Io

von Brandon Q. Morris 
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Io
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Zusammenfassung für die gesamte Eismond-Reihe: Hervorragende Hard-Sci-Fi, auch wenn einige Elemente künstlich herbeigezogen scheinen.

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Sehr gut gemacht Herr Morris, bitte mehr davon!

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Inhaltsangabe zu "Io"

Der Jupitermond Io gilt mit seinen Lavaströmen, Schwefelseen, Strahlungsfeldern und ständigen Vulkanausbrüchen als extrem lebensfeindlich. Doch existiert dort wirklich eine Gefahr, die die gesamte Menschheit bedroht?

Davor warnt das auf Enceladus entdeckte geheimnisvolle Wesen eindringlich. Die Crew der Internationalen Expedition, eigentlich auf der ersehnten Heimreise, begibt sich widerwillig auf die riskante Mission nach Io. Doch plötzlich droht ein Feind im Inneren, all ihre Hoffnungen zu zerstören, dass sie den Höllenmond lebend verlassen werden.

Hard Science Fiction. Brandon Q. Morris, Physiker und Weltraum-Spezialist, beschreibt die Reise der Internationalen Expedition basierend auf neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und realen Technik-Trends.

Nach den Hard-SF-Bestsellern "Enceladus" und "Titan" der dritte Teil der Eismond-Trilogie. Auch eigenständig lesbar.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783947283002
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:388 Seiten
Verlag:Matthias Matting
Erscheinungsdatum:02.06.2017

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    KainAutors avatar
    KainAutorvor einem Jahr
    Bei Io!

    Wie schon "Titan" führt "Io" die mit "Enceladus" begonnene Eismond-Trilogie von Brandon Q. Morris fort. Und wie schon "Titan" hätte dem Buch eine stärkere Entkoppelung in Form einer eigenständigen Handlung nicht geschadet. Dennoch fallen die Widersprüche zum Vorgänger diesmal weniger stark ins Gewicht. Stattdessen ist es in diesem Band die Figurenzeichnung, die den Leser des Öfteren stirnrunzelnd zurücklässt.


    Handlung:
    Nachdem die Crew der ILSE ihre Mission auf Enceladus erfüllt hat und auch dem Saturnmond Titan noch einen außerplanmäßigen Besuch abgestattet hat, wird es nun doch langsam mal Zeit für die Heimreise. Unterwegs empfangen sie aber noch eine Botschaft von der Enceladus-Lebensform, die vor einer großen Gefahr auf dem vulkanischen Jupitermond Io warnt. Das ist natürlich ein Fall für unsere improvisatorisch begabten Astronauten, die sogleich einen neuen Kurs berechnen und mit ein paar Basteleien ihr Landemodul umbauen.
    Unterdessen haben jedoch verschwörerische Kreise auf der Erde beschlossen, dass es an der Zeit ist, die ILSE-Crew zum Dank für ihre hervorragenden Dienste radikal auszumustern und der Enceladus-Lebensform den Krieg zu erklären. Dazu wird mit erpresserischen Mitteln eines der Crewmitglieder unter Druck gesetzt und die Schiffs-KI ferngesteuert korrumpiert. Als ob das nicht bereits genug Probleme wären, sieht sich die Crew auf Io auch noch einer Lebensform gegenüber, die zur Bedrohung für die Erde zu werden droht.


