Dracula

von Bram Stoker 
4,2 Sterne bei850 Bewertungen
Dracula
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Positiv (696):
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Ein tolles Buch und ein absolutes Muss für Fans des Blutsaugers.

Kritisch (34):
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2,5 Sterne. Am Anfang sehr langezogen, erst ab der Hälfte des Buches interessanter. Hab mehr erwartet!

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Inhaltsangabe zu "Dracula"

Fritz Murnaus ›Nosferatu‹, Roman Polanskis ›Tanz der Vampire‹ – neben Frankenstein zählt der Fürst der Finsternis zu den klassischen Helden des Horrorfilms. Grundlage aller Adaptionen und Varianten ist der berühmteste Vampirroman der Weltliteratur: Bram Stokers ›Dracula‹. Vom düsteren Karpatenschloss über den Pfahl, der dem Opfer ins Herz gerammt werden muss, bis hin zu Draculas Gegner, dem genialen Professor Van Helsing: Stokers effektvoller Grusel-Roman, der hier in der Erstübersetzung vorgelegt wird, hat die Weichen für das gesamte Vampir-Genre gestellt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596512324
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:736 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:15.05.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 31.03.2011 bei Anaconda Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    anchsunamuns avatar
    anchsunamunvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch und ein absolutes Muss für Fans des Blutsaugers.
    Der Urvampir

    Mit diesem Buch fing meine Liebe zu Dracula an und in gewisser Weise ist Bram Stoker Schuld, dass ich fast jeden Film gesehen habe und unendliche viele Bücher dazu las.

    Zum Inhalt:

    Jonathan Harker, ein Londoner Rechtsanwalt, wird von Graf Dracula in sein Schloss gebeten um ihm bei der Abwicklung eines Hauskaufes zu helfen. Am Anfang findet Jonathan den Grafen sogar sympathisch, doch bald tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf. Der Graf hat kein Spiegelbild, er kann kein Blut sehen und wieso darf Jonathan am Tag seine Räumlichkeiten nicht verlassen? Nach und Nach beginnt Jonathan sich zu fürchten. Dennoch hilft dem Grafen nach London zu kommen. Als hier seine Verlobte Mina und deren Freundin in den Bann des Grafen geraten, holt die Famile Dr. van Helsing zur Hilfe. Dieser erklärt ihnen, dass Rettung nur durch den Tod des Vampirs kommen kann.

    Dieser Roman hat alles, Liebe, Abenteuer, Reise, Krimi und dass ein Erzähler fehlt, verleiht dem ganzen etwas einzigartiges.

    Ich kann das Buch nur empfehlen.



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    Szackas avatar
    Szackavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Intelligent und vielseitig geschrieben. Lediglich das Ende hat mich ein wenig enttäuscht
    Die vorgezogene Rettung des Vampir-Mythos

    Bram Stokers Dracula ist nicht ohne Grund ein absoluter Klassiker der Grusel-/Schauerliteratur. Immer wieder wechselt er zwischen verschiedenen Perspektiven, indem er nur die fiktiven Tagebuchausschnitte seiner Protagonisten zeigt. Das hilft seiner Geschichte ungemein weiter, da er den Leser ebenso ratlos wie seine Charaktere zurücklassen kann.

    Typisch britischer Humor und fein ausgearbeitete Charakterzüge runden den Roman ab. Lediglich das Ende erschien mir ein wenig zu einfach, auch wenn es in seiner Logik absolut folgerichtig war. 

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    K
    Karambavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Schreibstil. Es wird nie direkt aus Sicht Draculas Sicht erzählt sondern stets indirekt über ihn durch Berichte seiner Opfer
    Faszinierender Klassiker

    Für jeden Fantasyfan, der sich zur dunklen Seite hingezogen fühlt ein Muss! Durch Stokers Erzählweise ist es aber auch für jeden, der sich mir den Gerüsten und Techniken des Schreibens auseinandersetzt sehr lehrreich. 

