UBS. Die gehört zu den großen Spielern, die scheinbar machen können, was sie wollen, weil ihr Untergang angeblich nicht möglich ist. Birkenfelds Spezialgebiet war die Akquise von reichen US-Bürgern, die dringend Teile ihres Geldes vor den US-Steuerbehörden auf Schweizer Nummernkonten verstecken wollten. Das Geschäft lief blendend für Bradley C. Birkenfeld. Was man so an Klischees über dreiste Banker kennt, war für ihn gelebte Realität. Fette Autos, Immobilien und Frauen. Und natürlich dicke Boni – halt das ganze Programm.Dann aber entdeckte ein Kollege im Intranet der UBS ein Dokument, das alles das, was er in Schulungen zur Kundenakquise innerhalb der Bank gelernt hatte, verbot. Clever, wie Bradley nun mal ist, verstand er den Sinn dieses Dokuments sofort: Sollte er in den USA bei seinen illegalen Anwerbeversuchen erwischt werden, konnte sich die Bank hervorragend herausreden. Sie würde ihn einfach fallenlassen. Das wurde ihm erst richtig klar, als er seine Vorgesetzten darauf ansprach. Daraufhin ersann Bradley eine neue Strategie, denn das nun entstandene Risiko wurde ihm zu groß. Er kündigte. Natürlich reichte das noch nicht aus, denn im schlimmsten Fall konnte er dennoch belangt werden, sollte tatsächlich herauskommen, was er getan hatte. Also beschloss er die UBS bei den amerikanischen Behörden auffliegen zu lassen. Damit konnte er den ihm eigenen Gerechtigkeitsgefühlen endlich freien Lauf lassen.Nach seinen Vorstellungen sollte er für seinen unglaublichen Mut (schließlich würde er für seinen Geheimnisverrat in der Schweiz im Knast landen) in den USA straffrei bleiben und obendrein noch einen Anteil an den nach seinen Offenbarungen in die USA zurückfließenden Beträge erhalten. Eigentlich eine extrem clevere Strategie, denn so konnte der gute Bradley gleich zweimal verdienen, einmal am Steuerbetrug und dann an dessen Aufdeckung. Leider klappte das nicht ganz so, wie es sich Bradley ausgemalt hatte. Immerhin jedoch kassierte er tatsächlich knapp 76 Millionen US-Dollar (nach Steuern) für seine unfassbare Heldentat. Dafür jedoch verknackte ihn ein US-Richter zu einigen Monaten Knast wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Obwohl seine Anwaltskosten ihn bis zur Auszahlung seiner Heldendividende nach eigener Darstellung eigentlich in die Pleite getrieben hatten, könnte Bradley nun mit einer solchen Entschädigung und der Vermarktung seiner Geschichte sicher prima bis ans Ende seiner Tage leben, wenn er die Hände in den Schoß legen würde.Verständlich ist wohl, dass einige Zeitgenossen Bradley und seine selbstgerecht erzählte Story für widerlich halten. Die ganze Geschichte besitzt jedoch auch den Charakter einer sehr informativen Offenbarung, was sie jenseits von moralischer Entrüstung durchaus lesenswert macht. Erstens legt Birkenfeld die Praktiken von Großbanken offen, die sich jenseits von Recht und Gesetz wähnen. Und zweitens kann man verstehen, wieso sich diese kriminelle Energie überhaupt freie Bahn schaffen kann. Birkenfeld deutet in seinem Buch an mehreren Stellen an, wie korrupt das politische System in den USA ist. Seine Verurteilung hätte nicht sein müssen, weil das Justizministerium dies hätte verhindern können. Doch der dortige Staatsanwalt informierte sogar die UBS über Birkenfelds Verrat. Vermutlich parkten nicht wenige Leute aus dem politischen Establishment Geld in der Schweiz. Im Buch findet man übrigens auch sehr interessante Bemerkungen zur Clinton Foundation. Oder zur Anwaltschaft in der Schweiz und den USA. Wenn alle bedeutenden Kanzleien Kunden der UBS sind, dann wird es schwer, eine zu finden, die einem gegen sie hilft. Konkretes sollte man dazu allerdings nicht erwarten, schließlich ist der gute Bradley nicht dumm und schon gar nicht lebensmüde.Kurz gesagt: Dies ist ein sehr aufschlussreiches Buch, wenn man die Verbindungen von Banken und Politik und die Machenschaften von Finanzgiganten verstehen will. Es enthüllt nichts, was man nicht auch sowieso schon geahnt hätte. Allerdings hebt es die Vermutung über die Schwelle ins Reich der Tatsachen.

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