    Meine Meinung:
    Schon "Titan" krankte meiner Ansicht nach, an einigen sehr konstruierten Konflikten, die dort zu allem Überfluss auch noch die Lösungen des ersten Bandes negierten und zu massiven Widersprüchen führten. Die Widersprüche zu den Vorgängern fallen diesmal geringer aus - dass die Energiereserven der ILSE inzwischen sogar noch für das Pendeln zwischen Saturn und Jupiter ausreichen, habe ich augenrollend zur Kenntnis genommen.
    Viel problematischer finde ich, dass die Figuren regelmäßige Anfälle plottbequemlicher Dummheit erleiden, nur um kurze Zeit später wieder übermenschlich schlau zu agieren und sich Lösungen aus den Fingern saugen, welche die Glaubwürdigkeit der Geschichte arg strapazieren. 
    Dass sich auf der Erde allerhand Geheimdienste und ominöse Verschwörer entschließen, die erste außerirdische, intelligente Lebensform zu vernichten finde ich dabei (trauriger Weise) noch am realistischsten. Dass man dabei auch gleich - an der NASA vorbei (!) - eine milliardenschwere Mission sabotieren und sechs Menschen töten will, in der Hoffnung das alles verheimlichen zu können, bewegt sich dann eher auf dem Niveau von Verschwörungstheorien zur Mondlandung.
    An Bord der ILSE agiert die Crew unterdessen so ahnungslos wie Moorhühner: Zwar bemerken sie, dass mit einem von ihnen etwas nicht stimmt, messen dem aber keine große Bedeutung bei. Selbst als der Spion quasi inflagranti erwischt wird und eindeutige Beweise für eine Verletzung der Kommunikationsprotokolle gefunden werden, zieht die Crew keinerlei Konsequenzen daraus und setzt ihre Io-Mission unbekümmert fort. Erst später, wenn es daran geht, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, sprudeln wieder alle vor genialen Ideen, können durch nicken und blinzeln Morsen und werden zu Geheimagenten im Weltall. Die Io-Mission selbst, die wissenschaftlichen Aspekte des Planeten und dortige Lebensform, vor der die Erde (genretypisch: mal wieder) gerettet werden muss, verkommen dabei quasi zur Strafarbeit fürs Nachsitzen.

    An dieser Stelle muss ich nochmal betonen, dass Hard-SF natürlich auch ohne herausragende Dramaturgie hervorragend funktionieren kann. Bei klassischen Autoren wie Jules Verne funktionierte es, wenn sich z.B. "Reise zum Mittelpunkt der Erde") fast gar nicht mit Handlungsbögen und Figurenzeichnung beschäftigte. Dort wurden einfach nur die Reise und die Entdeckungen der Forscher in den Vordergrund gestellt.
    Wenn ein Autor sich aber der Aufgabe annimmt, seiner Geschichte eine anspruchsvolle Erzählebene zu geben, muss diese natürlich auch bewertet werden. Moderne Autoren (z.B. Stephen Baxter in "Die letzte Flut" und "Die letzte Arche") versuchen gerne, ihren wissenschaftlichen Erzählungen eine hohe dramaturgische Dichte zu verleihen. Oft scheitern sie an der Mammutaufgabe, wissenschaftliche Inhalte und komplexe Handlungen unter einen Hut zu bringen. (Eines der wenigen gelungenen Beispiele wären hier Isaac Asimovs Robotergeschichten und die Bände um die erste Foundation, sowie ihre Gründung.) 
    Vor diesem Hintergrund liegt es mit fern, "Io" ein schlechtes Buch zu nennen. Morris hatte sich mit diesem Band viel vorgenommen und konnte dies zwar nicht erfüllen, dafür aber die Weichen für seine zukünftige Arbeit stellen. 

    Fazit:
    Der dritte Band der Eismond-Reihe offenbart die (bislang) stärksten erzählerischen Schwächen. Da ich im Hard-SF Genre in diesem Bereich gerne mal ein Auge zudrücke, reicht es aber (noch) für 3 Sterne. Dennoch hat der Autor hier leider den schwächsten Band der Reihe abgeliefert.

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    Martin_Walters avatar
    Martin_Waltervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Zusammenfassung für die gesamte Eismond-Reihe: Hervorragende Hard-Sci-Fi, auch wenn einige Elemente künstlich herbeigezogen scheinen.
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    Mayjunes avatar
    Mayjunevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr gut gemacht Herr Morris, bitte mehr davon!
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    Brivuletvor einem Jahr
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    MartinFischervor einem Jahr
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    Laecheln86vor einem Jahr
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    Spesiavor einem Jahr
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    sligvor einem Jahr

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