    Und eben einfach ein Klassiker, den man zumindest einmal gelesen haben muss. 

    Vor Allem für Leute geeignet, die den "guten altmodischen Vampir" bevorzugen und nichts von Vegetariern oder Glitzerquatsch halten. 

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor 7 Monaten
    Ein ganz starker Klassiker

    Das Klassiker nicht immer super toll sind ist mir schon öfters aufgefallen. Ich kann bis heute mit „Das Bildnis des Dorian Gray“ ziemlich wenig anfangen. Das es auch anders geht zeigt Bram Stoker mit seinem berühmten Buch „Dracula“. Das ist nämlich im Gegensatz zu Oscar Wilds Büchlein ein richtiger Volltreffer. Es hat mir richtig viel Spaß gemacht diese Geschichte mal zu lesen. Ich habe den Film schon öfters gesehen aber bin froh, dass das Buch, anders als der Film keine Hollywood Romanze beinhaltet. Ansonsten ist der Film aber schon ganz gut. Das Buch lohnt sich auf jeden Fall. Es wird in Form von Briefen, Reiseberichten und sonstigen Korrespondenzen erzählt. Ich mag diese Art der Erzählung sehr. Wirkt beim lesen einfach nochmal „echter“. Das letzte Drittel war mir persönlich etwas lang gezogen. Aber es ist nicht so als hätte ich Langeweile gehabt. Für mich ein richtiges Highlight und so hatte ich einfach ganz viel Spaß beim lesen. Wie sieht´s bei euch aus? Lest ihr gerne Klassiker und wenn ja was habt ihr in letzter Zeit gelesen? Von welchem Klassiker habt ihr euch begeistern lassen? Welcher hat euch enttäuscht? 
    Dracula ist jedenfalls ein super Buch :) 

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    Schnutsches avatar
    Schnutschevor 9 Monaten
    Dracula

    Dieses Buch habe ich eines Tages in einem Bücherschrank entdeckt. Da es mich seit einiger Zeit zunehmend interessiert, originale Geschichten zu lesen, bzw die originalen Vorlagen zu Verfilmungen, musste ich es unbedingt mitnehmen. Außerdem hat mir auch die Optik des Covers sehr gut gefallen. Ich muss sagen, außer das, was jeder über Graf Dracula weiß, wusste ich garnichts über das Buch. Den Klappentext habe ich mir auch gespart und gleich begonnen zu lesen. Ohne Erwartungen, einfach nur gespannt was mir Bram Stoker erzählen möchte. Das Buch ist in einzelne Kapitel eingeteilt, die jeweils nochmal in kurze Abschnitte unterteil sind, zum Beispiel Tagebucheinträge verschiedener Personen, die im Gesamten die komplette Geschichte ergeben. An der Sprache merkt man, dass die Geschichte vor vielen, vielen Jahren geschrieben wurde. Ich habe mir viel Zeit beim Lesen gelassen und es genossen die Geschichte Stück für Stück zu entdecken. Das Ende war natürlich nicht besonders überraschend, aber das wusste ich ja von Anfang an. :D Sehr faszinierend fand ich Mina Harker, wenn man mal bedenkt, wann das Buch geschrieben wurde. Also ich fühlte mich auf jeden Fall gut unterhalten und freue mich darüber, einen weiteren berühmten Klassiker gelesen zu haben. 

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    Nenaties avatar
    Nenatievor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannender und lesenswerter Klassiker
    Ein Vampyr Klassiker

    Inhalt
    Der Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist nach Transsylvanien um dort als Vertreter seiner Anwaltskanzlei Geschäfte für den Grafen Dracula abzuwickeln. Dieser Graf möchte nach London auswandern, wo er schon ein Haus erworben hat, und möchte die rechtlichen Details nun mit seinem Anwalt klären.
    Schon bei seiner Ankunf erlebt Harker allerhand seltsamen, die Anwohner scheinen sehr abergläubisch zu sein und den Grafen zu fürchten. Harker nimmt die Warnungen nicht ernst und reist zum Schloss, dort geschehen dann allerhand seltsame Dinge. Der Graf scheint nicht das zu sein was er vorgibt.

    Meinung
    Nach langem endlich wieder Dracula gelesen. Ich hatte es vor Jahren mal, konnte mich aber nichtmehr an alle Details erinnern. Und mehr Klassiker wollte ich eh lesen.

    Der Roman hat keinen typischen Erzähler, er liest sich mehr als eine Dokumentation. Die Geschichte wird Anhand von Tagebucheinträgen, Briefen, Zeitungsartikeln und anderen Aufzeichnungen erzählt.
    Die Geschichte beginnt sehr unspektakulär und es werden immer mehr Fragen aufgeworfen. Dann wird es aber wieder spannend und alles kommt zu einem runden Ende. Wobei gegen Ende hin das Lesen etwas anstrengend wurde, durch die unterschiedlichen Tagebuchschreiber liest man einige Situationen mehrmals. Die Wiederholungen bremsen den Lesefluss sehr aus. Und das Ende wurde dann recht flott abgehandelt.
    Wer eine blutrünstige Geschichte erwartet ist hier falsch, es gibt wenige blutige Details. Stoker spielt mehr mit der Amtosphähre und der Psychologie.

    Die Charaktere wirken alles sehr ähnlich, alle sind nett, sehr führsorglich und haben das gleiche Ziel. Und sind sehr sterotypisch. Ich muss auch zugeben, van Helsing hat mich ab und an genervt mit seinen Monologen. Er redet teilweise so ufassbar viel und sagt dabei eigentlich nichts.

    Der Stil ist sehr schön zu lesen, tweilwese auch sehr ausschweifend. Die Beschreibungen der Landschaften und Gebäude sind sehr atmosphärisch und detialiert.

    Trotz kleinerer Kritikpunkte ein lesenswerter Klassiker.

    Anmerkung zur Ausgabe: Wenn ihr auf das Cover klickt kommt ihr zur Neuausgabe des dtv Verlag von 2014 mit einer Neuübersetzung. Die Ausgabe die ich gelesen habe gibt es nichtmehr bei dtv. Wer gerne noch die alte Übersetzung lesen mag findet eine aktuelle Ausgabe beim Fischer Verlag.

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    Moonwishess avatar
    Moonwishesvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Klassiker als leichte Literatur - großartig!
    Schaurig und gruselig - Graf Dracula

    Jeder kennt ihn, jeder hat von ihm gehört - Graf Dracula.
    Er ist der berühmteste Vampir der Welt und geschaffen aus der Feder von Bram Stoker.

    Jonathan Harker ahnt nichts böses als er seine geliebte Mina verlässt um dem Grafen Dracula in Transsilvanien geschäftlich zu besuchen. Doch kaum ist er in diesem sonderbaren Land verhalten sich die Bewohner seltsam und merkwürdig wenn er ihnen sagt wohin es gehe. Und als er beim Grafen selbst erscheint, nehmen die sonderbaren Ereignisse noch weiter zu.
    Aber selbst als er wieder zuhause in London ist, ist die Gefahr, die von diesem Wesen ausgeht, nicht beseitigt.

    Man muss einfach den wunderbaren Schreibstil loben. Die Geschichte wird erzählt durch die Tagebucheinträge der Hauptcharaktere, Zeitungsartikeln, Briefen und Telegrammen. Die Geschichte beginnt sehr unklar und als Leser wird einem das Gefühl gegeben mit jedem Eintrag diese Geschichte ein wenig mehr zusammen setzen zu können.

    Leider stört mich, dass die Charaktere an sich kaum eine eigene Persönlichkeit haben. Sie sind alle sehr liebevoll und fürsorglich, bemüht um das große Ganze und verfolgen ein und das selbe Ziel. In der Übersetzung die mir vorlag, hatte ich nicht einmal das Gefühl, dass die Tagebucheinträge der verschiedenen Personen anders verfasst wurden.
    Das machte es natürlich leichter von einer Person zur nächsten zu wechseln, verlor aber leider auch an Persönlichkeit.
    Selbst jetzt, nach den ganzen 500 Seiten, habe ich nicht das Gefühl die Charaktere wirklich differenzieren zu können. Wäre eine Person mehr oder weniger dabei gewesen, es wäre nicht sonderlich aufgefallen.

    Doch trotz dieses Makels bin ich froh dieses Buch in meiner Bibliothek zu besitzen und so ein bedeutendes Stück Literatur gelesen zu haben.
    Die Geschichte hat mich sehr gefesselt und die Seiten flogen nur so dahin. Dracula ist ein Roman der in diesem Genre wahrscheinlich nicht seines gleichen findet wird.

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    Azalees avatar
    Azaleevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Bram Stokers "Dracula" - Vorbild für alle weiteren Vampirroman und haufenweise Filme. Eine gute Vorlage haben sie sich allemal gesucht.
    Vorlage für den Vampirkult, spannend, ohne großes Blutvergießen

    Dracula stand schon länger auf meiner Liste, als ich es dann für die Uni lesen musste, war auch klar: jetzt wird Dracula gelesen.

    SCHREIBSTIL:
    Bram Stoker reiht verschiedene Tagebucheinträge von Jonathan und Mina Harker und Dr. Seward aneinander, die im Ganzen die Geschichte von Dracula erzählen. Das Buch ist gut verständlich, auch wenn die Sprache teilweise natürlich etwas veraltet ist.

    HANDLUNG:

    Jonathan Harker muss in Transsylvanienen Graf Dracula besuchen, um mit ihm einen Hausverkauf abzuschließen. Schnell merkt er, dass etwas nicht stimmt, schließlich versucht er zu fliehen.
    In England verbringt währnddessen seine Frau Mina Zeit mit ihrer Freundin Lucy. Irgendwann reist Mina wieder ab und Lucy erkrannt. Dr. Seward, ein befreundeter Arzt, ist ratlos und holt seinen Freund Van Helsing zu Hilfe. Der erkennt ziemlich schnell, was Lucy für eine Krankheit hat. Gemeinsam mit zwei weiteren Freunden und später dem Ehepaar Harker beschließen die beiden, das Übel auszurotten und starten ihren Kampf gegen Graf Dracula. Der ist nämlich mittlerweile auch in London angekommen und stiftet dort allerhand Unruhen.

    FIGUREN:

    Die Figuren sind meist sehr stereotypisch gezeichnet, sodass die Unterscheidung in gut - böse; Mann - Frau etc. sehr leicht fällt.

    FAZIT:

    Dracula zählt definitv zu den Klassikern der Literatur, stand es doch für so viele andere Vampirbücher und Filme Pate. Wer hier eine blutrünstige Geschichte erwartet ist allerdings falsch, stattdessen spielt Dracula vielmehr mit dem psychologischen Aspekt, die blutigen Szenen werden (natürlich auch der Zeit geschuldet) eher angedeutet als detailliert beschrieben.
    Teilweise hat das Buch einige Längen, ist aber insgesamt überzeugend, vor allem wenn man auch noch die Hintergründe dazu betrachtet.

    Kommentare: 1
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    LaLectures avatar
    LaLecturevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Düster, unheimlich und faszinierend - Sehr gelungener Gruselroman!
    ​ Düster, unheimlich und faszinierend - Der wohl berühmteste Vampirroman

    Hinweis. Diese Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe.



    Inhalt

    Der Rechtsanwalt Jonathan Harker reist im Auftrag seines Chefs nach Rumänien zu dem Grafen Dracula, der in London ein Haus zu kaufen wünscht. Zwar ist der Graf äußerst höflich, doch nach und nach wird er Jonathan auch unheimlich, bis dieser erkennt, dass er in eine Falle getappt ist. Eine tödliche Falle.

    Einige Zeit später besucht Jonathans Verlobte Mina ihre gute Freundin Lucy, der es nicht gut zu gehen scheint. Sie schlafwandelt, hat Albträume und wird zunehmend blasser und schwächer. Verzweifelt versucht der mit Lucy befreundete Arzt John Seward, die Ursache für dieses medizinische Phänomen zu finden und ruft sogar seinen Freund, den überaus talentierten Doktor Van Helsing zur Hilfe.


    Meinung


    Für die düsteren Herbsttage hatte ich mir endlich einen Klassiker vorgenommen, den ich schon lange einmal lesen wollte: "Dracula", der zwar nicht der erste, wohl aber der bekannteste Vampirroman ist.
    Und ich wurde wahrlich nicht enttäuscht, wenn auch das ein oder andere mal überrascht.

    Das Buch ist aufgemacht als eine Sammlung von Tagebucheinträgen, Briefen und einigen wenigen Zeitungsartikeln. Dadurch bekommen wir neben den drei Figuren, die die Geschichte hauptsächlich erzählen (Jonathan, Dr. Seward und Mina), auch ab und zu noch andere Hinweise, die den Hauptfiguren zunächst noch unbekannt sind.
    Doch alleine durch die drei großen "Hauptperspektiven" gelingt es Bram Stoker fabelhaft, Spannung aufzubauen und seiner Leserschaft Stück für Stück das Unheil zu verdeutlichen, das seine Figuren erwarten wird.
    So reist man zunächst mit Jonathan nach Transsilvanien, wo man den Grafen das erste Mal trifft, doch bald schon verlagert sich die Handlung nach England, wo sich mysteriöse Dinge abspielen, die Jonathan vielleicht erklären könnte, wüsste er davon. Doch da diese Handlung zunächst unabhängig von der anderen verläuft, ahnen die anderen Figuren tragischerweise noch nicht das, was die Leserschaft bereits vermutet.
    Als Leser*in ist man oft den Figuren ein Stück voraus und ahnt schon, was auf sie zukommt, doch am Ende, als dann alle Figuren in etwa auf dem gleichen Wissensstand, wird man auch noch einmal richtig auf die Folter gespannt und kann mir den Charakteren mitfiebern.
    Dennoch ist das Buch leider auch ab und zu von sehr langatmigen Stellen durchzogen, in denen beispielsweise Van Helsing Monologe hält oder die Figuren sich auf etwas vorbereiten. Umso überraschender kommt da das doch recht abrupte Ende, das mir etwas zu knapp gehalten war.

    Unterstützt wird dieser gelungene Spannungsaufbau durch den stimmungsvollen und unheimlichen Schreibstil Bram Stokers. Der Autor versteht es, düstere Orte und gruselige Personen wie den Grafen so anschaulich zu beschreiben, dass man sich wunderbar in die Figuren und ihre Ängste hineinversetzen kann.
    Auch als erfahrene Englisch-Leserin hat mich der Roman jedoch manchmal sprachlich "erschlagen", denn in Kombination mit der altmodischen Sprache und einigen ungewohnten Dialekten und Akzenten der Figuren konnten die ausführlichen Beschreibungen und Monologe mich ab und zu etwas überfordern.
    Übertreiben tut Stoker es meinem Gefühl nach dafür aber mit emotionalen Situationen, denn das Buch strotzt auch nur so vor Zuneigungsbekundungen Gefühl jeder Figur gegenüber jeder anderen und ständig bricht jemand für Rührung oder Angst in Tränen aus. Selbst die "stärken Männer" sind bei Stoker extrem emotional, was für diese Zeit wohl eher ungewöhnlich gewesen sein durfte.

    Die Figuren des Romans sind eine weitere große Stärke, denn sie sind alle sehr verschieden und interessant, wobei leider nicht alle Nebenfiguren so ausführlich vorgestellt werden wie andere.
    Besonders positiv überrascht war ich von der Figur der Mina, einer selbstbewussten, mutigen und intelligenten Frau, die für viele Teile der Handlung sehr wichtig ist und von den männlichen Figuren dafür auch sehr wertgeschätzt wird.
    Auch der kauzige Van Helsing mit seinen klugen Theorien, in die er nur selten jemanden einweiht, seinem breiten Fachwissen und seinem Hang zu komplizierten Monologen sticht natürlich heraus, und man kann gar nicht anders als seine schräge Art liebzugewinnen.
    John Seward und Jonathan Harker, die zusammen mit Mina die größten Teile der Geschichte erzählen, sind da schon etwas unauffälliger, aber ebenso sympathische, mutige und intelligente Figuren, die man, nicht zuletzt aufgrund ihrer weichen Herzen, liebgewinnt.

    Fasziniert war ich von den vielen Mythen um Vampire, die Bram Stoker hier zusammenträgt, wobei ich mir oft nicht sicher war, wobei es sich tatsächlich um alte - Van Helsings Behauptungen nach bis in die Antike zurückverfolgbare - Legenden handelte und wann Stoker seine eigene Fantasie mit einfließen ließ.
    Einige Merkmale eines Vampirs kannte ich natürlich aus vielen anderen, modernen Geschichten, beispielsweise die Nachtaktivität, die Abscheu vor Kruzifixen und Knoblauch, die Verwandlung in Fledermäuse, das fehlende Spiegelbild und die Tatsache, dass sie mit einem Pflock durchs Herz getötet werden müssen.
    Stokers Graf Dracula besitzt aber noch eine Menge zusätzliche Eigenschaften, die mir neu waren. So kann er zum Beispiel Wölfe, Ratten und Nebel kontrollieren, kein fließendes Wasser überqueren und Häuser nur dann betreten, wenn er dazu eingeladen wird.
    Die Figur des Dracula überrascht immer wieder und es ist spannend mit anzusehen, wie er sich mit den anderen Figuren einen Wettstreit in Sachen Planung und Intelligenz liefert und man bis zum Schluss nicht sicher sein kann, wer hier wem einen Schritt voraus ist.

    Schmunzeln kann man als moderne Leser hier auch bei einigen historisch bedingten Inkorrektheiten.
    So bekommt eine Figur im Laufe des Buches beispielsweise als eine Art letzte Notfallmedizin von vier verschiedenen Leuten Bluttransfusionen, um danach sofort wieder kräftiger und gesünder zu werden. In Wahrheit wäre die Chance vermutlich hoch gewesen, dass sie stirbt, weil ihr mindestens einmal die falsche Blutgruppe verabreicht wurde.
    Ein anderes Mal nimmt Doktor Seward an, eine Fledermaus sei gegen die Scheibe geflogen, weil das Licht sie verwirrt habe, wobei man heute jedoch weiß, dass Fledermäuse sich mit Ultraschall orientieren.


    Fazit

    "Dracula" ist ein sehr gelungener und unheimlicher Vampirroman, in dem gekonnt konstant Spannung aufgebaut wird und der durch sympathische und authentische Figuren und einen atmosphärischen Schreibstil begeistern kann.
    Ab und zu liest sich das Buch jedoch auch recht kompliziert und langatmig und das Ende kam dafür eindeutig zu abrupt.
    Ich vergebe 4 Sterne.

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    awogflis avatar
    awogflivor 2 Jahren
    Furioser Start des Horrorromans - der mit der Zeit an zunehmenden Blutverlust leidet

    Was mich zu Beginn und bis mehr als zur Hälfte des Romans noch restlos begeistert hat - nämlich die innnovative stilistische Tagebuchform und die unterschiedlichen Erzählperspektiven der handelnden Personen, die alle Aufzeichnungen führen - wurde schlussendlich zum größten Ärgernisfaktor in diesem ansonsten so brillianten Roman. Sobald die Vampirjägertruppe so bei ca. Seite 300 auch physisch zusammengekommen ist und alle handelnden Personen dieselben Dinge erleben, wendet sich diese Innovation gegen sich selbst, da alle Tagebuchaufzeichnungen unentwegt untereinander abgeglichen werden, und ein und dasselbe Ereignis permanent aus unterschiedlichen Sichten so lange wiedergekäut wird, bis es komplett ausgelutscht und blutleer ist. So geschehen zum Beispiel bei dem Ereignis des Wundmals durch die Hostie, das ich mindestens SECHS Mal aus unterschiedlichen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeitpunkten immer und immer wieder lesen musste. Ich weiss, dass es 1897 noch kein professionelles Lektorat gegeben hat, aber eine helfende Hand mit einem Rotstift, die absatzweise diese unsäglichen und seehr langweiligen Redundanzen herausstreicht und eliminiert, hätten dem Roman sehr geholfen und ihn ohne viel Aufwand auf 5 Sterne geschraubt. Ich hatte das Gefühl: Je länger der Roman dauert, desto mehr Blut verliert er - fast ist es so, als ob Dracula höchstpersönlich sukzessive alles Leben aus ihm herausgesaugt hätte. Sogar das Finale ist sehr lapidar und kein bisschen mehr spannend. Aber wie gesagt - 100 Seiten weniger und meine Kritik wäre obsolet.

    Ansonsten inhaltlich und sprachlich sehr ansprechend und genial: Wundervolle Beschreibungen von  Landschaften, Kultur und gruselig abergläubischer Landbevölkerung, von Gebäuden wie das Schloss oder das Irrenhaus, liebevolle Entwicklung von allen Figuren insbesondere den Antagonisten wie dem verrrückten Renfield, dem Grafen,...

    Großartige Sittenbilder der Entstehungszeit z.B.  kannte man 1897 keine Blutgruppen. Das ist schon sehr putzig beschrieben, dass die Qualität der Transfusion von der Rechtschaffenheit & Konstitution des Spender-Mannes abhing - Frauen wurden gar nicht als qualitiativ geeignet betrachtet. Am lustigsten fand ich die philosophische Auseinandersetzung mit dem Konzept der Aufklärung in einem fantastischen Horrorroman. Alle Figuren versicherten sich nachdrücklich bei Erleben des fantastischen Horrors unentwegt der eigenen Modernität und Wissenschaftlichkeit.
    "Wer hätte wohl noch vor einem Jahr, inmitten unseres wissenschaftlichen, skeptischen, nur an Tatsachen orientierten neunzehnten Jahrhunderts eine solche Möglichkeit auch nur in Erwägung gezogen?"

    Spannend ist auch noch, wie originalgetreu eigentlich manche Filme waren, die ich zum Thema Dracula gesehen hab. Fast alles ist schon der Feder von Bram Stoker entsprungen und nicht der der Filmemacher. Im Prinzip hat Stoker die alten Legenden zwar zusammengefasst, aber die Figur Dracula quasi im Alleingang mit all ihren Stärken und Schwächen erfunden und geprägt.

    Fazit: Eigentlich 3,5 Sterne, aber weil mich das Buch zum Ende hin gar so genervt hat, kann ich ums verrecken nicht auf 4 Sterne aufrunden. Nichtsdestotrotz eine Lese-Bildungslücke, die es wert ist, gestopft zu werden.

    Kommentare: 11
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    HelmutPoells avatar
    Hallo zusammen,

    zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Bram Stoker's Dracula zwar als Film gesehen, aber noch nicht gelesen habe. Seit Monaten liegt er auf meinem SUB, aber jetzt, wo es Herbst geworden ist, scheint mir die richtige Zeit dafür. In einer Gruppe zu lesen macht sicher viel mehr Spaß? Wer macht mit?

    LG Helmut

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    Madame Swanns avatar
    Im April darf ich euch im Rahmen der Klassiker-Leserunde nach Transsilvanien ins 19. Jahrhundert einladen, um gemeinsam den ersten und wohl berühmtesten Vampirroman der Literaturgeschichte zu lesen!
    Mina - Das Irrlichts avatar
    Letzter Beitrag von  Mina - Das Irrlichtvor 6 Jahren
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